DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Konzernchefs sind männlich, international und Mitte 50

17.11.2020, 16:30
Bild: Shutterstock

Die Chefs der grössten Schweizer Unternehmen sind jünger, männlicher und internationaler als im Rest der Welt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Heidrick & Struggles. Das Beratungsunternehmen für Führungskräfte hat dafür die Biografien der 50 Top-Manager aus dem SMI Expanded ausgewertet und diese mit fast 1000 Karriereprofilen aus 20 Ländern weltweit abgeglichen.

Laut der Studie sind die Schweizer Chefs im Durchschnitt 55 Jahre alt und damit ein Jahr jünger als im Rest der Welt. Das Alter der Schweizer CEOs schwankt dabei zwischen 39 und 70 Jahren.

Eine vergleichsweise grosse Abweichung besteht laut der «Route to the Top»-Studie 2020 in der durchschnittlichen Dauer, die ein CEO auf seinem Posten verbringt. Sind es im Ausland den Angaben zufolge gut 6 Jahre (6.2), die ein CEO ein Unternehmen leitet, so ist dieser Zeitraum in der Schweiz über ein Jahr (4.9) kürzer.

Fast jeder zweite Top-Manager kommt aus dem Ausland

Besonders ausgeprägt ist die Internationalität der Schweizer Führungskräfte. So ist fast jeder zweite (46%) Schweizer Chef im Ausland geboren. Weltweit kommt nur gut jeder fünfte (21%) aus dem Ausland. Auch bei der internationalen Erfahrung liegen die Schweizer Chefs (63%) deutlich vor ihren Kollegen aus dem Rest der Welt (36%).

«Davon profitieren die Schweizer Unternehmen, weil sie stark international ausgerichtet sind und somit auch Führungskräfte benötigen, welche die Gepflogenheiten der unterschiedlichen Länder und Märkte gut kennen», sagte Oliver Schiltz, Managing Partner von Heidrick & Struggles in der Schweiz. Dagegen können die Schweizer CEOs mit 13 Prozent weniger Erfahrung aus anderen Branchen vorweisen als im Rest der Welt (17%).

Nur zwei Prozent der Schweizer Chefs sind weiblich

Der Frauenanteil in den Schweizer Chefetagen bleibt mit gerade einmal 2 Prozent weiter niedrig. Weltweit stehen immerhin in 5 Prozent der untersuchten Unternehmen eine Frau an der Spitze. «Leider sind in der Schweiz weiterhin keine Fortschritte bezüglich der Ernennung von Frauen als CEO zu verzeichnen.»

Hinzu komme, dass es erstaunlich viele Schweizer Unternehmen gebe, die immer noch keine einzige Frau in der Geschäftsleitung hätten, so Schiltz. Er hoffe allerdings, dass das neue Aktienrecht, welches voraussichtlich 2022 in Kraft tritt und eine Frauenquote von 20 Prozent in den Geschäftsleitungen vorsieht, eine breite und spürbare Wirkung zeigen werde.

Frauen und Quereinsteiger durch Corona-Krise im Nachteil

Derweil könnte sich die Corona-Pandemie auch auf die Rekrutierungspolitik der Schweizer Unternehmen auswirken. So erwartet Heidrick & Struggles für die Zukunft wieder mehr Schweizer an der Spitze der Unternehmen. Grund dafür seien Einreisebeschränkungen für Ausländer und eine geringere Bereitschaft zum Umzug. Zudem würden in der Corona-Krise wieder verstärkt männliche Manager mit Führungs- und Branchenerfahrung eingestellt. Frauen und Quereinsteiger seien dagegen beim beruflichen Aufstieg durch die Krise im Nachteil. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

20 US-Präsidenten als Frauen

1 / 22
20 US-Präsidenten als Frauen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Schämt euch nicht für eure Menstruation» – diese Künstlerin malt mit Blut

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

13 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ferienpraktiker
17.11.2020 17:24registriert Juni 2017
«Davon profitieren die Schweizer Unternehmen, weil sie stark international ausgerichtet sind und somit auch Führungskräfte benötigen, welche die Gepflogenheiten der unterschiedlichen Länder und Märkte gut kennen»,
Den finde ich gut !! Habe (leider) jahrelang in einer gobalen, börsenkotierten "CH-Firma" gearbeitet und dabei einige CEO's und Top Manager kommen/gehen sehen. Die meisten ausländischen Mgr. interessierten sich für die CH, unsere Gepflogenheiten und die lokalen Mitarbeitenden absolut null. Es zählt nur der Gewinn für den eigenen Bonus.
725
Melden
Zum Kommentar
avatar
montuno
17.11.2020 17:44registriert Februar 2020
Jetzt hab ich doch irrational anstelle international gelesen.... Feierabend für heute 😎
280
Melden
Zum Kommentar
avatar
RicoH
17.11.2020 19:11registriert Mai 2019
Und was sagt uns die Studie jetzt genau?
Dumpfbacken gibt es überall, auch im Top Management – ob aus heimischer Zucht oder importiert spielt dabei nur eine geringe Rolle.
292
Melden
Zum Kommentar
13
Jetzt anlegen oder lieber warten? Wie du die Risiken in Schach hälst
Seit Wochen geht es auf den Märkten bunt zu, mal bisschen rauf aber vor allem eher in eine Richtung – abwärts. Chance oder Gefahr? Jetzt anlegen oder doch lieber warten? Was du darüber wissen solltest

Was gerade passiert, beschäftigt viele von uns. Dies sind Aussagen aus meinen Chat-Gruppen. Die Unsicherheit ist gross und gerade diejenigen, welche allenfalls im Dezember oder Januar angefangen haben zu investieren, trifft es hart.

Zur Story