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Nach der Freilassung wurde Warmbier in die USA geflogen und ins Spital gebracht. Er lag bereits im Koma.  Bild: John Minchillo/AP/KEYSTONE

In Nordkorea gefoltert: US-Student Warmbier stirbt kurz nach Freilassung

19.06.17, 23:14 20.06.17, 06:18

Wenige Tage nach der Rückkehr aus Nordkorea in die USA ist der amerikanische Student Otto Warmbier am Montagabend verstorben. Dies hat die Familie bekannt gegeben. 

Otto Warmbier befand sich 17 Monate in nordkoreanischer Gefangenschaft.  Bild: Jon Chol Jin/AP/KEYSTONE

«Es ist unsere traurige Pflicht mitzuteilen, dass unser Sohn, Otto Warmbier, seine Reise nach Hause beendet hat», hiess es in der Erklärung der Familie. «Die schreckliche, qualvolle Misshandlung, die unser Sohn in den Händen der Nordkoreaner erfahren hat, machte keinen anderen Ausgang möglich.»

Der 22-Jährige hatte nach Darstellung von Ärzten während seiner Zeit in Nordkorea schwere Schädigungen am Gehirn erlitten und war im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden. Er konnte zwar die Augen öffnen und blinzeln, es gab aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder Aufforderungen reagieren konnte.

Auch US-Präsident Donald Trump macht Nordkorea verantwortlich. «Die Vereinigten Staaten verurteilen aufs Neue die Brutalität des nordkoreanischen Regimes, während wir dessen jüngstes Opfer betrauern», heisst es in einer Mitteilung des Weissen Hauses. Den Eltern sprach Trump sein Mitgefühl aus.

Nordkorea gibt Schlaftabletten schuld

Die Eltern erfuhren eine Woche vor der Rückkehr, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt. Die Begründung der nordkoreanischen Seite, er sei an Botulismus, einer Nahrungsmittelvergiftung erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, halten sie für nicht glaubwürdig. Die Ärzte wollten nicht über die Hintergründe der Verletzungen spekulieren.

Warmbier war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Das kommunistische Regime in Pjöngjang warf ihm Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen. Er verbrachte 17 Monate in Nordkorea, ehe er am Dienstag im Koma liegend in die USA zurückgebracht wurde. (amü/sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • strange 20.06.2017 07:53
    Highlight Das gibt den Amerikanern wohl den Hauch einer Ahnung wie es den Familien und Ländern ihrer Opfer geht. In Amerika werden Gefangene auch gefoltert. Das rechtfertigt keinesfalls die mutmassliche Folterung des armen Studenten. Hier muss man aber sagen, dass man nicht weiss, was passiert ist. Es ist wahrscheinlich, dass er gefoltert wurde. Es kann aber auch sein, dass ein medizinisches Problem vorlag. Denken wir nur mal z.B. an Flüchtlinge, die bei uns in der Abschiebehaft etc sterben. In den Heimatländern wird dann sicher auch geschrieben, wir hätten sie gefoltert und ermordet.
    5 4 Melden
    • niklausb 20.06.2017 11:13
      Highlight Ich gebe dir absolut recht ab dem moment als sich der Gesundheitszustand dieses jungen Mannes verschlechterte hatte, hätte keine westliche Regierung bzw. Kein westliches Presseunternehmen dem Regieme geglaubt dass dieses Wachkoma krankheitsbedingt sei. Egal ob die N-Koreaner es 1000mal wiederholen es wird ihnen kaum einer glauben. Ich auch nicht.....
      4 1 Melden
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  • Spooky 20.06.2017 04:17
    Highlight Ich frage mich seit Jahrzehnten, warum die Namen und Adressen der Folterer nicht genannt werden. Da bekommen es die Journalisten auf der ganzen Welt mit der nackten Angst zu tun.
    6 11 Melden
    • Raembe 20.06.2017 07:54
      Highlight Wie willst Du das bei einem Staat wie Nordkorea herausfinden?
      6 1 Melden
    • Olaf! 20.06.2017 09:08
      Highlight Woher soll jemand wissen wer ihn gefoltert hat, geschweige denn wo sie wohnen. Auch wenn was willst du mit der Information, nach Nordkorea reisen und sie zum Faustkampf auffordern?
      9 1 Melden
    • Spooky 20.06.2017 18:22
      Highlight Nordkorea ist nur grad der Aufhänger. Ich denke an sämtliche Folterer auf der ganzen Welt, auch an jene von der CIA.

      Nein, kein Faustkampf. Es würde genügen, ein Foto mit dem Namen und der genauen Wohnadresse im Internet zu veröffentlichen.
      2 0 Melden
    • Raembe 20.06.2017 19:00
      Highlight Wie willst Du das bewerkstelligen?
      2 0 Melden
    • Spooky 20.06.2017 21:09
      Highlight @Raembe
      GPS ➙ Smartphone ➙ Mails ➙ Hacking ➙ Befragungen von gefolterten Flüchtlingen, die in der Schweiz Asyl erhalten haben usw. (you name it!)

      Peter Regli (nur als Beispiel), der ehemalige Chef des Schweizerischen Nachrichtendienstes, könnte besser Auskunft geben, wie man das konkret macht.

      Ich bin guter Dinge, dass das passieren wird. Natürlich nicht viele Folterer, nur eine Handvoll, vorläufig. Das würde genügen, um sie zu verunsichern.
      2 1 Melden
    • Raembe 21.06.2017 05:56
      Highlight Ich denke die meisten Anlagen in denen gefoltert wird, sind so abgeschottet das kein Signal rein oder raus geht, das nicht soll.

      Befragungen bei Opfern bringen nicht viel, bestes Bsp dafür ist Warmbier.

      Btw. welche Folterer nennen ihre Namen den Opfern? Das wäre extrem dumm.
      0 0 Melden
    • Spooky 21.06.2017 19:49
      Highlight @Raembe
      Im Zeitalter von Echelon wäre es überhaupt kein Problem, die Namen und Adressen von Folterern zu hacken.

      Genauso wäre es ein Leichtes, sämtliche Schlepper und vor allem ihre Hintermänner innerhalb von ein paar Wochen aus dem Verkehr zu ziehen.

      0 0 Melden
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  • Roman h 20.06.2017 03:50
    Highlight Es ist sehr traurig das er so leiden musste aber die Amis sind die letzten die sich da beschweren dürfen.
    Haben nicht die Amis das schlimmste Gefängnis der Welt, wo Leute ohne Verurteilung geoltert werden?
    Bevor die Amis Nordkorea verurteilen sollen sie mal auf sich schauen
    24 14 Melden
    • Olaf! 20.06.2017 09:09
      Highlight Jaja Whataboutblabla das macht die Nordkoreanischen KZs auch nicht besser.
      6 1 Melden
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  • ricardo 20.06.2017 00:47
    Highlight Nach langer Zeit des Hoffens ein harter Schlag für seine Angehörigen. Die abscheuliche Brutalität des verrückten Kim-Regimes ist so denn auch in keiner Weise zu entschuldigen.
    Die Schuldzuweisungen des Vaters des Opfers an die Adresse von Obama und seine Lobhudelei zu Gunsten der Trump-Administration sind dennoch absurd. Es ist gewiss nicht so, dass die Nordkoreaner das Opfer frei gelassen haben, weil Trump hart verhandelt oder so viele Nettigkeiten an Kim gerichtet hat. Viel mehr wurde ihnen die Kartoffel wohl zu heiss, als sie bemerkten, dass ihr "Pfand" wohl bereits dem Tod geweiht war.
    25 2 Melden
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  • Bijouxly 20.06.2017 00:32
    Highlight Mein Beileid. Man muss aber schon einen selten dummen Moment haben, um als Amerikaner in Nordkorea ein politisches Plakat zu klauen... Traurig dass dieser Entscheid nun sein ganzes Leben zerstört hat.
    12 3 Melden
    • Olaf! 20.06.2017 09:11
      Highlight Man muss auch einen selten dummen Moment haben, um einem Nordkoreanischen Gericht bzw. einem erzwungenen Geständnis zu glauben.
      3 2 Melden
    600
  • N. Y. P. 19.06.2017 23:56
    Highlight «Nach den grauenhaften Folterungen in Nordkorea gab es für Otto keinen anderen Weg, als seine letzte Reise anzutreten», schrieb die Familie in einem Statement.

    Ruhe in Frieden, Otto

    Aber, was zur Hölle hat Dich bewogen als Amerikaner in Nordkorea zu studieren ?
    Wieso hat es Dein Umfeld nicht geschafft, Dir das auszureden ?
    Hier gilt die Redewendung "Im Nachhinein ist man schlauer" auf gar keinen Fall. Ein sinnloser Tod.
    16 3 Melden
    • strange 20.06.2017 07:55
      Highlight Er hat doch nicht in Nordkorea studiert, sondern war dort auf einer geführten 4 tägigen Reise.
      7 0 Melden
    • Olaf! 20.06.2017 09:12
      Highlight Im Dezember 2015 reiste er als Teil einer zehnköpfigen Touristengruppe zu einem fünftägigen, über den Jahreswechsel andauernden Aufenthalt nach Nordkorea. Er hat dort nicht studiert.
      5 0 Melden
    • N. Y. P. 20.06.2017 10:57
      Highlight Habs gemerkt. Danke. Man sieht, selbst eine kurze Visite in Nordkorea ist für das eigene Leben ein hohes Risiko. Menschen aus dem Westen sollten nur berufeshalber in NK weilen. Ist einfach zu gefährlich.
      5 0 Melden
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  • niklausb 19.06.2017 23:49
    Highlight Weshalb genau geht man überhaupt nach Nordkorea?
    25 1 Melden
    • Bijouxly 20.06.2017 18:01
      Highlight Nicht alle Reisenden sind Hipster und wollen durch Thailand autostöppeln...
      2 2 Melden
    • niklausb 20.06.2017 22:29
      Highlight Bin auch kein hippster aber bei reisen spielt bei mir immer noch die vernunft mit.
      3 1 Melden
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  • Sloping 19.06.2017 23:43
    Highlight Ich konnte es damals wie auch heute nicht verstehen, warum Obama nach der damaligen "Anhörung" und Verurteilung nicht mehr für dessen Freilassung unternahm. Warmbiers Reise in dieses Land und seine Tat mögen naiv gewesen sein, stehen aber in keinem Verhältnis zu seiner Strafe und aller voraus Sicht nach schweren Folterung.
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  • DrPop 19.06.2017 23:36
    Highlight Sowas macht mich traurig und wütend. Dass immernoch Menschenrechte so rücksichtslos mit Füssen getreten werden und auf so öffentliche Weise, ohne dass dagegen aktiv vorgegangen wird ist etwas vom Scheusslichsten was es gibt. Ich weiss, dass es viele Probleme auf der Welt gibt, vielleicht sogar noch viel grössere als dieses, aber wenn wir nicht einmal einander gegenseitig mit Respekt begegnen können, werden wir diese auch niemals gemeinsam lösen können. Es tut mir Leid für ihn, seine Familie und alle die etwas Ähnliches durchstehen mussten.
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  • Klangkartoffel 19.06.2017 23:30
    Highlight Und was bedeutet das nun aussenpolitisch..? Kann man dazu im Artikel keine Aussage treffen?
    2 3 Melden
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  • The Origin Gra 19.06.2017 23:27
    Highlight Erinnert mich frapierend an Steve Bicco 😭
    Wieso? Was hatte das für einen Sinn?
    1 0 Melden
    600
  • Walti Rüdisüli 19.06.2017 23:24
    Highlight Ich kann mein Entsetzen gar nicht in Worte fassen...😢😢
    6 0 Melden
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  • AskLee 19.06.2017 23:23
    Highlight Traurig, so jung gestorben
    Beileid der Familie
    6 0 Melden
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