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ARCHIV - ZU DEN JAHRESZAHLEN VON COOP -- The logo of retailer Coop at the Coop branch in the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Das Coop Logo in der Filiale des Detailhaendlers Coop im Einkaufszentrum Seewen Markt, aufgenommen am 15. Mai 2018 in Seewen, Kanton Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Coop profitierte von der Coronapandemie und konnte den Umsatz steigern. Bild: keystone

Wechsel im Kampf um die Nummer 1: Neu ist Coop der grösste Detailhändler im Land

Lange machte sich der Einkaufstourismus in den Büchern der Supermärkte und Warenhäuser bemerkbar. Doch die Corona-Pandemie hat für Rekordumsätze gesorgt - und für einen neuen Platzhirsch.

Benjamin Weinmann / ch media



Es waren andere Zeiten. Zeiten, in denen der Einkaufstourismus und ausländische Onlinefirmen wie Zalando noch nicht Mainstream waren. Bis 2010 stiegen denn auch die Umsätze der hiesigen Detailhändler, von Migros, über Coop und Manor bis hin zu Ikea, stetig an auf 96.2 Milliarden Franken. An Branchenanlässen frohlockten die Firmenvertreter bereits über das baldige Erreichen der 100-Milliarden-Grenze.

Doch es kam anders. Der Franken-Schock führte zu einem starken Abfluss der Shopping-Umsätze ins Ausland. Und die Kundschaft entdeckte das Einkaufen im Internet im grossen Stil – oftmals bei ausländischen Anbietern. Und so sanken die Umsätze wieder. Bis im letzten Jahr. Als die Corona-Pandemie ausbrach und die Grenzen zu waren, schlug die Stunde der heimischen Geschäfte. Laut einer neuen Auswertung des Marktforschers Gfk stiegen 2020 die Umsätze auf 99.1 Milliarden Franken an – ein Plus von 2.6 Prozent. Nie waren es mehr.

Coop mit starkem Umsatzplus

Eine weitere Premiere: Coop ist dank eines Umsatzwachstums von stolzen 12.4 Prozent erstmals der grösste Detailhändler im Land (siehe Grafik). Sie hat damit die Migros abgelöst, die ihr Wachstum nur um 3 Prozent steigern konnte. Coop profitierte während der Pandemie nicht zuletzt von ihrem breit abgestützten Supermarkt-Netz mit mehr Standorten als die Migros.

Allerdings: Bei der Analyse konzentriert sich Gfk auf die Hauptformate der beiden Genossenschaften. Ihre Tochterfirmen wie Digitec-Galaxus oder Interdiscount werden separat aufgeführt. Dennoch ist der direkte Umsatzwachstum-Vergleich eine Ohrfeige für die Migros. Über die ganze Gruppe betrachtet hatte Coop die Migros bereits vor rund zehn Jahren überflügelt, als der Detailhändler den Gastro-Grosshändler Transgourmet aufkaufte.

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Die Top 10 des Schweizer Detailhandels 2020. Anmerkungen: 1. Aufgrund unterschiedlicher Umsatzmeldungen (mit / ohne MwSt.) keine Vergleichbarkeit gegeben. 2. Alle Verkaufsstellen, die mit Coop beschriftet sind. 3. Konsolidierung in 2015. Angabe 2020/2019 neu Digitec Galaxus Schweiz. 4. Umsätze des Geschäftsjahres September bis August. Seit 2018 wird der Umsatz neu nur noch inkl. Services kommuniziert. Er ist somit nicht mit den bisherigen Jahren vergleichbar.

In den Top 10 befinden sich neun Schweizer Firmen – einzig Ikea schafft es ebenfalls in die Hitliste. Das stärkste Wachstum erzielte das Migros-Online-Warenhaus Digitec-Galaxus mit rund 56 Prozent. Gewinner waren aber nicht nur Internetshops, sondern auch Lebensmittelhändler, Wohnungseinrichter und Spielwarengeschäfte. Die Sportartikel-Verkäufe stagnierten hingegen, Modeumsätze waren gar negativ. Gfk betont zudem, dass nicht alle Händler gleichmässig von der ausserordentlichen Covid-Situation profitieren konnten.

Der Einkaufstourismus wird zurückkehren

Im Rahmen einer Konsumenten-Befragung gaben zudem rund ein Drittel an, dass man in Zukunft die Heimlieferung noch intensiver nutzen wolle. Gleichzeitig gibt es laut Gfk aber auch viele Kundinnen und Kunden, denen das physische Einkaufserlebnis nach wie vor wichtig ist.

Für das Jahr 2021 rechnet das Marktforschungsunternehmen mit einer einer Stabilisierung gegenüber 2020: «Nach einem wachsenden 1. Quartal, welches im Vorjahr nur gering durch die Pandemie beeinflusst wurde, dürften sich das 2. und 3. Quartal stabil entwickeln.» Und für das 4. Quartal rechnet Gfk mit einer Rückkehr zur Normalität. Dies bedeutet aber auch: Wieder mehr Einkaufstourismus. (bzbasel.ch)

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