DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Virologe Christian Drosten leitet die zuständige Abteilung an der Charité Berlin.
Virologe Christian Drosten leitet die zuständige Abteilung an der Charité Berlin.
Bild: AP

Drosten erklärt, wie Coronavirus zu einem harmlosen Schnupfen werden könnte

10.06.2020, 11:5610.06.2020, 13:49

Das Coronavirus hat uns die vergangenen Wochen und Monate stark beschäftigt. Das wird es voraussichtlich auch noch in der näheren Zukunft tun. Doch schon in absehbarer Zeit könnte das vorbei sein – und das Virus zu einem vergleichsweise harmlosen Schnupfen werden.

Das erklärt Virologe Christian Drosten in seinem Podcast vom Dienstag. Er zitiert zunächst eine Studie der Universität Oxford. Wissenschaftler hatten darin die Entwicklung unterschiedlicher Populationen des Coronavirus untersucht.

Für die Studie wurden die Viren von insgesamt 405 Patienten untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass einige Untersuchte bereits zwei verschiedene Populationen des Virus in sich tragen.

«Das ist zunächst einmal eine schlechte Nachricht», so Drosten. Denn: Wenn zwei unterschiedliche Virusstämme sich unabhängig voneinander verbreiteten und dann wieder aufeinander träfen, bezeuge das die gute Überlebensfähigkeit des Virus. Und es belege ausserdem, dass sich Sars-Cov-2-Viren trotz unterschiedlicher Entwicklungen zusammen vermehren können, wenn sie wieder aufeinander treffen. Das wiederum begünstige Mutationen.

Bessere Übertragung, aber nur noch ein Schnupfen

Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Denn Drosten folgert aus den Ergebnissen der Studie auch, dass das Virus gute Chancen habe, sich an uns Menschen anzupassen. Was erstmal bedrohlich klingt, ist demnach genau das Gegenteil:

«Dieses Anpassen kann dazu führen, dass es sich besser überträgt, aber in der Nase bleibt und zu einem einfachen Schnupfen wird.»

Es könne zwar auch sein, dass sich das Coronavirus durch Mutationen in Richtung schwererer Krankheitsverläufe entwickle. Das ergebe aber den Gesetzen der Evolution zufolge keinen Sinn. «Bei schneller und heftiger eintretenden Symptomen isolieren sich die Menschen früher und stecken dadurch weniger Mitmenschen an.» Deswegen schwächten sich Viren-Epidemien in der Regel ab.

So oder so: «Das Virus wird wohl in jedem Fall harmloser werden», vermutet Drosten. Neben seinen Vermutungen über die evolutionären Faktoren führt er dafür auch die zunehmende Bevölkerungsimmunität an.

(om/watson.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So ist das Corona-Eheleben – in 14 aufmunternden Comics

1 / 15
So ist das Corona-Eheleben – in 14 aufmunternden Comics
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Meine Nazi-Grossmutter

Ich erfuhr spät, dass meine Grossmutter, die ich nie kennenlernte, überzeugte Nationalsozialistin gewesen ist. Nach der Lektüre hunderter Briefe stellte ich mit Erschrecken fest, wie viel Schuld sie auf sich geladen hat.

Im Herbst 1927 begann Hilde, so hiess meine Grossmutter, ein Medizinstudium in Bonn. Sie lernte jeden Tag Latein, hatte ein eigenes Zimmer gemietet und fühlte sich zum ersten Mal erwachsen. Sie war 20 Jahre alt und stellte sich vor, wie sie dereinst als Ärztin arbeiten würde. Sie war voller Tatendrang und wollte in der wirtschaftspolitisch schwierigen Zeit der Weimarer Republik endlich etwas bewirken. Gerade hatte sie im Dortmunder «Goethe-Gymnasium» ihr Abitur mit guten Noten bestanden.

Schon …

Artikel lesen
Link zum Artikel