Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zahnpasta, Zähneputzen, Sperma, Fruchtbarkeit, unfruchtbar

Bild: shutterstock

Schädliche Chemikalien

Sonnenmilch und Zahnpasta können unfruchtbar machen

Chemikalien in Sonnencreme oder Zahnpasta können laut einer Studie die Fruchtbarkeit von Männern beeinträchtigen. Es seien dutzende Stoffe identifiziert worden, die menschliche Spermien schädigen, schrieb eine Gruppe deutscher und dänischer Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «EMBO Reports».

Die Gruppe um Timo Strünker vom Centre of Advanced European Studies and Research (caesar) in Bonn kam mit einem neuartigen Labortest zu ihren Ergebnissen. Die Forscher nahmen zahlreiche hormonell aktive Stoffe unter den Lupe.

Sonnencreme, Sonnenmilch, Fruchtbarkeit, unfruchtbar, Sperma

Bild: shutterstock

Schädigende Wirkungen für Spermien zeigten unter anderen die Chemikalie 4-Methylbenzylidene Camphor (4-MBC), die als UV-Filter in Sonnencremes verwendet wird, und der Bakterienhemmer Triclosan, der in Zahnpasta zum Einsatz kommt.

Die hormonell aktiven Stoffe, die zu hunderten in Alltagsprodukten stecken, werden seit langem mit Argusaugen beobachtet, doch gab es bislang keine wasserdichten Verfahren, um ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit nachzuweisen. Das Problem halten die caesar-Wissenschaftler nun für überwunden.

«Unsere Studie bringt wissenschaftliche Beweise, um bei der Aufstellung internationaler Regeln und Praktiken zu helfen»

«Unsere Studie bringt wissenschaftliche Beweise, um bei der Aufstellung internationaler Regeln und Praktiken zu helfen», erklärte Strünker. Er wies mit seinem Team erhöhte Kalziumwerte in den Spermien nach, die die Beweglichkeit der Samen verändern und es ihnen erschweren, die Hülle um die Eizelle zu durchdringen.

Manche Wissenschaftler bleiben skeptisch, ob sich die Laborergebnisse tatsächlich auf Menschen übertragen lassen. Die Resultate müssten nun in einem nächsten Schritt bei Tierversuchen bestätigt werden, schrieb etwa der Londoner Wissenschaftler Colin Berry. (tvr/sda/afp)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Spür mich, ich war mal dein Kind: Darum ist es wichtig, über Fehlgeburten zu sprechen

Wenn eine Frau ihr Kind vor der 12. Schwangerschaftswoche verliert, gilt das als Krankheit. Die Versicherung bezahlt nicht alles. Dass sich Frauen wegen einer Fehlgeburt schämen und schweigen, hat System, sagt unsere Autorin. Sie hat es selbst erlebt.

An einem Donnerstagvormittag sass ich im Warteraum des Basler Unispitals und blutete ohne Unterlass. Eine riesige Binde lag in meiner Unterhose und sog sich voll. Ich spürte das warme, dickflüssige Blut, das nicht schnell genug einsickerte. Es bildete sich ein nasser Schleimklumpen, der eine Auseinandersetzung forderte: Spür mich, ich bin deine Fehlgeburt.

Als ich schwanger wurde, war ich nicht überrascht. Ich kannte meinen Zyklus gut, mein Freund und ich verhüteten seit anderthalb Jahren mit …

Artikel lesen
Link to Article