Schweiz

Panne in Pöschwies: Häftlinge erhalten Einblick in sensible Kesb-Unterlagen

In der Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf haben Insassen sensible Akten der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb eingesehen, die sie sortieren sollten. Die Gefängnisleitung gesteht Fehler ein.

20.10.16, 15:10 20.10.16, 15:22

Jürg Krebs / Nordwestschweiz

Strafanstalt Pöschwies bei Zürich. Bild: KEYSTONE

In der Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf ZH haben Inhaftierte Akten der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb sortiert. Brisant daran: Sie erhielten Einblick in sensible Daten. Das Zürcher Amt für Justizvollzug bestätigt entsprechende Recherchen von Tele M1.

Mediensprecherin Rebecca de Silva räumt schriftlich ein, dass Fehler passiert seien: 

«Die sensiblen Daten waren für eine Bearbeitung durch Insassen ungeeignet. Wäre der Auftragsprozess korrekt abgelaufen, hätte dies auf Seiten des Auftraggebers wie auch des Auftragnehmers bemerkt werden müssen.»

Wie Tele M1 am Donnerstag in seiner Sendung «Aktuell» um 18 Uhr berichtet, kam es in mindestens einem Fall vor, dass ein Häftling sogar Kesb-Unterlagen mit auf seine Zelle nahm. Da dies offenbar nicht unbemerkt blieb, wurde die betroffene Person in eine andere Abteilung verlegt.

Konsequenzen gezogen

Seitens der Gefängnisleitung will man aus dem Vorfall die nötigen Konsequenzen ziehen: «Es ist uns ein grosses Anliegen, dass ein vergleichbarer Fall nicht mehr vorkommt.» Und weiter erklärt die Gefängnisleitung: «Wir haben den Anlass sofort dazu genutzt, unseren Auftragsprozess zu überprüfen, und werden keine Aufträge dieser Art mehr ausführen.»

7,1 Millionen Umsatz

Dass die Justizvollzugsanstalt Pöschwies den Gefangenen Arbeit anbietet, ist normal. Die Strafanstalt verfügt über 22 Gewerbe- und Versorgungsbetriebe, die mehr als 400 Gefangenen Vollzeitbeschäftigung bieten und ein Umsatzvolumen von 7,1 Millionen Franken erwirtschaften, wie Rebecca de Silva erklärt. (aargauerzeitung.ch)

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Galghamon, 3.12.2016
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  • deleted_723030692 21.10.2016 10:13
    Highlight Hier hatten alle das Glück das es an die Öffentlichkeit kam. Wie viele Dinge laufen noch, die wir nicht wissen.. Der Staat schaut dem Bürger so pingelig auf die Finger und schwingen mit der Peitsche wenn etwas nicht nach ihrem Kopf läuft. Sie selbst.. machen was sie wollen und keiner kann was tun, weil selten jemand die Wahrheit erfährt. Und wie immer geht es bestimmt um Geld sparen. Das meiste Geld wird ja der Knast bekommen und nicht die Gefangenen, da es sicherlich günstiger ist als wenn die KESB es selbst machen würde. Cash Rules Everything Around Me und nicht das Gesetz.
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  • Spooky 20.10.2016 22:04
    Highlight Das ist zwar peinlich, aber schlimm ist es nicht.
    2 18 Melden
    • deleted_723030692 21.10.2016 11:52
      Highlight Schlimm ist es nicht? Datenschutz empfinde ich schon als Wichtig. Ich meine wenn diese Arbeiten Studenten erledigen würden, für einen kleinen Batzen, fände ich auch nicht okay, aber nachvollziehbar. Aber Häftlinge? Solche Daten machen Personen angreifbar oder erpressbar. Von daher, ist es ein sehr schwerwiegender Fehler und Fehltritt.
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  • luckyrene 20.10.2016 20:20
    Highlight Ich selbst habe auch schon für die KESB gearbeitet ( Sozpäd. fam. begl). Von dort habe ich sehr klare Vorgaben bekommen, Wie ich mit sensiblen Daten Umzugehen habe.
    Und jetzt lese ich, dass solche Daten von Häftlingen sortiert werden.
    SO EINEN SCHWACHSINN kann mann sonst nur in Comics sehen.
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  • Corahund 20.10.2016 20:04
    Highlight Den Typen, der das angeordnet hat, sollte man fristlos entlassen. Da hat man ja den Bock zum Gärtner gemacht.
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  • fcsg 20.10.2016 17:42
    Highlight Echt jetzt?! Wie kann so etwas passieren??? Da muss jemand ja fundamental versagt haben... Ich hoffe, das Ganze hat strafrechtliche Konsequenzen...
    17 2 Melden
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  • pun 20.10.2016 16:31
    Highlight 1. Kopf
    2. -> Tisch
    3. Gehe zurück zu 1.
    31 2 Melden
    • #bringhansiback 21.10.2016 12:50
      Highlight Gibts auch als Shirt ^^
      2 0 Melden
    • pun 21.10.2016 13:20
      Highlight und als GIF!
      1 0 Melden
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  • Rendel 20.10.2016 16:09
    Highlight Das kommt vom ständigen Outsourcen, damit es billiger wird. Billiger ist nicht immer besser. Sensible Daten gehören nur in Hände von Menschen, die an die Schweigepflicht gebunden sind.
    42 1 Melden
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  • Str ant (Darkling) 20.10.2016 16:07
    Highlight Werden eigentlich Irgendwo im Staatsdienst noch verantwortungsbewusste Personen eingestellt ?

    Oder muss effektiv IMMER erst etwas vorfallen ?

    Es wird sich wohl daran auch nichts ändern weil die Personen die etwas verbocken nie wirklich die Konsequenzen ziehen müssen es waren ja nur vertrauliche Daten also nicht so schlimm gelle
    34 4 Melden
    • Wuschelhäschen 20.10.2016 18:08
      Highlight IMMER? Wieso immer? Du bekommst es ja gar nicht mit, wenn etwas verhindert wird, ohne, dass etwas passiert ist...
      5 8 Melden
    • elmono 20.10.2016 18:55
      Highlight Konsequenzen für Taten kennt man im Beamtenlife nicht. Haben halt manche Leute starkes Pech beim Denken.
      9 2 Melden
    • Schriibi 21.10.2016 00:34
      Highlight Ich find es schlimm, dass alle immer alles generalisieren...
      2 2 Melden
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