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Hirntumor bei Kindern: Forscher entschlüsseln «Teufelskreis»



British boy Ashya King arrives for first proton beam treatment of his brain tumor at Proton Therapy Center in Prague, Czech Republic, Monday, Sept. 15, 2014. Ashya’s parents have fought a protracted battle to get their son treated with proton beam technology, which targets tumors more directly than radiotherapy but is not yet available for patients with brain tumors in Britain. (AP Photo/Petr David Josek)

Der britische Junge Ashya litt unter einem Hirntumor, sein Fall wurde weltbekannt. Bild: AP/AP

Einen «Teufelskreis», der es dem häufigsten Gehirntumor bei Kindern - dem Medulloblastom - ermöglicht, sich nach ersten Behandlungserfolgen erneut breitzumachen, haben Forscher aus Wien und Linz entdeckt.

In der Fachzeitschrift «Cancers MDPI» stellten sie ihre Ergebnisse vor. Es zeigte sich etwa, dass der heimtückische Tumor Fresszellen (Makrophagen) dazu bringt, tumorfördernde Proteine zu bilden. Medulloblastome treten mit einer Häufigkeit von 2 pro einer Million Einwohner pro Jahr auf und betreffen Kinder zehn Mal häufiger als Erwachsene. 40 Prozent der betroffenen Patienten sind jünger als 5 Jahre.

Kommt es beim Medulloblastom zu einem Rückfall, ist die Erkrankung oft trotz intensiver Therapie nicht mehr in den Griff zu bekommen, hiess es am Mittwoch in einer Aussendung der Universität Wien.

Bild

https://www.mdpi.com/2072-6694/12/6/1350

Obwohl die Wissenschaft bereits sehr viel über diesen Tumor und seine Untergruppen auf Basis genetischer Untersuchungen herausgefunden hat, sei noch relativ wenig darüber bekannt, wie sich die Krebserkrankung in ihrer unmittelbaren Umgebung - sprich den umgebenden «normalen» Zellen - verhält. Chemiker und Mediziner um Christopher Gerner von der Uni Wien haben dies nun anhand von detaillierten Analysen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Cerebrospinalflüssigkeit) untersucht.

Um herauszufinden, wie sich der Tumor verhält, analysierten die Wissenschaftler den Protein-, Stoffwechsel- und Blutfett- respektive Lipidhaushalt im ihn umgebenden Gewebe - also «das Tumormikromilieu», erklärte Gerner. Dass hier die Fresszellen eine Rolle spielen könnten, wurde bereits vermutet. Die neuen Daten zeigen nun, wie sich hier ein «molekularer Teufelskreis» entwickelt, mit dem das Bild der so häufig wiederkehrenden Erkrankung besser zu erklären ist, so die Forscher.

Das Team konnte zeigen, dass Makrophagen Proteine bilden, die den Tumor direkt unterstützen. Ausserdem ertappten die Wissenschaftler diese Tumor-assoziierten Fresszellen beim Erzeugen von Lipidhormonen, die den Stoffwechsel zusätzlich zugunsten des Medulloblastoms verändern.

Zusätzlich identifizierten sie charakteristische Tumor-Marker für die Erkrankung. Die neuen Erkenntnisse könnten bei der «Entwicklung ganz neuer therapeutischer Strategien» helfen, zeigte sich Gerner überzeugt.

(aeg/sda/apa)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • p3kko 04.06.2020 10:05
    Highlight Highlight Mein vierjähriger Sohn leidet leider an einem rezidiven Medulloblastom. Es ist sehr schlimm und wir befinden uns in einer Palliativsituation. Ich wünschte so sehr, es gäbe eine Heilung.
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 05.06.2020 05:02
      Highlight Highlight Ich wünsche euch viel Kraft!
  • nachwievor 03.06.2020 23:46
    Highlight Highlight Starke Leistung der Forscher! 💪

    Solche Artikel sollten wieder an Mehrheit gewinnen, um im Fokus der breiten Öffentlichkeit Prioritäten zu veranschaulichen
  • richardjones 03.06.2020 17:19
    Highlight Highlight Das ist ja alles gut und recht – aber wer kümmert sich um die Ursache?

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