Digital
International

Facebook-Wahlkampf: Russen warben auch für Demos in den USA

Facebook-Wahlkampf: Russen warben auch für Demos in den USA

12.09.2017, 07:2212.09.2017, 07:26

Die offenbar aus Russland geführte Online-Kampagne zur Destabilisierung der US-Innenpolitik im Zuge des vergangenen Präsidentschafts-Wahlkampfs war grösser als bisher angenommen. Laut Facebook umfasste sie auch die Organisation von realen Protestaktionen.

Beim Entfernen von Anzeigen, die von gefälschten Facebook-Profilen bezahlt worden seien, seien auch beworbene Events gelöscht worden, bestätigte das Online-Netzwerk der Website The Daily Beast in der Nacht zum Dienstag.

Dem Bericht zufolge gehörte dazu auch eine Demonstration gegen Flüchtlinge und Muslime in der Stadt Twin Falls im Bundesstaat Idaho im August des vergangenen Jahres. Das ist der erste bekanntgewordene Fall, in dem es nicht nur um die Verbreitung gefälschter Nachrichten oder Propaganda im Netz, sondern auch um Veranstaltungen im realen Leben geht.

Facebook hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass russische Drahtzieher Anzeigenplatz beim Online-Netzwerk für rund 100'000 Dollar gekauft hätten, um sich in die US-Innenpolitik einzumischen. Dabei seien rund 470 Profile identifiziert worden, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten.

«Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden», erklärte Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Facebook machte damals keine Angaben zum Inhalt der Anzeigen oder dazu, wie viele Amerikaner und wo sie gesehen haben könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA grundsätzlich verboten. (sda/dpa)

Betrüger kopieren Facebook-Accounts und kassieren ab

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Kanada will mit Ölpipeline mehr Unabhängigkeit von USA
Kanadas Premier Mark Carney hat eine Absichtserklärung für den Bau einer mehr 1'000 Kilometer langen Ölpipeline zum Pazifik unterzeichnet – auch, um sein Land aus der Abhängigkeit von den USA zu befreien, wohin bisher das allermeiste Öl exportiert wurde. Kernstück der Vereinbarung mit der Provinz Alberta ist, dass Ottawa den Bau der Röhre unterstützt, die täglich eine Million Barrel Öl aus Alberta zu einem Exportterminal an die Westküste bringen soll, wie der Sender CBC berichtete. Von dort werde das Öl hauptsächlich nach Asien verschifft.
Zur Story