Wissen
Forschung

Genfer Forscher: Finger entstanden aus Fisch-Kloake

Unsere Finger sind aus Fisch-Füdli entstanden

18.09.2025, 16:0318.09.2025, 16:03

Finger stammen von der Fisch-Kloake. Forschende aus Genf haben herausgefunden, dass Gene, die bei Fischen für die Kloake – also den Körperausgang für Kot, Urin und Fortpflanzung – zuständig waren, im Laufe der Evolution wiederverwendet wurden, um Finger zu bilden.

Vor 380 Millionen Jahren begannen unsere fischähnlichen Vorfahren, das Land zu besiedeln, und entwickelten sich zu zahlreichen Wirbeltierarten mit Füssen und Händen. Zu verstehen, wie diese Gliedmassen entstanden sind, sei eine der ältesten und meistdiskutierten wissenschaftlichen Fragen, schrieb die Universität Genf in einer Mitteilung zur am Mittwochabend im Fachblatt Nature veröffentlichten Studie. Eine Vermutung war, dass sie sich aus den Flossen der Fische entwickelt hatten.

Gene von Fischen und Mäusen verglichen

Um herauszufinden, welche Gene genau Finger entstehen liessen, verglichen die Forschenden das Erbgut von Fischen und Mäusen. Dabei untersuchten sie spezifisch die sogenannten regulatorischen Bereiche des Erbguts, also jene DNA-Abschnitte, die steuern, wann und wo die Gene aktiv werden.

In Mäusen identifizierten die Forschenden den regulatorischen Bereich, der entscheidend für die Entwicklung der Finger ist. Mit der Genschere CRISPR/Cas9 schalteten sie diese Region gezielt bei Fischen aus. Dadurch fiel in den Fischen die Genaktivität in der Kloake aus. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
1 / 13
Forscher bringen den Ur-Wolf zurück
quelle: colossal biosciences
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Spektakulärer Besuch aus der Tiefe: Forscher in Teneriffa filmen seltenen Fisch
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Schon neugeborene Mädchen und Buben verhalten sich unterschiedlich
Wie stark sind Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen anerzogen statt angeboren? Diskutiert und erforscht wird das schon seit Jahrzehnten – für einen Aspekt legt ein Forschungsteam nun ein Studienergebnis vor.
Unterschiede bei der Aufmerksamkeit für bestimmte Dinge gibt es demnach schon bei Neugeborenen. Männliche Säuglinge widmen dem Betrachten sozialer Reize - wie Gesichtern - einen kleineren Zeitanteil als weibliche, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Biology of Sex Differences.
Zur Story