Wirtschaft
Schweiz

BAG will US-Techfirmen von Millionenauftrag ausschliessen

Bundesamt für Gesundheit
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will US-Firmen vom Projekt «SwissHDS» ausschliessen.screenshot google maps

Angst um Daten: BAG will US-Techfirmen von Millionenauftrag ausschliessen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) plant mit dem Projekt «SwissHDS» die Digitalisierung des Austauschs von Patientendaten in der Schweiz. Doch das Millionenprojekt sorgt bereits im Vorfeld für politische Diskussionen.
10.05.2026, 10:2310.05.2026, 10:23

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will nach Informationen der NZZ am Sonntag US-Firmen von einem Millionenauftrag ausschliessen. Beim Projekt geht es um die Digitalisierung der Schweizer Gesundheitsdaten, wie die Zeitung schreibt.

In ersten Unterlagen fordert das BAG, dass die Infrastruktur vollständig der Schweizer Rechtsordnung untersteht und keine Abhängigkeit vom amerikanischen «US Cloud Act» besteht. Damit könnten US-Konzerne wie Microsoft, Google oder IBM faktisch ausgeschlossen werden.

US Cloud Act
Der US Cloud Act verpflichtet amerikanische Firmen, Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Daten zu gewähren – auch wenn diese ausserhalb der USA gespeichert sind. Das BAG sieht darin ein Risiko für den Datenschutz sensibler Gesundheitsdaten.

Ein interner E-Mail-Verkehr zeigte laut der «NZZ am Sonntag» grösste Vorbehalte gegen US-Lösungen. Das BAG habe auf Anfrage der Zeitung an das für Beschaffungen zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) verwiesen. «Das sind hochsensitive Gesundheitsdaten, die besonders schützenswert sind», sagte Thierry Vauthey, Leiter Beschaffung beim BBL, der Zeitung.

Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) betont allerdings, dass es sich bisher nur um eine Marktabklärung handle. Sollte das Projekt öffentlich ausgeschrieben werden, sei ein Ausschluss von US-Firmen gemäss den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) nicht zulässig.

Während Befürworter auf digitale Souveränität und Datensicherheit verweisen, warnen Kritiker vor höheren Kosten und einer Abschottung gegenüber internationalen Technologiefirmen. Die Debatte fällt zudem in eine heikle Phase der Handelsgespräche zwischen der Schweiz und den USA. (hkl/sda)

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69 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
10.05.2026 10:32registriert Oktober 2019
Was, es dämmert langsam?

Sehr schön und wichtig!
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The Destiny // Team Telegram
10.05.2026 10:44registriert Mai 2014
"Während Befürworter auf digitale Souveränität und Datensicherheit verweisen, warnen Kritiker vor höheren Kosten und einer Abschottung gegenüber internationalen Technologiefirmen."

Wo ist bei diesem Argument genau das Problem?
Datensouveränität geht vor. Das sind keine Systeme wo man unbedingt auf Internationale Konkurrenz angewiesen ist.
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bcZcity
10.05.2026 10:34registriert November 2016
Richtig so. Heikle Daten, oder allgemein persönliche Daten welche Gemeinden, Kanton oder Bund, von uns haben, gehören auf europäische oder CH Server.

Wenn man sieht wie Palantir bereits gierig weibelt, und was in den USA abgeht, dann wäre es falsch noch auf US Dienste zu setzen oder Verträge diesbezüglch zu verlängern.

Zumindest bei öffentlichen Institutionen gut umsetzbar. Private sind da eher "Preis zuerst" oder sind wie die Pharma, zum Teil bereit in den Klauen der US Dienste inkl. Palantir Software.
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