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Der milde Winter schadet dem Wald nicht – aber jetzt wird's heikel



Der vergangene mildeste Winter in den Annalen der Schweiz hat dem Wald bezüglich seines Lebenszyklus nicht unbedingt geschadet. Der Austrieb ist indessen früh dran und Frühlingsfrost kann noch zu grossen Schäden führen.

In Gärten und Hecken entfalten sich derzeit die ersten Blätter, die Blüten von Obstbäumen ziehen Bienen an. Auch im Wald sind die Knospen im Begriff, sich zu öffnen.

Wald im Frühling

Dem Wald droht der Frühlingsfrost. Bild: shutterstock.com

Der Frühling kommt, nachdem es kaum richtig Winter gewesen ist. Im rekordwarmen Winter gab es mehrere Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 10 oder sogar 12 Grad fielen. Tage wiesen Werte von teilweise über 20 Grad auf.

Bäume brauchen Wecksignal

Das könnte Waldbäume vor Probleme stellen: Um sicherzustellen, dass der Winter vorbei ist, und für ein optimales Wachstum benötigen Bäume und Sträucher in gemässigten Klimazonen einen Kältereiz, also kalte Temperaturen für eine bestimmte Zeit. Sind die Knospen nicht ausreichender Kälte ausgesetzt, kommen die Bäume nicht aus der Winterruhe.

Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie der Universität Neuenburg untersuchten nun, welche Auswirkungen zu milde Wintertemperaturen auf die Vegetation haben könnten.

Eiche und Birke vertragen mehr Wärme

Das Experiment läuft weiter, wie die beiden Institutionen am Donnerstag mitteilten. Dabei untersucht der Doktorand Frederik Baumgarten den Kältebedarf von sechs verbreiteten Baumarten.

Erste Ergebnisse zeigen, dass einige Arten wie Eiche oder Birke weniger Kälte brauchen als andere, um aus der Winterruhe zu kommen. Ihr Austrieb im Frühjahr könnte daher mit der Erwärmung des Klimas immer früher erfolgen.

Immer wieder schön:

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

Im Gegenteil dazu benötigen andere Arten wie Buche oder Ahorn ziemlich viel Kälte, um sich im Frühjahr optimal entwickeln zu können. Baumgartens Analysen zeigten, dass Temperaturen insbesondere unter vier Grad bei einigen Arten wirksamer sind, um sie «aufzuwecken». Bei anderen können alle Temperaturen unter zehn Grad ähnlich wirksam sein, erklärte der Forscher gemäss Communiqué.

Zwei Wochen früher dran

WSL-Fachmann Yann Vitasse fügte hinzu, dass es im am Donnerstag beendeten Winter kalt genug war, um die Knospenruhe der Bäume aufzuheben. Sehr milde Spätwintertemperaturen wie in diesem Jahr lockten die Vegetation früher aus der Winterruhe.

Dies gelte insbesondere für frühe Arten, die weniger Kälte zum Aufwachen benötigen, wie viele Obstbäume, aber auch Hainbuchen, Birken und viele Sträucher. So zeigen lange Datenreihen von WSL und Universität Neuenburg gemäss Vitasse, dass etwa Apfel- und Kirschbäume heute durchschnittlich etwa zwei Wochen früher als in den 1970er Jahren blühen.

Frost droht

Da die Vegetation wegen der globalen Erwärmung die Vegetation früher austreibt, wird sie gemäss den Fachleuten anfälliger für Frühlingsfröste. 2020 gilt dieses Risiko wegen des milden Februar als besonders hoch. Matchentscheidend sind die Temperaturschwankungen im März und April.

«Insgesamt hat jedoch das Risiko von Frühfrösten im Tiefland mit der allgemeinen Klimaerwärmung nicht zugenommen», liess sich Professorin Martine Rebetez zitieren. Sie leitete vor zwei Studien zu diesem Phänomen. Oberhalb von 800 Metern sei jedoch die Gefahr von Frühjahrsfrösten leicht angestiegen.

In den Jahren 2016 und 2017 kam es im April nach sehr milden Perioden zu folgenschweren Frösten. Insbesondere der Kälteeinbruch von 2017 verursachte in den Obstgärten in der Schweiz, Österreich und Deutschland immense Schäden.

Gemäss Rebetez war das aber eine Ausnahmesituation. Frost sei auf dem hiesigen Breitengrad schon immer ein Risiko gewesen. So sage eine Bauernregel, dass es bis Anfang Mai regnen sollte. Eine dicke Wolkendecke verhindere nämlich eine starke nächtliche Abkühlung. (sda)

Hoch lebe der hippe Influencer-Einheitsbrei!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mr.President 19.03.2020 15:31
    Highlight Highlight Gestern Abend waren im Wald so viele Leute! Omg!
    Es war wie Samstag vor Weihnachten.
    Normalerweise sind 3-5 Menschen.
    Gestern 100-200!! Alle: alte, junge, Pärchen, Familien.
    Als ob es der letzte Tag wäre und Wald die einzige Hoffnung...
    Krass
    P.S. und die guckten mich so komisch an! Ich war alleine joggen. Hab nicht gehustet und sah nicht wie Zombie aus...
  • Sherlock_Holmes 19.03.2020 14:41
    Highlight Highlight Mich hat das frühlingshafte Wetter definitiv aus meiner Winterlethargie geholt.

    Mit zunehmendem Alter verstärkt sich bei mir mein Winterschlaf-Bedürfnis, was nicht immer einfach ist.

    Umso mehr schätze ich das belebende, zunehmende Licht und die Wärme.

    Wenigstens bleibt nun – wo der Arbeitsweg wegfällt – mehr Zeit, um das schöne Wetter dankbar zu geniessen.

    Ich weiss, dass das längst nicht allen vergönnt ist.
    All jenen im Gesundheitswesen, in der Logistik, im ÖV, Detailhandel und anderen unverzichtbaren Funktionen ein herzlicher Dank! Ihr seid die Heldinnen und Helden unserer Gesellschaft.
    • vayiaelanor 19.03.2020 17:16
      Highlight Highlight Viele IT Techniker arbeiten momentan im Home Office und stellen sicher dass die überlasteten Netze schnell ausgebaut werden, bitte auch uns denken. Es gibt auch im "Home Office" unverzichtbare Funktionen.
    • AnnikKilledTheStage 20.03.2020 11:04
      Highlight Highlight Blödsinn! Ich empfinde es nicht als Heldentat weiterhin im Geschäft zu sein damit unsere Kunden reibungslos im HomeOffice arbeiten können! Im Gegenteil: ich bin dankbar, das ich etwas tun darf, ausserhab des Radius meiner Wohnung.

Offen gesagt

«Lieber Herr Koch, schenken Sie uns reinen Wein ein ...»

Lieber Herr Koch

Ich bewundere Ihre Anpassungsleistung mit jedem Tag mehr. Ja, ich halte sie schon fast für unmenschlich.

Sie wissen, dass die beste Variante zur Eindämmung des Coronavirus in der Schweiz eine rigorose Ausgangssperre wäre. Oder besser: gewesen wäre.

Aber das dürfen Sie nicht sagen. Zu viel muss berücksichtigt werden, die Bevölkerung darf nicht verunsichert werden, die Wirtschaft muss sich erst organisieren und mit der Politik koordinieren können, ganz nach dem Motto: «Geld …

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