Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Er polarisiert mit seiner Band immer mal wieder: Rammstein-Frontmann Till Lindemann. (Archivbild)

Till Lindemann, der Frontsänger der deutschen Rockband Rammstein. Die Band setzt im Kampf gegen den Tickethändler auf personalisierte Tickets. Bild: EPA

Google verbannt Werbung des umstrittenen Tickethändlers Viagogo

Der umstrittene Schweizer Ticketanbieter verliert durch den Bann des US-Konzerns sein wichtiges Marketing-Instrument.

Michael Graber / ch media



Empfindlicher Schlag gegen Viagogo: Die Suchmaschine Google nimmt ab sofort keine Anzeigen mehr vom umstrittenen Tickethändler an. Wer etwa nach Festival- oder Sporttickets suchte, landete bisher oft auf der Seite von Viagogo. Der Grund: Das Unternehmen buchte zu beinahe jeder Veranstaltung Google-Anzeigen, damit das eigene Angebot bei den Suchergebnissen stets zuoberst angezeigt wurde.

Dem Konzern mit Sitz in Genf wird vorgeworfen, Tickets zu überhöhten Preisen anzubieten. Zudem suggeriert das Unternehmen auf seiner Homepage, dass Veranstaltungen ganz oder beinahe ausverkauft seien, obwohl es im regulären Vorverkauf noch zahlreiche Tickets gibt. Deswegen war und ist Viagogo oft im Fokus von Konsumentenschützern und sah sich mit einer Vielzahl von Beschwerden und Rechtsfällen konfrontiert. Bands wie Rammstein setzen im Kampf gegen den Tickethändler auf personalisierte Tickets. Daher kann es durchaus vorkommen, dass Konzertbesucher mit einem Viagogo-Ticket bei der Eintrittskontrolle abgewiesen werden.

Geschäft auf kleinere Events ausgeweitet

All dies hat Viagogo aber keineswegs in die Knie gezwungen. In der letzten Zeit liess sich sogar beobachten, dass längst nicht mehr nur für grosse Konzerte und Anlässe Tickets auf der Plattform angeboten wurden, sondern auch für kleinere Veranstaltungen. Der verschwiegene Tickethändler hat sein Geschäftsfeld eher noch ausgebaut. Mit dem gezielten Buchen von Google-Anzeigen lockte die Firma vor allem unbedarfte Internet-User auf seine Seite. Viele der zusätzlich anfallenden Gebühren sieht man erst spät und versteckt im Kaufprozess.

Britische Medien zitieren einen Sprecher von Google, der sagt: «Wenn Menschen unsere Plattform nutzen, um sich Tickets für Veranstaltungen zu bestellen, wollen wir sichergehen, dass sie den Anbietern bestmöglich vertrauen können.» Rein auf Freiwilligkeit dürfte dieser Schritt aber nicht beruhen: So hatte die britische Wettbewerbsbehörde rechtliche Schritte gegen den Tickethändler eingeleitet.

In Deutschland hat erst kürzlich ein Gericht entschieden, dass die Firma nicht mehr länger damit werben dürfe, dass Kunden mit Viagogo-Tickets «garantierten Zugang» zu Veranstaltungen haben.

Zudem solle das Unternehmen die Identität des Verkäufers offenlegen. Laut Eigendarstellung ist Viagogo nur Zwischenhändler, angeboten würden die Tickets von Privatpersonen. Diese Darstellung wird aber angezweifelt. Einige Versuche von Veranstaltern legen den Verdacht nahe, dass Viagogo durchaus selber ursprünglicher Käufer der Tickets ist.

Veranstalter freuen sich über Entscheid von Google

Trotz dem Werbebann: Ganz aus der Google-Suche verschwindet Viagogo nicht, sondern rutscht nur weiter nach unten. Trotzdem: «Dies ist ein sehr erfreulicher Entscheid für Fans, Künstler und Veranstalter», kommentiert der Branchenverband der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter. Ebenfalls erfreut zeigt sich die FanFair Alliance, ein Verbund britischer Veranstalter, die sich gegen den Zweitmarkt wehrt. Es sei nun wichtig, dass auch andere Plattformen, «darunter besonders Facebook», dem Beispiel von Google folgen würden. Alleine für den britischen Markt schätzt FanFair den Umsatz für den Ticketzweitmarkt auf eine Milliarde Pfund pro Jahr.

Wie lange Google den Bann aufrechthält, ist unklar. In einem Statement liess Viagogo verlauten, man sei extrem überrascht über die Sperre und glaube nicht, dass man die Richtlinien verletzt habe. «Wir werden nun auf Google zugehen und sind zuversichtlich, dass wir die Zusammenarbeit so rasch als möglich wieder aufnehmen können.»

Fragen dieser Zeitung beantwortete Viagogo nicht.

(tam/aargauerzeitung.ch)

Dave Grohl bricht sich während des Konzerts ein Bein

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

27
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nik G. 19.07.2019 08:16
    Highlight Highlight Schade, dass dies nicht durch die Politik oder ein Gericht durchgeführt werden konnte und die Plattform gleich dichtmacht. Wenigstens der erste Lichtblick gegen diesen doofen Graumarkt.
  • meliert 19.07.2019 03:34
    Highlight Highlight Gut, als Geschädigter bin ich sehr froh darüber!
  • leu84 18.07.2019 23:29
    Highlight Highlight Glücklicherweise muss ich für die Konzerte, welche ich besuchen will, keine betrügerische Webseiten besuchen. In der Musigburg kann man Tickets hinterlegen und später an der Kasse bezahlen.
  • Pisti 18.07.2019 20:52
    Highlight Highlight Bei Viagogo gibts Ticket auch günstiger, wenn die Nachfrage gering ist. Darüber schreibt natürlich niemand. Ich hab die Plattform schon einige male genutzt und war immer zufrieden.
    Da gibt es ganz andere Halsabschneider die man mal verbannen könnte.
    • Unicron 18.07.2019 22:42
      Highlight Highlight Netter Versuch, Hans-Gert Van Viagogo!
    • STERNiiX 19.07.2019 03:33
      Highlight Highlight Einer Ex-Freundin wurden Tickets zum mehrfachen Preis verkauft welche schon vergeben waren. Einem Kollegen wurden Tickets der höchsten Preisklasse verkauft, erhalten hat er allerdings Karten der billigsten Kategorie. Die waren dann auch noch ungültig. Preise natürlich ohne die obligatorische Viagogo-Bschisssteuer. Ich könnte noch dreimal 600 Zeichen füllen mit solchem Schwachsinn.
      Also entschuldige bitte meine etwas unhöfliche Frage aber: Wen willst du hier eigentlich verarschen?
    • Pisti 19.07.2019 07:08
      Highlight Highlight Sternix So ziemlich jede Airline kann dir auch Tickets verkaufen die bereits vergeben sind. Viagogo arbeitet sicher nicht immer ganz seriös, aber man kann auch echte Schnäppchen auf der Plattform finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 18.07.2019 19:43
    Highlight Highlight Schon traurig, welche Macht Google hat.

    Und diese Macht hat Google nur wegen der Bequemlichkeit der Leute, für die halt einfach "Suchmaschine = Google" ist, wie "Taschentuch = Tempo" ist.

    Eigentlich wäre das Internet technisch ja genau für das Gegenteil von Zentralisierung ausgelegt (zumindest solange es noch Netzneutralität gibt).
    • Miikee 18.07.2019 20:21
      Highlight Highlight Für mich ist Taschentuch = Nasstüechli. Keine Ahnung wer Tempo sagt :)

      Es gibt ja Alternativen, eigentlich sind diese nicht mal so schlecht. Ich benutze Google aus mehreren Gründen. Faulheit, der Such-history, weil ich viele Google Produkte nutze usw. aber eben es zwingt dich ja niemand.

      Und ich hoffe dieses Negativ - Ranking von Viagogo machen auch andere Suchmaschinen Anbieter, einer muss ja anfangen.
    • atorator 18.07.2019 20:53
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Lukas Aurelius 18.07.2019 21:31
      Highlight Highlight Ja Du hast schon recht, aber nebst der Suchmaschine bietet Google halt auch zahllose weitere Services an. Aber es stimmt schon, die Daten die Google sammelt sind immens aber mit heutiger Rechenpower noch gar nicht richtig "nutzbar" (aus Sicht des Unternehmens), das wird sich mit den Quantencomputern schlagartig ändern. Schöne neue Welt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tom Scherrer (1) 18.07.2019 19:33
    Highlight Highlight Keine guten News, wenn google einfach einem Unternehmen die Anzeigen verweigert und sich als richter und henker aufspielt.

    Heute ist es viagogo und morgen sind es andere.

    Der Rechtsweg muss eingehalten werden / auch bei viagogo / ob es einem gefällt oder nicht.

    Nicht gut.

    • sickkicks21 19.07.2019 04:47
      Highlight Highlight Google kann immer noch selbst entscheiden was auf der Suchmaschine gezeigt wird und was nicht. Es ist ein Unternehmen, keine Behörde oder ein eigenständiger Staat.
    • manhunt 19.07.2019 06:10
      Highlight Highlight welcher rechtsweg? google als unternehmen bietet eine dienstleistung an. in diesem fall ist es der verkauf von anzeigen. google muss diese anzeigen aber nicht jedem verkaufen. ganauso wie andere unternehmen kann google kunden/aufträge ablehnen.
    • Cisco 19.07.2019 06:28
      Highlight Highlight Es gibt kein Recht auf Werbung. Die Printmedien haben schon vor Jahrzenten gewissen Unternehmen Anzeigen verweigert.

      Hier finde ich die Gründe absolut nachvollziehbar und das gegenteilige Verhalten unverantwortlich. Ein Unternehmen, welches betrügerische Aktivitäten unterstützt, muss keine Werbefläche bekommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • anundpfirsich 18.07.2019 19:30
    Highlight Highlight Super Sach 😊👌🏻
  • Miikee 18.07.2019 19:25
    Highlight Highlight Gut so! Viagogo ist Krebs. Ich frage mich, wie kann es sein das die immer zu so vielen Tickets kommen, dort müsste doch schon lange mal der Riegel geschoben werden.
    • Oban 19.07.2019 00:03
      Highlight Highlight Nun ja, wollte für ein NFL game in London Tickets haben, eine Stunde in der Warteschlange danach rausgeworfen mit dem Vermerk sold out.
      Halbe stunde später auf Viagogo unzählige pakete, die die Maximale Anzahl tickets geboten haben, die man vorhin auf ticketmaster nicht buchen konnte. Natürlich zu mondpreisen.
    • das Otzelot 19.07.2019 07:58
      Highlight Highlight @Oban
      Genau das ist der Skandal. Das regt mich auch auf. Ich habe vor2 Jahren über Viagogo dann halt doch Tickets gekauft für NFL in London. Plätze super, Spiel auch. Preise halt jenseits. Dann muss man sich halt überlegen ob es sich für einem selber lohnt oder nicht.
      Das eigentlich schlimme ist, Konzert,Anlass usw in 2 Minuten ausgebucht aber 1000de Karten auf Viagogo,Ebay usw.
  • Th. Dörnbach 18.07.2019 19:22
    Highlight Highlight Sehr guter Entscheid. Hoffenhlich bricht das der Plattform das Genick.

Kampf gegen Food Waste: Löst «Verfallsdatum» «mindestens haltbar bis» ab?

Pro Person landen jedes Jahr 190 Kilogramm geniessbare Lebensmittel im Abfall. Jetzt prüft der Bundesrat, ob ein neuer Begriff auf Verpackungen das Problem lindern könnte. Doch der Konsumentenschutz ist skeptisch.

Ist das Joghurt noch essbar, der Käse in Ordnung, die Bratwurst unverdorben? Ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum verschafft Orientierung – aber führt manchmal auch dazu, dass viele Lebensmittel im Abfall landen, obwohl sie noch einwandfrei wären. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Geniessbarkeit selber zu testen. So zeigte zum Beispiel eine Untersuchung der Stiftung Konsumentenschutz, dass zwei Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums 92 Prozent der verpackten Milch- und …

Artikel lesen
Link zum Artikel