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Studien belegen: Viele Fische sind mit Mikro-Plastik durchsetzt

11.01.2016, 15:1111.01.2016, 15:26

Winzige Plastikreste landen im Magen vieler Meerestiere – auch in dem von Makrele, Kabeljau und anderen Speisefischen, wie eine Studie aus Deutschland zeigt. Ob eine Gefahr für den Menschen besteht, ist noch unklar.

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Plastikreste in Fischen werden zum Problem.
Bild: AP

Im Meer lassen Wind, Wellen und Licht Kunststoff in nur wenige Millimeter grosse Partikel zerfallen. Forscher nennen diese Reste Mikroplastik. Gefunden wurden sie schon in allen Weltmeeren, wo sie nicht nur Seevögel, Wale und Lebewesen am Meeresboden bedrohen.

Zwei neue Studien von Wissenschaftern des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven haben gezeigt, dass auch Fische in Nord- und Ostsee sowie Meeresschnecken die Plastikteile fressen.

Makrelen besonders betroffen

Für die erste Studie untersuchten die Biologen Mageninhalt und Verdauungstrakt von 290 Makrelen, Flundern, Heringen, Dorschen und Klieschen. Dabei stellten sie fest, dass die Makrele deutlich häufiger Mikroplastik verschluckt als in Bodennähe lebende Fische wie Flunder oder Kliesche. Heringe scheinen dagegen zu bestimmten Jahreszeiten gar keine Plastikreste aufzunehmen.

«Die Ursache dafür liegt vermutlich im Fressverhalten der Fische», teilte Studienleiter Gunnar Gerdts mit. Die Makrele habe die Plastikreste mit Beute verwechselt, während die anderen Fische diese bei der Futtersuche zufällig mitgefressen hätten. Mikroplastik treibe oft in hoher Dichte an der Wasseroberfläche und ähnele damit frisch geschlüpften Seenadeln, auf die Makrelen Jagd machen.

Ob die verschluckten Plastikreste die Fische krank machen, darauf haben die Forscher in der Studie keine Hinweise gefunden. Auch die Folgen für den Menschen, wenn er diese Fische verzehrt, lassen sich schwer abschätzen.

Risiko beim Verzehr?

«Viele Partikel finden sich in den Verdauungsorganen», sagt AWI-Experte Lars Gutow. Vor dem Verzehr nehme man aber die Fische aus. Denkbar sei jedoch, dass sich im Fischdarm schädliche Chemikalien aus dem Kunststoff lösen und dadurch in den Körper des Tieres gelangen könnten. «Wir sind mit der Erforschung der Effekte noch ganz am Anfang», betonte Gutow.

Im Labor hat Gutow untersucht, ob Pflanzenfresser wie die Gemeine Strandschnecke Mikroplastik bei der Futtersuche aufnehmen. Diese frisst unter anderem Blasentang, auf dessen klebriger Oberfläche Plastikfragmente besonders gut haften.

Im Labor prüften die Wissenschaftler erst, wie viele Partikel sich auf den Algen festsetzten. Dann verfütterten sie Algen mit fluoreszierenden Plastikteilen an die Schnecken, die diese einfach mitfrassen. Allerdings schieden die Schnecken diese nahezu vollständig wieder aus.

(sda/dpa)

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