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Botschafter einbestellt – Ungarn sauer wegen russischem TV-Beitrag



Das ungarische Aussenministerium hat den russischen Botschafter in Budapest einbestellt. Grund sind Aussagen zum Volksaufstand von 1956. «Wir werden absolut klarstellen, dass wir herabwürdigende Bemerkungen zum Aufstand von 1956 und zu seinen Helden von niemandem hinnehmen», erklärte das Ministerium.

epa05598317 Young people wearing period dresses wave hold torches as they ride an old, historical truck during a march from the Budapest University of Technology and Economics through the streets of Budapest to re-enact the protest march of Hungarian students in 1956 which ignited the revolution and war of independence against communist rule and the Soviet Union, 22 October 2016, the eve of the 60th anniversary of the outbreak of the 1956 revolution in Hungary. In the background the Parliament building is seen.  EPA/LAJOS SOOS HUNGARY OUT

Ungarn erinnern am 22. Oktober 2016 an den Aufstand vor 60 Jahren. Bild: EPA/MTI

Das russische Staatsfernsehen hatte den Aufstand als «Krawall» bezeichnet und dabei das russische Wort «Pogrom» genutzt, das ursprünglich keine antisemitische Bedeutung hat. In Ungarn jedoch, wo während der Nazi-Herrschaft hunderttausende Juden deportiert und umgebracht wurden, ist das Wort «Pogrom» eindeutig negativ besetzt.

Hungarians witness the fallen statue of communist leader Josef Stalin in front of the National Theater in Budapest on October 24, 1956. Demonstrators revolting against communist rule in Hungary pulled the statue to the ground at Dozsa Gyorgy on October 23 and hauled it by tractor to Blaha Lujza where it was later smashed to pieces by the people. (KEYSTONE/AP Photo/Arpad Hazafi) ===  ===

Ungarn betrachten am 24. Oktober 1956 eine umgestürzte Stalin-Statue. Bild: AP

Zudem hiess es in dem russischen Fernsehbericht, während des Aufstandes 1956 seien «tausende von früheren Nazis» aus dem Gefängnis freigekommen. Es wurde nahegelegt, dass der Aufstand vom «Westen» ferngesteuert worden sei.

Beim Ungarn-Aufstand protestierte vor 60 Jahren die Bevölkerung gegen die Einparteiendiktatur in dem Land und gegen den Einfluss der Sowjetunion. Die sowjetische Armee schlug den Aufstand blutig nieder. Es gab rund 2000 Tote, 200'000 Ungarn gingen ins Exil.

Nach der Wende 1989 erklärte Ungarn den Beginn des Aufstands am 23. Oktober zum Nationalfeiertag. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Lewada-Instituts ergab, dass die Hälfte der Russen die Ansicht vertritt, die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands sei zu Recht erfolgt.

(sda/afp/phi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • MaskedGaijin 26.10.2016 08:12
    Highlight Highlight wow. das ein staatsfernsehen so viel schrott erzählen darf. wenn sich die menschen gegen die sowjetdiktatur auflehnen ist es also vom westen orchestriert. natürlich mit hilfe von nazis.
    • bebby 26.10.2016 10:55
      Highlight Highlight was erwartest Du anders von einer faschistisch geprägten Regierung? Und wenn man es genügend oft erzählt, dann glauben es die Leute auch (sofern sie keine anderen Quellen haben).
    • Fabio74 26.10.2016 19:43
      Highlight Highlight Ebenso interessant, dass man sich am Wort "Pogrom" stört, wo Orbans Regime solche gegen Roma durch Naeonazis zumindest deckt.

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