Wirtschaft
Schweiz

Mit Coca-Colas neuem «Fuzetea» gibts ein (Schweizer-)Problem und das wird teuer 

Mit Coca-Colas neuem «Fuzetea» gibts ein (Schweizer-)Problem und das wird teuer 

Der Getränke-Riese Coca-Cola will diesen Frühling mit einer grossen Werbekampagne seinen eigenen Eistee einführen: «Fuzetea». Doch was in den anderen 26 Ländern passt, das ist in der Schweiz plötzlich verfänglich. Der Gigant ändert den Namen kurzfristig – und nimmt dafür viel Geld in die Hand.
01.02.2018, 14:3001.02.2018, 14:30
Coca-Cola vermeidet es, in ein Fettnäpfchen zu treten.
Coca-Cola vermeidet es, in ein Fettnäpfchen zu treten.Keystone/ZVG

Es ist die grösste Marketing-Kampagne von Coca Cola seit der Einführung von Coke Zero im Jahr 2007: eine eigene Eistee-Marke. In 27 Ländern wird das Getränk eingeführt, überall mit dem Namen «Fuzetea» – ausser in der Schweiz.

Denn im Namen hat der Konzern während der Vorbereitung der Werbekampagne ein «schweizerisches» Problem entdeckt: «Fuzetea» könnte falsch verstanden werden, erinnert es doch Schweizerdeutsch ausgesprochen stark an ein äusserst vulgäres Wort für das weibliche Geschlechtsteil.

In dieses Fettnäpfchen wollte Coca-Cola nicht treten und änderte den Namen kurzerhand in ein jugendfreie und unverfängliche Version, wie die «Handelszeitung» in ihrer aktuelle Ausgabe berichtet – in «Fusetea».

Teure Namensänderung

«Wir wollten nicht, dass unserer Marke falsche Bedeutung zukommt, und haben den Namen darum schon früh im letzten Jahr mit Fokusgruppen abgetestet», sagt Christoph Reitmeir, Marketingleiter Tee bei Coca-Cola zur «Handelszeitung». So sei klar geworden: «Wir müssen das z in der Schweiz mit einem s ersetzen.» 

Das «Original» (links) und die Schweizer Version (rechts).
Das «Original» (links) und die Schweizer Version (rechts).

Damit kann der Getränke-Riese abwenden, dass wegen einer verunglückten Namenswahl die Produktlancierung nach hinten los geht und Spott und Häme über Coca-Cola hereinbricht.

So wird der erste Eistee aus dem Hause Coca-Cola also unter dem Namen «Fusetea» auf den Schweizer Markt gebracht. Was banal tönt, kostet den Konzern aber eine Stange Geld. Der Namenswechsel führt Reitmeirs Angaben nach zu Zusatzkosten von über einer Million Franken. Er sagt: «Wir betreiben für das Schweizer Re-Naming einen grossen Mehraufwand, etwa bei Verpackung und Nachbearbeitung von Plakaten und TV-Spots. Aber das ist es uns wert.» (edi) (aargauerzeitung.ch)

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

Video: watson/Emily Engkent
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