Wirtschaft
Schweiz

US-Zollstreit mit Trump: Bundesrat plant geheimes Meeting

Swiss Federal President Karin Keller-Sutter, right, speaks next to Federal Councillor Guy Parmelin during a press conference on the new import tariffs into the US, Thursday, April 3, 2025, in Bern, Sw ...
Guy Parmelin und Karin Keller-Sutter versuchten im vergangenen Jahr, mit den USA einen Zolldeal auszuhandeln.Bild: keystone

Wegen Zollstreit mit Trump: Bundesrat plant Geheimsitzung mit SNB

Auch nach einem Jahr zeichnet sich im Zollstreit mit Donald Trump für die Schweiz keine definitive Lösung ab. Der US-Präsident ist kein verlässlicher Verhandlungspartner. Jetzt will sich der Bundesrat gemeinsam mit der SNB für Trumps zukünftige Launen wappnen.
05.04.2026, 10:0705.04.2026, 10:07

In Verhandlungen hat sich US-Präsident Donald Trump als unberechenbar erwiesen. Das musste die Schweiz im vergangenen Jahr erfahren. Erst kündigte Trump ausgerechnet am 1. August Zölle von satten 39 Prozent an, nach einem Besuch von Schweizer Unternehmern und Bundesrat Parmelin wurden sie auf 15 Prozent gesenkt. Ein endgültiges Abkommen sollte bis Anfang 2026 unterschrieben werden.

Doch dann grätschte der US Supreme Court, das höchste Gericht der Vereinigten Staaten, dazwischen: Er erklärte die Zölle für unrechtmässig, weshalb das Spiel quasi wieder von vorne beginnt. Doch dieses Mal will sich der Bundesrat vorbereiten, insbesondere auch auf Trumps Unberechenbarkeit. Denn er beklagt sich auch über den starken Franken, was die Verhandlungen noch schwieriger machen könnte.

Wie der Sonntagsblick nun schreibt, plant der Bundesrat eine geheime Klausur mit dem Direktor der Schweizerischen Nationalbank, Martin Schlegel. Das Treffen soll im Mai stattfinden. Auch weitere Expertinnen und Experten sollen teilnehmen, um den Bundesrat zu beraten. Die Departemente sollen dafür geeignete Fachleute vorschlagen.

Immerhin konnte der Bundesrat im vergangenen Jahr erste Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel, dass er mit allem rechnen muss. So machte sich Trump etwa über Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter lustig, die mit ihm verhandeln wollte. Als dann plötzlich eine Delegation von Schweizer Wirtschaftsbossen mit teuren Uhren und anderen Geschenken ihre Aufwartung im Oval Office machte, wurden die Verhandlungen konkreter.

Schweizer Wirtschaftsführer bei Donald Trump Oval Office Partners Group Swiss business Diego Aponte MSC Jean-Frédéric Dufour Rolex Alfred Gantner Daniel Jaeggi Mercuria Johann Rupert Richemont Marwan  ...
Die Schweizer Wirtschaftsvertreter bei Trump im Oval Office.Bild: zvg

Anders sieht es beim F-35 aus. Die Kosten für die Beschaffung des US-Jets steigen immer weiter, ein Liefertermin ist nicht in Sicht. Und als das VBS die Zahlungen für das Patriot-System aussetzte, floss es einfach vom F-35-Geld. Zudem übten die USA Druck aus, worauf die Schweiz nachgab und einen zweistelligen Millionenbetrag in den Rüstungsfonds einzahlte.

Nun soll also ein neues Gremium einen Versuch wagen, einen für die Schweiz guten Deal auszuhandeln. Allerdings herrscht derzeit viel Unsicherheit. Nachdem der Supreme Court Trumps Zölle als unrechtmässig eingestuft hatte, kündigte dieser neue Massnahmen an. Noch im März wurde der Schweiz mitgeteilt, dass die USA eine Untersuchung wegen möglicher unlauterer Handelspraktiken eröffne. (vro)

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Donald Trump in der Schweiz
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Donald Trump in der Schweiz

Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
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WEF: Trump kritisiert Karin Keller-Sutter
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
05.04.2026 11:05registriert Juni 2016
"Nun soll also ein neues Gremium einen Versuch wagen, einen für die Schweiz guten Deal auszuhandeln."

Oh Gott, lernen sie es nie? Hör auf, "Deals" mit den USA zu machen!
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Christoph P.
05.04.2026 11:01registriert März 2026
Was der Bundesrat da macht ist alles gaga, setzt ein Zeichen und stoppt den Kauf der Kampfflieger und Abwehrsysteme und droht mit einem Ausfuhrzoll von Pharmaprodukten in die USA
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Gurgelhals
05.04.2026 10:34registriert Mai 2015
"Die Departemente sollen dafür geeignete Fachleute vorschlagen."

Warum beschleicht mich da nur das dumpfe Gefühl, dass das Departement Karen Thatcher-Sutter wieder mit den rechtslibertären Finanzoligarchen der Partners Group daher kommt. Diese plus Christoph Schaltegger vom rechtslibertären Think Tank IWP. Weil natürlich wird sie das.
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