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Probleme dieser Welt

Bild: shutterstock/watson

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

Junge Menschen aus 22 Ländern mussten beantworten, was in ihren Augen die grössten nationalen und globalen Probleme sind. Der Klimawandel ist der globale Spitzenreiter. Doch auf nationaler Ebene sieht es ganz anders aus.



Was sind deiner Meinung nach die grössten nationalen und globalen Herausforderungen? Diese Frage stellte Amnesty International rund 10'000 18- bis 25-Jährigen aus 22 verschiedenen Ländern.

Nebst den Problemen in ihrem Land, beurteilten die befragte Generation Z auch die weltweiten Probleme. Und in diesem Punkt ist man sich einig: 41 Prozent wählten den Klimawandel als eine der fünf grössten Herausforderungen dieser Erde, gefolgt von Umweltverschmutzung (36%) und Terrorismus (31%).

Datenquelle

Anlässlich des heutigen Menschenrechtstags veröffentlicht Amnesty International Ergebnisse einer Umfrage unter 10'000 jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren (Generation Z) aus 22 Ländern. Sie wählten jeweils die fünf grössten Herausforderungen für ihr eigenes Land, als auch für die globale Welt. Die Länder – Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Grossbritannien, Indien, Kanada, Kenia, Mexiko, Nigeria, Österreich, Pakistan, Schweden, die Schweiz, Spanien, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Tunesien, die Ukraine, Ungarn und die USA – vertreten alle sechs bewohnten Kontinente.

Die Online-Datenerhebung erfolgte zwischen dem 6. September und dem 2. Oktober 2019.

Interessanter ist allerdings, welche Probleme die jungen Menschen für ihr eigenes Land sehen. Einzig Kanada, Australien und Österreich sehen den Klimawandel auch in ihrem Land als das Problem Nummer eins. Bei den meisten befragten Ländern war es hingegen Korruption. Wir haben die jeweils grösste Herausforderung in einer Karte zusammengefasst.

Korruption

In ganzen 10 der 23 untersuchten Länder ist Korruption das meistgenannte Problem. Besonders hoch sind die Anteile in afrikanischen und südamerikanischen Ländern, doch auch 60 Prozent aller Befragten in der Ukraine halten Korruption für ein grosses Problem in ihrem Land.

  1. Kenia: 78%
  2. Nigeria: 60%
  3. Ukraine: 60%
  4. Südafrika: 55%
  5. Argentinien: 53%

Den tiefsten Wert hat übrigens Schweden: Nur 7 Prozent aller befragten Schweden gab an, dass Korruption ein grosses Problem sei.

PS: Dani Huber merkt beim Vorbeilaufen an meinem Computer berechtigterweise an, dass diese Karte nochmals ein komplett anderes Bild gezeigt hätte, wären andere Länder wie beispielsweise China befragt worden.

Wirtschaftliche Instabilität

Gute Nachrichten! Am wenigsten Sorgen macht die wirtschaftliche Instabilität uns Schweizern. Nur gerade 7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen aus der Schweiz halten das für ein Problem.

Deutlich mehr mit wirtschaftlichen Schwankungen zu kämpfen hat Argentinien, es liegt mit einer Zustimmung von 59% auf Platz 1 der untersuchten Länder.

  1. Argentinien: 59%
  2. Südkorea: 47%
  3. Ukraine: 46%
  4. Nigeria: 44%
  5. Taiwan: 37%

Umweltverschmutzung

Wer in dieser Kategorie die undankbare Topplatzierung abräumt, überrascht wenig: In Indien, das unter anderem bekannt ist für die schlechte Luft in den Städten, gaben 45% an, dass Umweltverschmutzung zu den grössten Problemen des Landes gehören. Auch in der Schweiz ist das Thema aktuell: Mit 31% landet sie auf Platz 4.

Weniger Sorgen bereitet das Thema in Schweden (nur 11% halten Umweltverschmutzung für ein grosses Problem) und Südafrika (14%).

  1. Indien: 45%
  2. Tunesien: 35%
  3. Ukraine: 35%
  4. Schweiz: 31%
  5. Kenia: 34%

Klimawandel

Dass die Veränderung des Klimas Menschen in der Schweiz Kopfzerbrechen bereitet, hat sich im Wahljahr 2019 deutlich gezeigt. Es verwundert also nicht, dass in der Schweiz die zweithöchste Zustimmung in dieser Kategorie erreicht wurde. Spitzenreiter ist Kanada.

  1. Kanada: 40%
  2. Schweiz: 39%
  3. Australien: 38%
  4. Österreich: 36%
  5. Vereinigtes Königreich: 29%

Auf Nigeria, Brasilien und Südafrika ist die grüne Welle noch nicht übergeschwappt, sie erreichen alle nur einstellige Prozentwerte.

Gewalt gegen Frauen

Drei von fünf jungen Menschen in Südafrika halten Gewalt gegen Frauen für eines der grössten Problemen ihres Landes. Damit erreicht Südafrika einen absoluten Spitzenwert im Vergleich zu den anderen befragten Ländern.

Weniger Thema ist die Gewalt gegen Frauen in Taiwan (6%), Ungarn (9%), in den USA und in Deutschland (beide 10%). In der Schweiz halten es 13 Prozent für eines der grössten nationalen Probleme.

Gewalt gegen Frauen in der Schweiz:

Terrorismus

Jeder dritte Befragte in Nigeria gab an, dass Terrorismus eines der grössten Probleme im ganzen Land sei. Deutschland liegt mit Platz 10 relativ weit vorne in der Auswertung, 16 Prozent der junge Leute halten Terrorismus dort für eine grosse Herausforderung. In der Schweiz waren es 7 Prozent.

  1. Nigeria: 36%
  2. Indien: 27%
  3. Kenia: 24%
  4. Vereinigtes Königreich: 23%
  5. USA: 22%

Umfrage

Was ist das wichtigste Thema unserer Zeit für die Schweiz?

  • Abstimmen

964

  • Klimawandel39%
  • Umweltverschmutzung11%
  • Terrorismus0%
  • Rückgang von natürlichen Ressourcen6%
  • Rassismus / Ungleichheit5%
  • Kriminalität1%
  • Gewalt gegen Frauen0%
  • Zugang zu sauberem Trinkwasser1%
  • Korruption2%
  • Ungleichheit der Geschlechter3%
  • Zugang zu gutem Gesundheitswesen1%
  • Migration10%
  • etwas anderes14%

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 11.12.2019 13:42
    Highlight Highlight Interessant ist auch, dass man den Haupttreiber „Bevölkerungswachstum“ nicht auf dem Radar hat, dafür die einzelnen Symptome davon.

    In der CH rennen wir ebenfalls den Symptomen hinterher, während die Bevölkerung stetig wächst und mehr Ressourcen verbraucht. Es ist politischer Selbstmord, an der Schraube „Anzahl Menschen die in einem Lebensraum leben“ zu drehen. Das wäre effektiv, aber sehr unpopulär. CO2-Abgaben flutschen da bejahend und zeitgeistig durch, bekämpfen zumindest (nur) die Symptome mit bescheidener Wirkung auf die wirklichen Treiber. Besser als nichts, doch mehr wäre möglich.
    • Sandro Lightwood 11.12.2019 16:42
      Highlight Highlight Was wäre denn konkret der Vorschlag, um das Bevölkerungswachstum global einzudämmen? Glaube ohne krasse Eingriffe in Persönlichkeitsrechte lässt sich da nicht viel machen.
  • Zeit_Genosse 11.12.2019 13:33
    Highlight Highlight Der Punkt „Korruption“ ist spannend. Da muss es massive Beurteilungen in den Einzelresultaten pro Nation geben, dass eine solche Wertespreizung zustande kommt.
  • El Vals del Obrero 11.12.2019 13:24
    Highlight Highlight Ist das hier oft vertretene "Alle Probleme liegen nur daran, dass es zu viele Menschen gäbe" nicht einfach eine billige Ausrede?
    • Sandro Lightwood 12.12.2019 06:37
      Highlight Highlight Vielleicht ist ja auch einfach die Erde zu klein? 😉
  • Boaty McBoatface 11.12.2019 13:01
    Highlight Highlight Diese "Problemchen" lösen sich alle von selber wenn wir das Problem mit der Überbevölkerung (welches nicht mal erwähnt wird) nicht in den Griff kriegen.
    • yngxv 11.12.2019 13:54
      Highlight Highlight Du meinst, falls wir das Problem mit der Überbevölkerung in den griff bekommen?
      Sonst macht deine Aussage relativ wenig Sinn :D
    • Boaty McBoatface 11.12.2019 14:22
      Highlight Highlight Hier noch für die Sarkasmus resistenten.

      Wenn sich die Menschheit selber ausgerottet hat schreit wohl niemand mehr nach "Ungleichheit". Somit wäre dieses Problem gelöst.
  • Gipfeligeist 11.12.2019 12:09
    Highlight Highlight Ich glaube, dass Ungleichheit & Kriminalität als ein Problem angesehen werden sollten. Wer sozial tief steht und keine Zukunftsperspektive hat, rutscht viel schneller in die Kriminalität.

    Die hohe Kriminalität in den US ist nicht verwunderlich. Diese Ungleichheit steigt konstant an, auch hier in der Schweiz.
  • El Vals del Obrero 11.12.2019 11:50
    Highlight Highlight Eigentlich hätte ich in der Umfrage gerne auch "ungleiche Einkommen" oder vielleicht auch "von Familienherkunft abhängige Bildunsprivilegien" gewählt, aber dummerweise fehlt das.

    "Rassismus/Ungleichheit" ist nicht das Gleiche bzw. eine unpräzisere Überkategorie davon. (Das soll natürlich nicht heissen, dass Rassismus kein Problem sei)
  • yoshi 11.12.2019 11:49
    Highlight Highlight Wir haben genau 2 Probleme auf dieser welt,
    die Unterdrückung der Menschheit (Wir leben nirgends in einer Freien Welt, auch nicht in der schweiz)
    und unser unwissen.

    Würde man das Schulsystem anpassen und die Kinder auf die Welt vorbereiten auf Psychologischer ebene, wie man zusammen arbeited und die Unbegrenzten möglichkeiten aufzeigt und so weiter.
    Könnte man 99% der Heutigen "Probleme Lösen"
    Nicht immer nur symtom bekämpfung betreiben
    aka ( Korruption, Wirtschaftliche Instabilität, Gewalt gegen Frauen, Terrorismus)
  • Charlie Runkle 11.12.2019 11:40
    Highlight Highlight Konsum.....
  • Auric 11.12.2019 11:36
    Highlight Highlight Interessant vor allem wenn an das mal nicht pro Land sondern pro Bürger sich anschaut, da ist der Klimawandel ein Luxusproblem von einer verschwindend kleinen Menge Luxus-Bürgern der ersten Welt.
    Die genannten 5 Länder haben 142 Millionen Einwohner also 1.844% der Weltbevölkerung.
    • Gipfeligeist 11.12.2019 12:14
      Highlight Highlight @Auric
      Ja, weil der Klimawandel nicht so greifbar ist und das Bewusstsein auch mit dem Bildungsgrat zusammenhängt. Wer kein Trinkwasser hat, eine Plastik-verseuchte Natur sieht und unter Terrorgefahr lebt, hat wahrlich dringendere Probleme.

      Dennoch wissen wir, dass der Klimawandel das Potential hat, das Leben in den Entwicklungsländern deutlich zu verschlechtern. Deswegen sehe ich es als ein globales Problem und nicht als "First-World-Problem"
    • P.Rediger 11.12.2019 12:32
      Highlight Highlight Ein "Luxusproblem", welches von genau dieser Minderheit verursacht wird, weil sie überproportional Ressourcen verbraucht.
    • Auric 11.12.2019 13:38
      Highlight Highlight @Gipfel: das mag ja für uns im Wohlstand aufgewachsene und verschwindend kleine Minderheit so sein, nur.. was wollen wir dran ändern wenn es 92% es anders sehen?

      Es soll Massenmörder geben die mit steigender Temperatur und dadurch steigendem CO2 Pegel ein Segen für alles Lebende auf der Erde sehen, alles wächst besser, die Pflanzen vertragen sogar Dürrephasen besser wenn sie gut genährt sind, aber solchen Raummordkinderschänderrassistennazis darf kein Wort gegeben werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PlayaGua 11.12.2019 11:09
    Highlight Highlight Die steigende Weltbevölkerung ist das absolut wichtigste und drängendste Problem. Denn es hat massive Auswirkungen auf praktisch alles andere wie Umwelt, Klima, Ressourcen, Migration etc.
    • KeWin 11.12.2019 11:50
      Highlight Highlight Überbevölkerung ist meiner Meinung nach kein dringendes Thema, sonder vielmehr ein Problem welches sich mit der Zeit selber löst (vorausgesetzt wir verhalten uns richtig). Let me explain:
      Prognosen der UN und IIASA gehen davon aus, dass die maximale Anzahl lebender Menschen 10 resp 11 Milliarden nicht überschreitet. Es gibt gewisse Diskrepanzen, zwischen den beiden Analysen (insbesondere bei den Prognosen von Ländern wie China und Nigeria) aber grundsätzlich kommen sie zum gleichen Schluss, nämlich dass das Wachstum nicht unendlich ist... (1/2)
    • KeWin 11.12.2019 12:01
      Highlight Highlight ... Der Hauptgrund für diese Prognose ist der Effekt den man bei allen industrialisierten Ländern beobachten kann, nämlich dass mit wachsendem Wohlstand die Geburtenrate und damit auch das Bevölkerungswachstum zurückgeht. Das bedeutet, dass wir in unserem eigenen Interesse möglichst schnell sämtliche unterentwickelten Länder bei der Industrialisierung unterstützen sollen, um sie auf ein mit unserem Level vergleichbaren Wohlstandsniveau bringen zu können... (2/3)
    • solomon london 11.12.2019 12:03
      Highlight Highlight Und daher ist die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern absolut entscheidend und einer der wichtigsten Faktoren and dem wir arbeiten können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schönbächler 11.12.2019 11:01
    Highlight Highlight Da fehlen aber mindestens zwei wichtige Themen: Wohlstandsungleichheit und Populationswachstum.
  • Cirrum 11.12.2019 10:39
    Highlight Highlight 7% haben Angst vor Terrorismus in der Schweiz?? Waau.. die Angstmacherei funktioniert einwandfrei...
    • P.Rediger 11.12.2019 12:33
      Highlight Highlight Ist ja immer so. Ich wäre gespannt, wie das Ergebnis ausgehen würde, wenn man in der CH eine Umfrage machen würde, wovor die Menschen eher Angst haben, vor Terrorismus, oder davor mit dem Auto einen tödlichen Unfall zu haben.

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