Wirtschaft
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Neue Studie zeigt: Jedes zweite Dach in der Schweiz taugt für Solarzellen



Von den rund 9.6 Millionen Dächern in der Schweiz würde sich mehr als die Hälfte eignen für Solaranlagen. Sie könnten über 40 Prozent des Strombedarfs des Landes decken, berechnen Forschende der ETH Lausanne. Bisher nutzt die Schweiz demnach nur ein Zehntel ihres Fotovoltaik-Potenzials.

Von den rund 9,6 Millionen Dächern in der Schweiz würde sich mehr als die Hälfte eignen für Solaranlagen. Sie könnten über 40 Prozent des Strombedarfs des Landes decken, berechnen Forschende der ETH Lausanne. Bisher nutzt die Schweiz demnach nur ein Zehntel ihres Fotovoltaik-Potenzials.

Je röter der Pixel, desto grösser das Potential der Dächer. Bild: EFPL/CC BY-NC-ND 4.0

Wenn sich die Schweiz von fossilen Energieträgern verabschieden will, spielt Fotovoltaik eine zentrale Rolle. Wie gross diese Rolle sein kann, haben Forschende der ETH Lausanne (EPFL) nun genauer berechnet als je zuvor. Von ihren Ergebnissen berichten die Wissenschaftler um Jean-Louis Scartezzini im Fachblatt «Applied Energy».

Lange fehlte es an genauen Daten über Gebäude und ihre Umgebung, und so waren bisherige Berechnungen mit grossen Unsicherheiten behaftet, wie die EPFL am Montag mitteilte. In einer früheren Studie hatten die EPFL-Forschenden künstliche Intelligenz und Daten aus Genf genutzt, um das Potenzial für die gross angelegte Installation von Solarpanels auf Gebäudedächern der Schweiz zu bestimmen.

In ihrer neuen Studie konnten Alina Walch von der EPFL und ihre Kollegen die Berechnungen dank neuer hochauflösender Daten entscheidend verbessern und die räumlich-zeitliche Auflösung erhöhen, hiess es.

Stündliche Profile

Scartezzini und sein Team kombinierten dafür Algorithmen des maschinellen Lernens mit geografischen Informationssystemen und physikalischen Modellen, um die gesamte Dachfläche zu schützen, auf der sich Fotovoltaik installieren liesse.

Dabei berücksichtigte der Algorithmus die Grösse der Dachfläche, ihre Orientierung und ob sich das Gebäude mitten in der Stadt oder im ländlichen Raum befindet. Auch Installationsrichtlinien für Solaranlagen flossen ein. Kombiniert mit Daten zur Sonneneinstrahlung berechneten die Forschenden so erstmals stündliche Profile des Fotovoltaik-Potenzials.

Auf 55 Prozent der Dächer liessen sich demnach Solarpanels installieren. Selbst wenn sie nur auf hauptsächlich nach Süden gerichteten Dächern angebracht würden, könnte die mehr als 40 Prozent des Strombedarfs der Schweiz decken, schrieb die EPFL. Würden auf allen dafür geeigneten Dächern Solarpanels installiert, liesse sich die Kapazität der bestehenden Anlagen etwa verzehnfachen, auf 24 Terawattstunden (TWh). Allerdings beträgt die Fehlermarge für diese Zahl 9 TWh aufgrund der variablen Sonneneinstrahlung und der verwendeten Methodik.

Ausgleich durch andere Erneuerbare

Dank des stündlichen Profils, das Walch und ihre Kollegen berechneten, lässt sich die Stromerzeugung im Verhältnis zum Verbrauch messen. Einem Überschuss im Sommer steht ein Defizit im Winter und in der Nacht gegenüber, hielt Walch fest. Um dies auszugleichen, könnten Wasserkraft als Energiespeicher und Windkraft in grossem Massstab als Lückenfüller dienen.

Um ihre Berechnungen anwendbar zu machen, wollen die EPFL-Forschenden eine Plattform entwickeln, mit der Städte, Kantone und Gemeinden das Fotovoltaik-Potenzial visualisieren können, so die EPFL-Mitteilung. Dafür seien die Wissenschaftler im Gespräch mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF), Innosuisse und dem Bundesamt für Energie. (sda)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Der Buchstabe I 03.02.2020 20:49
    Highlight Highlight Man stelle sich vor, wie viele Arbeitsplätze generiert werden könnte. Wie war das nochmal von wegen "erneuerbare Energie ist nicht rentabel" und so?
  • Eskimo 03.02.2020 20:22
    Highlight Highlight 9.6 Millionen Dächer bei 8 Millionen Einwohnern?🤔
    • Aviator95 04.02.2020 08:29
      Highlight Highlight In jedem Gebäude mit Dach lebt ja eine Person oder...
    • Eskimo 04.02.2020 11:15
      Highlight Highlight @Aviator Nur eine?
  • yukunda 03.02.2020 14:53
    Highlight Highlight In der Theorie mag das stimmen. In meinem Dorf werden diese verhindert durch die Denkmalpflege (von der ich sonst sehr Fan bin). Solar- oder Photovoltaikplatten zerstören das Ortsbild. Wenn an darüberfliegt oder vom Berg nach unten schaut. Keine Pointe.
    • Ton 03.02.2020 15:22
      Highlight Highlight Der Denkmalschutz in der Schweiz verhindert Innovation und sollte mal überdacht werden (mit Solarzellen höhö).
    • DerHans 03.02.2020 15:40
      Highlight Highlight @Yukunda, Denkmalschutz ist wichtig, jedoch wird in der Schweiz gefühlt jede Baracke die älter als 20 Jahre alt ist, unter Schutz gestellt. Der Umweltschutz sollte definitiv mehr Gewicht haben, als irgendwelche Dächer die einigen Leuten nicht mehr gefallen.
  • homo sapiens melior 03.02.2020 14:05
    Highlight Highlight Wir haben ein Schrägdach in Südost-Ausrichtung, das bis fast zum Boden geht. Da ist sehr viel Fläche, die mit Zellen belegt werden kann. Nach Möglichkeit möchten wir nicht nur das Wasser heizen, sondern auch Strom produzieren. Wir müssen uns wirklich bald mal um die Möglichkeiten kümmern. Aber wir wollten uns nicht zu sehr ins Thema vertiefen bevor wir das Geld zusammen haben. Sonst ist alles wieder anders bis wir soweit sind.
  • skisandtrail 03.02.2020 13:17
    Highlight Highlight Bitte, bitte, bitteee.. *verzweifeltguck*. Solar und Photovoltaik ist nicht dasselbe. Auch wenn umgangssprachlich unter Solar Stromerzeugung gemeint ist, ist Solarthermie/Solarenergie Wärmeerzeugung.
    • Supermonkey 03.02.2020 13:51
      Highlight Highlight Falsch... Eine Solaranlage ist eine Anlage welche, wie es der Name schon sagt, solare Energie, dh Energie aus der Sonnenstrahlung in eine andere Energieform umwandelt. Ob elektrisch, Warmwasser oder sonst was ist egal. Thermische Solaranlagen wandeln die Energie in Wärme um. Photovoltaische Solaranlagen wandeln Sonnenenergie in elektrische Energie um.
    • Auric 04.02.2020 06:57
      Highlight Highlight Solarthermie?? gibt es den Quatsch überhaupt noch?

      Wozu brauche ich im Hochsommer einen fetten Speicher voll Heisswasser?
    • skisandtrail 04.02.2020 07:06
      Highlight Highlight
      Hab ich ja so ausgeführt. Solarthermie / Solarenergie = Wärme

      Auf jeden Fall wollte uns der Energiemensch keine Solaranlage verkaufen, als wir Strom wollten..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Christian Mueller (1) 03.02.2020 13:10
    Highlight Highlight Aber was passiert dann mit all den Terroristen, die von Ölscheichs finanziert werden? und was mit den Kriegen, die ums Öl gehen? Soll denn plötzlich Frieden herrschen? Wo sollen dann die Pilatusleute arbeiten? Und wie soll die ORS Flüchtende abzocken? Und der Finanzplatz Genf wird auch leiden, die Armen Banker! Jetzt, wo ich mich daran geöhnt habe, dass es keine Insekten mehr gibt...
  • Perry_ 03.02.2020 13:05
    Highlight Highlight Ja dürfte wohl jedem klar sein das es da einiges zu holen gäbe. Finde es schade das aufgrund es kaum möglich ist eine baubewilligung zu erhalten aufgrund vom "aussehen" und einsprachen aus dem gleichen grund.

    Eine sonderregelung vom bund wäre evtl. was? wir müssen nun mal schnell umweltfreundlichkeit vor "schönheit" stellen wobei ich panele sowieso nicht hässlich finde.
    • Meiner Einer 03.02.2020 13:32
      Highlight Highlight Sorry, aber Deinen Bundesartikel gibt es schon: Sehr, sehr viele Solaranlagen unterstehen nur noch einem Meldeverfahren. Schlagzeilen machen halt nur die wenigen Fälle, die vor Gericht enden. Das Problem ist vielmehr: Der Grossteil der Bauten wird von Investoren gebaut, die daran verdienen "billig" zu bauen und "teuer" zu verkaufen. Die Bauen erst Solaranlagen (thermisch oder elektrisch) wenn es vorgeschrieben ist. Deshalb braucht es dringend eine Verpflichtung zum Bau von Solaranlagen, zumal der Strom heute auch dem Mieter verkauft werden dürfte.
    • Satan Claws 03.02.2020 14:27
      Highlight Highlight @Perry_

      Ich kenne Leute die durften in einem historischen Dorfkern auf einem denkmalgeschützten Haus einen Sonnenkollektor bauen. Es bestand einfach die Auflage, das alle Kanten und Übergänge mit Kupfer ausgeschlagen werden müssen.
    • bebby 03.02.2020 17:30
      Highlight Highlight Selbst für Private lohnt es sich eigentlich nur unter KEV. Für den Eigenbedarf amortisiert sich das nur über sehr lange Zeit. Strom ist immer noch sehr günstig und die Anschlussgebühr bezahlt man sowieso.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trump ist der Beste! 03.02.2020 12:38
    Highlight Highlight Eine einer Eidgenössichen Technischen Hochschule nicht würdige Milchbüchleinrechnung.

    Erstens, weil eine Schätzung plus-minus 9/24 = 38 % unbrauchbar ist.

    Zweitens, weil nur ein Bruchteil des Solarstromes genutzt werden kann, wegen der enorm stark schwankenden Produktion (Tag-Nacht-Rythmus, Bewölkung) und der fehlenden Stromspeichern.

    Gut, man könnte hierfür das Rhonetal dreihundert Meter hoch stauen.

    Aber das wollen am allerwenigsten ausgerechnet die Grünen. Und die Linken machen dann sowieso Aufstand, bloss wegen ein paar Tausend umgesiedelter Wallisern.
    • p4trick 03.02.2020 13:43
      Highlight Highlight Tja es braucht dann halt "intelligente" Stromnetze und "intelligente" Verbraucher. Als Beispiel Elektroautos nur am Tag laden, oder Heizugen und Boiler über tags aufheizen etc. etc.
    • Caturix⸮ 03.02.2020 14:04
      Highlight Highlight ??? mehr kommt mir bei einem solchen Haufen Mist nicht in den Sinn.
    • Abu Nid As Saasi 03.02.2020 14:46
      Highlight Highlight Wenn Sie bloss ein paar Tausend von uns Wallisern umsiedeln wollen, dann müssen wir uns überlegen, ob vielleicht einer unserer Ärzte in Malevoz Ihnen vorher noch andere Pillen verschreiben sollte
    Weitere Antworten anzeigen
  • WeedWilli 03.02.2020 12:28
    Highlight Highlight Auf diesem Link des Bundesamtes für Energie BFE kann das Strom-Potenzial des Daches (resp. der Fassade) in Erfahrung gebracht werden:
    https://www.uvek-gis.admin.ch/BFE/sonnendach/?lang=de
    :-)
    • joevanbeeck 03.02.2020 14:49
      Highlight Highlight Das Dach meines Hauses hat bei der Eignung ein "Sehr gut"... aber ... "Amortisationsdauer der Anlage 55 Jahre". Ich glaube das lohnt sich für mich nicht wirklich.... Gewinn/Verlust CHF - 3'467.
  • Blitz Gordon 03.02.2020 12:21
    Highlight Highlight Zum Glück lässt sich auf der Karte nicht reinzoomen, sonst könnte ich ja meinen Wohnort noch erkennen...
    • Satan Claws 03.02.2020 14:30
      Highlight Highlight https://www.uvek-gis.admin.ch/BFE/sonnendach/

«Wir wehren nur einen Bruchteil der Gelder ab, die in der Schweiz gewaschen werden»

Ein neues Datenleck zeigt, dass Geldwäscherei weltweit nach wie vor ein grosses Ausmass hat. Geleakte Daten der US-Meldestelle zeigen zudem: Die Schweizer Banken stehen nach wie vor mitten drin in der Problematik.

Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite. Demnach offenbaren am Sonntagabend bekannt gewordene Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt, trotz strenger Regularien mutmassliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt hätten.

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