DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Model of the 2320 hemolithin molecule after MMFF energy minimization. Top: in space-filling mode; Center: ball and stick; Bottom: enlarged view of iron, oxygen and lithium termination. White = H; orange = Li; grey = C; blue = N; red = O and green = Fe. Hydrogen bonds are shown by dotted lines.

Verschiedene Modelle und Detailansichten des Hemolithin-Moleküls, das im Inneren des Meteoriten gefunden wurde. Weiss: Wasserstoff (H), orange: Lithium (Li), grau: Kohlenstoff (C), blau: Stickstoff (N), rot: Sauerstoff (O), grün: Eisen (Fe). Bild: Malcolm. W. McGeoch e.a.

Forscher finden möglicherweise erstmals ausserirdisches Protein in einem Meteoriten



Wer denkt nicht sofort an ausserirdisches Leben bei dieser Meldung? Wissenschaftler um Malcolm. W. McGeoch von der US-Biotech-Firma Plex, Sergei Dikler von Bruke Scientific LCC sowie Julie E. M. McGeoch von der Harvard University wollen mit einer neuen Analysetechnik ein vollständiges Proteinmolekül entdeckt haben – und zwar in einem Meteoriten. Sollte sich ihr Befund, den sie vorab auf dem Dokumentenserver arXiv.org veröffentlichten, im Peer-Review bestätigen, würde es sich um das erste Eiweiss handeln, das nicht von der Erde stammt.

Proteine sind organische Makromoleküle, die aus Aminosäuren bestehen. Sie finden sich in jeder Zelle und erfüllen dort höchst unterschiedliche Aufgaben, beispielsweise die Katalyse von chemischen Reaktionen oder die Identifizierung von Signalstoffen. Wichtige Teile unseres Körpers, etwa Herz und Hirn, bestehen vorwiegend aus Proteinen.

McGeoch und seine Kollegen entdeckten das Protein, das sie Hemolithin nennen, im kohlenstoffhaltigen Meteoriten Acfer-086, der 1990 in Algerien gefunden wurde. Acfer-086 entstand in der sogenannten protoplanetaren Scheibe, aus der sich unser Sonnensystem herausbildete. Dies schliessen die Wissenschaftler aus der Tatsache, dass der Wasserstoff im Protein einen deutlich höheren Deuterium-Anteil aufweist als irdischer Wasserstoff. Der Anteil des Wasserstoff-Isotops Deuterium («schwerer Wasserstoff») ist in interstellaren Molekülwolken und protoplanetaren Scheiben um junge Sterne ebenfalls höher. Aus diesem Grund sind die Forscher auch sicher, dass es sich beim fraglichen Eiweiss nicht um eine Kontamination mit irdischem Material handelt.

Meteorit Acfer-086, 1990 in Algerien gefunden.

Der 173 Gramm schwere Meteorit Acfer-086 wurde 1990 mitten in Algerien gefunden. Bild: Malcolm. W. McGeoch e.a.

Aminosäuren und auch daraus bestehende Moleküle wurden bereits im All entdeckt, jedoch nicht in Form von ausreichend grossen Makromolekülen – zumindest bis jetzt. Das neu entdeckte Eiweiss Hemolithin besteht aus zwei Aminosäure-Ketten (Glycin und Hydroxyglycin), die ein chemisch reaktives Ende aufweisen. Dieses ist aus Eisen-, Lithium- und Sauerstoffatomen aufgebaut.

Ist der Fund, so er sich bewahrheiten sollte, ein Beweis für die Existenz ausserirdischen Lebens? Das würde zu weit führen. Ein Eiweiss-Molekül ist noch kein Leben. Aber der Beleg für ein nicht von der Erde stammendes Protein-Molekül würde zumindest jenen Astrobiologen Auftrieb geben, die davon ausgehen, dass die für das Leben notwendigen Bausteine im All vorhanden sind und das Leben womöglich aus dem Weltraum auf unseren Planeten gelangte – im Inneren von Kometen, Asteroiden oder Meteoriten.

(dhr)

Kann man auf dem Mond leben?

Video: srf/Roberto Krone

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Zähe Winzlinge: Bärtierchen

1 / 6
Zähe Winzlinge: Bärtierchen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Baby-Galaxien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Urzeit-Hai Megalodon war vermutlich noch grösser als bisher angenommen

Otodus megalodon war ein wahrer Gigant, das steht ausser Frage. Der Urzeit-Hai, meist bekannt unter dem Kurznamen «Megalodon» (griech. für «grosser Zahn»), lebte in einem Zeitraum von 23 Millionen bis 2,6 Millionen Jahren vor unserer Zeit, dann starb er aus. Welche Grösse das Ungetüm erreichen konnte, ist jedoch Gegenstand der Forschung, die seit hundert Jahren – ausgehend von Zahn- und Wirbelfunden – immer wieder neue Erkenntnisse liefert.

So auch jetzt: Eine im März dieses Jahres im …

Artikel lesen
Link zum Artikel