Wissen
Gesundheit

Sonnenmilch und Zahnpasta können unfruchtbar machen

Bild
Bild: shutterstock
Schädliche Chemikalien

Sonnenmilch und Zahnpasta können unfruchtbar machen

13.05.2014, 11:1513.05.2014, 11:16

Chemikalien in Sonnencreme oder Zahnpasta können laut einer Studie die Fruchtbarkeit von Männern beeinträchtigen. Es seien dutzende Stoffe identifiziert worden, die menschliche Spermien schädigen, schrieb eine Gruppe deutscher und dänischer Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «EMBO Reports».

Die Gruppe um Timo Strünker vom Centre of Advanced European Studies and Research (caesar) in Bonn kam mit einem neuartigen Labortest zu ihren Ergebnissen. Die Forscher nahmen zahlreiche hormonell aktive Stoffe unter den Lupe.

Bild
Bild: shutterstock

Schädigende Wirkungen für Spermien zeigten unter anderen die Chemikalie 4-Methylbenzylidene Camphor (4-MBC), die als UV-Filter in Sonnencremes verwendet wird, und der Bakterienhemmer Triclosan, der in Zahnpasta zum Einsatz kommt.

Die hormonell aktiven Stoffe, die zu hunderten in Alltagsprodukten stecken, werden seit langem mit Argusaugen beobachtet, doch gab es bislang keine wasserdichten Verfahren, um ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit nachzuweisen. Das Problem halten die caesar-Wissenschaftler nun für überwunden.

«Unsere Studie bringt wissenschaftliche Beweise, um bei der Aufstellung internationaler Regeln und Praktiken zu helfen»

«Unsere Studie bringt wissenschaftliche Beweise, um bei der Aufstellung internationaler Regeln und Praktiken zu helfen», erklärte Strünker. Er wies mit seinem Team erhöhte Kalziumwerte in den Spermien nach, die die Beweglichkeit der Samen verändern und es ihnen erschweren, die Hülle um die Eizelle zu durchdringen.

Manche Wissenschaftler bleiben skeptisch, ob sich die Laborergebnisse tatsächlich auf Menschen übertragen lassen. Die Resultate müssten nun in einem nächsten Schritt bei Tierversuchen bestätigt werden, schrieb etwa der Londoner Wissenschaftler Colin Berry. (tvr/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Die Frage, warum es überhaupt etwas gibt, kann die Physik nicht beantworten»
Als «ein seltenes Exemplar» wurde der renommierte Wissenschafter Heino Falcke schon bezeichnet. Denn er ist nicht nur Astrophysiker, sondern auch tiefgläubig. Ein Gespräch über Gott, Leben im Kosmos und den Beginn und das Ende von allem.
Herr Falcke, wer sich wie Sie mit den Grenzen des physikalisch Möglichen beschäftigt, landet unweigerlich bei den grundlegendsten aller Fragen: Warum gibt es überhaupt etwas – das Universum, die Erde, uns – und nicht einfach nichts?
Heino Falcke: Das müssen Sie den lieben Gott fragen (lacht). Wissenschaftlich können wir nur beschreiben, wie aus etwas, das schon da ist, etwas Neues wird. Es braucht immer einen Anfangszustand, der durch Naturgesetze weitergeführt wird. So entstehen aus dem Urknall Galaxien, Sterne und irgendwann die Welt, die wir kennen. Aber die grundlegende Frage, warum es überhaupt etwas gibt, kann die Physik nicht beantworten. Da stösst sie an ihre Grenzen.
Zur Story