Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
HI-Virus, Aids

Dürfen wir das HI-Virus ausrotten, wenn wir dazu imstande sind? Bild: Shutterstock

Wir haben die Pocken-Erreger ausgerottet. Aber wie weit darf dieser «gute Genozid» gehen?

Marko Kovic



Genozid gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte. Verbrechen wie der Völkermord an den Armeniern, der Holocaust im Zweiten Weltkrieg, der Genozid in Ruanda, das Massaker von Srebrenica und viele andere mehr haben unvorstellbar viel Leid verursacht. Genozid ist ein Fenster in die finsteren, erschreckenden Abgründe der menschlichen Natur.

Gleichzeitig hat «Genozid» – so verrückt es klingen mag – aber auch ungemein viel Leid verhindert und die Welt fast unvorstellbar stark verbessert. Diese Art des «guten Genozids» richtet sich allerdings nicht gegen Menschen, sondern gegen nicht-menschliches Leben, vor allem im Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Den moralisch «guten Genozid» erachten wir zumeist nicht als Genozid, obwohl er genau dies ist: Die gezielte und systematische Auslöschung von Leben. Eine ehrliche Debatte über «Genozid» ist aber überfällig, weil technologische Entwicklungen «Genozid» immer einfacher machen und wir ohne klare moralische Leitplanken riskieren, katastrophale und unumkehrbare Fehler zu begehen.

Marko Kovic, Skeptiker Schweiz

Bild: Skeptiker.ch

Dr. phil. Marko Kovic ist Präsident von ZIPAR – Zurich Institute of Public Affairs Research. Zudem ist er CEO der Beraterfirma ars cognitionis.

Der «gute Genozid»

Die Pocken waren einer der grössten Killer der Menschheitsgeschichte. Allein im 20. Jahrhundert haben über 300 Millionen Menschen aufgrund der Pocken einen äusserst qualvollen Tod erfahren. Dank einer weltweiten Kampagne unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO gelang es zu Beginn der 1980er, diese Geissel der Menschheit zu eliminieren: Die Pocken wurden dank weltweiter Impfkampagnen ausgelöscht.

Ein junges Mädchen in Bangladesh 1973, infiziert mit Pocken. Im Dezember 1977 wurde Bangladesh für pockenfrei erklärt
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/66/Child_with_Smallpox_Bangladesh.jpg/672px-Child_with_Smallpox_Bangladesh.jpg

Ein mit Pocken infiziertes Mädchen in Bangladesch im Jahr 1973. Vier Jahre später wurde Bangladesch für pockenfrei erklärt. Bild: Wikimedia

Die Auslöschung der Pocken bedeutete auch die Auslöschung der Variola-Viren, welche für die Pocken verantwortlich waren. Mit anderen Worten: Dank eines systematischen «Genozids» konnte ungemein viel Leid verhindert werden. Die Auslöschung der Pocken ist nicht die einzige «Genozid»-Kampagne zum Zwecke der Leid-Reduktion.

Pocken-Erreger, Variola-Virus

Variola-Viren haben unermessliches menschliches Leid verursacht. Bild: Shutterstock

Aktuell sind beispielsweise die Bakterien, die Frambösie verursachen, sowie die Würmer, die für Drakunkulose («Guinea Worm Disease») verantwortlich zeichnen, am Rande der Auslöschung. Technologische Entwicklungen rund um die CRISPR-Methode der Genmanipulierung (Stichwort «Gene Drive») haben es zudem ermöglicht, beispielsweise gezielt jene Moskito-Spezies auszulöschen, die Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen.

abspielen

«Eradicating Guinea Worm Disease: Taming the ‹Fiery Serpent› (Carter Center)». Video: YouTube/The Carter Center

All diese Beispiele sind schwerwiegende Eingriffe in die Natur. Aber wenn die Natur brutal und leidvoll ist, haben wir als Zivilisation die moralische Pflicht, etwas gegen sie zu unternehmen. Das ist auch komplett unumstritten: Kaum jemand – ausser vielleicht psychopathisch veranlagte Menschen oder eingefleischte Impfgegner – glaubt, dass Pocken und Malaria eine Bereicherung sind, die wir beibehalten sollten.

Moralisch gerechtfertigter «Genozid» zeichnet sich also dadurch aus, dass durch den «Genozid» ein grosses Ausmass an Leid verhindert wird. Bedeutet das, dass wir ohne grosse Bedenken nicht-menschliches Leben auslöschen dürfen, solange damit Leid reduziert wird? Nein: Im Moment ist noch komplett unklar, wie die moralischen Abwägungen für «guten Genozid» im Detail aussehen sollen.

Das schwierige moralische Kalkül von «Genozid»

Man stelle sich zwei «Genozid»-Kampagnen vor: Die Auslöschung der Pocken (Variola-Viren) zum einen, die Auslöschung von Malaria (die Moskito-Gattung Anopheles) zum anderen. Für das Gedankenexperiment nehmen wir an, dass in beiden Fällen in etwa gleich viel Leid verhindert wird. Wir gehen der Einfachheit halber also davon aus, dass die Pocken ähnlich schlimm wie Malaria sind. Die zwei «Genozid»-Kampagnen verursachen konsequenterweise also in etwa gleich viel Gutes. Aber sie sind nicht ganz identisch: Die «Genozid»-Kampagne gegen Moskitos richtet mehr moralischen «Schaden» an.

Viren sind komplett ohne Empfindungsfähigkeit. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, gelten sie sogar als nicht «richtig» lebendig. Das bedeutet, dass eine «Genozid»-Kampagne gegen Viren diesen Wesen kein Leid zufügen kann und auch nicht ihr zukünftiges Potenzial für «Glück» vernichtet, weil sie keine glücksähnlichen Empfindungen haben können. Moskitos hingegen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest in Ansätzen empfindungsfähig. Auch wenn die «Genozid»-Kampagne gegen Moskitos sanft ist und über vererbte Unfruchtbarkeit durchgeführt wird, berauben wir all die potenziellen zukünftigen Moskito-Generationen ihres «Glücks».

Moskito beim Blutsaugen.

Moskito beim Blutsaugen. Bild: Pixabay/skeeze

In beiden Fällen sagt unser Bauchgefühl, dass das moralische Kalkül wohl zugunsten des «Genozids» ausfällt. Es mag sein, dass die «Genozid»-Kampagne gegen Moskitos ein gewisses Mass an moralischem Schaden anrichtet, aber der Nutzen, den die Auslöschung der Moskitos mit sich bringt, dürfte den Schaden rechtfertigen.

Doch was geschieht, wenn wir weniger krasse und offensichtliche Fälle bedenken? Zum Beispiel eine «Genozid»-Kampagne gegen Ratten? Ratten übertragen diverse Krankheiten und verursachen Leid, das aber deutlich geringer ist als jenes, das durch Pocken und Malaria verursacht wird. Zudem sind Ratten klar empfindungsfähige Wesen – indem wir sie auslöschen, berauben wir alle potenziellen zukünftigen Ratten-Generationen ihres «Glücks».

Ratte, rattus norvegicus

Ratten richten Schaden an. Zugleich sind sie aber ganz klar empfindungsfähige Wesen. Bild: Shutterstock

Wir können die moralische Abwägung dieser drei «Genozid»-Kampagnen auch bildlich darstellen:

Moralisches Kalkül bei drei verschiedenen «Genozid»-Kampagnen

Grafik: Marko Kovic

Wäre eine «Genozid»-Kampagne gegen Ratten zu rechtfertigen, oder ist die Differenz zwischen Schaden und Nutzen zu wenig gross? Und wie sieht es mit anderen Lebewesen aus, bei denen das Verhältnis von Schaden und Nutzen noch weniger klar als bei Ratten ist? Könnte «Genozid» vielleicht sogar zulässig sein, wenn uns eine Spezies bloss nervt, aber nicht allzu grosses Leid verursacht?

Die Antwort auf diese Fragen ist – ein Schulterzucken. Es gibt bisher keine Debatte über die moralischen Regeln des «guten Genozids». Die Weltgesundheitsorganisation WHO beispielsweise war und ist federführend bei mehreren weltweiten «Genozid»-Kampagnen, aber eine Auseinandersetzung mit moralischen Leitplanken für «Genozid» sucht man bei der WHO vergebens.

Moralische Katastrophen verhindern

Wir betreiben heute systematisch «Genozid», ohne Regeln definiert zu haben, wann «Genozid» zulässig ist und wann nicht. Damit besteht das Risiko, dass wir schwerwiegende moralische Fehler begehen. Wir könnten uns beispielsweise in einen «Genozid» hineinkaprizieren, der sich bei genauerem Hinschauen als moralische Fehlkalkulation entpuppt. Oder wir könnten wegen Unsicherheit einen «Genozid» vermeiden, der aber moralisch angebracht wäre. Diese Risiken sind umso grösser, als es im Zuge technologischen Fortschritts immer einfacher wird, «Genozid»-Kampagnen durchzuführen.

Eine Debatte über «guten Genozid» ist doppelt unangenehm. Zum einen widerspricht es unserem Bauchgefühl, «Genozid» überhaupt als etwas, was gut sein kann, anzusehen. Diesen inneren philosophischen Schweinehund zu überwinden, ist schwierig. Zum anderen ist das Bestimmen der richtigen moralischen Schwellen, ab denen «Genozid» zu rechtfertigen ist, eine Herkulesaufgabe. Es ist alles andere als offensichtlich, wie die moralischen Leitplanken für «guten Genozid» auszusehen haben.

So unangenehm die Debatte über «guten Genozid» sein mag, so überfällig ist sie. Je länger wir ohne eine solche Debatte «Genozid»-Kampagnen gegen nicht-menschliches Leben durchzuführen, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir eine moralische Katastrophe verursachen. Gut gemeinter «Genozid» ist nämlich nicht automatisch «guter Genozid».

Umfrage

Wie weit dürfen wir bei der Ausrottung von für uns schädlichen Lebensformen gehen?

  • Abstimmen

1,053

  • «Genozid» an irgendwelchen Lebensformen ist moralisch nicht OK, auch wenn damit Leid verhindert wird.6%
  • «Genozid» ist nur an nicht-empfindungsfähigem Leben (z. B. Bakterien) moralisch OK, wenn damit Leid verhindert wird.34%
  • «Genozid» ist auch an leicht empfindungsfähigem Leben (z. B. Insekten) moralisch OK, wenn damit Leid verhindert wird.49%
  • «Genozid» ist selbst an stark empfindungsfähigem Leben (z. B. Schimpansen) moralisch OK, wenn damit Leid verhindert wird.10%

Millionen Stechmücken wurden in Rio de Janeiro freigelassen

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Fakten zu Aids

Diese Viren sind Schuld an Gliederschmerzen und Fieber

Play Icon

Gesundheit und Ernährung

In den USA gibt es so viele Masernfälle wie seit 20 Jahren nicht mehr

Link zum Artikel

Frau erwacht nach 27 Jahren in deutscher Klinik aus dem Koma

Link zum Artikel

WHO empfiehlt drei Stunden Bewegung für Kleinkinder – und wenig Zeit vorm Bildschirm

Link zum Artikel

«Sorry, ich muss heute noch fahren» – aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

Link zum Artikel

9 Punkte im Nothelfer-Quiz und du rettest ein Leben (also rein theoretisch ...)

Link zum Artikel

Kantonschemiker finden gefährliche Stoffe in Lebensmittel-Verpackungen

Link zum Artikel

Stichverletzungen und Hungerstreik – ein Ärzte-Streit im Kinderspital eskaliert

Link zum Artikel

Generika sind doppelt so teuer wie im Ausland – in diesen Ländern ist's günstiger

Link zum Artikel

Du kannst nicht einschlafen? Ikea hilft – und liest schwedische Möbelnamen vor

Link zum Artikel

WHO schlägt Alarm: Masernfälle haben sich weltweit vervierfacht

Link zum Artikel

Wie teuer darf ein Medikament sein – oder: Wie viel kostet eigentlich Lebenszeit?

Link zum Artikel

Zwillingsstudie zeigt die Folgen eines längeren Aufenthalts im All

Link zum Artikel

«Jugendliche unter Druck» – Szenen aus dem gestrigen SRF-DOK, die du gesehen haben musst

Link zum Artikel

Taiwanesin hat nicht etwa ein entzündetes Auge – nein, es ist viel schlimmer

Link zum Artikel

Rund 750 000 Menschen in Mosambik gegen Cholera geimpft

Link zum Artikel

Pickel lieben Zucker: Auf diese Nahrungsmittel lohnt es sich zu verzichten

Link zum Artikel

Die Zecken-Saison ist eröffnet – so gehst du den Viechern aus dem Weg

Link zum Artikel

Cortison – Wundermittel oder Teufelszeug?

Link zum Artikel

Schwangerschafts-Abbruch wegen Trisomie: «Die Entscheidung war furchtbar, aber klar»

Link zum Artikel

«Kann man bei zwei verschiedenen Krankenkassen eine Zusatzversicherung abschliessen?»

Link zum Artikel

Nach Zyklon in Mosambik ist die Zahl der Cholerafälle auf fast 2100 gestiegen

Link zum Artikel

«Krebs macht einsam» – wie Ronja mit 27 Brustkrebs überlebte

Link zum Artikel

Der vermessene Mensch – 17 unfassbare Körper-Rekorde aus dem Guinness-Buch

Link zum Artikel

Kommt jetzt die Pille für den Mann? 5 Dinge, die du darüber wissen musst

Link zum Artikel

Zahl der Masernfälle in der Schweiz verdoppelt – wie wär's mit Impfen?

Link zum Artikel

Trisomie 21: «Keiner hat ein Recht auf ein gesundes Kind»

Link zum Artikel

Frau bringt in Bangladesch 26 Tage nach Geburt ihres Sohnes noch Zwillinge auf die Welt

Link zum Artikel

Zugriff gegen billigere Prämien: So viel wären den Schweizern ihre Gesundheitsdaten wert

Link zum Artikel

Sex ohne Spermien: Die Angst des Mannes vor der Vasektomie

Link zum Artikel

Arbeiten gehen oder noch zuhause bleiben? Kommt drauf an, wie lange du ansteckend bleibst

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

90
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
90Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kimbim 03.06.2019 17:37
    Highlight Highlight Ein sehr guter Artikel zu einem schwierigen Thema. Meiner Meinung nach sollte bei der Frage nach der Moral auch hervorgehoben werden, dass Krankheitserreger wie Viren und Bakterien den Menschen direkt schädigen können, während Zwischenwirte wie Mücken und Ratten meist nur Überträger sind, die selbst nicht erkranken. Zudem kann es mit der Auslöschung eines Zwischenwirtes gleich zu einem doppelten Genozid kommen: sowohl am Erreger, wie auch am Zwischenwirt.
  • Grohenloh 02.06.2019 23:40
    Highlight Highlight Dieser Artikel regt zum Denken und Diskutieren an.

    Allen empörten Kritisierenden: Ihr habt zumeist recht mit der Kritik (Begriff Genozid, usw.). Aber der Autor hat diesen Artikel geschrieben. Ihr (und ich) nicht. Der Autor wagt sich auf die Äste hinaus. Und wird dadurch natürlich kritisierbar.

    Ich finde das sehr interessante und anregende Gedanken. Danke.
  • Blaubar 02.06.2019 20:48
    Highlight Highlight Ich finde den Denkansatz sehr wichtig und gut! Darüber muss diskutiert werden!
  • zeromaster80 02.06.2019 19:48
    Highlight Highlight Es ist kein Thema, weil niemand den globalen Genozid an Ratten o.ä. in Erwägung zieht. Sie werden einfach dort wo sie problematisch sind konsequent bekämpft. Wer damit ein Problem hat muss sich wohl als Mensch selbst als riesen Plage ansehen und sollte die Konsequenzen daraus ziehen...
    • winglet55 04.06.2019 03:41
      Highlight Highlight Leider ist der Mensch eine Riesenplage, denn er ist das einzige Lebewesen auf der Welt, das seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört.
    • zeromaster80 04.06.2019 08:30
      Highlight Highlight Das ist eine Lüge winglet55, eine weit verbreitete Lüge. Kein einziges Lebewesen lebt in einem Gleichgewicht, es sind immer Pendelbewegungen bei der Anzahl Tiere zu beobachten, direkt und auf brutalste Weise durch das Nahrungsangebot, etc. bestimmt.
  • Fumia Canenero 02.06.2019 19:34
    Highlight Highlight Nichts, auch kein Virus und kein Bakterium, verursacht so viel Leid wie der Mensch. Logischerweise müsste dann auch die Menschheit ausgemerzt werden?
    Alles Leben ist gleichwertig, jede seiner Manifestationen ist wie ein Zahnrad in unserem ganzen planetaren Lebensgebilde. Die Winzigkeit eines Zahnrädchens bedeutet nicht seine Überflüssigkeit.
    Bevor über Genozid in irgendeiner Form nachgedacht wird, müssen wir unsere eigene Bereitschaft, anderen kein Leid zuzufügen unter Beweis stellen. Das sollte sich insbesondere auch der selbstgerechte Autor dieses tendenziösen Artikels zu Herzen nehmen.
  • DrFreeze 02.06.2019 18:58
    Highlight Highlight Mann, wie Menschen haben so vieles ausgerottet, wieso jetzt der Kummer über ein mieses Virus?
  • Shin Kami 02.06.2019 18:33
    Highlight Highlight Krankheitserreger ja, Tiere nein. Ist das so schwer? Man muss ja z. B. nicht die Mücke auslöschen, welche Malaria verbreitet sondern den Erreger selbst...
    • Blaubar 02.06.2019 20:47
      Highlight Highlight Ist ein Bakterium kein Lebewesen? Jeder Mensch trägt kiloweise davon mit sich herum und ist zwingend auf diese angewiesen. Sooo einfach ist das Ganze nicht...
  • elaludi 02.06.2019 18:18
    Highlight Highlight Impfgegner mit Psychopathen vergleichen... Mutig!
    • Garp 02.06.2019 18:52
      Highlight Highlight Dumm für einen Kommunikationswissenschafter.
    • Grohenloh 02.06.2019 20:28
      Highlight Highlight Elaludi:
      Nein. Sehr nahe an der Realität.
  • Influenzer 02.06.2019 18:10
    Highlight Highlight Ist der Begriff Genozid ob seiner üblichen Menschbezogenen Verwendung wirklich angebracht? Irgendwie lässt mich die fast reisserische Verwendung des Begriffes an der Informationsabsicht des Autoren zweifeln, auch wenn der Artikel im zweiten Teil durchaus differenziert ist. Ich würde aus Rücksicht auf menschliche Genozid-Opfer einen neuen Begriff bevorzugen für die Ausrottung von Arten.
  • Garp 02.06.2019 18:03
    Highlight Highlight Und noch was, Genozid wurde und wird nicht begangen, um die eigene Bevölkerung zu retten, im Gegensatz zur Ausrottung von Krankheiten.

    Für Ratten gibt es in Zürich übrigens, Rattenwarte, die die Population überwachen. Keine Essensabfälle ins Klo schütten und eben hygienische Massnahmen, korrekte Abfallentsorgung, hilft, dass die Population der Ratten nicht über Gebühr wächst, da braucht sie keiner vernichten. Die Überträger der Pest waren übrigens Flöhe.

    Ich weiss nicht was den Autor gejuckt hat, diesen Artikel zu schreiben. Er ist für den Kropf, besonders mit der Sprachwahl.

    • Garp 02.06.2019 19:11
      Highlight Highlight Ich muss mich noch präzisieren, um die eigene Spezies zu retten, nicht nur die eigene Bevölkerung.
  • Heinzbond 02.06.2019 18:02
    Highlight Highlight Möchte mal zwei Argumente gegen kompletten Genozid z. Bsp. Von allen Malaria Mücken oder Ratten bringen.
    Das erste mao zedongs Kampagne gegen die vier übel, auch spatzenkampagne genannt. Das Ergebnis war das zwar die meisten sperlinge getötet wurden aber 1960 gab es dafür dann eine Insekten plage, weil eben die fressfeinde weg waren.
    Das andere Argument, auch wenn Ratten und Mücken für 90% der Menschheit Ungeziefer sind, so haben sie in der Flora und Fauna auch ihren Platz, entweder als fressen für andere Tiere oder als ausputzer die eben auch für Hygiene sorgen.
  • der Denker 02.06.2019 17:34
    Highlight Highlight Setze das Wort ausrottung anstelle Genozid ein und der Text liest sich plötzlich viel angenehmer und weniger emotional.
    • Marko Kovic 02.06.2019 22:12
      Highlight Highlight Einverstanden, die Begriffswahl "Genozid" finde ich im Nachhinein auch schlecht.

      Allerdings ist "Ausrottung", glaube ich, zu wenig genau und zu wenig präzise:
      - Der Dodo wurde ausgerottet, weil er zu viel gejagt wurde. Das Ziel der Dodo-Jagd war aber *nicht*, die Dodo-Spezies systematisch und gezielt auszulöschen.
      - "Genozid" beschreibt nach meinem Dafürhalten genau das: Das Ziel, eine Lebensform (unabhängig der taxonomischen Stufe) gezielt und systematisch auszulöschen.

      Trotzdem wäre ein anderer Begriff als "Genozid" im Artikel gut gewesen.

      Grüsse,
      Marko
  • Dominik Treier (1) 02.06.2019 17:04
    Highlight Highlight Viren sind auch keine fühlenden Wesen und verfügen gar nicht über die Anlagen um dazu zu werden, also ist das dementsprechend vertretbar. Schon bei Mücken jedoch, sei eine moralische Frage gestellt, wenn auch wohl zu Ungunsten der Mücken, da sie eine parasitisch lebende Spezies sind. Jedoch scheint auch gerade die Auswirkungen, die ihre Ausrottung mittels Genmanipulation auf die Umwelt und u sere Zukunft haben wird, noch nicht im Ansatz erforscht, weshalb die Menschheit aufpassen sollte, sich nicht eines Tages eine moralische und Existenzielle Grube zu graben und selbst darin zu verschwinden.
  • Garp 02.06.2019 16:57
    Highlight Highlight Sehr reisserisch das Wort Genozid zu benutzen. Da will wohl jemand emotionalisieren. Die Gänsefüsschen machen es nicht besser.

    So wird Genozid, also Völkermord abgeschwächt, wie auch z.B. wenn nun viele das Wort Nazi für anderes brauchen wie Grammatiknazi, usw. . Man soll sich keine Worte entlehnen, man kann das auch völlig anders ausdrücken und der Autor sollte sich mal mit Etymologie befassen.
  • 03_szust 02.06.2019 16:19
    Highlight Highlight Ich verstehe den Punkt vom gut gemeinten Genozid. Ich frage mich auch, bei meiner Arbeit die das mehr oder weniger systematische Ausrotten von Pflanzen beinhaltet, ob das nicht falsch sei, was ich hier tue, nicht unbedingt weil es moralisch verwerflich ist, sondern weil es dir ein Mindset gibt, dass es okay findet, irgendetwas systematisch auszurotten. Aber dann stechen mich die nächsten 20 Brombeeren und ich weiss wieder, warum ich die Dinger abholze.
    • Garp 02.06.2019 18:17
      Highlight Highlight Brombeeren sind eine Nutzpflanze. Ich wüsste nicht warum man die alle vernichten sollte. Man kultiviert die besser und schneidet sie zurück. Wenn das ihre Arbeit ist, haben sie ja auch entsprechende Handschuhe.
    • 03_szust 02.06.2019 19:07
      Highlight Highlight Ja, bestimmte Brombeeren sind Nutzpflanzen. Das gilt aber nicht für die Armenische Brombeere. Die eben nicht, die ist invasiv.
    • Garp 02.06.2019 19:12
      Highlight Highlight Danke für die Präzisierung, so verstehe ich besser.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Aerohead 02.06.2019 16:03
    Highlight Highlight Mich wundert es, dass in dem Artikel keine ökologischen Bedenken geäussert werden, sondern nur moralische. Wie oft hat die Menschheit schon in einzelne Puzzleteile eines Ökosystems eingegriffen und alles ist total aus den Fugen geraten? Jedenfalls zu oft, um diesen Punkt ausser Acht zu lassen.
    • Forest 02.06.2019 19:40
      Highlight Highlight Ökologisch betrachtet gehören Krankheiten zu den Natürlichen Feinden des Menschen. Alles ausrotten was für uns gefährlich ist, ist alles andere als Ökologisch...
  • Joe Smith 02.06.2019 15:56
    Highlight Highlight Das Wort Genozid im Zusammenhang von Viren und Bakterien zu verwenden ist ein neuer Tiefpunkt der Sprachverluderung.
  • Luzi Fair 02.06.2019 15:55
    Highlight Highlight Wieso ausrotten? Verändern wir die Ratten soweit genetisch, dass sie nicht mehr Träger der für uns potentiell gefährlichen Viren/Bakterien sein können.
  • Regentrockner 02.06.2019 15:35
    Highlight Highlight Es hat etwas kindliche-romantisches, wenn man denkt, jedes Lebewesen habe seinen Platz in der Natur und seine Aufgabe, und dass wir Menschen uns da nicht einmischen dürfen. Denn genau diese stille Annahme unterliegt dem ganzen Text.

    Die Beobachtungen der Natur sprechen eine ganz andere Sprache: Es geht allen Lebewesen und sogar Viren rein ums Überleben und sich ausbreiten. Und da wird gemordet, ausgenutzt, beeinflusst und ausgerottet was das Zeugs hält.

    Wir können uns dafür entscheiden, unsere Existenz und Gesundheit zu sichern - ganz ohne Wirkungen auf das Umfeld geht das aber nicht.
    • [CH-Bürger] 02.06.2019 17:37
      Highlight Highlight @Regentrockner:
      dann sind Sie also der Meinung, wir dürfen uns die Natur zurechtbiegen und -morden, wie wir wollen, nur weil wir die technologischen Möglichkeiten haben?
      das "kindlich-romantische", das Sie ansprechen, hat für mich einen Namen: Ethik
      womit sich der Mensch am wenigsten gern auseinandersetzt ist die Tatsache, dass seine Möglichkeiten zur Ausbreitung eingeschränkt sind - und man der Natur (hoffentlich) tatsächlich noch Platz lässt...!
    • dmark 02.06.2019 21:41
      Highlight Highlight Bürger, wie tickst du denn?
      Den Begriff "Ethik" im Zusammenhang mit Viren anzusetzen, welche ohne jegliche Vorwarnung sich alles unterwerfen, Körper, bzw. dessen Zellen auffressen und töten, finde ich völlig unangebracht, bzw. sogar überflüssig und habe dafür auch keinerlei Verständnis.
      Ein Virus hat auch keine Bedenken, dich zu befallen und zu töten, noch diskutiert es mit seiner Spezies darüber, ob es moralisch vertretbar wäre, deinen Körper als Futterquelle und zur Fortpflanzung zu missbrauchen - es macht es einfach und du bist live dabei...
    • [CH-Bürger] 02.06.2019 22:18
      Highlight Highlight @dmark:
      wenn ich dich recht verstehe, dann hat der Mensch das Recht, alle Lebewesen auszurotten, um seine eigene Existenz zu sichern?
    Weitere Antworten anzeigen
  • ulmo 02.06.2019 15:31
    Highlight Highlight Wie weit wir zur Krankheitsbekämpfung ins Ökosystem eingreifen sollen, ist eine berechtigte und interessante Frage. Dabei die emotionale Reaktion der Leser durch den Begriff "Genozid" zu verstärken finde ich aber unappetitlich. Dieser Neologismus wurde zur Bezeichnung von Völkermorden geschaffen, nicht für die Auslöschung von Leben im allgemeinen. Damit eine Parallele zur Ausrottung von Krankheitserregern oder -überträgern zu ziehen ist meines Erachtens unangebracht. Gerade auch weil die Täter ihre Genozide zu rechtfertigten versuchten, indem sie deren Opfer als Kranheitserreger bezeichneten.
  • Nik G. 02.06.2019 15:30
    Highlight Highlight Eingriffe in die Natur, mit vernichten einer Spezies hat immer einen sehr grossen Impact. Würde man die Ratten auslöschen, würden vermutlich sehr viele ander grössere Tiere sterben. Somit absolut inakzeptabel.
  • Silly_Carpet 02.06.2019 15:25
    Highlight Highlight Den Begriff Genozid auf Viren anzuwenden finde ich absurd; der Autor vielleicht auch, wenn man all die Anführungszeichen betrachtet.
  • crik 02.06.2019 15:22
    Highlight Highlight Die Argumentation ist weitgehend unlogisch. Das fängt schon bei den Begriffen an.

    Bei den eingangs erwähnten Beispielen von Genozid ging es nie darum, die Menschheit auszurotten. Im Artikel geht es aber genau darum. Die analoge Frage wäre: Ist es moralisch korrekt, Malaria-Patienten zu behandeln (und die Parasiten zu töten), oder Insektizide zu versprühen?

    Eine andere Frage ist: Soll man Pathogenese ausrotten? Oder soll man im Sinne der Biodiversität auch schädliche Arten erhalten? Pockenviren sind übrigens noch erhalten in Hochsicherheitslabors in den USA und Russland.
    • Bowell 02.06.2019 19:49
      Highlight Highlight Im Labor Spiez gibt es übrigens auch Pokenviren.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 02.06.2019 15:16
    Highlight Highlight Wissenschaftsethik ist schon nett, dann sollte man aber doch auf Wörter wie "Genozid" verzichten. Hände Waschen ist kein Massenmord und Wixen kein Massaker. Solche Begriffe haben eine Definition und eine Begriffsgeschichte, diese soll man doch gerne respektieren.
    Des weiteren vertritt der Autor einen in meinen Augen grobschlägigen Utilitarismus, der wie jede ausgeprägte Form des Utilitarismus ein fundamentales Problem hat: Er will Glück und Leid gegeneinander aufwiegen und und verlangert damit die Diskussion einfach auf den Masstab.
    Kann höchstens ein bisschen sensibilisieren für das Thema.
    • Marko Kovic 02.06.2019 21:32
      Highlight Highlight Zur Analogie von Händewaschen und Wixen: Der Vergleich passt m.E. nicht ganz, weil in beiden Fällen weder gezielt noch systematisch (~in grossem Masstab oder total) bestimmte Lebensformen vernichtet werden sollen.

      Zum Utilitarismus: In der Tat ist der Mix von klassischem Utilitarismus (Glück maximieren) und Negativutilitarismus (Leiden verhindern), den ich hier anwende diskutabel. Grundsätzlich aber scheint mir eine utilitaristische Perspektive bei dieser Thematik zentral. Was wären deine Inputs, um die Diskussion genauer / präziser zu machen?

      Grüsse
      Marko
  • Raudrhar 02.06.2019 14:55
    Highlight Highlight Ich sehe die Problematik bei Mücken etc. nicht einmal in der Empfindungsfähigkeit.

    Auch die Anophelesmücke ist Teil eines Ökosystems. Und das wirft Fragen auf: Wen beeinflusst sie? Wovon wird sie beeinflusst? Wer ist von ihr (z.B. als Nahrungsquelle) abhängig?

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir das Fehlen einer ganzen Art im Ökosystem adäquat abschätzen können...
    • Marko Kovic 02.06.2019 21:38
      Highlight Highlight Das ist definitiv ein weiterer wichtiger Aspekt! (Das ist im Artikel bewusst nicht thematisiert, damit nur eine "Geschichte" erzählt wird). Z.B. in der wissenschaftlichen sowie in der Policy-Diskussion um die potenzielle Anopheles-Ausrottung spielt der ökologische Impact einer solchen Kampagne eine grosse Rolle.

      Grüsse,
      Marko
  • Smacun 02.06.2019 14:53
    Highlight Highlight Wir rotten ständig und fast schon nebenbei irgendwelche Lebewesen aus, ohne dass es (leider) die Menschheit gross interessiert. Da müssen wir nun sicher nicht über den "Genozid" an Krankheitserregern eine moralische Debatte führen.
    • Marko Kovic 02.06.2019 21:40
      Highlight Highlight Mein Gegenargument wäre, dass es rein praktisch einen Unterschied zwischen einer "zufälligen" Ausrottung und einer gezielten Ausrottungs-Kampagne gibt.

      Ich gehe aber mir dir einig: Bei Infektionskrankheiten ist der moralische Fall (bisher) immer recht klar. Aber, und das ist das Problem an der Sache: Was, wenn es Fälle gibt, in denen die Sache nicht ganz so klar ist? Dann wäre es eben ziemlich gut, wir hätten ein gute Regelwerk, um entscheiden zu können.

      Grüsse,
      Marko
  • Flexon 02.06.2019 14:34
    Highlight Highlight Tolle Diskussion, aber es harzt in der Kommentarfreischaltung. Liegt wohl am Wetter...
  • eldorak 02.06.2019 14:28
    Highlight Highlight Ich denke, das ist von verschiedenen Punkten abhängig. Viren sind ja keine Lebewesen, da sollte es moralisch keine Probleme geben.
    Viel wichtiger ist es abzuwägen, was die jeweilige Ausrottung oder Genmanipulation für Konsequenzen hat. Aber grundsätzlich ist jede Ausrottung einer Krankheit zu begrüssen. Schlussendlich ist es, wie überall in der Natur, ein Kampf ums überleben. Entweder die Bakterien/Viren, oder wir
  • weachauimmo 02.06.2019 14:26
    Highlight Highlight Erstens sind die allermeisten Viren keine Lebewesen, zweitens ist das griechische ‚genos‘ nicht für andere Lebensformen als den Menschen, allenfalls Tiere - im Zweifelsfalle noch Pflanzen anwendbar.
  • nöd ganz. klar #161! 02.06.2019 14:19
    Highlight Highlight Dieser „Text“ ist aufgrund unnötig hoher „Dichte“ von „Anführungszeichen“ sehr mühsam zu lesen.
    • ulmo 02.06.2019 15:56
      Highlight Highlight Die hohe Dichte von Anführungszeichen ist nicht unnötig: Damit zeigt der Autor nämlich, dass ihm sehr wohl bewusst ist, dass er den Begriff "Genozid" falsch verwendet. Im ersten Abschnitt verwendet er ihn ja korrekt und benötigt auch die Anführungszeichen nicht.

      Bei der restlichen Verwendung der Anführungszeichen wie zum Beispiel beim "Glück" (von Ratten) oder "richtig" (lebendigen Viren) zeigt der Autor, dass er umgangssprachlich Ausdrücke verwendet, welche in diesem Kontext nicht klar definiert sind.
  • Bowell 02.06.2019 14:02
    Highlight Highlight Der Artikel und die Argumentation scheint mir ziemlich weit hergeholt. Wer sich solche Gedanken über Krankheiten machen kann (die fast ausschliesslich arme Länder betreffen) ist irgendwie abgehoben und vergisst welches Leid durch Infektionskrankheiten verursacht wird.
    • Marko Kovic 02.06.2019 16:11
      Highlight Highlight Eine Verständnisfrage: Mein Argument ist ja gerade, dass die Ausrottung von Infektionskrankheiten (es sind ja ein paar ziemlich krasse erwähnt) moralisch ziemlich eindeutig wünschenswert ist. Warum genau bin ich "abgehoben", wenn ich argumentiere, dass es *gut* ist, dass wir keine Pocken mehr haben und, dass auch Malaria ausgerottet werden sollte?

      Grüsse
  • ingmarbergman 02.06.2019 13:55
    Highlight Highlight Wie wär‘s mit einer Transparenzbox?

    Was ist genau die Absicht, einem unbekannten Thinktank eine Plattform zu geben? Paid content? Oder kommt ihr so einfach gratis zu Inhalten, die ihr nicht selber schreiben müsst.

    Wissenschaftsethik ist ein spannendes Feld und das Thema berechtigt, aber ich würde gerne etwas von einem Experten dazu lesen. Und dann eine richtige journalistische Auseinandersetzung damit.
    • ulmo 02.06.2019 15:59
      Highlight Highlight Ich fände eine richtige journalistische Auseinandersetzung mit dem Thema auch sehr begrüssenswert.

      Mir ist jedoch nicht klar, was du mit einer Transparentbox meinst. So hat es doch eine Box, in der klar steht, werd der Author ist und welcher Organisationen er angehört...
    • Marko Kovic 02.06.2019 16:15
      Highlight Highlight Der Content ist nicht paid; in keine Richtung (meine Artikel hier sind pro bono).

      Wegen "unbekannter Thinktank":
      - Gibt es eine *konkrete* Bekanntheitsschwelle o.ä., ab der es für dich ok wäre, wenn so ein Beitrag kommt?

      "Wissenschaftsethik ist ein spannendes Feld und das Thema berechtigt, aber ich würde gerne etwas von einem Experten dazu lesen."
      - Welche konkreten Argumente oder Aussagen findest du zu laienhaft oder falsch?

      Grüsse
      Marko
    • Luzifer Morgenstern 03.06.2019 11:47
      Highlight Highlight Ingmarbergman, Marko Kovic hat definitiv die Expertise, um die richtigen Fragen zu stellen. Da er hier keine fertigen Antworten zu einer offenen Frage gibt, sehe ich keinen Grund, auf einen fehlenden Experten zu verweisen.

      Marko Kovic gibt hervorragende Ansätze zum Nachdenken, hier und in anderen Beiträgen, die äusserst reflektiert sind. Und er sagt klar, dass hier noch viel Arbeit ansteht, bevor ein Experte sich als solcher ausgeben kann.
  • Flexon 02.06.2019 13:47
    Highlight Highlight Hochinteressanter Artikel, danke Watson und M. Kovic. Ich konnte mich für keine der Antworten entscheiden, jede davon mündet in ein moralisches Dilemma. Am einfachsten ist die Fragestellung wohl aus einer anthropozentrischen Perspektive zu beantworten. Der Mensch hat Vorrang, alles was stört und für seine Welt unwichtig ist, kann weg. Aus anopheleszentrischer Sicht ist das natürlich Quatsch. Welche Sicht zählt?
  • dmark 02.06.2019 13:42
    Highlight Highlight Bei Viren und Bakterien sehe ich keinerlei moralische Bedenken diese auszurotten. Moskitos braucht die Welt ebenfalls nicht wirklich. Bei Ratten allerdings sieht die Sache schon etwas anders aus. Bei dieser Spezies sollten man eher an die Krankheitserreger gehen, welche sie übertragen können, als an den "Wirt" selbst. Die Ratte als solches ist ja quasi harmlos.
    • Klaus07 02.06.2019 14:46
      Highlight Highlight Jeder Teil der Natur hat einen Zweck. Selbst Viren, Bakterien oder Moskitos. Ein Zweck wäre es, eine Überpopulation eines Individuums zu verhindern. Nur hat das aktuelle Individuum Möglichkeiten erschaffen, seine Gegner zu vernichten. Das Individuum hat jedoch noch nicht verstanden, dass seine eigene Auslöschung durch diese Massnahmen immer näher rückt. Wieviele Generationen „Mensch“ wird es wohl noch geben? Angesicht der Umweltverschmutzung, Klimaerwährmung, Artensterben nicht mehr viele.
    • dmark 02.06.2019 15:23
      Highlight Highlight Du meinst also, dass Viren und Bakterien den Sinn haben, die Population des Menschen und die von anderen Lebenswesen zu regulieren? Sicher. Nur, dass eben der Mensch da so manchen Einzellern voraus ist und die "regulieren" kann. Nicht alle, aber viele.
      Sicher - das Ausrotten der Menschheit wird kommen. Nichts ist unendlich. Irgend wann wird dieser Planet kein Leben mehr möglich machen und genauso vergehen, wie viele Planeten im All vorher auch. Ob wir dem zuvor kommen, sei dabei mal hinten angestellt.
    • Flexon 02.06.2019 15:48
      Highlight Highlight @dmark
      Finde deine Argumentation ziemlich ungenau. Wie definierst du denn, "was die Welt braucht" ?
      Braucht die Welt den Menschen? Was ist die Welt? Was, wenn Viren intelligenter sind als wir? Wer nur aus Sicht des Menschen argumentiert, befindet sich auf gleicher Ebene wie die Viren. Überleben, koste es was es wolle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • blobb 02.06.2019 13:27
    Highlight Highlight Genozid an Viren? Echt jetzt?
    Ausrottung nennt man das!
    Genozid tönt halt geiler. Vor allem wenn man es tausendmal wiederholt.
    • Marko Kovic 02.06.2019 21:52
      Highlight Highlight Ich verstehe die Kritik und finde im Nachhinein, dass ich den Begriff Genozid im Artikel hätte klären müssen, oder einfach darauf verzichten.

      "Ausrottung" finde ich aber nicht eine 100% passende Alternative:
      - Ausrottung kenne ich als begrifflich als Beschreibung für das Verschwinden z.B. einer Spezies als direkte oder indirekte Konsequenz menschlichen Handelns. Der Dodo wurde z.B. bis zur Ausrottung gejagt. Aber das Ziel dabei war nicht a priori, die Spezies Dodo auszulöschen.
      - "Genozid" beschreibt m.E. diese a priori-Intention der gezielten Auslöschung genauer und präziser.

      Grüsse
      Marko
    • blobb 02.06.2019 22:37
      Highlight Highlight Genozid bedeutet Völkermord. Der geplante Mord an einem bestimmten Volk oder Volksgruppe, bestehend aus MENSCHEN.
      Auch wenn es nicht beabsichtigt wird werden hier Menschen mit Bakterien und gar Vieren gleichgesetzt.
      Reine Effekthascherei, mit der faktisch falschen Verwendung eines Emotional aufgeladenen Wortes, das eigentlich sehr Genau definiert ist.

      "Genozid" beschreibt m.E. diese a priori-Intention der gezielten Auslöschung genauer und präziser"

      Das Wort Ausrottung muss man nicht Anführungszeichen schreiben. Ergo ist erwiesen, dass es präziser ist.
  • Andy D. 02.06.2019 13:24
    Highlight Highlight Das Problem ist, das wir hier Glück auf biologischer Ebene (also meist im Nervensystem erzeugte Erregungen) mit "ethischen" Werten vergleichen. Wenn sie eine Krankheit nicht auslöschen, stribt man ja nicht nur selbst, sondern auch die Abermilliarden Bakterien im Körper - haben die nicht auch ein Recht auf Leben. Oder die Würmer, die starben bei der Ernte meines Salats.

    Ich glaube da verläuft man sich rasch und objektive Leitplanken gibt es nur schon deswegen nicht, weil Glück keinen höheren Sinn in sich trägt. Zumindest, wenn man die Evolutionstheorie ernst nimmt.
    • Flexon 02.06.2019 17:49
      Highlight Highlight @Andy
      Wenn es keine objektiven Leitplanken gibt, ist dann alles erlaubt?
    • Andy D. 02.06.2019 19:01
      Highlight Highlight @Flexon
      Nein, weil du ja hoffentlich noch subjektive Leitplanken hast :)
  • Michele80 02.06.2019 13:21
    Highlight Highlight Wenn man in jedem zweiten Satz mindestens ein Wort in Anführungszeichen setzen muss/will, dann wundere ich mich doch etwas über die Wortwahl...
    • Cmo 02.06.2019 13:58
      Highlight Highlight Wieso muss Genozid eigentlich so geschrieben werden? Also mit ""?
    • Mutzli 02.06.2019 14:42
      Highlight Highlight @Cmo

      Im Fall dieses Artikels: Weil der Autor so versucht "ds füfi u ds weggli ds ha".

      Soll heissen: Der Begriff macht hier absolut keinen Sinn und verwässert die eigentliche DImension und das Andenken an die Opfer von Genoziden, was dem Autor wohl bewusst ist, aber gleichzeitig keine Verantwortung für seine Verwendung dieses Begriffs übernehmen will.

      Während es tatsächlich verschiedene Genozid Begriffe & Debatten um die Definition gibt, sind "" nie nötig, wenn man sauber argumentiert.

      Aber in diesem Artikel wird "provokativ" mit intelligent und originell verwechselt.
    • Michele80 02.06.2019 15:04
      Highlight Highlight Mutzli, Danke für die Ausführung! Hast genau meine Gedanken ausgeführt, die ich nicht alle ausgetippt habe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zeitgeist 02.06.2019 13:17
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Ich denke, das sind wichtige Themen, die Menschen im blinden Existenzsicherungswahn leider zu oft nicht auf dem Schirm haben. Zu oft hat die Menschheit grossen Schaden angerichtet um zu spät zur Einsicht zu gelangen...
  • pinguinpinguin 02.06.2019 13:15
    Highlight Highlight Was für ein wirrer Artikel – man könnte meinen, es sei wieder Themenwoche Verschwörungstheorien!

    Es ist absolut deplatziert, bei Impfkampagnen von "Genozid" (auch in Anführungszeichen) zu sprechen. Genozid ist ein im Völkerstrafrecht festgeschriebenes Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wenn salopp von Genozid gesprochen wird, wenn es um Viren geht, so ist das eine zynische Verharmlosung von Völkermord.

    Natürlich haben solche Kampagnen viele dunkle Seiten (z.B. giftige Aga-Kröten in Australien, welche Schadinsekten fressen sollten, aber selbst zu den schlimmsten Schädlingen geworden sind).
    • Michele80 02.06.2019 15:06
      Highlight Highlight Danke für den Kommentar, ich war schon unsicher ob ich die einzige war, für die der Artikel einen ganz komischen Nachgeschmack hatte...
    • Marko Kovic 02.06.2019 16:27
      Highlight Highlight Verständnisfrage: Was genau ist am Artikel verschwörungstheoretisch?

      Der Artikel soll *keine* Verharmlosung von Völkermord sein - darum ist auch der Einstieg des Artikels, wie er ist. Das Ziel des Artikels ist, zum Denken über gezielte Kampagnen zur Auslöschung nicht-menschlichen Lebens anzuregen. Womöglich ist das provokative Framing des Artikels aber deplatziert, weil der Begriff "Genozid" das eigentliche Argument und Problem, das interessiert, überschattet...

      Grüsse
    • Michele80 02.06.2019 16:49
      Highlight Highlight @ Marko: Genozid find ich unpassend, weil das Wort (zumindest im dt. Sprachgebrauch) Völkermord bedeutet, eine bewegte Geschichte hat und meiner Meinung nach in seiner Verwendung hier diese verharmlost. Die Wortherkunft spricht mMn dafür, den Begriff sehr vosichtig ausserhalb von menschlichen Zusammenhängen zu gebrauchen (genus=Geschlecht/Volk, caedere=töten)

Diese Karte zeigt erstmals genau, wie wenig Wald es auf der Erde noch gibt

Mit einer globalen Waldkarte aus dem All wollen Forscher die Entwicklung der Wälder weltweit besser beobachten. Die Karte aus Satellitendaten liefere erstmals einen einheitlichen Überblick der Regenwälder in Südamerika, Südostasien und Afrika und schliesse so frühere Lücken.

Ein Drittel der Landmasse auf der Erde ist von Wald bedeckt. Dabei fehlt vor allem wegen der Abholzung seit Mitte des 20. Jahrhunderts schon mehr als die Hälfte des Bestands, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und …

Artikel lesen
Link zum Artikel