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Ban Ki Moon entschuldigt sich für den Cholera-Ausbruch in Haiti

A woman with symptoms of cholera walks in the Cholera Treatment Center at the Immaculate Conception Hospital in Les Cayes, Haiti, November 8, 2016. Picture taken November 8, 2016. REUTERS/Andres Marti ...
Frau mit Cholera-Symptomen wird in Les Cayes in Haiti behandelt.Bild: ANDRES MARTINEZ CASARES/REUTERS

Ban Ki Moon entschuldigt sich für den Cholera-Ausbruch in Haiti

02.12.2016, 04:2002.12.2016, 05:54
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Nach jahrelangem Zögern hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Schuld der Vereinten Nationen für den Cholera-Ausbruch 2010 in Haiti mit mehr als 9300 Todesopfern anerkannt. «Wir entschuldigen uns beim haitianischen Volk», erklärte er am Donnerstag.

Die Vereinten Nationen hätten damals nicht genug getan, um die Epidemie einzudämmen. «Wir bedauern unsere Rolle aufrichtig», sagte er.

Aus Nepal eingeschleppt

Menschenrechtler und Wissenschaftler kritisieren seit längerer Zeit, dass nepalesische Blauhelme die hochansteckende Infektionskrankheit einschleppten, als sie 2010 zur Hilfe nach einem verheerenden Erdbeben ins Land gekommen waren. Eine Klage von Opfern blieb jedoch ohne Erfolg.

Zunächst hatten die UNO jegliche Mitschuld an dem Ausbruch von sich gewiesen. Erst vergangenen August hatte Ban schliesslich erklärt, dass er eine «moralische Verantwortung» der UNO gegenüber den Opfern sehe.

200 Millionen Dollar

Im Oktober hatte er die Weltgemeinschaft dann um 200 Millionen Dollar zur Unterstützung der Opfer gebeten. Auch hier hatte sein Sonderberater aber erklärt, dass dies kein Schuldbekenntnis und auch keine rechtliche Verantwortung der UNO für die Epidemie bedeute.

Das Geld soll an Familien der Todesopfer und an Gemeinden gehen, die von den heute fast 800'000 Infektionen am stärksten betroffen sind. Mit weiteren 200 Millionen Dollar soll auch die künftige Reaktion auf die Cholera-Epidemie verbessert werden, unter anderem durch bessere Wasser- und Sanitäranlagen. (kad/sda/dpa)

Hôpital Albert Schweitzer in Haiti

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Hôpital Albert Schweitzer in Haiti
Rolf und Raphaela Maibach mit einer haitianischen Patientin des Hôpital Alber Schweitzer.
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