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Boeing tritt auf die Kostenbremse: Einstellungsstopp und Beurlaubungen

Boeing tritt auf die Kostenbremse: Einstellungsstopp und Beurlaubung «vieler» Mitarbeiter

16.09.2024, 19:04
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Der US-Flugzeugbauer Boeing greift angesichts des Streiks seiner grössten Gewerkschaft zu einem Einstellungsstopp. Ausserdem werden «viele» Mitarbeiter beurlaubt und Dienstreisen aufs Nötigste reduziert, wie Finanzchef Brian West in einer E-Mail an die Mitarbeiter ankündigte.

Der Streik gefährde erheblich die Erholung des Flugzeugbauers, und deswegen müsse Boeing das Geld zusammenhalten, argumentierte er. Zu den weiteren Massnahmen gehört, dass auch das Management nicht mehr Business- und Erste-Klasse-Flüge buchen darf sowie alle mit Beförderungen verbundenen Gehaltserhöhungen ausgesetzt werden. Die Teilnahme an Airshows wird eingeschränkt.

Die grösste Boeing-Gewerkschaft IAM mit rund 33'000 Beschäftigten war am Freitag in den Streik getreten. Durch die Arbeitsniederlegung ist die Boeing-Produktion rund um Seattle im Nordwesten der USA betroffen, wo unter anderem das Bestseller-Modell 737 und der Langstrecken-Jet 777 gebaut werden. Vor allem bei der 737 ist Boeing bereits im Verzug mit Lieferungen an viele Fluggesellschaften.

Boeing steckt nach einer Pannenserie in einer Krise und kämpft mit hohen Verlusten. Nach einem Zwischenfall im Januar, bei dem ein Rumpfteil einer so gut wie neuen Boeing-Maschine kurz nach dem Start herausriss, darf der Konzern bis auf Weiteres nicht die Produktion der 737-Reihe ausbauen.

Letzter Streik kostete rund zwei Milliarden Dollar

Die Gewerkschaft hatte zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand dauerte 57 Tage und kostete den Konzern nach Analystenschätzungen rund zwei Milliarden Dollar.

Zudem zeichnet sich bereits ab, dass auch eine Einigung mit der Gewerkschaft teuer für Boeing sein wird. Die Gewerkschafts-Mitglieder lehnten vor dem Streik mit einer Mehrheit von rund 95 Prozent eine Vereinbarung ab, die eine Einkommenserhöhung von 25 Prozent über eine Laufzeit von vier Jahren vorsah. Die Beschäftigten hatten in den vergangenen Jahren weitgehend Nullrunden akzeptiert, während sich das Leben in der Region verteuerte. (sda/awp/dpa)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lord_ICO
16.09.2024 20:05registriert März 2016
Bei Boeing sieht man gut, was passiert wenn ein von Ingenieuren aufgebautes Unternehmen, dass lange für Qualität und Innovation stand, von BWL Robotern übernommen wird. Überall wurde an der Kostenschraube gedreht und Entwicklungen verfrüht auf den Markt geworfen. Und jetzt geht das Unternehmen in Flammen auf und schuld sind die Arbeiter...diese Geldsäcke können sich echt verpissen.
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Fred_64
16.09.2024 19:49registriert Dezember 2021
Der Streik gefährde erheblich die Erholung des Flugzeugbauers. 🤔
Ist es nicht so, dass das grosse Problem die Pannenflieger sind, welche die Geschäftsleitung mit ihrer Politik verursacht hat?
Aber nun sollen die Arbeiter dafür gerade stehen' Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor von vielen anderen Firmen... 🤡
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