Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Hausspatz (Bild: wikipedia)

Hausspatzen kompensieren ihren Nachteil bei der Damenwelt, indem sie mehr Energiereserven in die Samenproduktion stecken.
Bild: Wikipedia

Wenig Erfolg, dafür hervorragendes Sperma: Ausgleichende Gerechtigkeit in der Spatzenwelt 



Spatzenmännchen gleichen einen hierarchisch untergeordneten Status durch besseres Sperma aus. Forscher der Universität Neuenburg zeigen, dass sie mehr in den Schutz ihrer Samenzellen investieren als ihre dominanten Artgenossen.

Der Hausspatz Passer domesticus lebt in kleinen, hierarchisch strukturierten Gruppen. Ein Rätsel für die Wissenschaft ist insbesondere die Fortpflanzungsfähigkeit des männlichen Spatzes, die eng mit seiner Position in dieser Hierarchie verknüpft ist, wie die Uni Neuenburg am Donnerstag mitteilte.

Allerdings nicht in dem Sinne, wie man denken könnte. Es sind nämlich die hierarchisch untergeordneten Männchen, die das bessere Sperma produzieren. Der Grund dafür sei, dass sich die dominanten Männchen mit Weibchen paaren, die ihnen treu sind, so die Mitteilung. Sie können es sich daher leisten, weniger Energie in die Qualität ihres Spermas zu investieren.

Energiereserven in die Samenproduktion stecken

Bei den untergeordneten Männchen sei das nicht der Fall, schrieb die Hochschule. Tatsächlich kompensieren diese ihren Nachteil bei der Damenwelt, indem sie mehr Energiereserven in die Samenproduktion stecken. Wie genau es zu den unterschiedlichen Spermaqualitäten kommt, war bisher jedoch unklar.

In seiner Doktorarbeit hat Alfonso Rojas Mora die Rolle von Antioxidanzien beleuchtet, welche die Spermien vor freien Radikalen schützen. Diese hoch-reaktiven Moleküle können beispielsweise das Erbgut schädigen.

«Wir konnten nachweisen, dass die Menge der vorhandenen Antioxidanzien im Ejakulat mit der Menge beweglicher Spermien zusammenhängt», sagte Fabrice Helfenstein, Leiter des Labors für evolutionäre Ökophysiologie, laut Mitteilung der Uni Neuenburg. Auch den umgekehrten Effekt hätten sie nachweisen können: Je mehr freie Radikale, desto weniger beweglich waren die Samenzellen.

Künstliche Statusänderung

Für seine Studie änderte der Rojas Mora den Sozialstatus der Vogelmännchen künstlich, machte aus den dominanten untergeordnete und umgekehrt. Bei in Volieren gehaltenen Spatzen sei diese Manipulation möglich, so die Mitteilung.

Die plötzlich sozial aufgestiegenen Männchen verringerten die in ihr Ejakulat investierte Antioxidazien-Menge. Ihre Spermien wurden dadurch schlechter. Im Gegensatz dazu verbesserte sich das Sperma der neu untergebenen Männchen durch mehr Antioxidanzien im Ejakulat. (whr/sda)

Artensterben: Nördliches Breitmaulnashorn vor dem Aus

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

20'000 Jahre alt – sibirischer Permafrost gibt gut erhaltenes Wollnashorn frei

Es wurde nur drei oder vier Jahre alt, dann starb das Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis), vermutlich durch Ertrinken. Sein Kadaver war mindestens 20'000 Jahre lang im sibirischen Permafrostboden gelegen, bis er im August des letzten Jahres am Ufer des Flusses Tirekhtyakh im Norden der russischen Republik Sacha (Jakutien) gefunden wurde. Das Tier ist ausserordentlich gut erhalten; es soll sich nach Aussage des Paläontologen Valery Plotnikow um das bisher am besten erhaltene junge Wollnashorn …

Artikel lesen
Link zum Artikel