Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04140269 (FILE) An undated handout image of the Ebola virus, created by CDC microbiologist Cynthia Goldsmith and made available by the Centers for Disease Control and Prevention. According to CDC the colorized transmission electron micrograph (TEM) revealed some of the ultrastructural morphology displayed by an Ebola virus virion. Liberian authorities on 25 March 2014 reported 11 suspected Ebola cases and five deaths, after the deadly virus spread from neighbouring Guinea where it killed at least 59 people.  EPA/CYNTHIA GOLDSMITH/CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND PREVENTION/HO MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Tödlicher Erreger: Ebola-Virus. Bild: EPA/CDC / HANDOUT 

Afrikas blutiger Alptraum

Diese Eigenschaften machen das Ebola-Virus zum Killer



Es war, zum Glück, ein Fehlalarm. Erstmals, so schien es, war ein Mensch ausserhalb von Afrika am tödlichen Ebola-Fieber erkrankt. Der von einer Geschäftsreise ins westafrikanische Liberia nach Kanada zurückgekehrte Mann zeigte die gleichen Symptome wie die Ebola-Patienten in Afrika. Nach Liberia ist der Erreger aus dem benachbarten Guinea eingeschleppt worden, wo er derzeit wütet. In den vergangenen Wochen sind dort mindestens 59 Menschen an der Krankheit gestorben.

Eine Mitarbeiterin des IKRK analysiert die Lage in Guinea. (engl.)   Video: Youtube/Al Jazeera English

Die Entwarnung des kanadischen Gesundheitsministeriums hat vorerst Ängste beruhigt, dem Killervirus könnte es gelingen, aus seinem Ursprungsgebiet auszubrechen. Denn dies ist das Schreckensszenario der Virologen: Eine globale Ausbreitung des aggressiven Erregers, der bisher nur bestimmte, eher ländliche Regionen in Afrika heimsuchte. 

1976 fand der erste Ausbruch statt

Was ist denn so gefährlich an dieser unheimlichen Krankheit? Bevor wir unser Augenmerk auf die beängstigenden Eigenschaften des Ebola-Fiebers richten, sollten wir aber doch die Relationen etwas zurechtrücken: Seit westliche Wissenschaftler die Krankheit 1976 erstmals beobachteten, als sie nahezu zeitgleich in der Demokratischen Republik Kongo (damals Zaire) und im Sudan auftrat, sind insgesamt höchstens 2000 Menschen nachweislich daran gestorben – fast doppelt so viele sterben jeden Tag an Tuberkulose

Furchterregend ist nicht die Zahl der Menschen, die dem Erreger zum Opfer fallen, sondern eher, was er mit ihnen macht: Das Virus vermehrt sich im Körper rasend schnell und zerstört die inneren Organe. Ein schweres hämorrhagisches Fieber mit starken inneren Blutungen ist die Folge. Das Blut kann schliesslich durch alle Körperöffnungen, die Schleimhäute oder auch die Haut nach aussen dringen. 

Bedrückend ist auch die hohe Letalität: Bis zu 90 Prozent der Erkrankten sterben. Zum Vergleich: Die Beulenpest, die im Mittelalter als Schwarzer Tod ganze Landstriche in Europa entvölkerte, weist unbehandelt eine Letalität von 60 Prozent auf. 

Und schliesslich ist da noch die Tatsache, dass bis jetzt noch keine erfolgreichen Therapien existieren: Es gibt weder Medikamente noch eine Impfung gegen das Ebola-Virus. 

Das Pflegepersonal ist besonders gefährdet: Ein an Ebola-Fieber erkrankter Mann (Kongo, 2007).  Bild: ASSOCIATED PRESS/World Health Organization 

Die Ausbrüche sind heftig, aber kurz

Zwei Faktoren sind es, die Ebola bisher im Zaum gehalten haben: Der eine ist gerade seine Tödlichkeit – das Virus tötet seine Opfer so schnell, dass sie nicht viele andere Menschen anstecken können. Die Inkubationszeit kann zwar bis zu drei Wochen betragen, aber in dieser Zeit ist der Infizierte kaum eine Gefahr für seine Mitmenschen. Ganz im Gegensatz etwa zum HI-Virus; dort können Infizierte jahrelang nichtsahnend weitere Menschen anstecken. 

Die hohe Tödlichkeit der Krankheit ist übrigens ein Anzeichen dafür, dass sich der Erreger noch nicht an den Menschen angepasst hat – er zerstört seinen Wirt, statt ihn für die Vermehrung zu nutzen. Deshalb sind Ebola-Ausbrüche meist heftig, aber kurz. 

Der andere Faktor ist der Ansteckungsweg: Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit dem Blut und anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Personen übertragen. Afrikanische Beerdigungsriten, bei denen alle Angehörigen eines Verstorbenen dessen Leiche waschen, können die weitere Verbreitung der Krankheit fördern. Doch entscheidend ist: Das Virus verbreitet sich kaum über die Luft. Übertragung per Tröpfcheninfektion – etwa beim Husten – ist zwar möglich, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Epidemien lassen sich daher relativ leicht eindämmen

Für den Fall, dass doch eine infizierte Person das Virus nach Europa einschleppt, unterhalten viele Krankenhäuser Isolierstationen. In diesen speziellen Zimmern herrscht Unterdruck, damit kein Virus entweichen kann. Das Pflegepersonal trägt Ganzkörperschutz und ist für diese Aufgabe ausgebildet. So furchtbar Ebola auch ist – völlig wehrlos sind wir nicht.

Etwas reisserischer Dokumentarfilm: «Ebola. Das unsichtbare Feuer».  Video: Youtube/DokuInvasion

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 3 und 21 Tagen. Danach treten ähnliche Symptome auf wie bei einer beginnenden Grippe: Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, trockene Kehle, und Appetitlosigkeit. Dann folgen Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Magenschmerzen und vor allem hohes Fieber mit Blutungen (hämorrhagisches Fieber). Es kommt zu Störungen der Leber- und Nierenfunktion, inneren Blutungen, Blut in Stuhl und Urin, Krämpfen, Kreislaufzusammenbrüchen und Lähmungserscheinungen. Viele Patienten leiden auch unter schweren Schleimhaut- und Hautblutungen. Das Gewebe der inneren Organe wird zerstört; oft führen dann Blutungen in der Lunge oder im Magen-Darm-Trakt zwischen dem 7. und 16. Krankheitstag zum Tode. 

Wikipedia

Einige Fakten zum Ebola-Virus:

Ebenfalls etwas reisserisch: Dokumentarfilm über «die 10 gefährlichsten Viren der Welt» (Ebola ab 42'41"). Video: Youtube/peter frohbes

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Mutter des Covid-19-Impfstoffs und ihre lange Geschichte der Zurückweisung

20 Jahre lang hat niemand an Katalin Karikós Forschungen geglaubt, weitergemacht hat die Biochemikerin trotzdem. Dank ihrer Beharrlichkeit haben wir nun einen Impfstoff gegen Covid-19. Den Nobelpreis dafür will sie aber trotzdem nicht unbedingt.

Katalin Karikó hat sich noch nie darauf versteift, was andere denken oder tun. Hätte sie es getan, würde sie heute nicht als die Mutter der mRNA-Technik gefeiert.

Es ist jener unerschütterliche Glaube an die Sache und an die eigene Fähigkeit, eines Tages ihre Nützlichkeit beweisen zu können. Diese stille Beharrlichkeit, die nichts braucht ausser Zeit und immer wieder neuen Anläufen, die Karikó zu einer so wahrhaften Wissenschaftlerin machen.

Ein bisschen erinnert sie an Marie Curie, wie sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel