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epa07654699 Airplane of Titan airways containing deported Afghans takes off of the Leipzig /Halle Airport, Schkeuditz, Germany, 17 June 2019.  16 Afghans  asylum seekers are deported from Germany as part of collective deportation.  EPA/FILIP SINGER

Fliegen: Einer der grossen Sündenböcke in Zeiten des Klimawandels. Bild: EPA/EPA

So viel würde CO2-neutrales Fliegen heute kosten (Spoiler: Gar nicht sooo viel mehr!)



«Sei wie ein Indianer: Hinterlasse keine Spuren», lautet die Aufforderung in gefühlt jeder zweiten Schweizer Bürotoilette. Es ist ein sanfter Hinweis darauf, dass eigentlich das Verursacherprinzip gelten würde. Wer suppt, der schrubbt.

Doch wir wissen alle, wie gut das System der Freiwilligkeit funktioniert. Die Leidtragenden sind die anderen.

Wer heute fliegt oder Auto fährt, ist kein Indianer. Beides verursacht Spuren in Form von Treibhausgasen, welche zum Klimawandel beitragen. Das Verursacherprinzip gilt nicht einmal ansatzweise. Zwar boomen Dienste wie myclimate.ch, doch die Kompensations-Programme sind für den Laien nicht immer einfach verständlich. Und CO2-neutral ist der Personenverkehr deswegen noch lange nicht.

Dabei wäre das schon heute möglich.

Zwar bestehen noch keine Anlagen mit einer entsprechenden Kapazität, aber die Technologie dazu existiert. Auch dank der Schweizer Firma climeworks.ch.

Bild

Die Climeworks-Anlage auf der Verbrennungsanlage in Hinwil. Die Abwärme der Verbrennungsanlage ist beim Abschöpfen des CO2 aus der Luft hilfreich. bild: climeworks

Climeworks hat ein Verfahren entwickelt, CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen. Dabei wird Luft durch einen speziellen Filter gesogen. Dort setzt sich das CO2 fest. Später wird dieser Filter erhitzt und das CO2 kann als konzentriertes CO2-Gas eingefangen und wieder verwendet werden. Es kann:

Bild

CO2 kann in vulkanischem Basaltgestein gebunden werden. Pro Tonne CO2 werden rund 25 Tonnen Wasser benötigt. bild: climeworks

Zurück bleibt auf jeden Fall CO2-freie Luft.

Das Unternehmen, von zwei ETH-Studenten gegründet, hat mit Anlagen in Island, Hinwil und Italien weltweit für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile übersteigt die installierte Absaug-Kapazität 2000 Tonnen CO2 pro Jahr. Geplant sind weitere Anlagen. Zum Beispiel zur Herstellung von «Recycling»-Kerosin.

Doch die CO2-Einfangerei ist nicht gratis. Die Sache benötigt eine ordentliche Infrastruktur – und Energie. Und deshalb belaufen sich die Kosten pro Tonne im Moment noch auf ca. 600 Franken. Im Moment noch.

In den nächsten drei bis vier Jahren soll sich dieser Preis auf 200 Franken pro Tonne reduzieren. Bis spätestens 2030 werden 100 Franken anvisiert.

Wie würde sich das auf die Flug- und Benzinpreise auswirken? Wenn wir sämtliches produziertes CO2 während eines Flugs einfach so wieder verschwinden lassen könnten? Wir haben eine einfache Milchbüechlirechnung gemacht.

Copy: Energiepotential
Infogram

Annahmen: CO2-Angaben (2,3 t für New York und 0,426 t für Cagliari für Hin- und Rückflug, 1 Person, Economy) von myclimate.ch. Flugpreise Swiss im September 2019, 15'000 Kilometer Auto fahren mit einem Benzinverbrauch von 6,5 Litern bleifrei 98 (Totalverbrauch 150 × 6,5 Liter = 975 Liter) und einem Benzinpreis von 1,74 Franken pro Liter.

In dieser einfachen Milchbüechlirechnung nicht einberechnet ist, ...

2140 Franken für ein Flugticket nach New York. Das ist ziemlich genau der Preis, den unser Politik-Experte Peter Blunschi für denselben Flug in den 90er-Jahren bezahlte. Leider bietet Climeworks ein solch direktes Kompensationsmodell noch nicht an. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Wurde noch vor wenigen Jahren mit Langstreckenflügen geprotzt, darf man heute nur noch mit vorgehaltener Hand von seinen Ferienflügen erzählen. In Schweden gibt es dafür neuerdings ein Wort: «Flygskam» – Flugscham.

Flugscham müsste nicht sein.

Bereits heute wäre es möglich, ein Verursacher-Prinzip-Preis-Modell zu betreiben, mit dem man ohne Scham, dafür mit indianisch stolzem Kreuz in ein Flugzeug steigen könnte. Die Angst, dass man in Zukunft nicht mehr in die Ferien fliegen darf, ist unbegründet. Die Frage lautet bloss, zu welchem Preis.

Wer Climeworks unterstützen will, kann das hier tun. Wer lieber konventionell kompensieren möchte, kann das bei myclimate.ch tun.

Drake mit eigener Luxus-Boeing

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    Alle Leser-Kommentare
  • Josh River 29.06.2019 07:56
    Highlight Highlight Also über diese Themen muss ich ja lachen. Wer 1 bis 2 mal in den Urlaub fliegt im Jahr muss sich sicher nicht schämen und schon gar nicht vor all den Heuchlern. Mindestens 70% dieser Leute spucken grosse Töne aber bestellen Sachen auf Amzon Wish Zalando ect. Das macht ja gar nichts weil diese schönen Pakete mit Sicherheit nur mit Elektrischen Flugzeugen ausgeliefert werden. Solange das so ist muss man sich meiner Meinung nach überhaupt nicht schämen.
  • WalkTheTalk 28.06.2019 10:15
    Highlight Highlight Welches Auto kostet 10 Rappen auf den Kilometer? Die Fahrzeuge die Ich kenne kommen auf 40-70 Rappen auf den Kilometer, wenn man die gesamten Kosten betrachtet. Sprich der Unterschied ist schon heute nicht 1696.5 zu 3796.5 CHF (+ 123%), sondern eher 7500 zu 9600 CHF (+ 28%)... Im Jahr 2030 sind es dann noch +4%...
    Meiner Meinung nach sollte die Rechnung richtig gemacht werden, um die Mehrkosten auch in die richtige Relation zu stellen!
  • Hans Bart 28.06.2019 10:08
    Highlight Highlight Ich will so günstig wie möglich fliegen! Ich buche immer den billigsten Flug und werde es auch in Zukunft so machen.
    Die Sache mit den Schweden ist lachhaft. Dieses verhalten ist mehr als peinlich.
    • Dan Ka 28.06.2019 20:58
      Highlight Highlight Oh, das ist jetzt aber schwach...
    • Allion88 28.06.2019 22:00
      Highlight Highlight Bin gespannt wie viele von den blitzern noch nie den günstigsten flug gebucht haben.

      Wer ohne sünde....
  • Doppelpass 28.06.2019 10:02
    Highlight Highlight "Als Sprudel in Getränken verwenden". Toll! Ich fliege nach Mallorca, trinke dabei eine Limo und verzichte sogar aufs Röhrli.
    Flugscham? Was ist das?
  • Grohenloh 28.06.2019 06:29
    Highlight Highlight Im Artikel wird behauptet, beim Autofahren gilt das Verursacherprinzip nicht mal ansatzweise.
    Seid ihr bei watson jetzt Wahlkampfpropagandisten für die Grünen oder einfach hype-erblindet?
    Die Autofahrer finanzieren die Staatskasse quer. Der öV trägt seine Kosten nicht mal ansatzweise und wird von der allgemeinen Staatskasse und dem Benzinpreis alimentiert.
  • pascalsee 28.06.2019 06:07
    Highlight Highlight Danke! Ohne co2 sterben die pflanzen! ohne pflanzen geht uns die saubere Luft aus! und das wegen 0,03% co2 in der Atmosphäre! wovon 96% natürlich ist!
    • Doppelpass 28.06.2019 10:16
      Highlight Highlight Danke? Wofür? Was du erklärst ist selbstverständlich absolut richtig. Aber was willst Du sagen? Dass Du nicht an den Klimawandel glaubst? Oder dass er "gottgewollt" ist? Nichts mit unserem co2 Ausstoß zu tun hat? All die Forscher falsch liegen? Die Bilder der schmelzenden Gletscher und Polkappen fake sind?
  • Locutus70 28.06.2019 00:25
    Highlight Highlight Ich finde die Idee gut. Leider ist das alle nur ein Tropfen auf den heissen Stein solange die Regenwälder weltweit in dem Tempo weiterhin abgeholzt werden.

    Das in der Hinsicht keine Initiativen von den eher linken und grünen Parteien kommen ist eine Schande.
  • walsi 27.06.2019 21:46
    Highlight Highlight Wenn das CO2 nicht gebunden wird ist es nichts anderes als ein moderner Ablasshandel. Das einzige was effektiv nützt ist Verzicht. Dä Füfer und's Weggli goht nöd.
    • Conflux 27.06.2019 21:59
      Highlight Highlight Genau das stimmt eben nicht.
    • dä seppetoni 27.06.2019 22:38
      Highlight Highlight Naja wenn daraus auch, wie beschrieben, Kerosin hergestellt werden kann, dann ist es immerhin ein geschlossener Kreislauf wie bei der Verbrennung von Holz. Es wird nicht mehr daurend zusätzliches CO2 produziert.
      Die Idee von der ETH (Syngas) hört sich aber noch ein bisschen spannender an.
    • atomschlaf 28.06.2019 06:56
      Highlight Highlight Grossemittente wie Indien und China dürfen bis 2030 die Emissionen beliebig steigern.
      In der NZZ lese ich heute morgen, dass Japan bis 2030 26 Prozent Kohlestrom, 27 Prozent Gas und 3 Prozent Öl anstrebt.
      Verzicht, my ass!

      Abgesehen davon: Verzicht heisst de facto, dass man sein hart verdientes Geld nicht mehr ausgeben darf wie man will.
      Warum soll man sich da noch anstrengen, morgens früh aufstehen und Höchstleistungen erbringen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hollda von Quorn 27.06.2019 21:20
    Highlight Highlight Es steht zwar schon in andern Kommentaren, aber bitte hier nochmals: Das CO2 bzw. der Kohlenstoff darin wird dem Kreislauf nur dann entzogen, wenn er dauerhaft aus der Luft weg ist. Ihn ins Mineralwasser zu pumpen oder in Gewächshäuser ist äusserst kurzfristig und bringt nichts! Höchstens das Einlagern in Gesteine könnte etwas nützen. Wir sollten uns nichts vormachen. Dieses CCS (carbon capture and storage) ist zwar eine Möglichkeit, aber eine teure und aufwändige (und braucht Energie, die dann anderswo fehlt). Es geht billiger und viel einfacher: Öl und Kohle gar nicht aus dem Boden holen.
  • meliert 27.06.2019 21:19
    Highlight Highlight aber eben, mit Geld das Gewissen beruhigen, weil das Co2 wird ja immer noch ausgestossen-oder ?
    • El Mac 28.06.2019 08:05
      Highlight Highlight CO2 neutral bedeutet ja genau dass schlussendlich „kein“ CO2 ausgestossen wird. Weil an einem anderen Ort genau gleich viel CO2 eingefangen wird zum beispiel.
  • Magnum44 27.06.2019 20:25
    Highlight Highlight "darf man heute nur noch mit vorgehaltener Hand von seinen Ferienflügen erzählen. In Schweden gibt es dafür neuerdings ein Wort: «Flygskam» – Flugscham."

    In was für einer Welt lebt den ihr?
    • The Count 27.06.2019 22:16
      Highlight Highlight In Österreich und der Schweiz gibt es dafür auch ein Wort seit ganz kurzem impfall. "Flugscham" - Flugscham...
  • Nexzar 27.06.2019 19:53
    Highlight Highlight Zum millionsten Mal... Die Schiffahrt ist viel schlimmer für unsere Ökobilanz als der gesamte Flugverkehr. Die Verantwortung für die reduzierung sollte nicht beim Indiviidum liegen sondern beim ganzen as in Konzerne und Regierungen. Aber vorallem Konzerne sind in der Mitschuld. Der normale Bürger der nicht in Management-Position in einer solchen Firma ist, sollte nicht dafür bescholten werden. Das lenkt ab von denen, die wirklich was dafür tun könnten..

    Ahja und wegen der Schiffahrt:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dlr-studie-schiffe-verpesten-luft-mehr-als-flugzeuge-a-745729.html
  • Adam Smith 27.06.2019 19:52
    Highlight Highlight Ich finde Fliegen sollte so teuer werden, dass es sich nur noch Menschen der oberen 5% leisten können. Entweder man ist sozial, oder man ist ökologisch. Für mich ist die Entscheidung klar und ich sehe sowieso kein Grund, weshalb auch die Menschen mit niedrigsten Löhnen nach Thailand in die Ferien können sollten.
    • Philippe87 28.06.2019 07:10
      Highlight Highlight Ich wäre für die oberen 0.5%!🙃
  • Garp 27.06.2019 19:44
    Highlight Highlight CO2 im Gestein zu binden, hinterlässt doch auch Spuren, nur keine sichtbaren. Vergrabenen Atommüll sieht man auch nicht. Wir wissen nicht, wie sich alles entwickelt und ob auch da nachfolgende Generationen Probleme bekommen. Weniger verbrauchen ist der konsequente Weg.
    • fireboltfrog 27.06.2019 20:34
      Highlight Highlight Also das ist ja dann besser Gebunden wie Öl und von dem her kein Thema.
    • Dominik Treier 27.06.2019 21:21
      Highlight Highlight Du weisst aber schon, dass das CO2 heute schon in der Erde ist, einfach in Form von fossilen Energieträgern... Ausserdem ist CO2 ja nicht gefährlich, wenn mal ein wenig entweicht. Der Vergleich mit Atommüll ist bestenfalls hanebüchen und Verzicht zu predigen und anderen ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen ist wirkungslos... Ausser man möchte sich an seiner angeblichen Überlegenheit ergötzen und ist an Lösungen gar nicht interessiert.
    • Garp 27.06.2019 21:36
      Highlight Highlight Klar weiss ich das Dominik. Und durch den Klimawandel wird noch viel mehr CO2 frei. Ich will mich gar nicht ergötzen. Es geht ja nicht um ein wenig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • neutrino 27.06.2019 19:42
    Highlight Highlight "..darf man heute nur noch mit vorgehaltener Hand von seinen Ferienflügen erzählen. In Schweden gibt es dafür neuerdings ein Wort: «Flygskam» – Flugscham"

    Offenbar ist man bei watson krass in einer Blase - "Flugscham" ist in nicht-urbanen Gegenden null Thema - das beginnt schon in Dietikon. Viele sehen nicht ein, warum viele fast täglich herumfliegen, aber sie dann für ihren jährlichen Flug nach Zypern, Prishtina, NY, etc. sich schämen müssen.
    • atomschlaf 28.06.2019 07:00
      Highlight Highlight Kann ich voll und ganz bestätigen.
      Vermutlich urban-links-grünes Blasenphänomen.
      Problematisch ist, dass viele Journis in dieser Blase herumirren.
  • Skip Bo 27.06.2019 19:39
    Highlight Highlight Fossiles CO2 muss wieder langfristig (+10'000 Jahre) gebunden werden können. Die Fixierung in organischem Material ist nicht CO2 neutral.
    • Pafeld 28.06.2019 02:05
      Highlight Highlight CO2 ist nicht ewigs atmosphärenbeständig. Das Ziel ist der Aufbau eines geschlossenen Kohlenstoffzyklus. Wälder und Oceane fixieren heute schon Milliarden von Tonnen an CO2. Es geht darum, die Fixierung weiter zu erhöhen. Dafür muss man nicht zu 100% auf sämtliche nicht-nachhaltigen Kohlenstoffquellen verzichten. Sie werden bei konsequenter Weiterentwicklung einfach schlicht obsolet.
    • Skip Bo 28.06.2019 12:52
      Highlight Highlight Fossiler Kohlenstoff welcher von Millionen von Jahren fixiert wurde und jetzt verbrannt wird, wird dem CO2 Kreislauf hinzugefügt. Der in Wäldern und Ozeanen fixierte C bleibt im Kreislauf, organisches Material verrottet, dient als Nährstoff oder wird genutzt bzw. verbrannt, es wird CO2 freigesetzt. Man darf den zu beobachtenden Zeitraum nicht auf ein paar Jahrzehnte reduzieren und sich auf kurzfristige Effekte berufen.
  • flyme 27.06.2019 18:55
    Highlight Highlight Mit dem Sammeln des CO2 ist es noch lange nicht getan. Entweder muss das CO2 nachhaltig aus dem Kreislauf entfernt werden, was bisher erst in Entwicklung ist. Oder man muss es zur Treibstoffproduktion verwenden, damit dieser nicht mehr fossil ist. Letzteres ist nötig, benötigt aber sehr viel Energie, logischerweise mehr, als nachher im Treibstoff vorhaden ist. (12 kWh / kg Kerosin, bzw 3800 kWh / tCO2) Man rechne die Energiekosten.
  • Leon1 27.06.2019 18:42
    Highlight Highlight Diesen Ablasshandel mit myclimate & co hab ich noch nie verstanden. Ein Wiederaufforstungsprojekt in Kenia ändert gar nichts daran, dass durch deinen Flug eine Menge an vorhin fossil gebundenem CO2 freigesetzt wurde. So lange eben dieses CO2 nicht wieder gebunden und im Boden verbuddelt wird, besteht im natürlichen Kreislauf nach dem Flug ein Plus an CO2.

    Bei dieser Geschichte wird gutgläubigen ökobewussten Menschen ein gutes Gefühl verkauft. Diese können dann beruhigt fliegen, myclimate & co machen Umsatz, einzig die Umwelt hat - obwohl vielleicht gut gemeint - nicht wirklich etwas davon.
    • _Marc_ 27.06.2019 20:00
      Highlight Highlight Auch schon daran gedacht, dass die zusätzlich gepflanzten Bäume zusätzliches CO2 aus der Atmosphäre binden können?
    • Leon1 27.06.2019 21:59
      Highlight Highlight Ja, genau, "binden". Die ganzen Projekte erklären immer grossartig wie viel CO2 ein Baum "absorbieren" kann. Was sie nie dazu schreiben: Ein Baum ist über seinen ganzen Lebenszyklus CO2-neutral. Was er im laufe seines Lebens an CO2 absorbiert, wird am Ende durch die Verrottung der Biomasse (oder Verbrennung) wieder an die Atmosphäre abgegeben.

      In Form von Erdöl und Erdgas war das CO2 über Jahrtausende bis Jahrmillionen gebunden. In Bäumen für Jahrzenhnte bis maximal Jahrhunderte. Kerosin zu "verfliegen" und durch Aufforstung zu kompensieren ist also eine ziemlich kurzfristige Idee.
  • Thinkdeeper 27.06.2019 17:56
    Highlight Highlight Go for it...
    Wir bezahlen es sowieso.
    Warum nicht verursachergerecht?5
  • Roxy_red 27.06.2019 17:47
    Highlight Highlight Finde ich Klasse. Sicher kombinierbar mit anderen Massnahmen.
    Trotzdem bleiben Fragen: woher wird die Energie zum Betreiben dieser Geräte genommen? Wie viel CO2 kann überhaupt „gespeichert“ werden und für wie lange und wo? Wer will das CO2 kaufen?
  • DerRabe 27.06.2019 17:46
    Highlight Highlight Ich wäre sofort bereit das zu bezahlen und würde mich noch mehr darüber freuen, wenn dieses Verfahren sogar zur Pflicht wird.
    Ganz im Gegenzug dazu stufe ich die heute existierende Klimaabgabe ein. Diese ist nichts anderes als ein moderner Ablasshandel, bei dem man versucht sich ein gutes Gewissen zu kaufen. Den Schaden hat man jedoch trotzdem angerichtet. Sowas bringt‘s aus meiner Sicht nicht.
    Wir müssen, wie in diesem Artikel beschrieben, den Ausstoss verringern oder sogar gänzlich aus der Welt schaffen. Climeworks sollte man im Auge behalten. Die Aktie wird wohl noch ziemlich steigen
    • Bynaus 27.06.2019 17:52
      Highlight Highlight Bei der Klimaabgabe gehts nicht ums gute Gewissen, sondern darum, ein Preissignal zu geben, wo sonst keines existiert, weil die Folgen sehr, sehr weit entfernt vom Verursacher auftreten. Das eingenommene Geld wird wieder an die Bevölkerung zurückverteilt (abzüglich des Anteils, der in das Gebäudesanierungsprogram fliesst).
    • The Count 27.06.2019 22:12
      Highlight Highlight Genau meine Meinung, mit jedem Wort!
  • Bynaus 27.06.2019 17:37
    Highlight Highlight Das Fliegen ist nur dann wirklich CO2 neutral, wenn das eingefangene CO2 anschliessend permanent verbuddelt wird! Braucht man es für E-fuels, Pflanzen oder Sprudel (etc.) nimmt es auf seinem Weg in die Atmosphäre einfach einen (teuren) Umweg. Aber ich wäre absolut dafür, dass eine solche Option beim Ticketkauf erst angeboten - und dann mittelfristig Pflicht wird.
    • Casimir R. 27.06.2019 18:11
      Highlight Highlight Du hast leider das prinzip von "neutral" nicht verstanden. wenn man 1 tonne co2 aus der luft nimmt, diese in e-fuels umwandelt und anschliessend wieder verbrennt hat sich in der bilanz der luft nichts verändert. darum "neutral". antreiben sollte man das ganze z.b. mit windkraft.
    • Lienat 27.06.2019 19:26
      Highlight Highlight "Braucht man es für E-fuels, Pflanzen oder Sprudel (etc.) nimmt es auf seinem Weg in die Atmosphäre einfach einen (teuren) Umweg."

      Stimmt nicht unbedingt. Zwar wird das CO2 wieder in die Atmosphäre entlassen, das stimmt. Wenn aber z.B. die damit erzeugten E-Fuels fossile Treibstoffe ersetzen, wird kein neues CO2 in den Kreislauf eingebracht, was insgesamt einen Gewinn bringt. Das ganze macht natürlich nur dann Sinn, wenn auch die für die CO2-Extraktion verwendete Energie klimaneutral und nachhaltig gewonnen wurde.
    • Bynaus 27.06.2019 22:50
      Highlight Highlight @Casimir: Du vergisst dass man mit der ganzen Übung das CO2 aus der Verbrennung des Kerosins kompensieren bzw. neutralisieren wollte. Das geht nur, wenn das gewonnene CO2 wieder dorthin geht, wo das des Kerosins vorher war: im Boden (auf jeden Fall nicht in der Atmosphäre).

      @Lienat: Nur wenn dafür garantiert fossiler Kohlenstoff im Boden bleibt - schwierig. Am ehesten würde es dann Sinn machen, Flugzeuge direkt und nur noch mit E-Fuels zu betreiben - nur dann könnte man von CO2-neutral reden (vorausgesetzt, der Strom dafür wurde CO2-frei produziert, wie du schreibst).
  • Posersalami 27.06.2019 17:31
    Highlight Highlight Co2 unter viel Einsatz von Energie aus der Atmosphäre zu filtern und es dann in Getränke zu kippen erscheint mir total sinnlos. Schliesslich entweicht das Co2 bald wieder in die Atmosphäre, wenn man das Getränk konsumiert. Wozu viel Energie verwenden, unter den Strich ändert sich nichts ausser, dass der Co2 Wäscher die Umwelt belastet hat.
    • atomschlaf 27.06.2019 18:25
      Highlight Highlight Es wäre vermutlich viel effizienter, das CO2 dort rauszufiltern wo die Konzentration hoch ist, beispielsweise aus den Abgasen thermischer Kraftwerke.
    • Rabbi Jussuf 27.06.2019 18:46
      Highlight Highlight Nö, so sinnlos ist das nicht. Es ist ja eine Art Recycling. Wo käme das CO2 sonst her, dass du im Sprudel hast? Das kommt vermutlich aus irgendwelchen Verbrennungsvorgängen von fossilen Stoffen.
      Stell dir vor, das Kerosin wäre noch von der Vorrichtung produziert, die die ETH neulich vorgestellt hat, dann wäre das ursprüngliche CO2 bereits aus der Luft gewonnen und würde noch einmal benutzt, bevor es wieder in die Luft geht. Es gäbe keine zusätzliche CO2 Emission.
    • Posersalami 27.06.2019 23:03
      Highlight Highlight Natürlich gibt es zusätzliche CO2 Emissionen! Und zwar durch die Anlage selbst für deren Produktion und, viel schlimmer, für die Energie, die sie braucht. CO2 Wäsche verbraucht nämlich verdammt viel Energie und die wächst bekanntlich nicht auf den Bäumen. Und dann will man sie für Sprudel verschwenden, unfassbar. Das ist dann sicher der teuerste Sprudel der Welt ohne jeden Gewinn für die Umwelt.

      Viel klüger wäre es, CO2 gar nicht erst in die Atmosphäre zu entlassen. Dann kann man sich solche teuren Stunts sparen.
  • ingmarbergman 27.06.2019 17:30
    Highlight Highlight Zeig das ja nicht der FDP, sonst wollen sie es gleich verbieten..weil schädlich für die Wirtschaft. Macht einheimische Arbeitsplätze kaputt. Und überhaupt, grün, bäh!

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