Wissen
Schweiz

Studie: Bereits ein Nickerchen am Mittag macht das Gehirn lernfähig

Schlafen Gesundheit Studie
Ein kurzes Nickerchen reicht bereits, um Verbindungen zwischen Nervenzellen für neue Informationen zu öffnen.Bild: Shutterstock

Darum solltest du am Mittag ein Nickerchen machen

Ein Mittagsschlaf kann die Lernfähigkeit des Gehirns verbessern. Das zeigt eine neue Studie. Demnach reicht bereits ein kurzes Nickerchen, um Verbindungen zwischen Nervenzellen für neue Informationen zu öffnen.
22.01.2026, 12:5822.01.2026, 12:58

Die Studie der Universität und der Universitätsspitäler Genf und des Universitätsklinikums Freiburg wurde am Donnerstag in der Fachzeitschrift «Neuriomage» veröffentlicht.

Tagsüber verstärken sich durch die Verarbeitung von Eindrücken die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, den Synapsen. Dies führt zu einer Sättigung, welche die Lernfähigkeit mindert. Schlaf reguliert diese Aktivität wieder herunter. «Dieser 'synaptische Reset' setzt bereits nach einem Mittagsschlaf ein», wurde Studienleiter Christoph Nissen in einer Mitteilung der beteiligten Institutionen zitiert. Er ist heute Direktor des Zentrums für Schlafmedizin der Universitätsspitäler in Genf und Professor an der Universität Genf. Früher war er am Universitätsklinikum in Freiburg tätig.

Leistungsfähigkeit hoch halten

Für die Untersuchung beobachteten die Forscherinnen und Forscher 20 gesunde junge Erwachsene. An zwei Nachmittagen machten sie entweder einen Mittagsschlaf von durchschnittlich 45 Minuten oder blieben wach. Mittels nicht-invasiver Verfahren wie EEG-Messungen zog das Team Rückschlüsse auf die Stärke der Synapsen.

Nach dem Nickerchen war die synaptische Aktivität im Gehirn reduziert. Gleichzeitig war die Fähigkeit, neue Verbindungen zu bilden, deutlich verbessert. Das Gehirn war somit besser auf neue Lerninhalte vorbereitet als nach einer gleich langen Wachphase.

Die Erkenntnisse könnten laut den Forschenden gezielt genutzt werden, um die Leistungsfähigkeit in Berufen mit hoher geistiger Anforderung zu erhalten. Sie betonen jedoch, dass bei chronischen Schlafstörungen eine Verhaltenstherapie sinnvoller sei als Schlafmittel, da diese die natürlichen Erholungsprozesse stören könnten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Immer mehr Menschen schlafen zu wenig
1 / 5
Immer mehr Menschen schlafen zu wenig

Das passiert mit deinem Körper nach 24 Stunden ohne Schlaf.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Unser aller Traum: Essen und schlafen gleichzeitig
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Jeder 8. Krebsfall geht auf Infektionen zurück – Hauptübeltäter ist ein Bakterium
Eine neue Studie zeigt, dass 2024 weltweit rund 2,3 Millionen neue Krebsfälle durch Infektionen verursacht wurden. Fünf Erreger sind hauptsächlich dafür verantwortlich, darunter besonders ein Bakterium.
Die Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die im Fachmagazin The Lancet Oncology veröffentlicht worden ist, liefert das umfassendste und aktuellste Bild der mit Infektionen verbundenen Krebsbelastung. Die Analyse basiert auf Schätzungen zur Krebsbelastung aus der Datenbank des IARC Global Cancer Observatory und zeigt, dass im Jahr 2024 weltweit schätzungsweise 2,3 Millionen neue Krebsfälle – etwa 12 Prozent aller neuen Krebserkrankungen – durch Infektionen verursacht worden sind.
Zur Story