Wirtschaft
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So viel verdienen die watson-Mitarbeiter (und ihre Kollegen)



Die Redaktion des Newsportals Watson, aufgenommen am 19. Maerz 2014 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Blick ins watson-Büro. Hoi Madeleine. Bild: KEYSTONE

Die Löhne der Medienschaffenden in der Schweiz haben in den letzten 14 Jahren stagniert. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Gewerkschaftsbundes und der Medienverbände. Das wirksamste Mittel gegen sinkende Löhne seien Gesamtarbeitsverträge (GAV).

Der Medianlohn der Medienschaffenden lag zum Zeitpunkt der Befragung im Februar 2020 bei 7333 Franken, wie der SGB am Donnerstag in einer Mitteilung zur Studie schreibt. Das sind rund 800 Franken mehr als der Medianlohn aller in der Schweiz beschäftigten Personen gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundes von 2018. Die 7333 Franken sind aber nur unwesentlich mehr als in der entsprechenden Studie zur Situation der Medienschaffenden von 2006.

In dieser hatte sich ein Medianlohn von 7200 Franken ergeben. 50 Prozent der Teilnehmenden verdienten also mehr, die anderen 50 Prozent weniger als diese Summe. Die Zahlen der neuen Studie sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil 2020 überdurchschnittlich viele SRG-Mitarbeitende und sehr viel mehr Freischaffende teilgenommen haben als vor 14 Jahren. Trotzdem lasse die neue Studie aussagekräftige Rückschlüsse zu, so die Autoren.

Der höchste Medienlohn weist die Studie mit 7900 Franken für SRG-Mitarbeitende aus, gefolgt von jenen der Fachpublikationen (7'633 Franken), der Verbandspresse (7333 Franken), der Onlinepublikationen (7279 Franken, mehr ins Detail gehen wir nicht, sorry 😉) und der Printmedien (7143 Franken). Weit abgeschlagen rangieren Mitarbeitende der privaten TV- und Radiostationen mit einem Medianlohn von 5526 Franken.

800 Franken mehr Lohn dank GAV

Die Auswertung belege auch deutlich den Wert eines Gesamtarbeitsvertrages (GAV) für das Lohnniveau in der Branche, heisst es in der Studie. Medienschaffende ohne GAV verdienten im Durchschnitt 800 Franken weniger im Monat als GAV-geschützte Mitarbeitende. Vor allem auf die tieferen Löhne würde sich ein GAV stabilisierend auswirken, kommt die Studie zum Schluss.

Von einem GAV profitieren jedoch nur die Mitarbeiter der Printmedien in der Romandie. Für Printmedien und deren Onlineprodukte in der Deutschschweiz sowie die privaten audiovisuellen Medien gibt es keinen GAV. Dabei habe in der Regel bessere Löhne, klarere Arbeitszeiten und weniger Lohndiskriminierung, wer über einen GAV verfüge, heisst es in der Mitteilung.

Medien kämpfen mit Abonnentenschwund und den Folgen der Digitalisierung. Nun will ihnen der Bund stärker unter die Arme greifen. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Klar verschlechtert gegenüber 2006 hat sich die finanzielle Situation der Freischaffenden. Hier sank der Medianlohn von knapp 7000 auf 5600 Franken. Nur jeder und jede fünfte kann laut Studie den effektiven Zeitaufwand in Rechnung stellen. 4 von 5 befragten Freien arbeiten mit Pauschalen.

Medienfrauen verdienen auf ein Jahr hochgerechnet zwischen 1900 und 3100 Franken weniger als ihre männlichen Kollegen. Am kleinsten sind die diesbezüglichen Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern bei der SRG.

Druck, Unsicherheit und Existenzangst

Bezüglich der Arbeitsbedingungen weist die Studie einen erhöhten Termindruck aus. Häufig arbeiten Medienschaffende auch in der Freizeit und die Unsicherheit steigt. 60 Prozent der Freischaffenden und ein Viertel der Festangestellten haben Angst um ihre jetzige Auftragslage respektive ihre Stelle. Trotzdem sei die Identifikation der grossen Mehrheit der Befragten mit ihrer Tätigkeit nach wie vor hoch, so die Studie.

Letztmals haben Medienverbände und der SGB 2006 eine Befragung der Medienschaffenden zu deren Lohn- und Einkommenssituation durchführen lassen. Die neue Befragung wurde online durchgeführt. Teilgenommen haben über 1600 Medienschaffende. Alle Fragen bezogen sich auf die Situation im Februar 2020, also vor der Pandemie.

43 Prozent der Teilnehmenden arbeiteten zum Zeitpunkt der Befragung für die SRG, vor 14 Jahren lag dieser Anteil bei 21 Prozent. Mitarbeitende der SRG sind damit in der neuen Studie leicht überrepräsentiert. Im Vergleich zur Studie 2006 wiederum ist der Anteil von Freischaffenden und Online-Medienschaffenden höher. (aeg/sda)

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