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Freie Meinungsäusserung (Symbolbild)

Freie Meinungsäusserung ist ein wertvolles Gut. Wo sollen ihre Grenzen liegen? Bild: Shutterstock

Wie frei soll freie Meinungsäusserung sein?

Marko Kovic



«Ich lehne ab, was Sie sagen, aber ich werde bis auf den Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.»

Mit diesem berühmten Motto beschrieb die Schriftstellerin Evelyn Beatrice Hall, wie und wie stark der französische Philosoph Voltaire an das Prinzip der freien Meinungsäusserung glaubte. Was im 18. Jahrhundert noch aufsehenerregend war, ist für uns heute an der Tagesordnung: Meinungsäusserungsfreiheit ist für uns ein selbstverständliches politisches Grundrecht, das für uns genauso zur Demokratie gehört wie Wahlen und Abstimmungen. Niemand ist ernsthaft gegen freie Meinungsäusserung. In uns allen steckt ein kleiner Voltaire.

Im Detail ist es aber nicht ganz klar, wie freie Meinungsäusserung im Alltag am besten gestaltet werden soll. Wie weit soll freie Meinungsäusserung genau gehen? Sollen alle alles über alle sagen dürfen, oder gibt es gute Gründe, Meinungsäusserung zu beschneiden? Wenn ja, wie sehen die Gründe aus? Diese Fragen sind in der heutigen Zeit der schier unbegrenzten Möglichkeiten der Online-Kommunikation so wichtig wie noch nie. Die Suche nach Antworten zeigt recht schnell, dass freie Meinungsäusserung ein kniffligeres Problem ist, als das eingängige Voltair’sche Motto vermuten lässt.

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Denkatelier.

Freie Meinungsäusserung aus philosophischer Sicht

Warum ist freie Meinungsäusserung eigentlich wünschenswert? Freie Meinungsäusserung, denken wir uns intuitiv wohl als Begründung, ist ein demokratisches Recht und eine demokratische Notwendigkeit. Eine Demokratie kann schliesslich nicht wirklich ohne das Recht, die eigene Meinung kundzutun, funktionieren. Diese Sichtweise ist ein Stück weit durchaus richtig, aber sie ist im Grunde ein zirkuläres Argument: Freie Meinungsäusserung gehört zu Demokratie; Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass es freie Meinungsäusserung gibt.

Eine bessere Begründung für freie Meinungsäusserung ist, dass wir nur mittels freier Meinungsäusserung in der Lage sind, zu bestimmen, was wahr ist und was nicht. Diese Funktion des freien Sprechens ist durchaus nachvollziehbar: Wenn es verboten ist, Ideen, Argumente und Evidenz frei präsentieren und diskutieren zu dürfen, wird es schwierig, die Welt zuverlässig zu verstehen. Freie Meinungsäusserung ist demgemäss Mittel zum Zweck, um die Realität besser greifbar zu machen.

Doch diese Rechtfertigung ist nicht pauschal zutreffend. Zum Beispiel wissen wir, dass der Diskurs zu Klimawandel näher an der Wahrheit wäre, würden wir Meinungsäusserung gezielt einschränken: Dürften sich nur qualifizierte Klimaforscherinnen und Klimaforscher zum Klimawandel äussern, wäre der öffentliche Diskurs genauer und präziser als er es aktuell ist. Heute reden viele unqualifizierte Personen wie z.B. Klimawandel-«Skeptiker» öffentlich mit, wodurch die Qualität der Debatte und der allgemeinen Informiertheit sinkt. Diese Verschlechterung der Wahrheitssuche nehmen wir aber nicht zum Anlass, Klimawandel-«Skeptikern» zu verbieten, sich zu äussern, weil freie Meinungsäusserung auch die Freiheit bedeutet, Unrecht zu haben.

Die vielleicht berühmteste Herleitung und Verteidigung freier Meinungsäusserung ist die Schrift «On Liberty» des Philosophen John Stuart Mill. Mill beruft sich ebenfalls auf das Prinzip der Wahrheitsfindung, präzisiert seine Vorstellung aber mit einem wichtigen Argument: Freie Meinungsäusserung sei grundsätzlich immer zu gewährleisten – ausser in Fällen, in denen das freie Kundtun der Meinung direkt Schaden und Leid verursacht.

John Stuart Mill

John Stuart Mill (1806-1873). Bild: Shutterstock

Die moralphilosophische Sicht, dass Leidreduktion oberste Priorität hat, ist als negativer Utilitarismus bekannt (im Gegensatz zu klassischem Utilitarismus, bei dem die Maximierung von Glück im Vordergrund steht). Das Prinzip der Leidreduktion prägt unser Verständnis freier Meinungsäusserung bis heute. Zum Beispiel finden wir es angebracht, dass öffentliche Aufrufe zu Gewalt gegen Individuen oder Gruppen in den meisten Fällen nicht erlaubt sein sollen, weil dadurch direkt und unmittelbar Leid verursacht wird.

Doch auch Mills Verständnis freier Meinungsäusserung ist nicht wasserdicht. Zum Beispiel lässt sich das Prinzip der Leidreduktion auf eine paternalistische Art ausnutzen. Die chinesische Regierung etwa begründet Zensur und Unterdrückung von Dissens mit dem Argument, dass damit lediglich Unwahrheiten, Unruhen und Konflikten vorgebeugt werden soll; freie Meinungsäusserung stünde der «harmonischen Gesellschaft» im Weg. Die paternalistische Logik von Zensur ist nicht ganz von der Hand zu weisen (freie Kritik an der Regierung würde so gut wie sicher zu gefährlichen Unruhen in China führen), aber wir empfinden diese Sicht trotzdem als stossend, weil damit auch verunmöglicht wird, Dinge, die die Machthaber schlecht machen, anzuprangern und zum Besseren zu verändern.

Eine vierte, weniger bekannte Sicht auf freie Meinungsäusserung ist die sprachphilosophische Denkschule der Sprechakttheorie. In der Sprechakttheorie werden, wie es der Name andeutet, Sprache und Kommunikation als eine bestimmte Form des Handelns verstanden. Wenn z. B. der Standesbeamte sagt, «hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau», passieren durch diesen Satz drei Dinge. Zum einen macht der Standesbeamte eine Lautäusserung; zum anderen hat der Satz bei den Empfängerinnen und Empfängern womöglich einen bestimmten emotionalen Effekt (wir nehmen an, dass die frisch Verheirateten glücklich sind). Durch den Satz des Standesbeamten passiert aber noch etwas Drittes: Das, was der Standesbeamte ausspricht, wird dadurch, dass er es ausspricht, wahr. Die Sprechhandlung des Standesbeamten hat also eine sogenannte performative Kraft, welche die soziale Realität verändert.

Aus dieser performativen Kraft des Kommunizierens, argumentiert der Sprachphilosoph John Searle in seinem Buch «Making the Social World», ergibt sich ziemlich direkt die Notwendigkeit sehr freier Meinungsäusserung. Angenommen, ich bin Kannibale. Hans sagt zu mir: «Menschen ermorden, um sie zu essen, ist moralisch falsch!» Diese Aussage trifft mich emotional und ich bin zutiefst schockiert und verletzt, weil ich mich von Hans angegriffen fühle.

Ergibt sich daraus das Recht, Hans zu verbieten, mich zu kritisieren? Nein, denn der subjektive emotionale Effekt der Aussage findet eben subjektiv bei mir statt; der subjektive Effekt ist nicht Gegenstand der Aussage selber. In performativer Hinsicht erhebt Hans lediglich den Anspruch, dass die Bedingungen für die Gültigkeit dessen, was er behauptet, erfüllt sind. Vielleicht hat er unrecht, aber der blosse Umstand, dass mir seine Aussage in emotionaler Hinsicht nicht passt, ist keine rationale Grundlage, ihm die Aussage zu verwehren.

Die Sprechakttheorie besagt damit, dass die Natur der Sprache und des Kommunizierens an sich zur Folge haben, dass Meinungsäusserung grundsätzlich maximal frei sein sollte. Egal, wie abscheulich und widerlich wir das finden, was gesagt wird, können wir es nur darum, weil wir es abscheulich und widerlich finden, nicht verbieten.

Freie Meinungsäusserung (Symbolbild)

«Wir werden nicht schweigen, damit du dich wohlfühlen kannst.» Bild: Shutterstock

Die Praxis ist schwieriger als die Theorie

Aus theoretischen Überlegungen können wir schlussfolgern, warum ein maximal umfassendes Recht auf freie Meinungsäusserung angebracht ist. Doch es gibt dabei ein Problem: In der Praxis sind Menschen nicht die perfekt rationalen Wesen, die sie in der Theorie sind. Die vom Philosophen Jürgen Habermas skizzierte «ideale Sprechsituation», in der sich komplett vernunftorientierte Menschen dem zwanglosen Zwang des besseren Argumentes hingeben, ist in der Realität weitgehend Fiktion. In Tat und Wahrheit sind Menschen fehleranfällige, irrationale Wesen, und gewisse Formen der freien Meinungsäusserung können darum Probleme bereiten.

Ein typisches Beispiel dafür ist politische Werbung. Theoretisch sollte es kein Problem sein, wenn reiche Einzelpersonen und Parteien in der Öffentlichkeit dank Werbung und PR omnipräsent sind, weil komplett rationale Menschen sich davon nicht beeindrucken lassen. Die Realität ist aber natürlich eine andere, wie wir alle wissen: Wenn Menschen mit PR bombardiert werden, hat das einen Einfluss auf Einstellungen und Präferenzen. In einer Studie beschreiben Kolleginnen und ich dieses blosse Gesehen-Werden als «Brute-Force»-Effekte, also als sprichwörtliche rohe Gewalt, die das rationale Denken aushebelt.

Ein anderes anschauliches Beispiel für die negativen Konsequenzen komplett freier Meinungsäusserung ist die Alt-Right-Radikalisierungsspirale im Internet. Es gibt zahlreiche Plattformen und Foren im Internet, in denen Leute mit reaktionären bis rechtsextremen Ansichten ihre Meinungen öffentlich und lautstark verbreiten können. Das ist in der Theorie kein Problem, weil ein komplett rationaler Mensch, der in Kontakt mit derlei Behauptungen kommt, ziemlich schnell erkennen sollte, dass rechtsextreme Verschwörungstheorien Unsinn sind.

Die Realität ist aber eine andere. Wenn Menschen in eine Art Echokammer hineinrutschen, in der sie immer wieder dasselbe hören, beginnen sie, an die Dinge, denen sie auf diese Art ausgesetzt sind, zu glauben. Diesen Effekt der «illusorischen Wahrheit» gibt es sogar dann, wenn Menschen eigentlich wissen, dass die Informationen, denen sie ausgesetzt sind, falsch sind – die Wahrheit zu kennen, schützt nicht davor, von Unwahrheit überzeugt zu werden.

Echokammer, Filterblase (Symbolbild)

In der Echokammer hört man immer wieder dasselbe. Bild: Shutterstock

Das Ideal komplett freier Meinungsäusserung scheitert also an der Realität, weil Menschen in Wirklichkeit nicht wie die perfekt rationalen Wesen aus der Theorie funktionieren. Darum kann es in der Praxis sinnvoll sein, Meinungsäusserung stärker zu limitieren, als es in philosophischen Gedankenexperimenten angebracht wäre. Zum Beispiel dürfte die schweizerische Antirassismus-Strafnorm, die bestimmte Formen der Meinungsäusserung einschränkt, die Wahrscheinlichkeit senken, dass faktisch und moralisch falsche Behauptungen irrationalerweise Zuspruch finden. Das ist ein gesamthaft positiver Effekt.

Freie Meinungsäusserung bleibt kompliziert

Es gibt keine einfache Formel, um zu bestimmen, wie viel freie Meinungsäusserung wann am besten ist. In philosophischer Hinsicht können wir festhalten, dass Meinungsäusserung grundsätzlich so frei wie möglich sein sollte, weil die blosse subjektive Missbilligung freier Rede nicht genügt, um diese einzuschränken. Es mag sein, dass ich mich durch das, was du sagst, beleidigt fühle, aber daraus lässt sich kein rationaler Anspruch ableiten, dir das Sprechen zu verbieten.

In praktischer Hinsicht wissen wir aber gleichzeitig, dass psychologische und soziale Dynamiken dazu führen können, dass komplett freie Meinungsäusserung empirisch gesehen negative Konsequenzen haben kann, die wir als demokratische, freie Gesellschaft vermeiden wollen. Wenn ich dir hundert Mal am Tag ins Gesicht sage, dass die Erde flach ist, wirst du irgendwann so weit zermürbt, dass du daran zu glauben beginnst.

Diese Gratwanderung, die es in Demokratien immer schon gab, wurde durch das Internet ein gutes Stück schwieriger. Einerseits legen online viele Menschen alle Regeln des zivilisierten Diskurses ab und üben sich praktisch nur noch in entfesselter Hetze gegen alle, die anders denken als sie selber. Andererseits gibt es als überzogene Gegenreaktion immer häufiger Shitstorms und dergleichen, mit denen einzelne Personen aufgrund einzelner Aussagen regelrecht «abgesetzt» und mundtot gemacht werden sollen.

Shitstorm (Symbolbild)

Shitstorms sollen einzelne Personen mundtot machen. Bild: Shutterstock

So, wie viele Menschen online hemmungslos Schreckliches herausposaunen, sind auch viele Menschen online der Meinung, dass ihre kollektive Empörung ob einer Person bedeutet, dass diese Person gar nicht mehr zu Wort kommen sollte. Unser Umgang mit freier Meinungsäusserung droht, aus den Fugen zu geraten.

Was ist zu tun? Womöglich wird es in Zukunft einen konzertierten regulatorischen Push à la DSGVO (das ist die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union) geben, dem sich auch US-amerikanische Internet-Giganten wie Facebook und Twitter fügen. Ein Konsens bezüglich freier Meinungsäusserung, der eine vernünftige Regulierung möglich machen würde, zeichnet sich gegenwärtig aber noch nirgendwo ab.

Doch wir können bereits heute beginnen, unsere eigene Einstellung und unser Verhalten zu überdenken. Eine allgemeine Daumenregel, die dabei helfen kann: Wenn wir sprichwörtlich nach oben schlagen wollen, dürfen wir weit ausholen. Eine freie, demokratische Gesellschaft funktioniert nur mit einer gehörigen Portion durchaus harter Kritik an politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten.

Wenn wir hingegen den Drang verspüren, nach unten zu treten, sollten wir innehalten. Wenn wir Menschen, die am unteren Ende des Machtspektrums stehen, beschimpfen und verbal angreifen wollen, sollten wir einen Gang runterschalten und uns im utilitaristischen Sinn fragen, ob die Welt durch das, was uns gerade auf der Zunge liegt, besser oder schlechter wird. Das Recht, zu reden, nimmt uns dabei niemand, aber manchmal ist Reden eben doch nur Silber und Schweigen Gold.

11 Tage alt und schon Opfer von Hass im Netz

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219Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thinkdeeper 02.03.2020 09:33
    Highlight Highlight Guter Artikel..
    Insbesondere schockierend ist immer wieder,
    dass Menschen am unteren Ende weiter nach unten treten.
    dass viele Meinungsfreiheit oft für Respektlosigkeit, Beschimpfung und Beleidigung des Gegenübers missbrauchen.
    dass freie Information und Diskurs aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht stattfinden kann.
    dass Meinungen durch Influencer / Redakteure gebildet werden, welche oft einseitig "gekauft, erpeesst oder Partei sind.
    dass Meinungsfreiheit durch Bestrafung (Ganze Thematik ďer Whistleblower / Ansange) systematisch angegriffen wird.
    und und
    • just sayin' 02.03.2020 12:06
      Highlight Highlight "dass Meinungsfreiheit durch Bestrafung (Ganze Thematik ďer Whistleblower / Ansange) systematisch angegriffen wird."

      whistleblower haben in den meisten fällen ein nda (non-disclosure agreement) unterzeichnet (was bei geheimdiensten etc noch irgendwie sinn macht... so wegen... em... "geheim" und so).

      die bestrafung, wenn gegen so eine erklärung verstossen wird, hat nicht mit der einschränkung der meinungsfreiheit zu tun. sondern nur, dass man einen vertrag bricht.
  • Was'n'loshier? 02.03.2020 07:24
    Highlight Highlight Hahaha, habe hier etwas Linkskritisches kommentiert. Der Kommentar wurde nicht aufgeschaltet - genau so will ich, dass freie Meinungäusserung aussieht.

    Danke!
  • Lowend 01.03.2020 14:55
    Highlight Highlight Einige Leute verstehen unter freier Meinungsäusserung offenbar, dass sie frei von Konsequenzen ihren Hass auf Gott und die Welt ausdrücken können.

    Man stelle sich nun mal die Reaktion dieser hasserfüllten Menschen vor, wenn zum Beispiel auch Islamisten genau das gleiche fordern würden.
  • Enzian034 01.03.2020 12:44
    Highlight Highlight Es sind zwei Paar Schuhe! Freie Meinungsäusserungen hier kund zu tun mit einem Pseudonym oder öffentlich!
    Müssten alle Kommende mit der vollen Adresse und Namen erscheinen, würden vieles nicht geschrieben.
    • Garp 01.03.2020 16:13
      Highlight Highlight Wenn ich mit jemandem auf der Strasse diskutiere, muss ich dem auch nicht vorerst meinen Namen und meine Adresse bekannt geben. Das Internet ist allerdings ein Problem, weil da gleiche Meinungen zu Gruppen organisiert werden, die zu mehr Macht streben und ihre Meinung politisch durchsetzen möchte.
  • aglio e olio 01.03.2020 12:26
    Highlight Highlight Danke Herr Kovic. Wieder ein interessanter Beitrag, der zeigt, dass die Welt vielschichtig ist und einfache, eindimensionale Erklärmuster oft nicht genügen.
    • just sayin' 02.03.2020 01:07
      Highlight Highlight watson wird erwachsen?
    • Normi 02.03.2020 08:23
      Highlight Highlight @just sayin

      NÖ nur Mainstream 🤷🏻‍♂️
  • beaetel 01.03.2020 12:13
    Highlight Highlight Die Frage stellt sich mir, welche Meinung wie prominent sich unwidersprochen äussern darf und bei welcher Meinung umgehend reingeredet wird, das Wort beschnitten, die betreffende Person diffamiert, wie so oft erlebt im Schweizer Fernsehen, insbesondere in der Arena, wo in erster Linie die Meinung des Moderators gilt und dieser wie ein Gott, meistens die Stärkeren reden lässt, die Schwächeren ständig unterbricht und die ganz Schwachen gar nicht erst einlädt. Daher denke ich, dass wir ständig uns manipulierenden Medien ausgesetzt sind, welche unbewusst zensiert und wirbt ...
    • Rabbi Jussuf 01.03.2020 17:04
      Highlight Highlight beaetel
      Du schaust offenbar keine deutschen Talksendungen...
  • Rabbi Jussuf 01.03.2020 10:58
    Highlight Highlight „Doch diese Rechtfertigung ist nicht pauschal zutreffend. Zum Beispiel wissen wir, dass der Diskurs zu Klimawandel näher an der Wahrheit wäre, würden wir Meinungsäusserung gezielt einschränken: …“
    Dieser Satz impliziert, dass der Autor genau wüsste, was die Wahrheit ist!

    Für einen Philosophen ein ziemlicher Lapsus, den er dann im weiteren Verlauf sogar noch vertieft indem er „Klimaforscher“ „Klimawandel-«Skeptikern»“ gegenüberstellt, wie wenn „Klimawandel-«Skeptiker»“ keine qualifizierten Personen sein könnten und automatisch im Unrecht seien.
    Ist eine Kategorienfrage.
  • Rethinking 01.03.2020 10:09
    Highlight Highlight Im Zusammenspiel zwischen freier Meinungsäusserung und Demokratie gibt es meines Erachtens ein grosses Problem...

    Ein Grossteil der Gesellschaft urteilt jeweils aus der aktuellen Weltsicht. Oftmals ist sie auch nicht willens oder in der Lage eine andere Perspektive einzunehmen...

    Kommt also ein vorausschauender, visionärer Denker daher, hat er es oft sehr schwer seine neue Weltsicht, die so gar nicht zu der aktuellen passt, zu etablieren...

    Dass die Erde rund ist, wollte man erst sehr lange nicht wahrhaben...

    Insofern ist die Demokratie Fluch und Segen zugleich...
    • Rethinking 01.03.2020 13:42
      Highlight Highlight ...sie verhindert dass Irre und Egozentriker die Macht übernehmen und eine Diktatur errichten

      ...gleichwohl verhindert sie aber auch, dass weise, vorausschauende Visionäre uns in eine bessere Welt führen
    • Garp 01.03.2020 16:06
      Highlight Highlight Zu Zeiten als die Erkenntnis auftauchte, dass die Erde rund ist, herrschte keine Demokratie.

      Visionäre haben es immer schwer, in Diktaturen wo keine freie Meinungsäusserung herrscht erst recht, ausser die Vison lässt sich vom Diktator ausnutzen, dann verordnet er sie.

      Weiss nicht was Du wirklich sagen willst.
    • Rethinking 01.03.2020 17:29
      Highlight Highlight @ Garp: In einer Demokratie musst du die Mehrheit von deiner Vision überzeugen...

      Dazu müsste die Mehrheit aber in der Lage sein ausserhalb eingespurter Bahnen zu denken...

      Dies ist selten der Fall...

      Insofern sind für die grossen Probleme selten Lösungen zu finden resp. die echte Lösungen setzen sich mangels Unterstützung nicht durch...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 01.03.2020 10:00
    Highlight Highlight „In Tat und Wahrheit sind Menschen fehleranfällige, irrationale Wesen, und gewisse Formen der freien Meinungsäusserung können darum Probleme bereiten.„

    Und trotzdem nutzen gerade Medien dies immer wieder gezielt aus um mit Sensationsartikeln die irrationale Stimmung weiter an zu heizen...

    Siehe aktuell das Thema Coronavirus...
  • Cpt. Jeppesen 01.03.2020 09:45
    Highlight Highlight Zitat:
    "Diesen Effekt der «illusorischen Wahrheit» gibt es sogar dann, wenn Menschen eigentlich wissen, dass die Informationen, denen sie ausgesetzt sind, falsch sind – die Wahrheit zu kennen, schützt nicht davor, von Unwahrheit überzeugt zu werden."

    Beweisstück A:
    Play Icon
  • Caturix 01.03.2020 09:37
    Highlight Highlight Also hier darf ja auch nicht jeder seine Meinung sagen in den Kommentaren. Vieles würde/wird sicher gelöscht weiles nicht die meinung von Watson ist oder weil sich jemand daran stört, weil es rassistisch ist oder noch schlimmer.
    • Weisser Mann 02.03.2020 11:08
      Highlight Highlight Frage mich gerade ob es sinn macht hier zu antworten, wahrscheinlich nicht.
      Watson ist ein privates Medium und darf selbst entscheiden was sie auf ihrer Webseite aufschalten oder nicht.

      Dazu kommt, dass Watson Kommentarregeln hat. Das führt dazu, dass Kommentare, die diesen Regeln nicht entsprechen, nicht aufgeschaltet oder gelöscht werden. Darunter gehört, sofern ich mich richtig erinnere auch rassitsiche Hetze.

      Kurz, wie im Artikel beschrieben, muss halt eingegriffen werden, wenn der Mensch irrationalen Bullshit postet oder "nach unten tritt". So einfach ist das.
  • just sayin' 01.03.2020 08:44
    Highlight Highlight ein gut geschriebener artikel!
    danke watson.

  • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 08:13
    Highlight Highlight Was wird mittlerweilen alles im Internet nicht mehr veröffentlicht oder wird Opfer von Zensur oder anderen Sanktionen?

    Auf dieser Website kann man sich gut darüber informieren. https://reclaimthenet.org/



  • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 08:11
    Highlight Highlight Dass die Echo Kammer schlechte Effekte haben kann wissen wir.
    Twitter: veröffentlicht neue Funktionen zum zensieren und leiten von Diskussionen, welche jedoch mehr Echo Kammern erzeugen können.

    https://reclaimthenet.org/twitter-conversation-control/
  • Super 01.03.2020 06:14
    Highlight Highlight Die Frage ist doch, wer entscheidet welche Einschränkungen gelten sollen.
    Dann wird schnell klar, das nur die momentane Machtlage entscheidet was gesagt werden darf und was nicht.
    Darum, möglichst niemandem was vorschreiben, damit man selber auch nichts vorgeschrieben bekommt.
    Auch wenn dann halt so manches Auge nicht trocken bleibt.
  • Schneider Alex 01.03.2020 05:45
    Highlight Highlight Wer von einer bunten Gesellschaft redet, muss auch bereit sein, Buntheit wirklich zuzulassen. Erst unterschiedliche Farben machen die Buntheit aus. Das gleiche Recht, das die Äusserung einer Meinung garantiert und schützt, garantiert und schützt auch die gegenteilige Meinung. Rechtsgleichheit ist die Zwillingsschwester der Freiheit.
    • Ueli der Knecht 01.03.2020 12:31
      Highlight Highlight Die Aussage, dass alle XYZs kriminelle Messerstecher seien, ist aber keine Meinung sonder eine unwahre und rassistische Tatsachenbehauptung.

      Eine Meinung wäre die Äusserung, "ich finde, dass alle XYZs kriminelle Messerstecher sind", oder "in meinen Augen,..." oder "Meiner Meinung nach sind...." usw.

      Da sollte man schon unterscheiden.

      Die Meinungsfreiheit geht sehr weit.

      Aber unwahre und rassistische Tatsachenbehauptung fallen nicht unter die Meinungsfreiheit, sondern unter das Strafgesetz.
  • Cédric Wermutstropfen 01.03.2020 04:47
    Highlight Highlight Landesbürger, die politisch partizipieren dürfen, sollen sich komplett frei äussern dürfen, ausgenommen Rufmord. Für alle anderen sollen strengere Regeln gelten; bspw. sollen für diese Aussagen, die sich negativ gegen die Nation oder das Staatswesen richten verboten sein, ebenfalls politische Forderungen jeglicher Art. So wäre der Demokratie (und mir) Genüge getan. Diese verschärften Regeln sollen weiters auch für eine gewisse Frist für Gewalttäter mit Staatsbürgerschaft gelten.

    Die Macht der Wahl und der Stimme sollen nur auf verdienten Landesbürgern vereinigt sein, auf niemandem sonst.
    • Rabbi Jussuf 02.03.2020 02:01
      Highlight Highlight Dir ist hoffentlich klar, dass es nichts mehr mit Demokratie zu tun hat, wenn dein letzter Satz Gültigkeit haben soll. (Wer soll bestimmen, was "verdient" heissen soll???)
      Den ersten Teil gibt es in einer gemässigteren Form schon und ist auch richtig so.
    • Cédric Wermutstropfen 02.03.2020 06:49
      Highlight Highlight „Dir ist hoffentlich klar, dass es nichts mehr mit Demokratie zu tun hat, wenn dein letzter Satz Gültigkeit haben soll.“

      Wie soll mir etwas, was Falsch ist, klar sein? Demokratie ist schliesslich nicht die Herrschaft der Einwohner, sondern die des Staatsvolkes und aus diesem kann man Leute immer auch de facto ausschliessen. Die Bedingungen dafür stellt eben jenes Staatsvolk. Btw das gibt es ja auch schon.. z.B. mit der Altersgrenze.
    • Rabbi Jussuf 02.03.2020 10:23
      Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass eine Altersgrenze eingeführt werden könnte, die einen Bürger von einer Wahl ausschliessen kann. Solche Fantasien geistern nicht zuletzt bei Linken und Grünen durch die Köpfe.
      Die untere Altersgrenze ist ja das Gegenteil: Ab einem gewissen Alter wird jemand aufgenommen.

      In den USA gibt es das, dass Verurteilte Straftäter eine Zeitlang kein Wahlrecht mehr haben. Ich halte das für äusserst heikel.
      Mit Ausschlussbedingungen ist der Willkür Tür und Tor geöffnet! und ein Mittel missliebige Meinungen zu unterdrücken.
  • Ueli der Knecht 01.03.2020 03:03
    Highlight Highlight Der Autor vermischt Meinungsfreiheit mit Redefreiheit (Freedom of Speech). Das wären zwei verschiedene Sachen. Wie Äpfel und Birnen.

    "Leute aus XYZ sind alle kriminell" - ist keine Meinung, sondern eine (evtl. strafrechtlich relevante) Tatsachenbehauptung. Das fällt unter Redefreiheit.

    "Ich glaube/meine/finde, Leute aus XYZ sind alle kriminell" ist eine subjektive Meinungsäusserung, und strafrechtlich eher unbedenklich. Das fällt unter Meinungsfreiheit.

    Wenn man Meinungen nicht von Tatsachenbehauptungen unterscheidet, resultiert nur Birchermüesli; vermantschte Äpfeln und Birnen mit Sauce.
  • Statler 01.03.2020 02:54
    Highlight Highlight Anscheinend scheitern hier viele schon an dem Begriff «Meinung».
    Die Aussage «ich bin der Meinung, dass Schwulsein unnatürlich ist», muss begründet werden (ich bin der Meinung, dass … weil…).

    Lautet die Aussage jedoch nur «Schwulsein IST unnatürlich» ist das eben keine Meinung, sondern ein (vermeintlicher) Fakt.

    Man wird im 1. Fall nicht die Meinung als solche anzweifeln, sondern die Begründung für selbige (was relativ einfach sein wird). Es findet also ein Diskurs statt.

    Im 2. Fall kann keine Diskussion stattfinden, weil die Aussage gar nicht begründet wird.
    • Cédric Wermutstropfen 01.03.2020 05:01
      Highlight Highlight Auch beim zweiten Fall ist implizit klar, dass es sich um eine Meinung handelt. Da kann man also genauso über eine allfällige Begründung diskutieren.

      Der einzige Unterschied ist, dass man bei Aussage 1 die eigene Unwissenheit signalisiert. Aber so gesehen müssten wir dann immer und über alles im Konjunktiv sprechen, weil wir uns eigentlich über nichts absolut im Klaren sein können.

      „Spinat ist grusig“ und „Ich finde Spinat grusig“ ist für mich das gleiche, da ich ja weiss, dass das Gegenüber nicht allwissend ist und das Gegenüber weiss, dass ich das weiss usw.
    • Statler 01.03.2020 10:48
      Highlight Highlight Nein, es ist eben nicht klar. Das eine ist eine Behauptung, das andere klar eine Meinungsäusserung. C'est le ton qui fait la musique. Ich würde z.B. sagen «Ich mag keinen Spinat, den finde ich grusig».
      Es spielt durchaus eine Rolle, wie man etwas sagt, denn je nachdem provoziere ich eine andere Reaktion beim Empfänger der Botschaft.
      Ein Politiker der sagt «Ausländer bedrohen unsere Gesellschaft» provoziert mit dieser Aussage eine durchaus erwünschte Reaktion, die er mit «ich finde, Ausländer bedrohen unsere Gesellschaft», so nicht im selben Mass erzielen würde.
    • Rabbi Jussuf 02.03.2020 02:15
      Highlight Highlight Statler
      Das sind so Spielereien, die funktionieren in der Theorie mit dem perfekten Menschen a la Habermas. In der Realität spielt noch so viel anderes eine Rolle, wie Nonverbales, der Kontext, das momentane Umfeld, der Status der Personen, etc.
      Wenn du es nur ein wenig geschickt anfängst, dann kannst du mit einem Satz, der mit "Ich meine, dass.." mehr verletzen, als mit einer schlichten Behauptung.
      Worauf du hinzielst, ist PC und die führt direkt in Meinungsunterdrückung.

      Trotzdem: C'est le ton qui fait la musique.
  • Locutus70 01.03.2020 02:24
    Highlight Highlight "Die Realität ist aber eine andere. Wenn Menschen in eine Art Echokammer hineinrutschen, in der sie immer wieder dasselbe hören, beginnen sie, an die Dinge, denen sie auf diese Art ausgesetzt sind, zu glauben." - das ist für mich kein Argument gegen die freie Meinungsäußerung, denn das gibt es auch unter JournalistInnen und PolitikerInnen.
    • walsi 01.03.2020 08:32
      Highlight Highlight Bei Linken und Rechten, und bei noch vielen anderen Gruppen. Die Mehrheit der Menschen bewegen sich immer in irgend einer Echokammer.
    • just sayin' 01.03.2020 11:12
      Highlight Highlight @ walsi

      jep.
      der trick ist, es zu merken.
      (und bei anderen meinungen zuzuhören)
  • Swen Goldpreis 01.03.2020 00:07
    Highlight Highlight Schönes Schlusswort!
  • Satan Claws 29.02.2020 23:36
    Highlight Highlight Nur weil man seine Meinung sagen kann bedeutet nicht, dass man es auch muss. Im Zweifelsfall sollte man einfach die Fresse halten.

    Memo an mich: Fresse halten.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:36
      Highlight Highlight Selbstzensur ist eine gefährliche Sache.
    • Weisser Mann 02.03.2020 11:13
      Highlight Highlight Nur weil man seine Meinung sagen kann, bedeutet es nicht, dass sie von anderen Akzeptiert werden muss. :)

      Hop Satan Claws, lass alles raus!
  • Satan Claws 29.02.2020 23:15
    Highlight Highlight Wenn Moral und Empathie fehlen ist die freie Meinung nur eine Zusammenstellung von Beleidigungen.

    Mich darf man sogar beschimpfen, mich damit zu verletzen geht aber nur, wenn man mir nicht egal ist.

    Es gibt aber offensichtlich Personen die geschützt werden müssen, denn oft endet ein Leben im Selbstmord oder einem Problem, für welches wir schlussendlich alle Bezahlen.

    Anstatt zu verbieten wäre es besser zu schulen. Niemand ist gefeit vor Fehlern, aber absichtlich Menschen zu verletzen zeugt von wenig Selbstachtung und eibem fehlenden Wertekompass.
    • Cédric Wermutstropfen 01.03.2020 05:09
      Highlight Highlight „Mich darf man sogar beschimpfen, mich damit zu verletzen geht aber nur, wenn man mir nicht egal ist.“

      In diesem Sinne, guten Morgen Du Suppenkasper.
    • Simsalabum 01.03.2020 06:43
      Highlight Highlight Kein Leben endet durch Selbstmord. Das Wort heisst Suizid.
    • Rabbi Jussuf 01.03.2020 10:44
      Highlight Highlight Beleidigungen und Verleumdung sind aber hier nicht das Thema.
      Das lässt sich relativ leicht von freier Meinungsäusserung trennen, wie das auch im Text oben gemacht wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • super_silv 29.02.2020 23:15
    Highlight Highlight Ganz klar: Freie Meinungseusserung ist ein Grund-Menschenrecht und diese gelte nur soweit bis sie andere Menschenrechte verletzen. Also darf man niemanden aufgrund seiner Rasse oder Aussehen diffamieren etc..
    • Statler 01.03.2020 02:55
      Highlight Highlight Eine Diffamierung ist auch keine Meinungsäusserung, sondern eben eine Diffamierung.
      Das verwechseln nur leider sehr viele.
    • DemonCore 01.03.2020 05:26
      Highlight Highlight Wer entscheidet was diffamierend ist?

      Nein, das kann kein Kriterium sein. Es ist unnötig, die Redefreiheit einzuschränken.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:38
      Highlight Highlight Also darf ich nicht sagen Person x sieht hässlich aus, weil das mein subjektives empfinden ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 29.02.2020 23:08
    Highlight Highlight Es ist eigenartig, dass man bei der Definition der Freiheit durchaus Einschränkungen kennt, nämlich wenn die Freiheit eines anderen Individuum tangiert wird.
    So kann es auch bei der Meinungsfreiheit eben nicht eine gänzliche Freiheit geben ohne dass die Meinungsfreiheit eines anderen unter Umständen damit tangiert oder eingeschränkt wird. Gerade wenn ein Meinungsführer genügend Rückhalt halt, kann es sehr wohl zur Einschränkung der Meinungsfreiheit eines Dritten kommen.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:40
      Highlight Highlight Du findest es also ok, wenn auf Twitter ein Rapper gesperrt wird wegen "hate crime", nachdem er auf die Aussage eines gender Aktivisten "Ok, dude" gesagt hat?
    • Daniel Caduff 01.03.2020 13:28
      Highlight Highlight @Destiny

      Twitter ist ein privates Unternehmen. Wie auch Watson, etc. Da kommt eine völlig andere Komponente dazu, die Gewerbefreiheit. Ich kenne zwar den Fall nicht, den Du da ansprichst, mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit hat das aber definitiv nichts zu tun.

      Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass Du ein Recht darauf hast, dass ein gewinnorientiertes privates Unternehmen Dir eine Plattform für Deine Meinung bieten muss.

      Für mich geht es da um Fälle wie die Überwachung in China, wo Du u.U. in einem "Umerziehungslager" verschwindest oder dem Mord an Kashoggi durch Saudi Arabien.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 20:04
      Highlight Highlight @Caduff, das ist der Fall.
      https://reclaimthenet.org/zuby-music-banned-twitter-trans/

      Es ist jedoch ein Problem wenn die Polizei bei dir einen Beauch abstattet weil du etwas auf Twitter geschrieben hast und das obwohl es nicht gegen ein Gesetz verstosst!
      So geschehen in UK.
      Wenn die Polizei also aufgrund solcher Dinge ausrückt, dann ist das 1884 live.


    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr no 29.02.2020 21:17
    Highlight Highlight Leider ist es heute so, dass diejenigen denen eine geäusserte Meinung nicht passt, diese verbieten wollen. Und ihr verbot begründen sie dann auch noch mit mäf. Bestes bsp ist die unsägliche politische Korrektheit!!! Ausserdem ist es nicht so, dass Unwahrheiten für wahr gehalten werden nur weil sie oft wieder holt werden. Das erkennt jeder halbwegs intelligente mensch
    • FrancoL 29.02.2020 23:02
      Highlight Highlight Ich finde es immer anmassend wenn jemand die Intelligenz zur Begründung herbei zieht. Wie ist es zB wenn Du nicht genügend intelligent bist, um zu merken, dass sehr wohl eine immer wieder aufgetischte Lüge unter umständen immer etwas "wahrer" werden kann?
      Dich nachahmend müsste ich dann sagen: halbwegs intelligente Menschen müssen diesem Phänomen nachgehen.
    • Satan Claws 29.02.2020 23:22
      Highlight Highlight Noch nie in der Geschichte der Menschheit konnte so viel gesagt werden, ohne dass einem der Kopf vom Rumpf geschlagen wurde.

      Unsere Zeit ist klasse, Rassisten, Mobber und Ar*******er bleiben sche****.
    • Statler 01.03.2020 03:05
      Highlight Highlight Zum Nachsatz: Werbung funktioniert aber genau so. Der Name eines Produkts wird so oft wiederholt, bis er mit einer bestimmten, wünschenswerten Eigenschaft verknüpft wird.
      Die Psychologie hat ausserdem herausgefunden, dass wir ein bestimmtes Ereignis als bedrohlicher empfinden, wenn wir öfter mit ihm konfrontiert werden. Lesen wir also pro Tag z.B. 100x, dass ein Ausländer eine Straftat begangen hat, erhält dieser einzelne Vorfall eine grössere Bedeutung, als er in Wirklichkeit hat.
      Ausserdem sind Menschen leider nicht halb so rational, wie sie immer meinen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hattori_Hanzo 29.02.2020 21:15
    Highlight Highlight Spannende Zusammenstellung verschiedener philosophischer Ansätze mit vielen Denkanstössen, gerade für philosophie Laien wie mich. Danke für den Artikel.

    Interessant auch, dass die beiden Topkommentare das komplexe Thema sogleich wieder vereinfachen und uneingeschränkte Meinungsfreiheit fordern.

    Ich denke, wie im Artikel ebenfalls schön dargelegt, dass das ganze Thema auf eine Gratwanderung hinausläuft und die Grenzen immer mal wieder neue ausgehandelt werden müssen.

    Vieleicht erreichem wir irgendwann mal eine "Zivilisiertheit" die weitgehend uneingeschränkte Meinugsfreihet erlaubt.
    • DemonCore 01.03.2020 05:35
      Highlight Highlight Das hat vlt damit zu tun, dass wortreich am Thema vorbei geschrieben wurde. Fakt ist, dass die freie Meinungsäusserung unter Attacke ist, von links, von den Religionen und von paternalistischen Strafrechts-Fetischisten. Falsche und dumme Ideen können aber nur durch Gegenrede wirksam bekämpft werden. Nicht mit Bussen und Skandalen.
    • Statler 01.03.2020 11:08
      Highlight Highlight @Demon: Rede und Gegenrede können aber nur funktionieren, wenn sich beide Seiten an gewisse Regeln halten. Argument <-> Gegenargument. Eine Behauptung ist aber kein Argument, sondern eben eine Behauptung und erlaubt schon in der Art der Äusserung eben keine Gegenrede.

      Wer sich nicht an diese Regeln hält, verwirkt damit auch sein Recht am Diskurs teilzunehmen.
    • überflüssig 01.03.2020 12:18
      Highlight Highlight demon core
      mein empfinden ist eher, dass freie meinungsäusserung zunehmend für hass und fake missbraucht wird. wenn diese eskalation nicht stattfinden würde, bräuchte man sich nicht über meinungsfreiheit zu unterhalten. wir sind sicher alle dankbar, dass meinungsfreiheit ein grundrecht ist.
      beleidigung, hass und mobbing gehören für mich aber nicht zur „meinung“, sondern sollten ab einem bestimmten punkt strafverfolgt werden.
      es gibt auch das recht auf unversehrtheit.
      schmerzen zuzufügen ist kein recht.
  • The oder ich 29.02.2020 20:57
    Highlight Highlight Leider verwechseln viele Meinungsfreiheit mit Beleidigungsfreiheit. Weist man sie darauf hin, sagen sie dann "Man darf auch gar nichts mehr sagen"
    • DemonCore 01.03.2020 05:41
      Highlight Highlight Der Kommentar zeigt exemplarisch das Problem. Viele Leute glauben, sie hätten ein Anrecht darauf, nie mit Aussagen konfrontiert zu werden, die ihnen weh tun. Das ist ein verweichlichter, untauglicher Ansatz.

      Einige Muslime waren beleidigt, als Mohamed karikiert wurde. Nur dass jemand (angeblich) beleidigt ist, kann kein Kriterium sein.
    • Rabbi Jussuf 01.03.2020 11:08
      Highlight Highlight Nein, Beleidigung und Verleumdung sind einigermassen klar definiert. Es reicht nicht, dass sich jemand beleidigt fühlt, er muss auch noch beweisen können, dass es sich bei einer bestimmten Aussage um eine Unwahrheit gegen seine Person handelt.
      Das wird im Artikel (etwa in der Mitte) ausgespart:
      "Ergibt sich daraus das Recht, Hans zu verbieten, mich zu kritisieren? Nein, denn der subjektive emotionale Effekt der Aussage findet eben subjektiv bei mir statt; der subjektive Effekt ist nicht Gegenstand der Aussage selber."
    • Statler 01.03.2020 11:17
      Highlight Highlight @Demon: schönes Beispiel, denn die berühmten Mohammed-Karikaturen war, m.M. nach eben keine Meinungsäusserung, sondern eine pauschale Verunglimpfung (Mohammed mit Bombe -> alle Muslime sind [potentielle] Terroristen).
      Ich habe «je suis Charlie» nie wirklich verstanden, denn die Urheber haben mit ihren Zeichnungen schlicht Öl in ein Feuer gegossen, statt zum Nachdenken anzuregen.
      Die Reaktion darauf war selbstredend untolerierbar, jedoch nicht ganz unerwartet. Was genau die Zeichner mit ihren Darstellungen zu erreichen glaubten, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • hiigaran ion beam frigate 29.02.2020 20:41
    Highlight Highlight ganz einfach: frei. freie (uneingeschränkte) meinungsäusserung ist ein grundpfeiler der demokratie. das bedeutet, dass auch personen mit extremen ansichten ihre meinung frei äussern zu können. eine gesellschaft muss damit umgehen können.
    • Satan Claws 29.02.2020 23:18
      Highlight Highlight @hiigaran ion beam frigate

      Selbst dann wenn andere deswegen sterben?
    • DemonCore 01.03.2020 05:43
      Highlight Highlight Wegen einer Meinungsäusserung stirbt niemand. Es stirbt jemand nach Gewalteinwirkung, die ja streng reguliert ist.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:45
      Highlight Highlight @Satan, mobbing bleibt mobbing und kann strafbar sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 7000lt. 29.02.2020 20:39
    Highlight Highlight Ganz frei, alles andre geht gar nicht
  • Gooner1886 29.02.2020 20:29
    Highlight Highlight Ich höre sie schon jetzt die ganzen "mimimi's" von wegen man darf nicht mehr sagen was msn will. 😁

    Es ist ganz einfach, sag was du willst und punkt.

    Freie Meinung heisst nicht das jede/r damit einverstanden ist. Wenn du dich z.B. respektlos äusserst also homophob, rassistisch etc. wundere dich nicht wenn du auf Gegenwind stösst. Denn solchen Bullshit will man halt auch nicht hören. Das ist keine Einschränkung sondern die populärere Gegenmeinung.

    Für alle die sagen sie können sich nicht mehr frei Äussern. Ich würde mich über Beispiele freuen.

    Ich jedenfalls kann mich nicht beschweren.
    • Locutus70 01.03.2020 02:29
      Highlight Highlight @Gooner1886 - Schön geschrieben. Was mir auch noch so auffällt ist, das Leute die sich in ihrer Meinungsfreiheit angegriffen fühlen, sich auch gern Schuhe anziehen, die ihnen andere vor die Füße stellen.
    • Rabbi Jussuf 01.03.2020 11:19
      Highlight Highlight Gooner aus der Position des vermeintlich moralisch Richtigen verdammst du Meinungen, die dir nicht passen als homophob, etc, wie es halt grade in deinen Kram passt.
      Das ist bereits eine handfeste Meinungsunterdrückung, die du da veranstaltest.
    • Gooner1886 01.03.2020 13:44
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf

      Ich teile nur meine Ansicht. Entweder bist du einverstanden damit oder nicht das musst du wissen. Aber eine Meinung unterdrücke ich sicherlich nicht. Ich schreibe dir auch nicht vor wie dein Moralischerkompass zu funktionieren hat. Es gibt nur halt Meinungen die sind populärer als andere. Wenn du eine unbelibte Meinung hast gibt es nun mal eher negative Reaktionen darauf, aber unterdrückt wird nichts.

      Viele sind mittlerweile aber wohl der Ansicht ihre Meinung wird unterdrückt wenn es Gegenstimmen gibt. Dies ist eben dann Meinungsfreiheit. 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Michi Sunnestich 29.02.2020 20:29
    Highlight Highlight Ich denke der Balanceakt besteht darin, dass man nicht nur das Recht auf Freie Meinungsäusserung wahrnimmt, sondern manchmal auch das Recht zu Schweigen - Meine Freiheit hingegen besteht sowieso darin, dass ich nicht jedem Zuhören muss.
  • Spooky 29.02.2020 20:23
    Highlight Highlight Wenn ich meine Meinung frei äussern würde,
    hätte ich 10'000 Ehrverletzungsklagen am Hals.
    • Satan Claws 29.02.2020 23:26
      Highlight Highlight @Spooky

      Schön dass du andere so wichtig nimmst.
    • Spooky 01.03.2020 07:27
      Highlight Highlight @Wander

      Sensible Beamten
    • Spooky 01.03.2020 07:33
      Highlight Highlight @Satan Claws

      Ich sie nicht. Aber sie mich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 29.02.2020 20:23
    Highlight Highlight Zur freien Meinungsäusserung gehört zwingend ein freies Individuum.

    Wenn ein einzelner Mensch frei seine Meinung äussert, die er selber aus seiner Beobachtung der Welt gewonnen hat, ist dies meist ein wertvoller Beitrag, den man selber in Betracht ziehen sollte, wenn man sich eine Meinung bildet.

    Wenn sich aber zwei oder mehr Individuen absprechen, um einer vorgefassten Meinung mehr Gewicht zu geben, ist schon höchste Vorsicht geboten, denn dann handelt es sich nicht mehr um eine freie, sondern um abgesprochene Meinungen, die aus einem bestimmten Kalkül einer grösseren Gruppe erfolgen.
  • Til 29.02.2020 20:03
    Highlight Highlight Manche Meinungen sind einfach so blöd, dass sich die Äuserrnden damit selbst disqualifizieren.
    • MartinZH 29.02.2020 20:30
      Highlight Highlight Quod erat demonstrandum ... 😉👍😂
    • DemonCore 01.03.2020 05:51
      Highlight Highlight Genau Til, deshalb sollte die FMA nicht eingeschränkt sein. Idioten geben sich dann von weitem zu erkennen.
  • Nelson Muntz 29.02.2020 19:56
    Highlight Highlight Das Problem sind eher Profi-Empörte auf allen Social Media Kanälen. Ihr dauerndes Aufschreien stumpft vor wirklich schlimmen Sachen ab. Ein Dubler Mohrenkopf ist weder rassistisch noch sonst was. Genau wie das Zigeuner Schnitzel vom Dorfmetzger oder ein Mohrenbier aus dem Ländle.
    • Gwdion 29.02.2020 21:36
      Highlight Highlight Doch, natürlich ist es rassistisch. Aber nichts davon hat mit einer Einschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit zu tun. Weder Herstellung, noch Verkauf oder Konsum der Dubel-Mohrenköpfe, sogenannter Zigeunerschnitzel oder Mohrenbiers steht meines Wissens unter Strafe. Auch war es Dir erwiesenermaßen möglich, Deine Meinung hier frei zu äußern. Wenn Du nicht damit klarkommst, dass Rassismus kritisiert oder nur schon als solcher benannt wird, ist das Dein persönliches Problem.
    • Nelson Muntz 29.02.2020 22:42
      Highlight Highlight Du scheinst ein Problem zu haben mein Lieber, oder wieso sollte ich gegen Rassismus sein? 🤔 UND du bist sicherlich ein Weisser, ich bins übrigens nicht....
    • Satan Claws 29.02.2020 23:33
      Highlight Highlight @Nelson Muntz

      "Gefühl ist alles;
      Name ist Schall und Rauch,
      umnebelnd Himmelsglut." - Goethes Faust

      Der Geschmack ist mir persönlich wichtiger als der Name, aber jeder darf selbst entscheiden wie er seine Prioritäten setzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Daniel Caduff 29.02.2020 19:55
    Highlight Highlight Ich sehe ein Grossteil der genannten Probleme (Shitstorms, Beleidigungen, etc.) im Zusammenhang mit anonymer Meinungsäusserung. Zu Zeiten von Voltaire und den anderen genannten schlauen Köpfen war das wohl weniger der Fall.

    Sollte Meinungsfreiheit also auch das Recht auf Anonymität umfassen? Auch die Bundesverfassung oder die EMRK äussert sich da nicht dazu. Ich bin der Ansicht, wer für sich die Meinungsfreiheit in Anspruch nimmt, sollte sich auch gegenüber der Meinung der anderen exponieren.

    @ Herr Kovic: Falls Sie hier mitlesen, Ihre Meinung würde mich interessieren!
    • DemonCore 01.03.2020 05:55
      Highlight Highlight Das Buch 'Böse Philosophen' geht ausführlich auf die Umstände für die Aufklärer in ihrer Epoche ein. Anonyme Veröffentlichungen waren Gang und gäbe, eben um sich vor der Verfolgung durch die kritisierten Personen/Institutionen zu schützen.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:53
      Highlight Highlight @Daniel, ähm wurde nicht gerade zu dieser Zeit besonders oft unter einem Pseudonym veröffentlicht, weil man nicht vom König /Kirche verfolgt werden wollte?
    • Daniel Caduff 01.03.2020 11:22
      Highlight Highlight @Demoncore / Destiny

      Womit Ihr ja genau beweist, dass damals eben keine Meinungsäusserungsfreiheit bestand. Sonst hätte man sich ja nicht vor Verfolgung schützen müssen.

      Ich geb Euch recht, wenn Ihr in einer Diktatur lebt. In China, Nordkorea, Saudi Arabien, etc. ist Anonymität sicher gerechtfertig. Auch für Whistleblower wie Manning oder Snowden.

      Auch der Schutz der eigenen Intimsphäre ist für mich legitim, also zB. ein anonymer Fetlife-Account.

      Zu einem politischen Diskurs in einer Demokratie gehört für mich jedoch ein offenes Visier.

  • Watcher 29.02.2020 19:41
    Highlight Highlight Freie Meinungsäusserung ist, wenn man seine Meinung frei äussern kann. Was in der Schweiz als freie Meinungsäusserung gilt, ist ähnlich was Telefongesellschaften mit „unlimitiert“ meinen, nämlich im kleingedruckten: „unter unlimitiert verstehen wir max. 2GB, danach gedrosselt oder mit Kosten verbunden.“ Unter unlimitiert versteht der Kunde *ohne Limit*. Freie Meinungsäusserung in der Schweiz ist ähnlich, wenn es den Richtlinien entspricht kann man seine freie Meinung äussern, wenn nicht, man kann es trotzdem, jedoch kann es Konsequenzen mit sich tragen.
    • DemonCore 01.03.2020 05:56
      Highlight Highlight Bravo.
  • Drachenherz 29.02.2020 19:40
    Highlight Highlight Naja, sobald mehrere Menschen betroffen sind, gilt es halt gewisse Regeln zu beachten: meine Freiheit hört dort auf, wo andere Grenzen überschritten werden.
    Der Grat ist schmal und schwierig. Und keine Regel ohne Ausnahme, bsp. Humor mit seinen Facetten.
    Ist philosophisch: was ist frei?
    • Glenn Quagmire 29.02.2020 19:59
      Highlight Highlight Und wenn ich jetzt 200 Berufsempörte finde, welche sich nerven, dass du...hmmm, sagen wir mal grüne Schuhe trägst. Deine Freiheit sie zu tragen würde kaum aufhören, oder? Würdest du aber, wieder nur als Beispiel, Randgruppen übelst beleidigen, wäre die Empörung gerechtfertigt.
    • DemonCore 01.03.2020 05:57
      Highlight Highlight Nein, die Meinungsäusserungsfreiheit sollte überhaupt nicht eingeschränkt sein.
  • Maya Eldorado 29.02.2020 19:28
    Highlight Highlight Es ist zu unterscheiden die Meinung die man zu einem Thema hat und der Verurteilung von Menschen, die eine andere Meinung als die eigene haben.

    Also eine Meinung betrifft nur die Meinung dieses Menschen.
    Ein Urteil ist keine Meinung mehr. Da hebt man seine Ansicht der Dinge als Wahrheit hervor und diffamiert die Meinung anderer.
  • smartash 29.02.2020 19:23
    Highlight Highlight Mir scheint, als würde der Autor ein paar Dinge durcheinander bringen. So schreibt er immer wieder von wahr und falsch in Bezug auf Meinugen.
    Eine Meinung kann per Definition aber weder falsch noch richtig sein, da eine Meinung etwas ist, was sich nicht überprüfen lässt. Dadurch unterscheidet sich eine Meinung von einem Fakt.

    Ist Vielen nicht bewusst. Und so verkaufen Brandstifter weiterhin ihre falschen Fakten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. DAS ist ein Problem, welches man mal diskutieren sollte
    • Daniel Caduff 29.02.2020 22:37
      Highlight Highlight Du kannst statt "Meinungsfreiheit" auch "Redefreiheit" sagen. Und die umfasst auch das Recht, falsche Fakten zu verbreiten. Herr Kovic erklärt ja gerade, dass dies eine der negativen Folgen ist. Der negative Utilitarismus sieht das als Missbrauch der Meinungsfreiheit / Redefreiheit.
  • Irvin Totic 29.02.2020 19:23
    Highlight Highlight Sobald die "Freie Meinungsäusserung" Instrument der rechten und Identitären wird, um gezielt Hetze zu betreiben, dann geht es nicht mehr um Meinung, sondern Moral!
  • Fumia Canero 29.02.2020 19:17
    Highlight Highlight „Na ja, Meinungen sind wie Arschlöcher, Euer Ehren: Jeder hat eins!“ (Filmzitat aus: The People vs. Larry Flynt)
  • Daniel Caduff 29.02.2020 19:11
    Highlight Highlight Jeden Artikel von Herrn Kovic, den ich bisher gelesen habe, fand ich äusserst Lesenswert. So auch diesen hier wieder! Vielen Dank für diese Beiträge und die interessanten Denkanstösse!
    • Random Striker 29.02.2020 21:53
      Highlight Highlight Wenn Leute auf Beiträge wie Daniel’s Blitze verteilen, dann denke ich mir immer wieder, dass der Kehrwert vom Herz-Quotienten einfach der Troll-Quotient ist und auch ein tolles Mass für Meinungsmache. Aber auch Trolle dürfen natürlich ihre Meinung frei äussern. Im Übrigen kann ich Daniel‘s Kommentar nur zustimmen.
    • DemonCore 01.03.2020 06:03
      Highlight Highlight Ich fand den Artikel nicht besonders gelungen. Wortreich, umständlich und weitgehend am interessanten Kerngehalt vorbei.

      Ein Teil der Leute sind der Meinung, dass man die Meinungsäusserungsfreiheit einschränken soll, um die Gefühle bestimmter Gruppen zu schützen.

      Die Verfechter der reinen Lehre, sozusagen, lehnen dies ab. Diese Differenz sollte man herausarbeiten und beleuchten.
    • The Destiny // Team Telegram 01.03.2020 07:57
      Highlight Highlight @Random, ich teile seine (und deine?) Meinung nicht, bin ich jetzt ein Troll?
  • Chrigi-B 29.02.2020 19:06
    Highlight Highlight Alle Restriktionen gehören gekippt. In einer freien Gesellschaft sollte man sagen dürfen was man will. Sei es noch so diskriminierend, beleidigend oder rassistisch.

    Die heutige Bussenpolitik ist lächerlich. Ich gebe gerne ein Beispiel:

    Ein Holocaustleugner posaunt seine bescheuerte Meinung lauthals in der Öffentlichkeit heraus. Er wird angezeigt und gebüsst. Hat er etwas gelernt? Nö, er sagt es einfach nicht mehr in der Öffentlichkeit.

    Je kontroverser die Aussage, desto mehr Diskussion ist nötig um der Person davon abzubringen. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel☝🏻
    • Daniel Caduff 29.02.2020 22:30
      Highlight Highlight Lies nochmal den Abschnitt zur Echokammer. Deswegen bin ich der Ansicht, dass es eben etwas bringt, wenn der Holocaustleugner seine Meinung nicht mehr öffentlich äussert, insbesondere nicht mehr online. Er steckt dann weniger andere an.
    • Chrigi-B 29.02.2020 22:54
      Highlight Highlight "wenn der Holocaustleugner seine Meinung nicht mehr öffentlich äussert, insbesondere nicht mehr online. Er steckt dann weniger andere an."

      Herr Caduff, wissen sie wie das Internet funktioniert?

      Ausserdem: Holocaustleugner gehören konfrontiert und der Sachverhalt erklärt. Wenn du sie ausschliesst enden sie im schlimmsten Fall mit einer Waffe in der Hand, Facebooklivestream und einem Manifesto auf 4Chan.

      Zensur war und wird nie die Lösung sein, egal wie bescheuert die Aussagen sind.
    • DemonCore 01.03.2020 06:09
      Highlight Highlight Wenn aber Lügen zum Holocaust nicht mehr verbreitet werden dürfen, warum dann zur Entstehung der Erde (<-> Schöpfungsgeschichte), zur Mondlandung (<-> Mondlandungslüge), zur Klimaerwärmung (<-> Klimaskeptiker)?

      Wenn der Holocaust nicht geleugnet werden darf, warum darf man denn andere historische oder wissenschaftliche Tatsachen anzweifeln oder relativieren?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Asmodeus 29.02.2020 19:00
    Highlight Highlight Das Recht auf freie Meinungsäußerung endet wo sie die Rechte anderer beschneidet.

    Also bei Beleidigung, klaren Lügen und Hetze.

    Simpel
    • 044 508 39 39 het sie gseit 29.02.2020 22:27
      Highlight Highlight Und Asmo wärst der Sheriff, gell?
      😅
    • ursus3000 01.03.2020 08:14
      Highlight Highlight @ 044 508 39 39 het sie gseit Und ich der Richter
  • Random Striker 29.02.2020 18:33
    Highlight Highlight Vielen Dank Marko und Watson für diesen Beitrag und damit das Setzen einer hohen Messlatte hier
    • just sayin' 01.03.2020 10:53
      Highlight Highlight erfreulich anders für watson.
      danke!
  • 044 508 39 39 het sie gseit 29.02.2020 18:31
    Highlight Highlight Alle Zeichen deuten heute darauf, die frisch erlangte Meinungsfreiheit wieder abzuwürgen.

    Mit genau dieser Fragestellung, die man heitern jeder Ecke hört: was darf eigentlich Meinungsfreiheit?

    Das nennt sich heute political correctness.
    • ursus3000 01.03.2020 08:15
      Highlight Highlight * Alle Zeichen deuten heute darauf, die frisch erlangte Meinungsfreiheit wieder abzuwürgen. *
      Du meinst Anonym zu beschimpfen im Internet ?
  • Michel Henkel 29.02.2020 18:22
    Highlight Highlight Das eigentliche Problem ist dass zwar alle eine Meinung haben, aber die wenigsten eine Ahnung haben. Und wenn hunderte dieselbe Meinung haben so höre ich trotzdem auf den einen der Ahnung hat.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 29.02.2020 22:25
      Highlight Highlight 🤔
    • ursus3000 01.03.2020 08:17
      Highlight Highlight @ 044 508 39 39 het sie gseit Verwundert mich nicht dass Du das nicht verstehst
  • Erklärbart. 29.02.2020 18:19
    Highlight Highlight "Wie weit soll freie Meinungsäusserung genau gehen? Sollen alle alles über alle sagen dürfen, oder gibt es gute Gründe, Meinungsäusserung zu beschneiden?"

    Nein, es gibt keine Gründe sie zu beschneiden. Wer andere aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung beleidigt, soll gebüsst werden. Das regelt ja das Diskriminierungsverbot. Man muss es nur konsequent anwenden.

    Wenn einer Sche*** Moslem/Jude/Lesbe/Asiat sagt/schreibt, muss er halt schmerzlich bestraft werden - finanziell, so Bussen ab CHF 10'000.

    Denn Diskriminierung/Beleidigung ist nicht Meinungsfreiheit.
    • Lodestone 29.02.2020 18:43
      Highlight Highlight Wieso da aufhören, machen wir gleich Fluchen als ganzes Strafbar🙄. Ich währe wahrscheinlich einer der ersten der eingebuchtet wird, gemäss meiner Frau😑
    • Froggr 29.02.2020 18:47
      Highlight Highlight Also willst du die Meinungsfreiheit trotzdem beschränken? Ich komm nicht draus.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 29.02.2020 18:48
      Highlight Highlight für verschiedene Leser scheinbar doch.
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  • MartinZH 29.02.2020 18:19
    Highlight Highlight Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft:

    Art. 16 Meinungs- und Informationsfreiheit

    1. Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist gewährleistet.

    2. Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten.

    3. Jede Person hat das Recht, Informationen frei zu empfangen, aus allgemein zugänglichen Quellen zu beschaffen und zu verbreiten.

    Die Rechte, die in der CH-Bundesverfassung festgehalten sind, sind nicht verhandelbar!

    Die CH-Bundesverfassung beruht auf einem freiheitlich-liberalen Gedankengut, das die Menschenrechte achtet.
    • ursus3000 29.02.2020 19:22
      Highlight Highlight Es gibt einen Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Meinungsäusserungsfreiheit . Denken darfst du alles aber nicht alles sagen , zB Rassismus die Verfassung wurde erst gerade letzthin erweitert ( Homogesetz ) und fast alle waren dafür
      Wie das Cirrum , Wander Kern's Revenge und Froggr gesehen haben weiss ich natürlich nicht
    • swisskiss 29.02.2020 19:35
      Highlight Highlight MartinZH: Ich glaube , dass Du etwas überlesen hast.
      BV Artikel 7: " Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen."

      Wie die Würde des Menschen zu schützen ist, wird durch Antirassismusgesetz, Antidiskriminierungsgesetz und Strafgesetz definiert.
      DAS ist der Rahmen der freien Meinungsäusserung.
    • The Count 29.02.2020 20:11
      Highlight Highlight Paragraph 3 wird mit der Zwangsgebühr für Radioempfang missachtet, von dem her spielt es auch gar keine Rolle wenn die Meinungsfreiheit mit Füssen getreten wird.

      Sarkasmus Off...
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  • Cirrum 29.02.2020 18:06
    Highlight Highlight Wir verlieren unsere freie Meinungsäusserung in der heutigen Zeit.. was darf man schon noch sagen ohne dass sich irgendwer empört.. und was bringt und freie Meinungsäusserung wenn diejenigen die das System steuern sowieso machen was sie wollen..
    • Heinzbond 29.02.2020 18:17
      Highlight Highlight Man sollte beim äussern der Meinung a darauf achten das es eine Meinung keine Beleidigung ist und b das das gegenüber respektvoll oder mit anstand behandelt dann sollte es auch weniger empörte geben...
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 29.02.2020 18:29
      Highlight Highlight Welches system? Du bist teil einer gesellschaft, keines systems. In einer gesellschaft kann man dinge verändern, in einem system nicht.

      Wenn Du natürlich möchtest, dass man menschen auf grund einer religion, sexualität oder nationalität verfolgt, verletzt oder ausweist, dann musst Du mit gegenwehr rechnen.

      Zudem jammerst Du zuerst, dass es keine meinungsfreiheit gibt und dann wiederum das gegenteil!!?

      Dann sag uns doch, was Du gerne für eine gesellschaft möchtest (darfst Du, denn wir haben meinungsfreiheit).
    • Balikc 29.02.2020 18:32
      Highlight Highlight Freie Meinungsäusserung ist kein Garant für Kritiklosigkeit, im Gegenteil, auch die "Empörung" ist eine Meinung, die geäussert werden darf.
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  • Froggr 29.02.2020 17:54
    Highlight Highlight Freie Meinungsäusserung heisst freie Meinungsäusserung, sprich dass man seine Meinung frei äussern kann. Ist dies nicht der Fall, ist „freie Meinungsäusserung“ schlicht der falsche Begriff. Ganz einfach. Meinetwegen fast freie Meinungsäusserung oder sowas. Aber nicht so.
    • Firefly 29.02.2020 18:01
      Highlight Highlight Das ist okay, solange Kritik an einer Meinung nicht als Zensur gesehen wird.

      Sprich freie Meinung muss mit Kritik rechnen die eben so frei geäussert werden kann.
    • Normi 29.02.2020 18:03
      Highlight Highlight Die meisten verwechseln Meine-Meinungsfreiheit mit Meinungsfreiheit für alle...
    • Troll Watson 29.02.2020 18:04
      Highlight Highlight Oh! Es geht hier um Meinungsäusserung?
      Hervorragend. Ich fange gleich mal an:

      Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber ...
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