Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
This undated photo provided the Spitzer family shows Dr. Robert Sptizer, a psychiatrist who played a leading role in establishing agreed-upon standards to describe mental disorders and eliminating homosexuality’s designation as a pathology. Spitzer died Friday, Dec. 25, 2015, in Seattle. He was 83. (Brian Chapman/Courtesy Spitzer family via AP)

Robert Spitzer ist am 25. Dezember im Alter von 83 Jahren verstorben.
Bild: AP/Brian Chapman Courtesy Spitzer family

Erst gefeiert, dann umstritten: Homosexualitäts-Forscher Robert Spitzer ist tot

Er sorgte massgeblich dafür, dass Homosexualität nicht mehr als seelische Störung eingestuft wird: Der einflussreiche Psychiater Robert Spitzer ist tot. Der US-Forscher starb am ersten Weihnachtstag im Alter von 83 Jahren.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Für viele seiner Fachkollegen war er der «einflussreichste Psychiater seiner Zeit»: Robert Spitzer, Psychiater und ebenso gefeierter wie umstrittener Erforscher von Homosexualität, ist tot. Der Mediziner starb bereits am Freitag in Seattle im US-Bundesstaat Washington an Herzproblemen, wie am Sonntag bekannt wurde. Spitzer, der zudem an Parkinson erkrankt war, wurde 83 Jahre alt.

Auch über die Grenzen seines Fachbereichs einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Spitzer Anfang der Siebzigerjahre, weil er Homosexualität nicht länger als seelische Störung eingestuft sehen wollte. Er sorgte massgeblich dafür, dass die gleichgeschlechtliche Orientierung als Krankheit aus dem Standardwerk der Psychiatrie gestrichen wurden. (Siehe hierzu auch den Nachruf in der Washington Post). Bis dahin hatten viele die Meinung vertreten, dass Homosexuelle mit der passenden Therapie «geheilt» werden könnten.

Darüber hinaus prägte er die Psychiatrie seit dem Beginn seiner Forschungen durch die Etablierung empirischer Methoden, die bis dahin eine untergeordnete Rolle spielten. (Siehe hierzu auch den Nachruf in der New York Times). Das ermöglichte präzise Kriterien für psychiatrische Diagnosen und damit auch für die Frage, was überhaupt als Störung einzustufen sei und was nicht.

2001 geriet Spitzer allerdings gerade bei Aktivisten für die Gleichstellung Homosexueller heftig in die Kritik. Damals behauptete er in einer Studie, dass einige wenige, besonders motivierte Menschen Homosexualität durch eine sogenannte Reparativtherapie ablegen und ein erfülltes Leben als Heterosexuelle führen könnten. Schwulenverbände warfen dem bis dahin von ihnen gefeierten Spitzer vor, dass die Studie unwissenschaftlich sei und Spitzer zudem die passenden Probanden ausgesucht habe, statt einer Zufallsauswahl zu vertrauen.

Elf Jahre später folgte Spitzer dieser Argumentation, zog die Studie zurück und entschuldigte sich, «dass ich unbewiesene Behauptungen über die Wirksamkeit der Reparativtherapie aufgestellt habe». (fdi/dpa/AP)

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Flatten the Curve: Wir erklären dir, warum du jetzt wirklich zu Hause bleiben musst

Auch wenn das Wetter schön ist und du vielleicht rausgehen und Freunde treffen willst. Du musst jetzt zu Hause bleiben. Im Video erklären wir dir, wieso.

Das Coronavirus hat die Schweiz fest im Griff. Am Montag hat der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» erklärt und strengere Massnahmen ergriffen. Wie du dich selbst und vor allem deine Mitmenschen schützen kannst, erfährst du im Video.

«Die Welle ist da», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit am Dienstag an der Pressekonferenz. Nun gehe es darum, die Ansteckungskurve mit geeigneten Massnahmen abzuflachen, damit das Gesundheitssystem am Höhepunkt nicht überfordert ist.

Wenn die …

Artikel lesen
Link zum Artikel