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Wissenschaftler taucht in den dritttiefsten Ozeangraben – und findet einen Teddy-Bären

Skurrile Geschöpfe, gefährliche Seekreaturen – der philippinische Wissenschaftler Dr. Onda erhoffte sich neue Entdeckungen im dritttiefsten Ozeangraben. Stattdessen traf er auf Altbekanntes.



Als Dr. Deo Florence Onda als erster Mensch in den dritttiefsten Ozeangraben der Welt vorstiess, erhoffte er sich die Entdeckung neuer Mysterien. Der Emden Deep, Teil des philippinischen Ozeangrabens, liegt 10'000 Meter unter dem Meeresspiegel und war bisher unerforscht geblieben – bis vor ein paar wenigen Monaten.

Der 33-jährige Ozeanologe Dr. Onda war der erste Mensch, der sich in die unbekannten Tiefen wagte, berichtet der singapurische Nachrichtenkanal «Channel NewsAsia» (CNA). Solche Tiefsee-Abenteuer seien so komplex und selten, dass sie mit Reisen ins All vergleichbar sind.

Onda kurz vor dem Emden Deep:

Entsprechend aufwendig sind die Vorbereitungen – auch psychischer Natur, so Onda gegenüber «CNA»:

«Das Gefühl selbst, darauf kann sich niemand vorbereiten. Man weiss nicht, was einen erwartet. Es brauchte wirklich die mentale Vorbereitung, um in einem kleinen Tauchboot zu sein, ohne auszuflippen, während du tauchst und dich von der Welt verabschiedest.»

Im März war es so weit: Onda und der amerikanische Forscher Victor Vescovo von der privaten Organisation Caladan Oceanic setzten das Forschungsvorhaben in die Tat um. Über einen Zeitraum von 12 Stunden stiegen die beiden in den Graben hinab und erforschten ihn. Für Onda eine bedeutende Gelegenheit:

«Die erste Beschreibung des Philippinengrabens stammt aus den 1950er Jahren, dann eine detaillierte aus den 1970er Jahren. Doch die Technologie damals war noch nicht so gut oder präzise. Dies bot uns die Gelegenheit zu sehen, was dort unten passiert und noch nie zuvor gesehen wurde.»

Als sie sich dem Boden näherten, habe er angsteinflössende, kriechende Kreaturen erwartet, so Onda weiter. Stattdessen wurden sie am Grund von etwas viel bekannterem begrüsst – etwas, das ebenfalls eine lange Reise von der Oberfläche hinter sich hatte: Plastik.

Er habe eine Menge Abfall im Graben vorgefunden, erklärt Onda. Vor allem Plastik-Verpackungen und Plastik-Säcke, aber auch Hosen, ein Shirt und einen Teddy-Bären.

Bild

Der 33-jährige Deo Florence Onda arbeitet am Meereskunde Institut der University of Philippines. bild: twitter.com/savedeocean

Selbst er hätte das nicht erwartet, obwohl er Forschungen über Plastik betreibt. Es sei ein Privileg gewesen, als erster Mensch den Graben zu entdecken. Aber dabei ein Zeuge vom Ausmass der Plastikverschmutzung zu werden, sei nochmals etwas anderes.

Onda empfindet es als seine Verantwortung, Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass der Abfall nicht dort bleibt, wo Menschen ihn hinwerfen. «Er geht woanders hin und wird sinken», betont Onda. (saw)

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Diese Falle frisst Abfall, bevor er ins Meer gelangt

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Diese Falle frisst Abfall, bevor er ins Meer gelangt
quelle: ap / peter dejong
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