Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A mother kisses her six-month-old son Moris, pictured on September 16, 2011, in Unterfelden in the canton of Aargau, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Müttersterblichkeit um 19 Prozent gestiegen

Im Jahr 2002 noch an der Spitze, heute nur noch auf Rang 13 – so geht es Müttern in der Schweiz

Die Organisation Save The Children untersucht seit 15 Jahren, wie es weltweit um das Befinden von Müttern steht. Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur verbessert.

Bereits zum 15. Mal erstellt die Kinderrechtsorganisation Save the Children in diesem Jahr den sogenannten «State of the World's Mothers Report» und bewertet darin das Wohlbefinden von Müttern in 178 verschiedenen Ländern. Die Schweiz belegt dabei den 13. Rang – und büsst damit einen Platz im Vergleich zum Vorjahr ein. Im Jahr 2002 lag die Schweiz sogar noch auf dem ersten Rang und galt damit als sicherstes Land für Mütter.

Die einzelnen Ränge, die die Schweiz in den vergangenen Jahren belegt hat, sind jedoch nicht direkt miteinander vergleichbar: «In diesem Jahr wurden 70 Länder mehr betrachtet als noch in der ersten Ausgabe», erklärt Projektleiterin Sarah Frattaroli gegenüber watson. Ausserdem seien die Unterschiede zwischen den Spitzenländern sehr gering. «Es ist deshalb nur natürlich, dass die Länder über die Jahre hinweg ‹die Plätze tauschen›.»

Des Weiteren sei die Methodik des Mütter-Index im Laufe der 15 Jahre zweimal komplett geändert worden. Veränderungen im Ranking könnten also auch damit zusammenhängen.

Eine von 9500 Frauen stirbt an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt

Ein Aspekt, der im Rahmen der Studie beleuchtet wird, ist die Frage nach der Müttersterblichkeit. Konkret bedeutet dies: Wie hoch ist die Gefahr, dass eine Frau an den Folgen einer Schwangerschaft oder einer Geburt stirbt? 

In der Schweiz zeigt sich hier ein Negativtrend: Im Jahr 2000 lag der Wert noch bei einer Frau von 11'300. Heute ist es eine von 9500. Die Müttersterblichkeit ist somit in der Schweiz seit 2000 um 19 Prozent gestiegen.

Müttersterblichkeit in der Schweiz 1990 bis 2010

grafik zur müttersterblichkeit

Lesebeispiel: Im Jahr 2010 starb eine von 9500 Frauen in der Schweiz an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt. Quelle: WHO



Wie dieser Anstieg der Müttersterblichkeit zustande kommt, ist nicht abschliessend geklärt. Eine Vermutung ist, dass heute mehr Risikoschwangerschaften vorkommen, beispielsweise durch das steigende Alter der Mütter und die vermehrte Anzahl von Kaiserschnitten. Das Phänomen ist auch in anderen industrialisierten Nationen zu beobachten.

5 Indikatoren für Mütter-Index

1. Gesundheit von Müttern – gemessen an der Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau im Zusammenhang mit einer Mutterschaft zu Tode kommt. (Angaben in 1 Frau von der jeweils genannten Zahl)
2. Wohlbefinden der Kinder – gemessen an der Wahrscheinlichkeit, dass das Kind zwischen der Geburt und dem Erreichen des fünften Lebensjahres stirbt. (Angaben in pro 1000 Geburten)
3. Bildungsstatus – gemessen an der erwarteten Dauer des formellen Schulbesuchs des Kindes. (Angabe in Jahren)
4. Wirtschaftlicher Status – gemessen am Bruttoinlandseinkommen pro Kopf. (Angaben in US-Dollar)
5. Politischer Status – gemessen an der Frauenbeteiligung in der jeweiligen Regierung. (Angaben in Prozent)

Ergebnisse der Schweiz in den Jahren 2013 und 2014

mütter index tabelle neu

Daten: Save the Children

Die Schweiz konnte sich im Vergleich zum Vorjahr in drei von fünf Kategorien verbessern. Dass unser Land dennoch um einen Platz zurückgefallen ist, liegt daran, dass andere Nationen noch grössere Fortschritte gemacht haben. Italien hat die Schweiz somit überholt.

Die Spitzenreiter: Finnland, Norwegen, Schweden

Angeführt wird der Mütter-Index in diesem Jahr von Finnland, Norwegen und Schweden – die letzten Plätze belegen Nigeria, Kongo und Somalia. Alle zehn Länder, die die hinteren Plätze der Rangliste belegen, erlebten im vergangenen Jahrzehnt bewaffnete Konflikte. 

Die medizinische Versorgung für Mütter und Kinder war oder ist in diesen Ländern entsprechend schwierig, viele Frauen entbinden ohne ärztliche Betreuung. In Somalia stirbt eine von 16 Frauen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt.

Wie gut Familie und Job sich in der Schweiz unter einen Hut bringen lassen, lesen Sie hier.

Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

8 Dinge, die jeden Schweizer aus der Fassung bringen. Garantiert!

Link zum Artikel

«Sorry, ich muss heute noch fahren» – aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

Link zum Artikel

Die Neue meines Ex ist ein Baby mit Balkanslang und Billig-Mini

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum afrikanische Mütter ihre Töchter «Brustbügeln»

Sie meinen es gut. Die Mütter, Tanten, älteren Schwestern oder Grossmütter, die jungen Mädchen mit heissen Steinen oder Holzspateln die wachsenden Brüste «bügeln», wollen nur das Beste. Doch die Schäden, die sie damit anrichten, bleiben ein Leben lang. 

«Breast Ironing» («Brustbügeln») – so nennen Medien in Grossbritannien die schmerzhafte Prozedur – soll die heranwachsenden Frauen vor Schlimmerem bewahren. Das «Bügeln» hindert die Brüste am Wachsen und «schützt» die Mädchen …

Artikel lesen
Link zum Artikel