DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hans Christian Gram machte die Bakterien bunt und rettete damit Unzähligen das Leben

13.09.2019, 10:5713.09.2019, 13:36

Wer heute schon eine Google-Suche getätigt hat, wird auf ein spezielles Google-Logo gestossen sein. Das Doodle zeigt einen Mann mit Brille und Schnauz – das ist Hans Christian Gram –, ein Mikroskop und bunte Bakterien. Gram wäre heute 166 Jahre alt geworden. Google ehrt diesen Geburtstag mit einem Doodle.

Doch warum war der Wissenschaftler aus Kopenhagen so wichtig? Er entwickelte 1884 das nach ihm benannte Verfahren der «Gram-Färbung». Damit machte er die kugel- und stäbchenförmigen Bakterien in einer Zeit sichtbar, die keine Hochleistungsmikroskope kannte. Hans Christian Gram machte damit die Erforschung von gefährlichen Krankheiten möglich.

So funktioniert die «Gram-Färbung»

Die unterschiedlichen Bakterienarten haben verschieden dicke Zellwände. Gibt man nun Gentianaviolett auf eine Bakterien-Kultur, dringt der Farbstoff in die Zellen ein und reagiert dort mit einer Iod-Kalium-Lösung. Durch diese Reaktion bildet sich ein Iod-Farbstoff-Komplex.

Gibt man darauf Ethanol bei, dringt dieser durch die dünnschichtigen Zellwände ein und löst die Färbung wieder. Alle Bakterien, die danach noch gefärbt sind, haben also dicke Zellwände und können so von den dünnwandigen unterschieden werden. Sie werden grampositiv genannt. Die gramnegativen Bakterien wurden dann zur besseren Unterscheidung mit Safranin oder Fuchsin nachgefärbt.

Die grampositiven Bakterien färben sich violett, die gramnegativen hingegen rot.
Die grampositiven Bakterien färben sich violett, die gramnegativen hingegen rot.
Bild: wikipedia

Wofür wurde diese Methode gebraucht?

Die Erkennung von Bakterien befeuerte das damals neuaufkommende Feld der Bakteriologie und brachte so der Wissenschaft unvorstellbaren Fortschritt. Der französische Mikrobiologe Émile Roux, zum Beispiel, verwendete diese Methode, um Gonokokken zu erkennen. Diese färbten sich mit dieser Methode nämlich rot (waren also gramnegativ), im Gegensatz zu vielen anderen Kugelbakterien (Kokken).

Gonokokken sind für unterschiedliche Krankheiten wie Gonorrhoe, umgangssprachlich Tripper genannt, verantwortlich. Geheilt werden konnte die Krankheit aber erst durch eine weitere Erfindung aus dem 20. Jahrhundert: das Penizillin. (leo)

Hans Christian Gram.
Hans Christian Gram.
Bild: wikipedia
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Auch Bakterien lieben Ihr Smartphone

1 / 5
Auch Bakterien lieben Ihr Smartphone
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

700'000 Patienten infizieren sich jährlich im Spital

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die 7 grössten Ängste der Impf-Gegner – und die Antworten darauf

Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung ist nach wie vor nicht geimpft. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Wir haben euch gefragt, warum ihr euch nicht impfen lasst und eure Antworten auf ihre Richtigkeit überprüft.

«Warum lasst ihr euch nicht impfen?» Diese Frage stellten wir euch vor ein paar Tagen und baten, uns eure Begründungen zuzusenden. Einige argwöhnten, wir starteten unseren Aufruf nur, um impfskeptische Personen auflaufen zu lassen oder vorzuführen. Doch vielmehr geht es uns darum, Ängste und Zweifel ernst zu nehmen und darauf einzugehen.

So haben wir eure Antworten gelesen, die häufigsten Gründe und Argumente gesammelt und sie für euch auf die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse …

Artikel lesen
Link zum Artikel