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Die eigentliche Animation beginnt bei 1:18 Minuten. 1 gelber Punkt entspricht 1 Million Menschen; Startpunkt ist das Jahr 1 n.Chr. 
YouTube/Population Education

Von 150 Millionen auf 7,3 Milliarden Menschen: Dieses Video zeigt es in dreieinhalb Minuten



Wir werden immer mehr: Vor gut 2000 Jahren bevölkerten – je nach Schätzung – nur etwa 150 bis 300 Millionen Menschen unsere Erde. Heute sind wir 7,3 Milliarden, Tendenz steigend. Dieses enorme Bevölkerungswachstum zeigt der faszinierende Videoclip der amerikanischen Non-Profit-Organisation Population Connection.

Grafik: Wachstum der Weltbevölkerung von Christi Geburt bis 2015

Stürmisches Wachstum: Die erste Milliarde erreichte die Menschheit erst nach 1800; von der sechsten zur siebten brauchten wir dagegen weniger als 15 Jahre. 
Quelle: Statista/UN DESA (Population Division)

9 Milliarden im Jahr 2050

Nach einer etwas länglichen Einleitung beginnt die eigentliche Animation bei 1:18 Minuten; Startpunkt ist das Jahr 1 unserer Zeitrechnung. Jeder gelbe Punkt auf der Weltkarte steht für eine Million Menschen. Nach rund dreieinhalb Minuten sind wir in der Gegenwart angelangt; doch das Video stoppt erst im Jahr 2050, wenn sich schätzungsweise über 9 Milliarden Menschen auf dem Planeten drängeln. 

Auffällig ist, dass Europa fast während der gesamten Zeit mehr Einwohner hatte als der grosse afrikanische Kontinent – erst vor knapp 20 Jahren hat Afrika Europa bevölkerungsmässig überholt. Der amerikanische Doppelkontinent war ebenfalls lange sehr wenig bevölkert.

Demographisch spielte die Musik ohnehin immer in China und Indien: Diese beiden asiatischen Giganten waren schon früh die Heimat von grossen Menschenmassen – besonders im Einzugsgebiet des Ganges und des Gelben Flusses. 

Katastrophale Rückschläge

Wer sich das Video genau ansieht, bemerkt neben dem zusehends rasanten Wachstum aber auch einige demographische Rückschläge: Zum Beispiel der Einfall der Mongolen in China zu Beginn des 13. Jahrhunderts, der Millionen von Menschen das Leben kostete. Oder der drastische Bevölkerungsrückgang im Inkareich nach der Eroberung durch die spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert.

Karte: Ausbreitung der Pest in Europa

Der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert. 
Karte: Wikipedia

Nicht nur militärische Invasionen wirkten sich katastrophal aus: Die Pest verheerte im 14. Jahrhundert weite Teile Europas; schätzungsweise fielen dem Schwarzen Tod damals 25 Millionen Menschen zum Opfer – ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung. Auch diese Katastrophe ist in der Animation deutlich zu erkennen. 

Interessierte, die gern noch mehr Einzelheiten und Hintergründe zum Thema hätten, werden auf der Website worldpopulationhistory.org fündig. Dort gibt es die Animation als interaktive Karte, die zahlreiche Informationen bereithält.

Interaktive Karte Bevölkerungswachstum 0 - 2015

Die interaktive Karte bietet eine Fülle von Informationen. 
Screenshot: worldpopulationhistory.org

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • m:k: 10.02.2016 09:46
    Highlight Highlight Eigentlich möchte ich positiv in die Zukunft schauen, aber dieses riesige Bevölkerungswachstum macht mir Sorgen. Verhütung und Familienplanung sollte dringend an medizinischen und gesellschaftlichen Fortschritt gebunden sein. Die Ressourcen würden zwar wohl vielen Menschen ein gutes Leben ermöglichen, wenn sie fairer verteilt wären. Aber für das soziale Zusammenleben einer globalisierten Welt überfordert ein solches Wachstum die Anpassungsfähigkeit der Menschen.
  • DerWeise 09.02.2016 22:45
    Highlight Highlight "Patient Erde's Krankengeschichte in 3 Minuten"
  • Kookaburra 09.02.2016 22:25
    Highlight Highlight Ausserdem möchte ich auf die manipulative Verflachung der Kurve in der Statistik (durch unverhältnismässige Zeitabschnitte) hinweisen. Die Kurve ist exponential. Bitte vorsichtig interpretieren. (Die Mündigkeit liegt ja leider beim Leser:()
    • Damien 10.02.2016 00:37
      Highlight Highlight Die hier ist wohl intuitiver verständlich (nicht unbedingt besser, wie du sagst, liegt ja am Leser wie eine Grafik verstanden und interpretiert wird):
      Benutzer Bild
  • Kookaburra 09.02.2016 22:18
    Highlight Highlight Cooles Video. Sehr Gut.

    Wir bräuchten aber vier Erden um allen "zumutbare" Lebensumstände gewährleisten zu können. Die Frage bleibt also:

    "Wollen wir immer mehr Menschen, die immer weniger haben, oder doch lieber weniger Menschen, die dafür mehr Lebensqualität haben?"
    • Kookaburra 10.02.2016 13:07
      Highlight Highlight Darwin würde gern, aber man lässt ihn nicht...
    • DerWeise 10.02.2016 14:44
      Highlight Highlight "Wer sagt wem, wie viele Kinder er haben darf?
      Wer setzt das wie durch?"

      Eigentlich sollte es der gesunde Menschenverstand tun...

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