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Mond und Wochentage beeinflussen Menstruationszyklus

Periode tritt häufig gleichzeitig mit dem Vollmond und gegen Ende der Woche ein

23.01.2024, 05:4923.01.2024, 14:22
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Was haben die Menstruation und der Mond abgesehen vom selben Anfangsbuchstaben gemein? Denselben Zyklus. Der durchschnittliche Menstruationszyklus beträgt 29 Tage – jener vom Mond 29,5 Tage. Zufall?

Man weiss es nicht. Bislang gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für eine Korrelation von Mond- und Menstruationszyklus. Mehrere Studien konnten zwar aufzeigen, dass der Beginn der Monatsblutung oft mit Voll- oder Neumond zusammenfällt, doch der Einfluss des Mondes auf die Periode bleibt dennoch umstritten. Die Studien haben schlicht nicht genügend Zyklen untersucht.

Neue Daten von knapp 36'000 europäischen und nordamerikanischen Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren bringen zumindest einen ganz kleinen Funken Licht ins Dunkel. Insgesamt sind über 311'000 Zyklen im Laufe von drei Jahren untersucht worden. Die Studie ist im Fachmagazin «Fertility and Sterility» erschienen. Aufgefallen sei bei der Untersuchung, dass die Periode häufig auftritt, je näher der Vollmond rückt.

Menstruation Copyright: Rupi Kaur / Instagram
Die Periode tritt häufig gegen Ende der Woche ein.Copyright: Rupi Kaur / Instagram

Der Menstruationszyklus wird der Studie zufolge aber nicht nur durch den Mondrhythmus, sondern vor allem durch den Wochenrhythmus beeinflusst. Die Untersuchung zeigt, dass die Periode meist gegen Ende der Woche – an den Wochentagen Donnerstag und Freitag – beginnt. Dieses Merkmal sei bei Frauen, deren Zyklus zwischen 27 und 29 Tage dauert, am häufigsten beobachtet worden.

Eine mögliche Begründung liefert der Kinderwunschexperte und Hormonspezialist Michael Feichtinger, der nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der österreichischen Tageszeitung Der Standard: «Kürzere Schlafzeiten unter der Woche im Vergleich zu längeren Schlafzeiten am Wochenende könnten zu einer Verschiebung der Menstruation gegen Ende der Woche führen.»

Doch: «Was genau den weiblichen Zyklus beeinflusst, ist dabei wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt», so Feichtinger. Zahlreiche zelluläre Prozesse im menschlichen Körper würden aber nach einer strengen inneren Uhr ablaufen. «Natürlich kann auch der Menstruationszyklus einem biologischen Rhythmus folgen, der sich dem siebentägigen Wochenrhythmus angleicht.» (cst)

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Somnambulator
23.01.2024 06:56registriert Mai 2020
"Die Studien haben schlicht nicht genügend Zyklen untersucht."

Ist auch schwierig bei so einem kaum verbreiteten Phänomen. /s
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Wespenstich
23.01.2024 06:45registriert August 2022
So öppe die Hälfte der Weltbevölkerung besteht aus Menschen die während Jahrzehnten ihres Lebens menstruieren. Da kann man natürlich so ziemlich jede noch so abstruse Theorie mit entsprechenden Umfragen belegen. Alpha-Weibchen, denen sich die Zyklen aller Freundinnen anpassen? Empfängnis + Geburt nur bei Vollmond? Spontanheilung von Endometriose durch medikamentöse Synchro des Zyklus mit den Mondphasen? Alles schon gehört.
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Silvera
23.01.2024 06:50registriert Januar 2024
Ich leide stark unter PMS und mein Freund tut mir in der Zeit auch leid. Ich nehme pflanzliche Tabletten dagegen, die eigentlich gut helfen, es kommt aber auch oft ein bisschen drauf an wie es mir in der Zeit geht. Bei grossem Stress helfen sie kaum. Ich hasse es, ich bin dann ungeduldig, super schnell genervt und einfach angepisst!
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