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Regenwasser trinken ist keine gute Idee – und zwar auf der ganzen Welt

11.08.2022, 03:30

Regenwasser ist einer neuen Studie zufolge so stark mit Chemikalien belastet, dass es an keinem Ort der Welt Trinkwasserqualität hat. Selbst in der Antarktis oder im Hochland von Tibet liege der Anteil besonders langlebiger per- und polyfluorierter Chemikalien (PFAS) «um das 14-fache höher» als die von der US-Umweltbehörde EPA empfohlenen Werte für Trinkwasser, sagte der Hauptautor der Studie, Ian Cousins, der Nachrichtenagentur AFP.

Das Regenwasser ist weltweit mit Chemikalien belastet.
Das Regenwasser ist weltweit mit Chemikalien belastet.Bild: keystone

PFAS kommen in vielen Produkten wie Shampoos oder Make-up sowie in Verpackungen vor und zerfallen nur sehr langsam. Sie werden daher auch «ewige Chemikalien» genannt. PFAS verbreiten sich seit Jahren auch in der Umwelt und werden bei Messungen im Wasser und in der Luft nachgewiesen.

Studienleiter Cousins zufolge sind PFAS mittlerweile «so hartnäckig» und allgegenwärtig, dass sie nicht mehr von der Erde verschwinden werden. «Wir haben den Planeten unumkehrbar verseucht», sagte der Forscher. Cousins, der als Professor an der Universität Stockholm arbeitet, hatte für die Studie mit seinem Team seit dem Jahr 2010 gesammelte Daten untersucht.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte die in der Studie zum Abgleich genutzten empfohlenen Grenzwerte für PFAS erst kürzlich gesenkt. Der Grund seien neue Erkenntnisse, wonach die Chemikalien die Immunreaktion von Kindern auf Impfstoffe beeinträchtigten könnten, sagte Cousins.

PFAS reichern sich im menschlichen Körper an. Einige Studien kommen dabei zu dem Schluss, dass die Chemikalien Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben oder zu Entwicklungsverzögerungen bei Kindern führen können. Auch ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit sowie bestimmte Krebsarten wie Prostata-, Nieren- oder Hodenkrebs wird angeführt, ebenso wie erhöhte Cholesterinwerte.

Cousins erklärte indes, im menschlichen Körper seien die PFAS-Werte in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen. Die Werte in der Umwelt seien hingegen gleichgeblieben.

Die Menschheit müsse lernen, mit der Verschmutzung durch PFAS zu leben, sagte Cousins angesichts der Studienergebnisse. Er mache sich «keine riesigen Sorgen» über die Auswirkungen auf die Folgen der Kontamination von Quellwasser oder Nahrung. Aber der Mensch habe die Umwelt so verschmutzt, dass der alltägliche Kontakt mit ihr «nicht wirklich sicher» sei. (sda/afp)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Händlmair
11.08.2022 06:10registriert Oktober 2017
In Europa und der Schweiz ist seit 2010 die Verwendung von PFOS verboten und für PFOA gilt seit 2020 ein Verwendungsverbot.
Es wäre sehr wichtig, jetzt auch noch ein Importverbot von Produkten die mit PFOS oder PFOA produziert werden.
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Franz v.A.
11.08.2022 05:28registriert August 2019
Und keiner stopt den Wahnsinn! Es wird fröhlich weiter verseucht.
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Rethinking
11.08.2022 06:45registriert Oktober 2018
„Er mache sich «keine riesigen Sorgen» über die Auswirkungen auf die Folgen der Kontamination von Quellwasser oder Nahrung“

UND WAS IST MIT DEN TIEREN???

Auch mal über den Tellerrand geguckt?
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