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Botschafter einbestellt – Ungarn sauer wegen russischem TV-Beitrag

Botschafter einbestellt – Ungarn sauer wegen russischem TV-Beitrag

26.10.2016, 07:2126.10.2016, 08:02

Das ungarische Aussenministerium hat den russischen Botschafter in Budapest einbestellt. Grund sind Aussagen zum Volksaufstand von 1956. «Wir werden absolut klarstellen, dass wir herabwürdigende Bemerkungen zum Aufstand von 1956 und zu seinen Helden von niemandem hinnehmen», erklärte das Ministerium.

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Ungarn erinnern am 22. Oktober 2016 an den Aufstand vor 60 Jahren.Bild: EPA/MTI

Das russische Staatsfernsehen hatte den Aufstand als «Krawall» bezeichnet und dabei das russische Wort «Pogrom» genutzt, das ursprünglich keine antisemitische Bedeutung hat. In Ungarn jedoch, wo während der Nazi-Herrschaft hunderttausende Juden deportiert und umgebracht wurden, ist das Wort «Pogrom» eindeutig negativ besetzt.

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Ungarn betrachten am 24. Oktober 1956 eine umgestürzte Stalin-Statue.Bild: AP

Zudem hiess es in dem russischen Fernsehbericht, während des Aufstandes 1956 seien «tausende von früheren Nazis» aus dem Gefängnis freigekommen. Es wurde nahegelegt, dass der Aufstand vom «Westen» ferngesteuert worden sei.

Beim Ungarn-Aufstand protestierte vor 60 Jahren die Bevölkerung gegen die Einparteiendiktatur in dem Land und gegen den Einfluss der Sowjetunion. Die sowjetische Armee schlug den Aufstand blutig nieder. Es gab rund 2000 Tote, 200'000 Ungarn gingen ins Exil.

Nach der Wende 1989 erklärte Ungarn den Beginn des Aufstands am 23. Oktober zum Nationalfeiertag. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Lewada-Instituts ergab, dass die Hälfte der Russen die Ansicht vertritt, die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands sei zu Recht erfolgt.

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(sda/afp/phi)

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