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Moderates Trinken heisst beispielsweise sechs Gläser Wein – pro Woche.  Bild: shillingtoneducation.com

Du trinkst Alkohol und hast Angst vor Demenz? Dann ist das hier eine gute Nachricht

03.08.18, 20:00


Menschen, die jahrzehntelang keinen Tropfen Alkohol anrühren, haben laut einer Studie ein deutlich höheres Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken, als moderate Trinker. Das zeigt eine neue Studie französischer Forscher.

Die Wahrscheinlichkeit, dass langjährige Abstinenzler Alzheimer oder andere Formen der Demenz bekommen, sei rund 50 Prozent höher als bei Menschen mit einem mässigen Alkoholkonsum, heisst es in einer Studie, die am Mittwoch im Medizin-Fachblatt «BMJ» veröffentlicht wurde.

Die Untersuchung beruht auf der Auswertung medizinischer Daten von mehr als 9000 britischen Staatsbediensteten und ist weniger genau als medizinische Studien, wie sie für die Einführung neuer Medikamente erstellt werden. Ausserdem war die Zahl der ausgewerteten Fälle relativ gering.

Dennoch sei das Ergebnis der Studie belastbar, kommentierte Sevil Yasar von der renommierten Johns Hopkins School of Medicine in der US-Metropole Baltimore, der nicht an der Studie beteiligt war. Die Medizin solle auf Grundlage dieser Erkenntnisse «die mögliche schützende Wirkung von leichtem bis moderatem Alkoholkonsum» hinsichtlich Demenz in Betracht ziehen, riet der Experte.

Moderate Weintrinker im Vorteil

Die Forscher unter der Leitung von Séverine Sabia von Frankreichs Nationalem Institut für Gesundheit und medizinische Forschung legen in der Studie überdies dar, dass unter den moderaten Trinkern Weintrinker das geringere Risiko für Demenz hätten als Konsumenten von Bier oder hochprozentigem Alkohol.

«Künftige Studien müssen die Trinkgewohnheiten während des ganzen Lebens untersuchen und das wird dabei helfen, mehr Licht in das Verhältnis zwischen Alkohol und Demenz zu bringen.»

Sara Imarisio, Alzheimer-Forschungszentrum von Grossbritannien

Als leichtes bis moderates Trinken gilt der Studie zufolge für Menschen mittleren Alters der Konsum von 1 bis 14 Einheiten Alkohol pro Woche. 14 Einheiten entsprechen wiederum 6 mittelgrossen Gläsern Wein à 175 Millilitern mit einem Alkoholgehalt von 13 Prozent oder 6 Gläsern mit rund 0,5 Liter Bier mit 4 Prozent Alkoholgehalt oder 14 Gläsern Hochprozentiges à 25 Milliliter mit einem Alkoholgehalt von 40 Prozent.

Die Studie untersucht nicht die Gründe für die offenbar positive Wirkung moderaten Alkoholkonsums für das Gehirn. Sie enthält aber Hinweise auf Erklärungsansätze. Abstinenzler hätten ein höheres Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes, schrieben Sabia und ihr Team. Ausserdem hätten frühere Studien Hinweise auf eine schützende Wirkung von in Wein enthaltenen Polyphenolen auf Nervenstrukturen und Blutgefässe ergeben.

Studie lässt Fragen offen

Eine an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin gab zu bedenken, dass lediglich Daten von Menschen ab einem mittleren Alter ausgewertet worden seien. Möglicherweise hätten die Abstinenzler aber Phasen starken Alkoholkonsums hinter sich, die Jahrzehnte später zur Demenz beigetragen hätten.

«Künftige Studien müssen die Trinkgewohnheiten während des ganzen Lebens untersuchen und das wird dabei helfen, mehr Licht in das Verhältnis zwischen Alkohol und Demenz zu bringen», sagte die Leiterin des Alzheimer-Forschungszentrums von Grossbritannien, Sara Imarisio. Starkes Trinken lässt der Studie zufolge das Demenz-Risiko deutlich steigen – und zwar um 17 Prozent je sieben zusätzlichen Alkoholeinheiten pro Woche.

Die Studienautoren warnten, ihre Ergebnisse sollten Abstinenzler nicht zum Alkoholtrinken verleiten – «angesichts der bekannten schädlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum bei Sterblichkeit, neuropsychiatrischen Störungen, Leberzirrhose und Krebs». Auch Yasar kommentierte, nicht nur die Wirkung des Alkohols auf das Gehirn, sondern auch mögliche Risiken wie Leberschäden und Krebs müssten berücksichtigt werden.

(sda/afp)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 05.08.2018 13:13
    Highlight Bei den Fragen ist die letzte etwas verwirrend.
    "Trinkst Du überhaupt nichts?"
    Reflexartig hab ich das angeklickt, weil ich seit vielen Jahren keinen Alki mehr trinke.

    Dann schau ich nochmals genau hin: Ich trinke nicht überhaupt nichts. Bei dieser Hitze sogar jede Menge, nur keinen Alkohol.

    "Da sollte es doch heissen: Trinkst Du keinen Alkohol.
    Wenn man gar nichts trinkt, überlebt man das nicht lange, vor allem bei dieser Hitze.
    1 1 Melden
  • Maya Eldorado 05.08.2018 13:08
    Highlight Wäre noch interessant: Wer hat die Studie finanziert?
    1 0 Melden
  • Balan 04.08.2018 12:48
    Highlight Laut Matthew Walker, ein Neurowissenschaftler und Psychologe, der über 20 Jahre Schlaf studiert hat, beeinflusst Alkohol den Schlaf negativ. Ausserdem konnte er auch nachweisen, dass ungenügend oder qualitativ schlechter Schlaf das Risiko für Alzheimer drastisch erhöht.
    1 0 Melden
  • ARoq 04.08.2018 09:34
    Highlight Die Studie ist wohl doch nicht belastbar:
    The inclusion criteria for this study was based largely on ICD diagnostic categories for Alzheimer's Disease using both "F" and "G" codes. It did not include the one diagnostic category that actually describes alcohol related dementia (F10.73). This is hidden away in the descriptor "Residual and Late Onset Psychotic Disorders".
    3 0 Melden
  • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 04.08.2018 00:47
    Highlight Die Studie sagt eigentlich gemäss Tabelle 1 nur Folgenes aus:

    Diabetiker und Menschen die an Adipositas (BMI pbzer 30) leiden haben ein erhötes Risiko an Demenz (biz zu doppelt so hoch) zu erkranken. Weiter kann man entnehmen, dass Diabetiker eher keinen Alkohol trinken.

    Bravo. Topp Studie. Wer hätte auch gedacht, dass eine Stoffwechselstörung (Diabetes), stoffwechselbedingte Gehirnschäden verursacht.

    Da ich das jetzt schon raus gedüdelt habe, kann bitte jemand von euch schauen wer diese Studie in Auftrag gegeben hat? Anheuser-Busch?

    PS Moderate Weintrinker sind eher besserverdienend.
    10 2 Melden
  • sambeat 03.08.2018 23:17
    Highlight Ach je! Auch nur wieder eine Studie... Hey, wenn ich mich nach all den Studien richten würde, wäre ich verdammt nochmal schon lange hin und weg von diesem Dasein! Studien sind- natürlich mit Ausnahmen- reine Zeitverschwendung, finde ich.
    5 2 Melden
  • Pana 03.08.2018 22:38
    Highlight "Möglicherweise hätten die Abstinenzler aber Phasen starken Alkoholkonsums hinter sich, die Jahrzehnte später zur Demenz beigetragen hätten."

    Möglicherweise? Ist das ein Primarschulprojekt? :D
    25 2 Melden
  • Hardy18 03.08.2018 21:36
    Highlight Also, wenn saufe bis die Katze lacht, habe ich mit 17% Wahrscheinlichkeit Demenz. So, und wenn ich nichts trinke 50%. 🍻
    6 6 Melden
  • aglio e olio 03.08.2018 21:17
    Highlight Vielleicht ist es ja auch der Staatsdienst der dement macht. Im Deutschen spricht man ja auch von Beamtenstarre. ;)
    32 3 Melden
  • LeChef 03.08.2018 20:49
    Highlight Klingt fast zu gut um wahr zu sein.

    Von der ganzen Stichprobe dürfte nur ein kleiner Teil komplett auf Alkohol verzichten. Unter denen dürfte wiederrum ein guter Teil ehemalige Alkoholiker sein, oder zumindest ein problematisches Trinkverhalten gehabt haben.

    Es ist wahrscheinlich, dass der frühere Konsum die Ergebnisse verzerrt. Die Frage ist natürlich, wie stark dieser Effekt ist.
    13 6 Melden
    • Paddiesli 03.08.2018 22:34
      Highlight @LeChef
      Wenn du so viel in Frage stellst (was legitim ist), darfst du nicht mit "wahrscheinlich" Schlussfolgerungen ziehen. Lass die Fragen einfach im Raum stehen und hoffe auf Antworten.
      Grüss dich 🙃
      8 3 Melden
    • LeChef 03.08.2018 23:01
      Highlight Nicht wirklich ;) In der Wissenschaft sollten Schlussfolgerungen von Studien schon wasserdicht sein. Wenn es begründete Zweifel gibt am Design, ist eine Schlussfolgerung nicht zulässig.

      Sprich: Es liegt an den Autoren Zweifel auszuräumen, nicht an den Kritikern ihre Zweifel zu beweisen.
      2 0 Melden
  • Jesses! 03.08.2018 20:42
    Highlight Also ich weiss nicht. Welcher Studie soll man denn überhaupt noch glauben? Ach, jetzt habe ich grad vergessen, was ich gefragt habe. Macht nichts. Schönes Weekend allen! Oder ist morgen Montag??!
    52 0 Melden
    • Paddiesli 03.08.2018 21:03
      Highlight @Jesses! Am Besten auf deinen gesunden Menschenverstand und dein Körpergefühl.
      Diese Methode funktioniert einwandfrei.
      Und Danke gliechfalls.
      12 0 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 04.08.2018 00:54
      Highlight Ein Nervengift, welches offensichtlich Gehirnzellen abmurkst soll eine fördernde Wirkung haben? Auch Amüsant ist doch, dass Vier der Abstinenzler an Alkoholbedingten gebrechen litten. Aus dem Reichhaltigen Datenfundus, kann man jede gewünschte Erkenntnis ziehen.
      2 1 Melden
    • Charlie Brown 04.08.2018 08:41
      Highlight @Bauernbrot: Homöopathie?
      1 0 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 04.08.2018 09:24
      Highlight @Charlie Brown

      Mein Homöophatie Vergleich:

      Das ist als würde man ein Glas Wein in den Sufnersee kippen und in Basel müsste man deswegen Besoffene Rheinschwimmer retten.
      Im destillierten Wasser welches zum Potenzieren verwendet wird finden sich mehr "Fremd-Atome" als jene vom eigentlichen Trägerstoff.
      1 0 Melden
    • Charlie Brown 04.08.2018 13:39
      Highlight @Bauernbrot: Sehe ich ja auch so. ;-)
      1 0 Melden
  • TanookiStormtrooper 03.08.2018 20:19
    Highlight Lina sollte also auch 6 Gläser Wein pro Woche trinken... Da sie sich seit über einem Jahr weigert, muss sie also ordentlich nachholen und in ihrem Wein Doch etwa 350 Gläser trinken. 😜
    35 3 Melden

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