Wissen
Italien

Die Ewige Stadt ist hundert Jahre älter als gedacht

Älter als gedacht: Blick auf das Forum Romanum.
Älter als gedacht: Blick auf das Forum Romanum.Bild: ANSA
Roma, città eterna

Die Ewige Stadt ist hundert Jahre älter als gedacht

Am 21. April feiert Rom seinen 2767. Geburtstag. Kurz vorher lassen neue archäologische Funde vermuten, dass auf dem Geburtstagskuchen der italienischen Hauptstadt über hundert Kerzen mehr brennen sollten.
15.04.2014, 23:1316.04.2014, 14:32
Mehr «Wissen»

21. April 753 v. Chr.: An diesem Tag, so will es die Legende, gründeten die Brüder Romulus und Remus auf sieben Hügeln am Tiber die Stadt Rom, die später zu einem Weltreich heranwachsen sollte. Das Datum war im frühen Mittelalter eine Weile der Nullpunkt für die Zeitrechnung ab urbe condita («seit der Stadtgründung»), bis sich im 8. Jahrhundert die heute gebräuchliche christliche Jahreszählung durchsetzte. So feiert die Ewige Stadt alljährlich am 21. April ihren offiziellen Geburtstag; dieses Jahr schon den 2767. 

Neue archäologische Funde könnten nun aber die römische Jahreszählung gehörig durcheinanderbringen: Die Tageszeitung «Il Messaggero» berichtete, Forscher hätten auf dem Forum Romanum eine Mauer ausgegraben, die über 900 Jahre vor Christus errichtet worden sei. Das aus vulkanischem Tuffstein bestehende Bauwerk fasste einen Bach, der in den Spino, einen Nebenfluss des Tiber, mündete. Daneben fanden die Archäologen auch Gegenstände aus Keramik und Überreste von Lebensmitteln. 

Allmählich besiedelt

«Die Analyse der Keramik-Gegenstände war entscheidend», sagte Grabungsleiterin Patrizia Fortini. «Sie erlaubte uns, die Mauer chronologisch zwischen dem 9. und dem Beginn des 8. Jahrhunderts einzuordnen.» 

Die Tatsache, dass Rom allmählich besiedelt wurde und das traditionelle Datum seiner Gründung eine später entstandene Legende ist, war allerdings bereits bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass der Palatin, einer der sieben Hügel Roms, schon im 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt war. Der neue Fund zeigt nun aber, dass Bauwerke aus Stein früher als bisher angenommen errichtet wurden. (dhr)

Mehr zum Thema History >>>
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Extrem nah»: Neues Schwarzes Loch in der Milchstrasse entdeckt
In der Milchstrasse gibt es zahlreiche Schwarze Löcher. Forschende haben nun ein besonders beeindruckendes Exemplar entdeckt – und das ganz in unserer Nähe.

Das Herumtaumeln eines Sterns hat Forschende auf ein besonders gewaltiges Schwarzes Loch in der Milchstrasse aufmerksam gemacht. Es handle sich um das bisher massereichste bekannte stellare Schwarze Loch in unserer Galaxie, teilte die Europäische Südsternwarte (Eso) mit Sitz in Garching bei München mit.

Zur Story