bedeckt, etwas Schnee
DE | FR
3
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Wissen
Food

Kaum zu glauben, aber wahr: Orangensaft trinken ist gesünder als frische Orangen zu essen

Gute Nachrichten für alle O-Saft-Fans: Das Getränk ist offenbar besser als sein Ruf.
Gute Nachrichten für alle O-Saft-Fans: Das Getränk ist offenbar besser als sein Ruf.Bild: shutterstock

Kaum zu glauben, aber wahr: Orangensaft trinken ist gesünder als frische Orangen zu essen

Eigentlich hat das Getränk keinen sonderlich guten Ruf. Doch Wissenschaftler aus Deutschland drehen den Spiess um – und behaupten, O-Saft sei gesünder als die Frucht selbst.
11.04.2015, 07:21

Wegen seines hohen Zuckergehalts gilt Orangensaft als nicht sonderlich gesund. Manche Ernährungswissenschaftler behaupten gar, man könne ebenso gut die gleiche Menge an Cola trinken – das käme dann etwa aufs Gleiche raus. 

Grundsätzlich ist es so, dass die Orange reich an Vitamin C, Carotinoiden und Flavonoiden ist. Letztere können das Risiko für bestimmte Krebs- oder Herzkreislauferkrankungen senken. Bei der Herstellung des Saftes wird der Gehalt dieser wertvollen Stoffe leicht verringert.

Dass der O-Saft, den wir im Laden zu kaufen kriegen, dennoch deutlich besser ist als sein Ruf, haben nun Wissenschaftler der Universität Hohenheim herausgefunden. Sie gehen sogar so weit, zu sagen, dass der Saft gesünder als die Frucht selbst ist.

Was magst du lieber?

Verdauung im Reagenzglas nachgestellt

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, haben die Forscher folgenden Test durchgeführt: Zunächst stellte Doktorand Julian Aschoff verschiedene Saftsorten her, nämlich frisch gepressten Saft und einen flash-pasteurisierten Saft. Letzterer wird in Supermärkten oft gekühlt als «Premiumsaft» verkauft.

Anschliessend stellte das Forscherteam im Reagenzglas die Vorgänge, die im menschlichen Körper bei der Verdauung passieren, nach und beobachtete, was mit den verschiedenen Säften passiert. Im Vergleich dazu machten sie den Test mit einer frischen Orange, um untersuchen zu können, was im Körper beim Verzehr der eigentlichen Frucht geschieht. Da die Orange zusätzlich zerkaut werden muss, wurden bei dem Test Speichel, Verdauungsenzyme und Gallenflüssigkeit hinzugefügt.

Dann kam man zu den folgenden Ergebnissen: Beim Verzehr der eigentlichen Frucht wurden 11 Prozent der Carotinoide, die als Provitamin-A eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielen, freigesetzt. Beim Frischsaft lag der Wert bei 28 Prozent und beim pasteurisierten Saft wurden sogar bis zu 40 Prozent freigesetzt.

Nektar ist nicht empfehlenswert

«Nimmt man die Ergebnisse aus unserer Publikation, ist Orangensaft die bessere Quelle für Carotinoide als die Frucht an sich», so das Fazit von Aschoff. Die Inhaltsstoffe im Saft würden bei der Pasteurisierung am besten freigesetzt und könnten so vom Körper am besten aufgenommen und verstoffwechselt werden. Eine gerade abgeschlossene Humanstudie habe die Ergebnisse des Modellversuchs zusätzlich bestätigt. 

Die Wissenschaftler sprechen sich dementsprechend klar für den – wenn auch massvollen – Verzehr von Orangensaft aus. Anders ist das beim Nektar: «Der Begriff Nektar hört sich zwar gut an und suggeriert, dass es als ‹Trank der Götter› ein besonders hochwertiges Produkt sei», so Professor Reinhold Carle, der Initiator der Orangensaft-Studie. «In Wirklichkeit wird Nektar aber zur Hälfte mit Wasser gemischt und dann mit Zucker angereichert, damit er genauso süss ist wie ein Saft.» Am Ende enthalte er zwar genauso viel Zucker wie ein Orangensaft – aber nur die Hälfe der Vitamine. (viw)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Wie ein finnischer Soldat im Zweiten Weltkrieg Wochen auf Crystal Meth überlebte
Russische Soldaten sollen im Krieg gegen die Ukraine unter Drogen stehen. Neu ist das nicht – wie die Geschichte vom Finnen Aimo Koivunen zeigt.

Sie laufen stur weiter in den Kugelhagel, achten nicht auf Kameraden, die neben ihnen zu Boden gehen. Wie Zombies sollen sich viele russische Soldaten im Kampf um die Stadt Bachmut verhalten, berichten ukrainische Streitkräfte. Inzwischen wird vermutet: Die russischen Soldaten stehen unter Drogen, die ihnen das Gefühl verleihen, unverwundbar zu sein.

Zur Story