Wirtschaft
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Die Erstklaessler der Schule in Brinzauls betrachten am Montag, 20. August 2007, mit ihrer Lehrerin Flurina Simeon das neue Lehrmittel "Passins" in Rumantsch Grischun. Mit Beginn des neuen Schuljahres in Graubuenden wird in 23 Pioniergemeinden das Projekt "Rumantsch Grischun in der Schule" umgesetzt. "Passins" heisst das neue Lese- und Schreibmittel in der Standartspreche Rumantsch Grischun fuer die 1. Klasse.      (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Nachhobedarf bei den Lehrerlöhnen. Bild: KEYSTONE

Lehrer fühlen sich unterbezahlt

Lehrer verdienen fast 40 Prozent weniger als Banker

Eine Primarlehrperson mit zehn Jahren Erfahrung nimmt gegenüber einer vergleichbaren Stelle in der Finanzbranche bis zu 39 Prozent Lohneinbusse in Kauf.

26.06.14, 11:45 26.06.14, 13:07

Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) ortet «einen gewaltigen Nachholbedarf» bei den Lehrerlöhnen. Bis ins Jahr 2018 müsse aufgeholt werden, was in den letzten 20 Jahren versäumt worden sei. Nur so gebe es genügend Nachwuchs, der auch im Beruf bleibe, teilte der LCH mit. 

Als Beleg für die aus seiner Sicht ungenügende Entlöhnung der Lehrkräfte präsentierte der LCH am Donnerstag in Zürich eine Salärvergleichsstudie. Die unabhängige Beratungsfirma Towers Watson hat die Bezahlung von Lehrpersonen im Kanton Aargau verglichen mit jener von anderen Berufsleuten in Tätigkeiten, die vergleichbare Anforderungen stellen.

Von Anfang an im Nachteil

Vergleichbare Tätigkeiten ortet die Studie in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Public (Verwaltung) und Übrige Industrie. Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass beispielsweise eine Primarlehrperson mit zehn Jahren Erfahrung gegenüber einer vergleichbaren Stelle in der Finanzbranche «bis zu 39 Prozent Lohneinbusse» in Kauf nimmt. 

Mit einem Einstiegslohn von rund 77'000 Franken pro Jahr seien Aargauer Primarlehrer «von Anfang an im Nachteil», heisst es weiter. Lehrpersonen der Sekundarstufe I (knapp 88'000 Franken) können beim Einstiegslohn mithalten, die Einstiegslöhne der Berufsschullehrer (rund 96'000 Franken) liegen über den Vergleichswerten. Beide fallen aber gemäss Studie im Verlauf von zehn Jahren zurück.

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Nach zehn Jahren sind die Hälfte der Lehrer ausgestiegen

Wer an einer Mittelschule unterrichtet, entgeht diesem Schicksal. Hier beträgt der Einstiegslohn etwas über 102'000 Franken. Nach zehn Berufsjahren liegt er bei rund 125'000 Franken und platziert sich zwischen den Vergleichsmärkten Public und Übrige Industrie.

Zur «misslichen Lohnsituation» trage zudem bei, dass die Reallohnentwicklung seit Beginn der 1990er Jahre unter jener aller anderen wesentlichen Branchen liege, teilt der LCH weiter mit. In etlichen Kantonen und auf verschiedenen Schulstufen ergibt sich laut LCH die «absurde Situation», dass Lehrpersonen nominal gleichviel verdienen wie 1993 oder unwesentlich mehr, obwohl inzwischen gegen 16 Prozent Teuerung aufgelaufen seien.

Gemäss LCH wirkt sich die Lohnsituation, neben anderen Faktoren, auch auf die Attraktivität des Berufes und damit auf das Verbleiben im Lehrberuf aus. Diesen verlassen im ersten Jahr 16 Prozent, nach fünf Jahren ist ein Viertel weg und nach zehn Jahren die Hälfte der ausgebildeten Lehrpersonen. (whr/sda)



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • reputationscoach 11.05.2016 11:16
    Highlight Lohn hat immer auch etwas mit Wertschätzung und Anerkennung zu tun. Die Ferien zählen schon lange nicht mehr... man nennt dies jetzt unterrichtsfreie Vorbereitungszeit. Leider ist das Ansehen des Lehrerberufes noch immer im Sinken auf Kosten der ethisch-moralischen Einstellung unserer Gesellschaft und auf Kosten unseres Bodenschatzes, der Bildung. Und ja, ich war auch mal Lehrer...
    2 0 Melden
  • Lunes 18.08.2014 23:28
    Highlight Die Aussage ist doch sehr oberflächlich - Die meisten Bankenjobs zahlen nach 10 Jahren nicht mehr: http://www.lohnrechner.ch/finanzdienstleistungen.html
    0 0 Melden
  • Schneider Alex 03.07.2014 10:03
    Highlight Die ungerechten Lohnstrukturen sollten schon längst aufgebrochen werden. Das betrifft nicht nur Banker und Lehrer. Wo Mangel herrscht sollte mehr bezahlt und bessere Arbeitsbedingungen gewährleistet werden.
    0 0 Melden
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 29.06.2014 11:06
    Highlight Dafür was Lehrer für die Entwicklung unserer Gesellschaft leisten, sind sie völlig unterbezahlt.
    4 0 Melden
  • Nicoscore 26.06.2014 16:17
    Highlight Lehrpersonen haben zwar einen ernormen Wert für die Gesellschaft, trotzdem kann man diese Berufe überhaupt nicht vergleichen. Banker verdienen zwar mehr, habeb aber deutlich weniger Ferien und haben, um zu diesem Lohn zu gelangen, bereis Weiterbildungen gemacht, während Lehrpersonen in der Lohnklasse stetig steigen.
    3 2 Melden
  • MediaEye 26.06.2014 14:56
    Highlight Was soll dieser Vergleich? Das ist total abstrus, so wie Lehrer nun mal sind

    LEHRER SIND KEINE BANKER !!
    3 2 Melden
  • Mathias Hintermann 26.06.2014 13:42
    Highlight Für eine 50% Stelle sind dies überdurchschnittliche Löhne und viel höher als in anderen Branchen ;-)
    4 5 Melden
  • Manuel Walker 26.06.2014 13:25
    Highlight Wieso wird mit der Finanzbranche verglichen? Jeder kann sich seine Branche aussuchen. In meiner Branche (Software und Softwarenahe Beratung) sind die Löhne auch tiefer als in der Finanzbranche, die Ertragssituation ist auch eine andere.

    In vergleichbaren Anstellungen (zb Weiterbildungsabteilung in einem Konzern) würde eine Lehrperson ungefähr gleich viel verdienen wie bisher als Lehrperson.
    1 0 Melden
    • MediaEye 26.06.2014 14:54
      Highlight Nun, auch die IT-Spezialisten verdienen heutzutage nun mal nicht schlecht
      2 0 Melden
  • Domi93 26.06.2014 12:50
    Highlight Zurecht! Oder kann mir jemand einen Banker mit 12 Wochen Ferien und zwei freien Nachmittagen pro Woche nennen?
    5 7 Melden

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