Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVBILD ZUR EINSCHAETZUNG DER UBS DES LUXUSIMMOBILIENMARKTS IN DER SCHWEIZ, AM DONNERSTAG, 23. MAI 2019 - The 40 million luxury villa of steel magnate Lakshmi Mittal at Chantarella above St. Moritz in the canton of Grisons, Switzerland, pictured on March 17, 2009. Background right: St. Moritz-Bad. (KEYSTONE/Arno Balzarini)..Die 40-Millionen-Villa des Stahl-Magnaten Lakshmi Mittal auf Chantarella oberhalb St. Moritz im Kanton Graubuenden, unten rechts St. Moritz-Bad, aufgenommen am 17. Maerz 2009. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Die 40-Millionen-Franken-Villa des Stahlmagnaten Lakshmi Mittal in St.Moritz. Bild: KEYSTONE

Analyse

Warum Luxusimmobilien immer teurer werden

Erneut sind die Preise für die teuersten Immobilien in der Schweiz angestiegen. Daran sind nicht nur die Superreichen schuld, sondern auch das Wesen unseres Finanzsystems.



Die Immobilienspezialisten der UBS haben einmal mehr den Luxusbereich in der Schweiz unter die Lupe genommen. Das Fazit erläutern sie nüchtern und wie folgt: «Die Transaktionspreise von Immobilien im Luxussegment legten im letzten Jahr rund 4 Prozent zu und stiegen damit mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.»

Das vergangene Jahr liegt daher im bestens bekannten Trend. Mit Ausnahme eines kurzen Preiseinbruches 2015 und 2016 kennen die Immobilienpreise gerade in diesem Segment eigentlich nur eine Richtung: nach oben.

ARCHIVBILD ZUR EINSCHAETZUNG DER UBS DES LUXUSIMMOBILIENMARKTS IN DER SCHWEIZ, AM DONNERSTAG, 23. MAI 2019 - Blick ueber die Daecher von Neubauten auf den Zugersee in Walchwil, Schweiz. Aufgenommen am 17. Oktober 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Neubauten in Walchwil am Zugersee. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz zählen Häuser, die mehr als sechs Millionen Franken kosten, 350 und mehr Quadratmeter Wohnfläche und 2000 und mehr Quadratmeter Umschwung aufweisen, zum Luxussegment. Rund ein Prozent aller Immobilien werden landesweit dazugezählt.

Bereits seit Jahren liegen die Preise für diese Immobilien in schwindelerregenden Höhen. Experten warnen zwar immer wieder vor einem Crash. Trotzdem fliesst immer mehr Geld in die Immobilien. Warum das so ist, erklärt Adair Turner in seinem Buch «Between Debt and the Devil». Turner ist ein führender britischer Ökonom und Finanzspezialist.

Unser Wirtschaftssystem teilt sich auf in eine reale und eine finanzielle Wirtschaft. In der traditionellen Ökonomie werden die beiden als Geschwister betrachtet, die mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben, sich gegenseitig aber kaum beeinflussen. Geld ist in dieser Sichtweise ein Schmiermittel, das Transaktionen erleichtert – man kann schlecht eine halbe Kuh gegen zwei paar Hosen eintauschen –, das sonst jedoch keinen Einfluss auf die reale Wirtschaft hat.

In dieser Sichtweise werden auch die Investitionen aus Ersparnissen der Bürgerinnen und Bürger finanziert. Dies ist nach wie vor weit verbreitet, jedoch falsch: Ersparnisse bilden bloss einen winzigen Teil der Summe, die in die Entwicklung der modernen Wirtschaft investiert wurde. Der grösste Teil ist von Banken geschaffener Kredit. (Wie Banken Kredit schaffen, könnt ihr hier nachlesen.)

Solange die Kredite dazu dienen, die Wirtschaft produktiver zu machen, sind sie segensreich. Nur so war es möglich, den Wohlstand der modernen Industriegesellschaften zu schaffen.

Das Problem beginnt dann, wenn die Wirtschaft diese Kredite kaum mehr nötig hat, weil sie ihre Investitionen aus dem eigenen Cashflow bewältigen kann. Das ist heute zu einem grossen Teil der Fall, vor allem bei den grossen Unternehmen.

Bild

Adair Turner bei einem Vortrag am GDI in Rüschlikon.

Die Finanzwirtschaft ist jedoch weiterhin darauf angewiesen, Kredite zu schöpfen. Wohin aber mit dem Geld? Es fliesst nun in Häuser und Grundstücke. «Immobilien sind heute für mehr als die Hälfte des Reichtums verantwortlich», so Turner. «Sie sind der Grund für den Wohlstandszuwachs und für den grössten Teil der Kredite.» Auch in der Schweiz sind die meisten Kredite Hypotheken.

Volkswirtschaftlich gesehen sind Hypotheken tendenziell schädlich. Sie machen die Wirtschaft nicht produktiver, sondern führen einzig zu steigenden Immobilienpreisen. Es kommt so zu einer Vermögensinflation, von der nur eine schmale Schicht der Bevölkerung profitieren kann.

Weil diese Vermögensinflation kreditgesteuert ist, führt sie zudem zu einem Schuldenüberhang. Können diese Schulden nicht mehr bedient werden, kommt es zu einem Crash mit schwerwiegenden Folgen. Die Finanzkrise im Herbst 2008, welche die Weltwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert hat, war die Folge einer geplatzten Immobilienblase in den USA.

In this photo taken Oct. 11, 2014, a typical looking residential street in Kenton, Ohio. Long seen as having devastated Sun Belt cities, the subprime mortgage crisis has wielded greater economic damage to rural communities, leading federal regulators to pledge continued attention to small-town borrowers as high-cost loans show signs of a comeback. In Rushylvania, a town just south of Hardin County, Ohio, McKirahan, 52, expressed frustration at his never-ending troubles with a subprime loan. Hardin County, and some of its surrounding areas, ranked among the nation's highest in subprime lending; more than 40 percent of loans in Hardin were subprime.  (AP Photo/Jay LaPrete)

Verlassene Häuser in Kenton (US-Bundesstaat Ohio) nach dem Immobiliencrash im Herbst 2008. Bild: AP/FR52593 AP

Ist die Blase einmal geplatzt, ist die Ernüchterung gross. Die Banken werden von staatlichen Regulatoren angehalten, ihre Eigenkapitaldecke zu vergrössern. Wer Wohneigentum erwerben will, muss einen grösseren Anteil an Eigenkapital mitbringen.

Die Massnahmen, die das Finanzsystem vor einem Zusammenbruch schützen sollen, sind jedoch vergebliche Liebesmühe. «Ein besseres Risikomanagement kann die Stellung einer Bank gegenüber der Konkurrenz verbessern», so Turner. «Wenn jedoch alle Banken die besten Praktiken übernehmen, wird das gesamte System paradoxerweise instabiler.»

Fassen wir zusammen: Wirtschaftswachstum ist nur mit Krediten möglich. Können diese Kredite nicht mehr produktiv eingesetzt werden, führen sie zu gefährlichen Vermögensinflationen. Platzt die Blase, gerät das gesamte Finanzsystem in grösste Gefahr.

Um diese Gefahren zu vermeiden, gibt es immer wieder Versuche, die Kreditschöpfung der privaten Banken zu unterbinden. So haben wir vor Jahresfrist über die Vollgeld-Initiative abgestimmt. Hätten wir zugestimmt, hätte bloss noch die Nationalbank Kredite aus dem Nichts erteilen dürfen.

abspielen

Darum geht es bei MMT. Video: YouTube/Money For the Rest of Us

Derzeit gibt die Modern Monetary Theory (MMT) zu reden. Sie sieht vor, dass die Zentralbanken mit der Schöpfung von Fiat Money – auch Geld aus der Luft genannt – sicherstellt, dass die Wirtschaft mit genügend Geld und die Menschen mit Arbeit versorgt sind. Solange die Zentralbanken dieses Geld in eigener Währung schaffen, können sie dies gemäss MMT gefahrlos tun.

MMT ist für die Vertreter des harten Geldes ein Albtraum. Unkontrolliertes Gelddrucken der Zentralbanken führe zwangsläufig zu einer Hyperinflation und in eine Katastrophe, wie sie beispielsweise Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg erleiden musste, erklären sie.

Das ist zu kurz gesprungen. Südkorea und Japan haben mit einer Version von MMT nach dem Zweiten Weltkrieg den Anschluss an den Westen gefunden. China tut es heute. Bringen Zentralbanken die Wirtschaft mit Fiat Money in Schwung, muss dies nicht in einer Hyperinflation enden. «Es gibt keinen technischen Grund, dass Fiat Money exzessive Inflation produziert», so Turner. «Und wer diese Option ausschliesst, verursacht unter Umständen grossen wirtschaftlichen Schaden.»

Fiat Money der Zentralbanken ist jedoch keine Allzweckwaffe. Diese Methode darf nur mit grösster Vorsicht und von Experten eingesetzt werden. Nur darf dabei nicht vergessen werden, dass die von privaten Bankkrediten verursachte Schuldenwirtschaft genauso gefährlich ist.

Gemäss Turner befinden wir uns daher zwischen «Schulden» (Kredite der Privatbanken) und «dem Teufel» (Fiat Money der Zentralbanken). Ein stabiles Finanzsystem ist daher ein Widerspruch in den Begriffen. Es geht nicht um ideologische Glaubenskriege zwischen den beiden, sondern darum, situationsgerecht zu handeln.

«Eine vollkommen entspannte Haltung zu privaten Krediten hat die Krise produziert» so Turner. «Und ein totales Verbot von Fiat Money hat die Erholung aus der Krise verzögert. Absolute Glaubenssätze und einfache Regeln sind zu gefährlich.»

Wenn Geld keinen Wert mehr hat

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

72
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

37
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

23
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

35
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

14
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

72
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

37
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

23
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

35
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

14
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

16
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • cindy&gismo 24.05.2019 10:05
    Highlight Highlight Alle Immobilien werden immer teurer. Ob jetzt eine Mansarde im Estrichgeschoss oder eine Luxusvilla. Das Problem ist: Wir bezahlen und Amen. Und solange wir so denken, werden die Preise steigen. Profitgier ist ja nichts neues.
  • Evan 24.05.2019 00:20
    Highlight Highlight Luxusimmobilien sind mir egal. Was mich interessieren würde, wäre wie man normale Wohnungen günstiger halten könnte...
    • x4253 24.05.2019 08:13
      Highlight Highlight Blick nach Singapur, dannweisst du wie, allerdings in der Schweiz wohl nie Umsetzbar, denn bei staatlichem Wohnungsbau denkt der Schweizer gleich an Slums und Kommunismus
    • Evan 24.05.2019 10:47
      Highlight Highlight Das Problem mit den Wohnbaugenossenschaften dass ich sehe ist halt, dass es unfair erscheint für jene, die keine solche Wohnung abkriegen. Dann ist die Frage, wie man dieses Problem lösen kann. Einfach mehr genossenschaftliche Wohnungen? Oder gäbe es eventuell eine Lösung, die allen zugute kommt?
  • G. 23.05.2019 21:31
    Highlight Highlight Naja, anstatt in Massnahmen zum Klimawandel zu investieren wird mit teuren Luxus Immobilien gehandelt.
  • Der Rückbauer 23.05.2019 19:15
    Highlight Highlight Sagen wir es einfach: Weil die wenigen Superreichen immer reicher werden. Und die Fleissigen immer ärmer. Das ist systembedingt. Das System nennt sich Neokapitalismus, und die Superreichen heissen Neofeudalisten.
    Und so hat heute alles seinen Platz und ist benamst und alle essen -noch- Kuchen.
  • Turi 23.05.2019 18:09
    Highlight Highlight Luxusimmobilien sind wohl kaum auf einen Hypothekenmarkt angewiesen. Die meisten begüterten Käufer sind doch froh, können sie ihr zuviel vorhandenes Geld irgendwo parkieren.
    Der Artikel scheint mir nicht wirklich schlüssig.

    • x4253 24.05.2019 08:14
      Highlight Highlight Lustigerweise werden solche Immobilien auch Hypothekenburgen genannt. Es lässt ich nämlich prima Sparen damit.
  • Sandro Lightwood 23.05.2019 17:10
    Highlight Highlight Mit Luxusimmobilien lässt sich schon auch vorzüglich Geld waschen.
  • smoking gun 23.05.2019 15:51
    Highlight Highlight Das Hauptproblem sind nach wie vor die Derivate. Sie nehmen wohl den grössten Platz im Finanzsystem ein, obschon sie nichts anderes als Wetten sind. Die gigantischen Summen, die damit verdient werden, fliessen zum grössten Teil wieder in die Spekulation - und als hübschen Nebeneffekt - in Luxusimmobilien.

    Die Finanzmärkte dienen also nicht vor allem der Förderung der Realwirtschaft, sondern der Spekulation.
    • Philipp Löpfe 23.05.2019 15:55
      Highlight Highlight Eigentlich sind Derivate Versicherungen, die für mehr Stabilität sorgen sollten. Eigentlich...
    • smoking gun 23.05.2019 16:00
      Highlight Highlight @Philipp Löpfe: Ja, Derivate sind zur Eingrenzung von Risiken entstanden, heute dienen sie fast ausschliesslich der Bereicherung von Spekulanten.
    • Der Kritiker 23.05.2019 16:44
      Highlight Highlight Wir sichern unsere von Rohstoffpreise abhängigen Handelsprodukte mit Derivaten ab, somit dienen Derivate nicht fast ausschliesslich der Spekulation. Das ist Bullshit, smoking gun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 23.05.2019 15:34
    Highlight Highlight Guter Artikel. Wenn man liest, wie Banken einfach 'Luftkredite' ausgeben, komplett ohne selbst in der Lage zu sein, das Geld real aufzubringen, gibt zu denken. All die EFHs die gebaut worden sind, auf der Basis von max. 30 % Eigenkapitals des Bauherrn. Was geschieht mit diesen, wenn sich der Hypo-Zins vervierfacht? Etliche der Hausbesitzer leben gemütlich mit 1000 CHF/Monat Zins, aber mit 4000 CHF wird das für die Meisten sehr knapp.
    • R. Peter 23.05.2019 18:28
      Highlight Highlight gubbe, was geschieht mit den Mietern, wenn sich der Leitzins vervierfacht? Einfache Antwort: dasselbe. Kurz gefasst: Eine Vervierfachung der Leitzinsen ohne erhebliches Wirtschaftswachstum das breit verteilt ist führt zum Crash. So oder so. Problematisch ist natürlich wenn man natürliche Krisen mit billigem Geld zu verhindern versucht und damit die Assetinflation befeuert...
  • Chili5000 23.05.2019 14:58
    Highlight Highlight Dieser Text driftet extrem schnell in eine andere Richtung. Von Teueren Luxuimmobilien (Sind diesen nun Kreditfinanziert oder nicht?) zu generelen Immobilien hin zu Finanztheorien. Was möchten Sie mit diesem Text eignetlich aussagen Herr Löpfe?
  • Ökonometriker 23.05.2019 14:49
    Highlight Highlight Weder die Zentralbanken noch die Banken vergeben ungedeckte Kredite. Gerade im Luxussegment wird sogar oft bar bezahlt. Der Grund für den Preisanstieg liegt trotzdem in der Geldpolitik: die SNB senkt den Zins, die Mieten bleiben aber gleich. Daher steigt der Preis der Immobilie: alle wollen Immobilien kaufen, da man dort höhere Renditen kriegt womit die Nachfrage und damit der Preis steigt. Dies würde auch passieren, wenn nur noch die SNB Geld schöpfen darf. Simple Mathematik.
    Will man das verhindern, darf man die Zinsen nicht so stark senken.
    • Oh Dae-su 23.05.2019 16:03
      Highlight Highlight Wobei die von Löpfe genannten Luxusimmobilien doch eher weniger klassische Rediteobjekte als viel mehr reine Spekulationsobjekte sind. Ich sehe sie hier in einer Reihe mit Dingen wie Gemälden oder teuren Weinen. Aber klar, das tiefe Zinsumfeld fördert so etwas natürlich enorm. Ein Wirtschaftswachstum mit steigender Ungleichheit tut dann noch das Übrige dazu.
    • Ökonometriker 23.05.2019 16:09
      Highlight Highlight @Oh: hier geht's nur um eine hypothetische Miete - auch EFH werden grösstenteils nicht vermietet. Würde man aber die Immobilie verkaufen und das Geld gleich sicher anlegen, müsste man mit dem Ertrag ein vergleichbares Objekt mieten können. Sonst gäbe es Arbitragemöglichkeiten.

Deutsches Versuchslabor lässt Tiere qualvoll verenden – Spuren führen in die Schweiz

In einem deutschen Labor sterben junge Hunde, Affen und Katzen einen qualvollen Tod. Was eine Schweizer Pharma-Firma damit zu tun hat.

Ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Soko Tierschutz und Cruelty Free International hat sich als Pfleger in das Tierversuchslabor LPT nahe Hamburg eingeschleust. Von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte der Tierschützer die zahlreichen brutalen Tierversuche an jungen Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen.

Der Bericht sorgte in Deutschland in den letzten Tagen für viel Empörung.

Bei LPT handelt es sich um ein Familienunternehmen. Das Versuchslabor ist eine der grössten Einrichtungen für …

Artikel lesen
Link zum Artikel