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PARIS, FRANCE - SEPTEMBER 19:   In this photo illustration the Netflix logo is reflected in the eye of a woman on September 19, 2014 in Paris, France.  Netflix September 15 launched service in France, the first of six European countries planned in the coming months. (Photo by Pascal Le Segretain/Getty Images)

Filme und Serien schauen, wann und wo man will. Netflix revolutionierte die Fernsehwelt. Bild: Getty Images Europe

Quartalszahlen 2014

Wird Netflix Opfer des eigenen Erfolgs?

Der On-Demand-Betreiber Netflix veröffentlichte am Dienstagabend seine Zahlen fürs 2014. Sie sind gut – doch die Konkurrenz schläft nicht.

Der US-Streaming-Anbieter Netflix ist nun seit bald einem halben Jahr in Europa angekommen. Die Videoplattform, die für eine Monatspauschale Filme und Serien per Stream anbietet, publizierte am Dienstagabend die Quartalszahlen. Im vierten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um einen Viertel auf 1,5 Milliarden Dollar, der Quartalsgewinn legte sogar um 72 Prozent auf 83,4 Millionen Dollar zu. Das Portal zählt nun weltweit 57,4 Millionen Abonnenten. Das honorierten die Anleger: Die Aktie stieg nachbörslich zwischenzeitlich um 16 Prozent.

Für die Führung des US-Konzerns dürfte dies Balsam sein. Als die vorletzten Quartalszahlen im Oktober 2014 veröffentlicht wurden, stürzte die Aktie trotz steigenden Nutzer- und Umsatzzahlen um rund 20 Prozent ab. Die Anleger verlangten ein grösseres Wachstum. Dieses hat Netflix nun insbesondere durch die Expansion nach Europa erreicht. Unterm Strich befindet sich Netflix jedoch immer noch in einer Krise.

Statista Netflix

Die Entwicklung der Nutzerzahlen zeigt eine Richtung: Aufwärts. Die Anleger wollen jedoch mehr. grafik: Statista/Computerbild.de

Netflix kam und störte

Die Reaktion der Händler überrascht nicht. Netflix brachte mit seiner Einführung vor gut sieben Jahren eine sogenannte «disruptive Innovation» auf den multimedialen Markt. Mit einer guten Idee – unbegrenzt viele Filme und Serien für einen monatlichen Pauschalpreis schauen – vermochte das Unternehmen die Fernsehwelt zu revolutionieren. Geschaut wird, wann und wo man will.

Solche disruptive Innovationen, die sinngemäss Märkte und Branchen umwälzen, haben es jedoch schwierig: Entweder gewinnen sie schnell an Grösse und können sich als Quasimonopole behaupten – oder sie gehen unter, weil sie kopiert werden. Apple erfand zwar die Benutzeroberfläche der heutigen Betriebssysteme – Microsoft setzte dies aber mit «Windows» massentauglich um und störte ebenfalls die Computerwelt. 

Angriffe von lokaler Konkurrenz

Netflix kam und störte – mit der Erfindung des massentauglichen Video-On-Demands setzte es Standards. Es definierte, wie die Menschen in Zukunft Filme und Serien schauen. Dieses Geschäftsmodell wird nun von der Konkurrenz übernommen. 

Noch bevor Netflix in der Schweiz sein Angebot startete, lancierte Cablecom das MyPrime-Angebot. Gemäss Pressesprecher Marc Maurer nutzen bereits rund 50'000 Schweizer täglich das Angebot, jederzeit für eine Monatspauschale Filme und Serien schauen zu können. 

Das Angebot von Swisscom, Teleclub Play, wurde im Dezember 2014 eingeführt. Bei rund 250'000 Swisscom-TV-Kunden dürfte der grösste Digital-TV-Anbieter am schnellsten wachsen. Pressesprecher Olaf Schulze wollte keine konkreten Zahlen bekannt geben. Er sei jedoch mit dem Marktstart zufrieden. 

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Auch international unter Druck

Auch im internationalen Markt erhält Netflix immer mehr Konkurrenz. Der grosse US-amerikanische Fernsehsender HBO – bekannt durch Serien wie «Game of Thrones» – kündigte jüngst eine eigene Streamingplattform an. Am Montag gab zudem der Online-Händler Amazon bekannt, dass auch er eigene Kinofilme drehen und diese über die eigene Digital-TV-Plattform «Amazon Fire TV» verbreiten wolle.

Welcher Anbieter im Schweizer On-Demand-Markt am meisten Kunden gewinnen wird, werden die kommenden Monate zeigen. Klar ist jedoch jetzt schon, dass Netflix es schwierig haben wird. Für die Ausstrahlung der Erfolgsserie «House of Cards» im deutschsprachigen Raum sicherte sich «Sky TV» beziehungsweise Teleclub die Exklusivrechte. Und das obwohl der erfolgreiche Politthriller von Netflix selbst produziert wird. 

Netflix mochte mit dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht die Erwartungen erreicht haben. Die Phase, in der das Unternehmen den digitalen TV-Markt umwälzt, ist jedoch vorbei. 

On-Demand-Anbieter

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Update: Microsoft übernahm die Benutzeroberfläche von Apple. Dies wurde nun etwas deutlicher dargestellt. (pma)



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47
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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LoveSyn 10.02.2015 11:41
    Highlight Highlight Es wäre genial wenn Netflix eine aktuellere Videotheke hätte und die Suchoption verbessern würde.
  • blueberry muffin 22.01.2015 04:07
    Highlight Highlight Es wäre toll hätte netflix eine option für den englischen o-ton. So wie es jetzt ist, ist das angebot unbrauchbar für mich.
    • EvilBetty 22.01.2015 09:34
      Highlight Highlight Ich habe noch keine Serie oder Film auf netflix gesehen, bei der der O-Ton nocht vorhanden war. Nennen sie bitte ein Beispiel.
    • Petar Marjanović 26.01.2015 17:37
      Highlight Highlight @blueberry muffin: Unter Audio-Einstellungen sollte dies *eigentlich* möglich sein.
  • Zeit_Genosse 21.01.2015 19:04
    Highlight Highlight Wenn Netflix Schweiz hier liest, dass viele mit dem (mageren) Angebot und dem (vergleichsweise stolzen) Preis zufrieden sind, dann wird es nicht besser. Fordert Netflix etwas, die haben Geld und Möglichkeiten genug in der Schweiz (noch) besser zu werden. Auch die Konkurrenz wird dann gefordert und verbessert sich. Und, und.....
    • EvilBetty 22.01.2015 09:40
      Highlight Highlight 1. Ist Netflix kein Wohltätigkeitsverein, sie haben Content Budget.
      2. Liegt es oft nicht am Willen von Netflix, sondern daran, dass Exklusivrechte bei Fernsehstationen liegen, dass gewisser Content nicht verfügbar ist.
      3. Der Preis ist für das jetzige Angebot total gerechtfertigt. Überlegen sie mal, was der Empfang des linearen Fernsehs kostet.
  • EvilBetty 21.01.2015 12:56
    Highlight Highlight Ah, eines der Lieblingsargumente von Swiss- und Cablecom wurde auch zu nichte gemacht: Kein schweizer Content. Diese oder letzte Woche wurde Cargo, Der Verdingbub und Hoselupf aufgeschaltet. Es ist anzunehmen dass noch mehr folgen wird.
  • Lautenschlager Patrick 21.01.2015 10:56
    Highlight Highlight Netflix ist der einzige, der auch Untertitel bietet. Bei rund 500'000 Menschen mit einer Hörbehinderung in der Schweiz, ist eigentlich jeder Anbieter selber Schuld, wenn er sich nicht durchsetzten vermag, solange keine Untertitel angeboten werden.
  • Tommy Holiday 21.01.2015 09:49
    Highlight Highlight Ich sag nur eins: Popcorn Time
  • Der Tom 21.01.2015 09:17
    Highlight Highlight Soviel ich weiss ist es so dass Microsoft am Anfang Apple kopiert hat und
    Myprime im Cablecom Abo inkl. ist.
    Netflix finde ich unschlagbar gut aber es fehlen in der Schweiz leider aktuelle Seasons. Da haben meistens die Werbe trash Sender oder freche Abzocker wie Teleclub, Sky usw exklusive Erstausstrahlunsrechte.
    • Petar Marjanović 21.01.2015 09:52
      Highlight Highlight Das stimmt. Dennoch würde ich trotzdem behaupten, dass man Microsoft die «disruptive Innovation» zusprechen darf: Sie haben das innovative Betriebssystem mit den Fenstern und dem Desktop massentauglich gemacht und die ganze Computerbranche revolutioniert. Siehe Facebook: Auch da gabs vorher schon MySpace, Netlog. Grüsse von einem Apple-User.
  • MediaEye 21.01.2015 09:10
    Highlight Highlight Netflix ist in der Schweiz zu teuer; Kunden bleiben bei ihren jeweiligen Anbietern!
    Maximaler Höchstpreis würde bei ca. 7.50 liegen-
    • Oban 21.01.2015 09:26
      Highlight Highlight Ich weiss nicht was an 12.90 im Monat zu Teuer ist?

      Viele Serien und Filme auf 2 Geräten in guter Qualität jederzeit abrufbereit, was will man mehr.

      Gratis TV ist nun mal kein Menschenrecht.
    • MediaEye 21.01.2015 09:39
      Highlight Highlight @Oban; MyPrime von Cablecom ist günstiger, 7.50 bis 9.50 wäre angemessen; ich bleibe dabei !!
    • kuhrix 21.01.2015 09:39
      Highlight Highlight Wenn man bedenkt wie teuer eine DVD, ein Spotify-Abo, die Billag oder ein gemieteter Film auf Swisscom-TV ist, ist Netflix ein Schnäppchen. Zudem kann man sich ja, dank der verschiedenen Angebote ziemlich gut einen Account teilen. Wir teilen das grösste Angebot (4 Streams gleichzeitig) durch 4 Personen, was weniger als 5.- pro Monat macht. Mit anderem Worten für ein Bier pro Monat kriegt man eine gute Auswahl an Filmen, Dokus und Serien, die immer wieder wächst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ABCD1234!! 21.01.2015 08:48
    Highlight Highlight Man muss bedenkrn, dass bei cablecom bei den meisten abos myprim inbegriffen ist. Das heisst aber nicht das es gebraucht wird.
  • mrgoku 21.01.2015 08:29
    Highlight Highlight Zum Glück gibt es private tracker
  • Zeit_Genosse 21.01.2015 07:59
    Highlight Highlight Netflix Schweiz ist zu schwach. Nur mit ausl. Accounts wirklich eine Alternative.
    • EvilBetty 21.01.2015 08:58
      Highlight Highlight Und das ist halt quatsch. Es gibt TONNENweise gutes Zeug (von dem man aber bisher vielleicht noch nix gehört hatte) bei Netflix. Wenn man aber zu den Leechern gehört und sich eh vorher schon alles aus dem Netz gezogen hat ist das Angebot enttäuschend. Im Gegensatz zum normalen Fernsehprogramm aber ein Eldorado! Wenn einem das nicht reicht: für 5 Dollar ein unblockus account, und es stehen einem alle Regionen von Netflix zur Verfügung.
    • Zappenduster 21.01.2015 11:44
      Highlight Highlight @EvilBetty:

      Aber wieso dafür zahlen wenns gratis & legal viel mehr Auswahl gibt?
      Für mich wäre es wegen dem komfort von Netflix gewesen, habe Netflix jetzt seit Anfang an aboniert gehabt, Angebot wird nicht erweitert (oder nur sehr langsam) und die Auswahl an Serien ist doch ziemlich dürftig und hängt mit den Updates.
      Big Bang Theory zb. bleibt seit ner Ewigkeit bei Staffel 7 hängen.

      Netflix hat es in meinen Augen verpasst eine wirkliche alternative zum gratis Streamen anzubieten, ich wäre bereit zu zahlen aber nur für ein aktuelles und breites Angebot.
      Vorerst auf ende Monat gekündigt.....
    • EvilBetty 21.01.2015 12:19
      Highlight Highlight @Zappenduster: nur weil etwas legal ist es noch nicht gerecht. Ich habe früher auch Musik runtergeladen, war und ist ja legal. Mittlerweile benutze ich Spotify. Weil mich, genau wie Netflix, das Produkt überzeugt. Dieses ich-will-alles-sofort-und-gratis kotzt mich mittlerweile dermassen an.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WC-Entchen 21.01.2015 07:40
    Highlight Highlight Faaaalsch, Windows ist sozusagen eine Kopie vom uralt OS X!!! Nicht umgekehrt
    • EvilBetty 21.01.2015 15:07
      Highlight Highlight Also wenn schon eine Kopie von MacOS. Und dieses war eine Kopie eines experimentellen OS von Xerox. Also auch geklaut. ;-)
  • gfc 21.01.2015 07:30
    Highlight Highlight Einfach US Netflix account haben. Und schon klappts auch mit House if Cards.
    • EvilBetty 21.01.2015 08:51
      Highlight Highlight Oder einen DNS Service wie unblockus oder ähnliche, und in ALLEN Netflix Regionen stöbern.
    • EvilBetty 21.01.2015 11:46
      Highlight Highlight Netshark: Nö. Ich logge mich ganz normal mit meinem schweizer Netflix-Account bei dem eine schweizer Kredikarte hinterlegt ist ein. Vor dem einloggen stelle ich auf der WebSite von unblockus einfach die gewünschte Netflix-Region ein. Fertig.
    • Louie König 21.01.2015 13:40
      Highlight Highlight @EvilBetty
      Gibts da auch einen Trick, wie ich auf dem Smartphone die Region umgehen bzw. eine Region einwählen kann? Das wäre für mich extrem interessant, da ich eigentlich nur unterwegs Netflix benutze.
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