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80 Jahre D-Day: Unglaubliche Bilder der Invasion in der Normandie

80 Jahre D-Day: Unglaubliche Bilder der grössten Seeinvasion der Geschichte

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Boahhh. Mehr als 60 Bilder hat unser wahnsinnige Redaktor hier zusammengestellt. Aber hey: Sowohl in ihrer Bedeutung für den Zweiten Weltkrieg als auch in ihrem schieren Ausmass ist die Invasion in der Normandie so gross, dass sie das Ausmass dieser Bildergalerie rechtfertigt.
06.06.2024, 09:0120.12.2024, 13:51
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Es war die umfangreichste Marine-Landeoperation der Weltgeschichte: Am 6. Juni 1944 begann unter dem Codenamen Operation Neptune die Landung der alliierten Streitkräfte an der Küste der Normandie – und damit die erste Phase der übergeordneten Operation Overlord, der Rückeroberung Frankreichs und der Errichtung einer zweiten Front gegen das Deutsche Reich.

156'000 Soldaten, 195'000 Marineleute, 5300 Schiffe aller Grössen und Bauarten, rund 11'000 Flugzeuge, darunter 4000 Jagdflugzeuge und 4000 Bomber – dies alles an jenem 6. Juni 1944. In den Tagen und Wochen danach kamen weitere etliche Hunderttausende dazu.

History

Der grösste Anteil der alliierten Angriffstruppen wurde durch die USA, Grossbritannien und Kanada gestellt. Doch auch freie französische Einheiten unter dem Kommando von General Charles de Gaulle sowie australische, tschechoslowakische, polnische, niederländische, belgische, norwegische, neuseeländische, griechische, südafrikanische und rhodesische Einheiten waren beteiligt.

Saint-Aubin-sur-Mer, Normandy, France - September 18, 2020: The D-Day memorial landing site of the Canadian North Shore (New Brunswick) Regiment and the British No. 48 (Royal Marine) Commando
Das kanadisch-britische D-Day-Denkmal in Saint-Aubin-sur-Mer, nahe Juno Beach. Bild: Shutterstock

Entgegen den Erwartungen der deutschen Wehrmacht, die von einer Invasion an der engsten Stelle des Ärmelkanals – am Pas-de-Calais – ausging, wählten die Alliierten den langen Weg zu den Stränden der Normandie.

An overall view of the map showing the invasion routes takes by the allied forces to the beaches in Normandy for the D-Day invasion, in the Map room at Southwick army base near Portsmouth, England Mon ...
Eine der originalen D-Day-Invasionskarten im Kommandoraum des Armeestützpunkts Southwick bei Portsmouth.Bild: keystone

Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 98 km zwischen Sainte-Mère-Église im Westen und Ouistreham im Osten. Den alliierten Divisionen wurden fünf Strandabschnitte zugeteilt, welche die Codenamen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword erhielten. Zudem gingen der Seeinvasion Luftlandeoperationen bei wesentlichen taktischen Zielorten voraus.

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Monatelang wurde zuvor die Seelandung an den Stränden der englischen Grafschaften Dorset und Devon trainiert.

Übung mit Echtmunition in Dorset.
Übung mit Echtmunition in Dorset.Bild: Imperial War Museums
Preparation for the Normandy Landings, Slapton Sands, Devon, 1944 b/w photo 1741651 Preparation for the Normandy Landings, Slapton Sands, Devon, 1944 b/w photo by Unknown photographer, 20th century ad ...
Amerikanische Einheiten beim Training in Devon, Mai 1944 (Bild nachträglich koloriert).Bild: www.imago-images.de

Oberkommandierender aller alliierten Streitkräfte – Supreme Allied Commander – war US-General Dwight D. Eisenhower (im Bild in der Mitte); Oberkommandierender aller alliierten Bodentruppen der britische General Bernard Montgomery (r.); Oberkommandierender aller Streitkräfte zur See der britische Admiral Bertram Ramsay (l.).

Somewhere in France , visiting the invasion beachheads to see for themselves what their men have accomplished , these three allied chieftains are shown on the deck of the HMS Apollo , (left to right)  ...
Bild: imago stock&people

Voraussetzung für eine erfolgreiche Seeinvasion war die totale Luftüberlegenheit der alliierten Luftstreitkräfte. Dies war im Juni 1944 erreicht. Die deutsche Luftwaffe in Nordfrankreich war arg dezimiert.

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Sämtliche Flugzeuge aller alliierten Luftstreitkräfte erhielten sogenannte invasion stripes – schwarzweisse Streifenmarkierungen –, um Falschidentifikationen möglichst zu verhindern.

U.S. Army Air Force Fighter Planes during the Invasion of Normandy, France, June 1944 PUBLICATIONxINxGERxAUTxSUIxONLY Copyright: xJTxVintagex jtv011706
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Allererstes Ziel, Stunden bevor irgendein Boot die Strände der Normandie erreichte, war es, die Ostflanke zu sichern. Britische Kommandoeinheiten bekamen die Aufgabe, die strategisch wichtigen Brücken über den Orne-Fluss und den Caen-Kanal bei Bénouville (Bild) einzunehmen und zu halten.

pegasus bridge normandie d-day 6. juni 1944
bild: iwm.co.uk

Dazu wurden Lastensegler vom Typ Horsa verwendet. Der Vorteil dieser Segelflugzeuge gegenüber Landungen mit Fallschirmen war der lautlose Anflug, der einen Überraschungsangriff ermöglichte, sowie, dass Truppen konzentriert und punktgenau abgesetzt werden konnten, während sie bei Fallschirmeinsätzen meist weit verstreut landeten.

D-day - British Forces during the Invasion of Normandy 6 June 1944 A Horsa glider carrying troops of 6th Airlanding Brigade is towed aloft by an Armstrong Whitworth Albemarle at an RAF airfield, part  ...
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RECORD DATE NOT STATED Glider reinforcement team, D-Day, WW2 A team of paratroopers on 7 June 1944 amuse themselves whilst awaiting the call to take flight in their glider an Airspeed Horsa to back up ...
Soldaten der 1st Special Service Brigade am Abend vor D-Day mit einer Botschaft für ihre deutschen Gegner. «Swinehunds Svinhunds Shwinhunds» ... na ja, was gemeint ist, versteht man.Bild: www.imago-images.de

Um 16 Minuten nach Mitternacht am 6. Juni 1944 erreichten die allerersten alliierten Truppen französischen Boden: Drei Lastensegler landeten 50 Meter entfernt von der Brücke über den Caen-Kanal. Trotz der harten Landungen bemerkte die nur wenige Meter entfernte deutsche Wacheinheit nichts und der Überraschungsmoment war perfekt.

The British Army in the Normandy Campaign 1944 A Horsa glider near the Caen Canal bridge at Benouville, 8 June 1944. This is glider No. 91, which carried Major John Howard and Lieutenant Den Brotherid ...
Einer der Horsa-Lastensegler nahe der Caen-Kanal-Brücke. Bild: www.imago-images.de

Trotz zahlenmässiger Unterlegenheit wurden beide Brücken erobert und 21 Stunden lang erfolgreich gegen deutsche Panzer-, Kanonenboot- und Infanterie-Gegenangriffe verteidigt, bis Ablösung eintraf in Form der 6th Commandos, die von Sword Beach aus unter Dudelsackklängen in Richtung der Brücken marschierten.

Die nun neu «Pegasus Bridge» benannte Brücke (nach dem Emblem der 6th Airborne Division, welche die Brücke eingenommen hatte) einen Tag nach D-Day. Im Hintergrund sieht man die Horsa-Lastensegler.
Die nun neu «Pegasus Bridge» benannte Brücke (nach dem Emblem der 6th Airborne Division, welche die Brücke eingenommen hatte) einen Tag nach D-Day. Im Hintergrund sieht man die Horsa-Lastensegler.

Der Familie Gondrée, die das gleichnamige Café an der Westseite der Pegasus-Brücke betrieb, gebührte die Ehre, die ersten befreiten Franzosen der Normandie-Schlacht zu sein.

Georges Gondrée mit den Anführern der Einheit, welche die Brücke einnahm – Major John Howard und Leutnant David Wood (von l.) – am 6. Juni 1946, genau zwei Jahre nach dem denkwürdigen Tag.
Georges Gondrée mit den Anführern der Einheit, welche die Brücke einnahm – Major John Howard und Leutnant David Wood (von l.) – am 6. Juni 1946, genau zwei Jahre nach dem denkwürdigen Tag.

Derweil erfolgte in den frühen Morgenstunden des 6. Junis der Fallschirmangriff der 82. und 101. US-Luftlandedivisionen im Hinterland von Utah Beach, um die Westflanke der Invasion zu sichern.

FILE - American paratroopers, heavily armed, sit inside a military plane as they soar over the English Channel en route to the Normandy French coast for the Allied D-Day invasion of the German strongh ...
Bild: keystone

Ein besonders blutiger Kampf ereignete sich im Städtchen Sainte-Mère-Église, wo sich aufgrund eines zufälligen Feuers in der Stadt bereits deutsche Truppen vor Ort befanden. Durch Windeinwirkung wurden die US-Fallschirmjäger just in das Städtchen getrieben, wo sie schwere Verluste erlitten.

Bekannt wurde das Missgeschick des Fallschirmjägers John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment: Er blieb mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich anschliessend nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war. Ausser ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mussten sie mitansehen, wie ihre Kameraden im Kampf fielen. Noch heute erinnert ein Denkmal am Kirchturm von Sainte-Mère-Église an die Luftlandeoperation:

Parachute Memorial in honour of paratrooper John Steele who was caught on the church spire during D-Day, Sainte-MËre-Eglise, Normandy, France PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY 333DGMK6

Parachute  ...
Bild: imago stock&people

Auch das war D-Day:

Inflatable Light Tank used during preparation in England of Operation Fortitude, 1944 b/w photo 1726187 Inflatable Light Tank used during preparation in England of Operation Fortitude, 1944 b/w photo  ...
Bild: www.imago-images.de

Operation Fortitude war eine der erfolgreichsten Täuschungsaktionen des Zweiten Weltkriegs. Zur Verschleierung der Invasion in der Normandie stellten die Alliierten ab 1943 an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals zwischen England und Frankreich bei Dover ganze Heereseinheiten von Attrappen von Panzern, Flugzeugen, Artilleriegeschützen und anderem Kriegsmaterial aus Holz oder aufblasbarem Gummi als Ablenkung auf und übten in der Themse Landungsmanöver.

Der Hauptstoss waren aber die mehr als 100'000 Soldaten, die in Schiffen und Landungsbooten auf die designierten Strandabschnitte geschifft werden mussten.

Army troops on board a LCT, ready to ride across the English Channel to France to take part in the Allied invasion of German-occupied France. Some of these men wear 101st Airborne Division insignia. P ...
Soldaten der 101. US-Luftlandedivision beim Besteigen der Landungsboote in Southampton.Bild: www.imago-images.de
Operation Overlord the Normandy Landings- D-day 6 June 1944 The Final Embarkation: Three British soldiers of 51st Highland Division, aboard a landing craft, pass the time by reading the booklet on Fra ...
Britische Soldaten der 51. Highland Division informieren sich über ihr Zielland.Bild: www.imago-images.de
U.S. Army MP Military Police practices French on a ship taking him to Normandy. June 15, 1944. World War 2. BSLOC2014277 Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xCourtes ...
Ein US-Militärpolizist übt sein Franz-Vokabular.Bild: www.imago-images.de

Die Seeinvasion begann unmittelbar bei Tagesanbruch mit schwerem Bombardement der deutschen Verteidigungseinrichtungen an der Küste.

The Royal Navy during the Second World War- Operation Overlord the Normandy Landings- D-day 6 June 1944 HMS RAMILLIES carrying out a very heavy bombardment in support of the Eastern Flank of the Norma ...
Das britische Schlachtschiff HMS Ramillies beim Beschiessen der Ostflanke um Sword Beach.Bild: www.imago-images.de

Am westlichen Ende des Landeabschnitts, am hoch gelegenen Pointe du Hoc, befand sich eine deutsche Stellung mit sechs 155-mm-Feldkanonen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen unter Beschuss hätten nehmen können. Eine aus 225 Männern bestehende US-Rangerbataillon musste zuerst von See aus am Fuss der Klippen anlanden, dann mit Seilen und Leitern die Felswände emporklettern und danach das obere Kliff erobern.

FILE - In this photo provided by the U.S. Coast Guard, a U.S. Coast Guard landing barge, tightly packed with helmeted soldiers, approaches the shore at Normandy, France, during initial Allied landing  ...
no ragretBild: keystone

Allen Widrigkeiten und erbittertem Widerstand der deutschen Truppen zum Trotz schafften sie es – um dann feststellen zu müssen, dass die schweren Geschütze bereits entfernt worden waren.

German prisoners captured by U.S. Rangers on Pointe du Hoc, during D-Day Invasion. The American flag signals the position is in U.S. hands to prevent friendly fire from tanks. June 6, 1944. Normandy,  ...
Rangers und deutsche Kriegsgefangene auf der Pointe du Hoc.Bild: www.imago-images.de

Ab 6.30 Uhr begannen die Landungen an allen Strandabschnitten.

RECORD DATE NOT STATED D-Day - Just before landing in France Just before landing in France, American assault troops mass behind the protective front section of their landing craft as it approaches the ...
Soldaten der ersten Angriffswelle auf Omaha Beach.Bild: www.imago-images.de

Schwerer Beschuss verhinderte, dass die Landungsboote bei Omaha Beach nahe genug anlanden konnten, weshalb die Soldaten hundert Meter durch das Meer waten mussten. Wegen der daraus resultierenden schweren Verluste der US-Truppen bekamen die Landungsboote die Bezeichnung «taxis to hell and back».

Taxis to hell and back, American soldiers wading from Coast Guard landing barge toward the beach at Normandy on D-Day, June 6, 1944 photograph 7415588 Taxis to hell and back, American soldiers wading  ...
Das vielleicht berühmteste Bild des D-Days, betitelt «Into the Jaws of Death» – die Landung auf Omaha Beach.Bild: www.imago-images.de

Etwas besser erging es den britischen und kanadischen Truppen auf ihren Strandabschnitten – obwohl auch nicht ohne Verluste, wie dieses Bild beweist.

RECORD DATE NOT STATED D-Day - British Troops landing - Queen Beach - Sword Area View over Queen Beach, Sword Area at approx. 8:30am. Soldiers of No.1 Platoon, 84 Field Company RE are in the foregroun ...
Bild: www.imago-images.de
U.S. Soldiers of 116th Regiment of the 29th Infantry Division being helped to shore after Arriving at Omaha Beach in Life Raft after their Landing Craft Vehicle, Personnel (LCVP) had been Sunk off Bea ...
Omaha Beach: Infanteristen eines gekenterten Landungsbootes wird aus dem Wasser geholfen.Bild: www.imago-images.de

Bilder der amerikanischen Strandabschnitte, wo unter unnachgiebigem Beschuss Verwundete versorgt werden mussten:

WORLD WAR II: D-DAY, 1944. American medics administer first aid to soldiers wounded in the initial attack at Omaha Beach during the invasion of Normandy, France, 9 June 1944. Oil over a photograph. PU ...
Bild: www.imago-images.de
RECORD DATE NOT STATED D-Day - Injured American soldier An injured American soldier, his hair matted with blood , sweat and sand, has his hand bandaged by an American medical officer. D-Day began on J ...
Bild: www.imago-images.de
U.S. Army medical personnel administer a plasma transfusion to a wounded comrade, who survived when his landing craft went down off the coast of Normandy, France, in the early days of the Allied landi ...
Bild: keystone

Gegen Ende des Tages mussten die deutschen Verteidigungsstellungen – auch auf Omaha Beach – aufgeben, nicht zuletzt aufgrund der schieren Menge an Truppen, Waffen und Panzern, die nonstop an den Stränden abgeladen wurden.

FILE - U.S. reinforcements wade through the surf from a landing craft in the days following D-Day and the Allied invasion of Nazi-occupied France at Normandy in June 1944 during World War II. On D-Day ...
Verstärkung erreicht Utah Beach.Bild: keystone
WORLD WAR II: D-DAY, 1944. An American soldier lies dead alongside an anti-landing craft obstruction on Omaha Beach during the invasion of Normandy, 6 June 1944. PUBLICATIONxNOTxINxUSAxCANxUKxFRAxESPx ...
Der Tag danach: Omaha Beach am 7. Juni.Bild: www.imago-images.de
RECORD DATE NOT STATED D-Day - Dead German soldier by pillbox A dead German soldier lies next to the pillbox he was defending overlooking the Normandy coast on Utah Beach, Les Dunes de Madaleine. D-Da ...
Ein deutscher Toter neben einem Verteidigungsbunker bei Utah Beach.Bild: www.imago-images.de
A U.S. Army medical corpsman gives candy to a young French girl, injured during the Allied invasion of German-occupied France. Photograph released June 17, 1944. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WA ...
Ein US-Sanitätsoffizier behandelt verwundete französische Kinder – unter anderem mit Militärschokolade.Bild: imago stock&people
Private Warren Capers and aided over 330 soldiers on a D-Day, June 6, 1944. His unit was recommended for a Silver Star. World War 2. BSLOC2014240 Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUT ...
Private Warren Capers betreute am 6. Juni über 330 Soldaten. Seine Einheit erhielt die Militärauszeichnung Silver Star. Das US-Militär war zu diesem Zeitpunkt noch strikt segregiert und Soldaten wurden nach Hautfarbe in rein weisse Einheiten, schwarze Einheiten oder solche für Native Americans eingeteilt. In der Folge wurde die unglaublich wichtige Rolle der schwarzen Einheiten und Native American Units weitgehend ignoriert – ein Umstand, den die Geschichtsforschung als auch das US-Militär selbst erst in den letzten Jahren zu berichtigen versuchen.Bild: www.imago-images.de

Die Landung kam für die deutsche Führung völlig unerwartet. Erst am 6. Juni um 3 Uhr morgens wurden die ersten Schiffe gesichtet. Als um 4.30 Uhr die ersten deutschen Boote von Le Havre ausliefen, um diese aufzuklären, wurden zur selben Zeit schon die deutschen Küstenbefestigungen von Flugzeugen bombardiert.

Generäle von Rundstedt und Rommel Paris Dezember 1943 https://en.wikipedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_101I-718-0149-18A,_Paris,_Gerd_v._Rundstedt,_Erwin_Rommel.jpg
Falsche Annahmen: die Generäle von Rundstedt und Rommel in Paris, Dezember 1943.Bild: wikicommons

Laut Walter Warlimont, Mitarbeiter im Wehrmachtführungsstab: «Am 5. Juni war sich das deutsche Hauptquartier nicht im geringsten gewahr, dass das entscheidende Ereignis des Krieges unmittelbar bevorstand. Keine Aufklärung hatte die mehr als 5000 Schiffe zu entdecken vermocht, die sich seit 24 Stunden über den Kanal in Richtung Normandie bewegten; keine Lagebeurteilung, sei es von Rommel [Oberbefehlshaber Heeresgruppe B], von Rundstedt [Oberbefehlshaber West] oder dem Wehrmachtführungsstab, sah nach Wetter und Gezeiten eine Landung in nächster Zeit auch nur als wahrscheinlich an.»

FILE - German prisoners of war are led away by Allied forces from Utah Beach, near Sainte-Mere-Eglise, on June 6, 1944, during landing operations at the Normandy coast, France. The D-Day invasion that ...
Deutsche Kriegsgefangene werden auf Utah Beach weggeführt.Bild: keystone
WWII: D-DAY, 1944. German concrete gun battery on the Normandy coast, which was bombed by Allied aircraft during the Allied invasion of Normandy. Photograph, June 1944. PUBLICATIONxNOTxINxUSAxCANxUKxF ...
Einer der vielen deutschen Artillerie-Bunker, die sich trotz unablässiger schwerer Bombardierung nur schlecht ausser Gefecht setzen liessen, weshalb sie oftmals durch verlustreichen Nahkampf erobert werden mussten. Dabei war das effizienteste Vorgehen, eine Granate hineinzuwerfen oder einen Flammenwerfer einzusetzen.Bild: www.imago-images.de
A member of the the U.S. Navy s Second Beach Battalion disassembles a German Beetle remote-controlled miniature explosive tank on Utah Beach on June 11, 1944. These vehicles were built as mobile anti- ...
Ein Mechaniker des US Navy 2nd Beach Battalion deaktiviert einen deutschen Goliath-Kleinstpanzer, der durch Kabelsteuerung Sprengladungen in gegnerische Stellungen lenken sollte (was nur selten richtig funktionierte).Bild: imago stock&people
RECORD DATE NOT STATED D-Day - German Prisoners A Canadian picket stands guard over captured German prisoners following the storming of a German defence post two days after D-Day. In the background ca ...
Kanadische Truppen mit deutschen Kriegsgefangenen auf Juno Beach.Bild: www.imago-images.de
American Paratroopers in Captured German Jeep Patrolling Carentan while other American Soldiers Rest against a Building, Normandy, France, June 1944 PUBLICATIONxINxGERxAUTxSUIxONLY Copyright: xJTxVint ...
Patrouille mit einem gekaperten deutschen Kübelwagen.Bild: www.imago-images.de
Landing in Normandy, France, June 1944 : American soldiers meeting children who show them portrait of General Charles de Gaulle 1706998 Landing in Normandy, France, June 1944 : American soldiers meeti ...
US-Truppen, französische Kinder und General De Gaulle.Bild: www.imago-images.de

Mit der Sicherung der Brückenköpfe an den Landungsstränden begann die massierte Verschiebung von Truppen und Kriegsgerät von England nach Nordfrankreich erst recht.

FILE - American troops pack a landing craft underway to a beachhead at the northern coast of France, during the Allied invasion of Normandy, June 19, 1944. The D-Day invasion that helped change the co ...
Bild: keystone

Bereits einen Tag nach D-Day bot sich auf Omaha Beach diese Szene:

FILE - This is the scene along a section of Omaha Beach in June 1944, during Operation Overlord, the code name for the Allied invasion at the Normandy coast in France during World War II. The D-Day in ...
Bild: keystone

Auch wenn wenige Kilometer entfernt brutal gekämpft wurde, gingen die Lieferungen unaufhörlich weiter.

RECORD DATE NOT STATED D-Day - Embarkation for US assault troops Embarkation for US assault troops, about to set sail for the invasion of France. D-Day began on June 6th, 1944 at 6:30am and was conduc ...
Bild: www.imago-images.de

Allerlei Technologie wurde eingesetzt, um die Sandstrände befahrbar zu machen. Hier ein britischer «Teppichleger»-Panzer vom Typ Churchill, der eine erste behelfsmässige Fahrbahn auslegen konnte.

Preparations For Operation Overlord the Normandy Landings- D-day 6 June 1944 Churchill AVRE Armoured Vehicle Royal Engineers Type C Mark II carpetlayer for laying tracks across soft beaches. Copyright ...
Bild vom Training in Südengland.Bild: www.imago-images.de

Mit schwimmenden Pontons, sogenannten Mulberry harbours, konnten die Alliierten innert kurzer Zeit grosse Mengen auch an schwerem Kriegsgerät entladen. Nur eine Woche nach D-Day sah es auf Omaha Beach bereits so aus:

U.S. Military Vehicles move ashore across Pontoon Bridge to Omaha Beach from Temporary Mulberry Harbour A, Normandy, France, June 16, 1944 PUBLICATIONxINxGERxAUTxSUIxONLY Copyright: xJTxVintagex jtv01 ...
Bild: www.imago-images.de
WORLD WAR II: D-DAY, 1944. American soldiers, sailors, and Coast Guardsmen leaving a ruined chapel near Omaha Beach after services the first Sunday after D-Day during World War II, 1944. PUBLICATIONxN ...
Der erste Sonntag nach D-Day: Ende eines Gottesdienstes in einer zerbombten Kapelle.Bild: www.imago-images.de
Operation Overlord Ein Korrespondent der Associated Negro Press ANP. 13. Juli 1944.Diese schwarzen amerikanischen Soldaten sind in ihrem Lager. Der Korrespondent tr‰gt ein schwarzes Barett mit dem Abz ...
Ein Korrespondent der Associated Negro Press ANP (ja, auch die US-Presse war segregiert) nimmt Augenzeugenberichte entgegen.Bild: www.imago-images.de
U.S. soldiers showering in an installation mounted along a hedgerow in Normandy. June-July 1944. Normandy Campaign, France, World War 2. BSLOC2014294 Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINxGERxSUI ...
Eine Duscheinrichtung der US-Infanterie.Bild: www.imago-images.de

Nach der Sicherung des Brückenkopfes an der Küste ging der alliierte Vorstoss weiter Richtung Inland. Die Landschaft der Normandie erwies sich dabei als Albtraum für die Angreifer und als Segen für die Verteidiger. Die uralte Landschaft bot ein labyrinthartiges Schlachtfeld mit Hecken und Barrieren, die sowohl Fernsicht als auch Panzer blockierten.

Aerial view of the hedgerows of Normandy. The ancient landscape provided a maze like battlefield with barriers that blocked vision and tanks. Ca. 1944. France, World War 2. BSLOC2014291 Courtesy Evere ...
Bild: www.imago-images.de
FILE - During the Allied invasion of the Normandy region in France, American soldiers race across a dirt road under enemy fire, near St. Lo, in July 1944. France is getting ready to show its gratitude ...
Vorstoss unter Beschuss nahe der Stadt Saint-Lô.Bild: keystone
U.S. soldiers moving through the streets of Cherbourg. One by one they dash across a street to evade German sniper fire. June 22-25, 1944. France, Normandy Campaign, World War 2. BSLOC2014279 Courtesy ...
Häuserkampf in Cherbourg.Bild: www.imago-images.de
FILE - With a searchlight beam piercing through the night, a machine gunner and a rifleman are on alert as the British Canadian offensive drive continues, in July 1944, south of Caen, in the Normandy  ...
Nachtkampf während der britisch-kanadischen Offensive südlich von Caen.Bild: keystone
U.S. tank firing in Saint Lo, France, July 1944. The Norman town strategically located at the intersection of main roads on the Lower Normandy Peninsula. France, World War 2. BSLOC_2015_13_81 For usag ...
Schweres Geschütz in Aktion in Saint-Lô.Bild: www.imago-images.de

Viele französische Städte zahlten einen hohen Preis für ihre Befreiung. Hier die Ruinen von Valognes:

Trucks, some with U.S. soldiers standing in back, riding through the ruins Valognes, France. June-July 1944. Normandy Campaign, World War 2. BSLOC20142129 Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINxGE ...
Bild: www.imago-images.de
Captured German rocket installation with German V-1 and V-2 sites in Normandy. 1944. Normandy Campaign, France, World War 2. B&W Photo with oil color. JTHIS20143130 Courtesy Everett Collection PUB ...
Eine zerstörte V-1-Feldabschussstellung. Die Eroberung der Abschussrampen dieser «Vergeltungswaffen» (so die offizielle Bezeichnung der Nazi-Propagandamaschinerie) in der Normandie war für die Zivilbevölkerung Londons eine grosse Erleichterung. Etwa 10'500 dieser Marschflugkörper waren gegen England abgefeuert worden. Allein in London wurden 5500 Menschen getötet und 16'000 verletzt. Doch mit dem Verlust der Startrampen in Nordfrankreich genügte die Reichweite der V-1 nicht mehr, um die britische Hauptstadt zu erreichen.Bild: www.imago-images.de
Operation Overlord Two Canadian soldiers with a Nazi German flag which they captured in Haut-Mesnil Aucrais in the Department Calvados, Region Lower Normandy. On the left is Private L. B. Roy, Cornwal ...
Zwei Soldaten der Queen's Own Cameron Highlanders of Canada in Haut-Mesnil Aucrais nahe Calvados posieren mit einer erbeuteten deutschen Fahne.Bild: www.imago-images.de

Mit der Kontrolle grösserer Gebiete in der Normandie begannen die Alliierten bald mit der Einrichtung von vorgeschobenen Luftwaffenstützpunkten. Dank ihrer Luftüberlegenheit konnten sich die britischen und US-Luftstreitkräfte auf die Nahunterstützung der Bodentruppen konzentrieren.

Carentan: Das erste alliierte Flugfeld auf französischem Boden. Im Hintergrund eine P-47 Thunderbolt der USAAF.
Carentan: Das erste alliierte Flugfeld auf französischem Boden. Im Hintergrund eine P-47 Thunderbolt der USAAF.
In der Normandieschlacht als sehr erfolgreich erwiesen sich die Typhoon-Jagdbomber der Royal Air Force.
In der Normandieschlacht als sehr erfolgreich erwiesen sich die Typhoon-Jagdbomber der Royal Air Force.Bild: Imperial War Museums
Two German Panther Tanks knocked out on the road in Normandy, July 1944. Normandy Campaign, France, World War 2. B&W Photo with oil color. JTHIS20143113 Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINx ...
Besonders während der Schlacht um den Kessel von Falaise im Osten der Normandie sollen die Typhoon mit Boden-Luft-Raketen, Bomben und Bordkanonen den auf dem Rückzug befindlichen deutschen Streitkräften erhebliche Verluste zugefügt haben.Bild: www.imago-images.de
«Man konnte Falaise sogar aus 6000 Fuss Höhe im Cockpit riechen», so Typhoon-Pilot Flight Lieutenant H. Ambrose von der No. 175 Squadron. «Die verwesenden Pferdekadaver und das verbrannte Fleisch, das ...
«Man konnte Falaise sogar aus 6000 Fuss Höhe im Cockpit riechen», so Typhoon-Pilot Flight Lieutenant H. Ambrose von der No. 175 Squadron. «Die verwesenden Pferdekadaver und das verbrannte Fleisch, das Gemetzel war schrecklich.»

Es dauerte schliesslich mehr als zwei Monate von der ersten alliierten Landung am D-Day am 6. Juni bis zur Befreiung von Paris am 25. August, bis die libération vollzogen war. Der Weg dorthin war schwer und verlustreich.

Ein britischer Soldat inspiziert einen deutschen Panther-V-Panzer im Kessel von Falaise.
Ein britischer Soldat inspiziert einen deutschen Panther-V-Panzer im Kessel von Falaise.Bild: Imperial War Museums
Sub-Saharian African soldiers cheered by on Liberation Day in Rennes, France, August 4, 1944. After the Liberation of Paris, many African Free French Forces were replaced by white Frenchmen. Reasons c ...
Jubel für die Befreier: Eine senegalesische Einheit der Forces françaises libres marschiert durch Rennes.Bild: www.imago-images.de

Am 26. August 1944 war es so weit: Einheiten der Forces françaises libres konnten im Triumph durch ihre befreite Hauptstadt paradieren.

Liberation of Paris, August 26th 1944 colour photograph 3616018 Liberation of Paris, August 26th 1944 colour photograph by American Photographer, 20th century Private Collection add.info.: les Parisie ...
Bild: www.imago-images.de
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«GROSSARSCHVOGEL»: US-Bomberjacken des Zweiten Weltkriegs
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«GROSSARSCHVOGEL»: US-Bomberjacken des Zweiten Weltkriegs
Platz da, hier kommt der «GROSSARSCHVOGEL»! Dies sind allesamt Besatzungsmitglieder – Piloten, MG-Schützen, Funker etc. – der Staffeln der US 401st Bombardment Group.
quelle: 401bg.org / 401bg.org
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159 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
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Garp
06.06.2024 09:42registriert August 2018
Ich bin all diesen Männern bis heute unendlich dankbar. Dank ihnen durfte ich zeitlebens frei und in Frieden leben.
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Zum Kommentar
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cyan jaeger
06.06.2024 10:07registriert April 2020
Es ist wichtig solche Ereignisse wieder in das Bewusstsein zu rufen, denn gerade die heutige Generation(en) sind sich nicht bewusst, was für einen Preis Millionen Menschen für den heutigen Frieden zahlten.

Dieses Unwissen führt dazu, dass sich gerade Jüngere von faschistischen Ideen verführen lassen und dafür sorgen, dass sich die Geschichte wiederholt.
25714
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scrum-half
06.06.2024 10:00registriert Oktober 2023
Die Alliierten haben Europa und die Schweiz vor der faschistischen Dunkelheit und Barbarei gerettet und haben das Unmögliche geschafft: Dauerhaften Frieden in Europa. Dafür haben sie unsere ewige Dankbarkeit verdient. Besonders jetzt: Es droht eine neue Dunkelheit in Europa. Erneut sind es die Amerikaner und Briten, die den neuen Achsenmächten entgegentreten und den Sieg des Bösen verhindern.
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