Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Versuchsanordnung mit den Bakterien Caulobacter crescentus in mikrofabrizierten Kammern. Jede Kammer besteht aus 8 Kanälen, und in jedem Kanal wächst eine Bakterienpopulation.

Versuchsanordnung mit den Bakterien Caulobacter crescentus in mikrofabrizierten Kammern. Jede Kammer besteht aus 8 Kanälen, und in jedem Kanal wächst eine Bakterienpopulation.
Grafik: eawag/Stephnaie Stutz

Bakterien können eine Art kollektives Gedächtnis entwickeln



Ein einzelnes Bakterium vergisst schnell, aber im Kollektiv können sich Bakterien an früheren Stress «erinnern» und sich darauf einstellen. Das haben Wissenschaftler des Wasserforschungsinstituts Eawag und der ETH Zürich herausgefunden.

Erleben Bakterien einen «Salzschock» mit erhöhten Salzkonzentrationen, überleben sie dank dieser Vorwarnung einen zweiten solchen Schock besser. Jedoch hält dieser schützende Effekt nur während einer halben Stunde an.

In einer ganze Bakterienpopulation wirkt die Vorwarnung jedoch viel länger nach: Auch noch zwei Stunden nach dem ersten Salzschock bleiben die Bakterien robuster. Von diesem «kollektiven Gedächtnis» berichten die Mikrobiologen Roland Mathis und Martin Ackermann von der Eawag und der ETH Zürich im Fachjournal PNAS, wie das Wasserforschungsinstitut am Montag mitteilte

Caulobacter crescentus, Die Bakterien sind mit einem Haftorganell am Boden der Kammer befestigt.

Die Bakterien Caulobacter crescentus sind mit einem Haftorganell am Boden der Kammer befestigt.
Grafik: Eawag/Stephanie Stutz

Überlebensfähigkeit untersucht

Die beiden Mikrobiologen hatten die Überlebensfähigkeit von Caulobacter crescentus unter die Lupe genommen – einem Bakterium, das in Salz- und Süsswasser verbreitet ist.

«Wenn wir diese kollektiven Effekte verstehen, kann das helfen, Bakterienpopulationen besser zu kontrollieren.»

Martin Ackermann, Eawag

Als Ursache für dieses «kollektive Gedächtnis» der Bakterien haben die Forscher das Zusammenspiel von zwei Faktoren erkannt: Zum einen zwingt der erste Salzschock die Einzeller zur Verlangsamung und Gleichschaltung ihrer Zellteilung innerhalb der Population. 

Zum anderen hänge die Überlebenschance davon ab, in welchem Stadium der Zellteilung sich das einzelne Bakterium befinde, wenn die zweite Belastung eintritt, schrieb die Eawag. Die Anfälligkeit der Population ändere sich somit über die Zeit. 

Je nach Zeitpunkt empfindlicher oder robuster

Vorgewarnte Bakterien können demnach künftige Belastungen je nach Zeitpunkt besser überleben oder sogar empfindlicher darauf reagieren als Artgenossen ohne vorherige Stresserfahrung. «Wenn wir diese kollektiven Effekte verstehen, kann das helfen, Bakterienpopulationen besser zu kontrollieren», sagte Ackermann in der Mitteilung. 

Bedeutung habe dies beispielsweise für das Verständnis, wie Krankheitserreger sich gegen Antibiotika wehren, oder wie Bakterien in industriellen Prozessen oder Kläranlagen leistungsfähig bleiben können, auch wenn die Umweltbedingungen stark schwanken. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 09.03.2016 13:33
    Highlight Highlight Wäre schön wenn Menschen auch ein kollektives Gedächtnis entwickeln könnten. Dann wären sie sich mehrheitlich einig wie man auf Herausforderungen gemeinsam reagieren könnte.
    6 0 Melden
  • Raphael Stein 09.03.2016 12:00
    Highlight Highlight Menschen und Bakterien agieren in vielen Belangen genau gleich. Ziel ist fast immer die Zerstörung vom Wirt, auf den sie gerade Leben. Leider haben die Menschen zur Zeit bloss einen.
    7 2 Melden
    • Jol Bear 09.03.2016 21:27
      Highlight Highlight Zur Ehrenrettung der Bakterien: Krankheitserreger und Schädlinge sind nur einige. Ohne die Bodenbakterien, welche den Humus bilden und den Pflanzen Nährstoffe bereitstellen oder jene im Wasser, hätten wir weder zu essen noch zu trinken. Kurz: Bakterien sind die Grundlage des Lebens auf dieser Erde.
      7 0 Melden
    • Raphael Stein 10.03.2016 18:55
      Highlight Highlight Zeit_Genosse, Jol Bear, da habt ihr beide recht. Immerhin in vielen Belangen....
      1 0 Melden
    • Ensker 10.03.2016 19:32
      Highlight Highlight Es sind Viren, welche de Wirt zerstören um sich fortzupflanzen(wie der Mensch). Nur einige Bakterien führen dieses Verhalten. Doch recht muss ich dir geben dass wir menschen alles zerstören um uns präsent zu machen
      0 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

350'000 Franken pro Patient: So viel kostet die neue Novartis-Krebstherapie

Novartis hat grünes Licht für seine neue Gentherapie erhalten. Sie wird unter anderem für Kinder mit einer speziellen Form von Leukämie eingesetzt. Für Aufregung sorgt jedoch der Preis der neuen Behandlung.

Sie ist enorm teuer. Die neue Gentherapie von Novartis ist seit Montag auch in der Schweiz zugelassen. In den USA und Europa erhielt die Behandlung gegen bestimmte Krebsarten wie Leukämie schon früher grünes Licht. Die Preise in den USA, Deutschland und Grossbritannien geben einen deutlichen Hinweis darauf, was die Therapie mit dem Kunstnamen Kymriah hierzulande kosten wird.

Da die Schweiz sich preislich auf neun europäische Vergleichsländer abstützt, sind insbesondere die Tarife in …

Artikel lesen
Link to Article