Liechtenstein
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S.D. Fuerst Hans-Adam von und zu Liechtenstein, links, feiert morgen Samstag seinen 70. Geburtstag, hier im Gespraech mit Regierungschef Adrian Hasler, rechts, aufgenommen am Freitag, 13. Februar 2015, beim Gratulationsempfang auf Schloss Vaduz. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Fürst Hans-Adam von und zu Liechtenstein (links) im Gespräch mit Regierungschef Adrian Hasler. Bild: KEYSTONE

So lobt der Liechtensteiner Erbprinz die Vorzüge der Monarchie



Anlässlich des 300. Staatsfeiertags in Liechtenstein hat Erbprinz Alois in einem Interview die Vorzüge der Monarchie verteidigt. Die Privilegien des Fürstes würden für Stabilität sorgen. Eine Fürstin soll es trotz Gleichstellungsbewegung auch in Zukunft nicht geben.

«Eine Monarchie bringt sehr viel Stabilität und Kontinuität, weil das Staatsoberhaupt sich nicht regelmässig einer Wiederwahl stellen muss.»

Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein

«Eine Monarchie bringt sehr viel Stabilität und Kontinuität, weil das Staatsoberhaupt sich nicht regelmässig einer Wiederwahl stellen muss», sagte der amtsführende Stellvertreter von Fürst Hans-Adam II. und Thronfolger in einem am Mittwoch publizierten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Dank der gewährten Immunität bleibe das Staatsoberhaupt auch politisch handlungsfähig.

Liechtenstein sei in vielerlei Hinsicht mehr eine Demokratie als manche Republiken, sagte Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein weiter. Aufgrund der Möglichkeit in der Verfassung, ohne Zustimmung des Fürsten die Monarchie abzuschaffen, habe das Volk das letzte Wort. Der Fürst «muss daher immer im langfristigen Interesse des Volkes handeln».

Liechtensteins Staatsform ist eine Erbmonarchie mit demokratischen Elementen. Einerseits geniesst der Fürst Privilegien. Er besitzt bei Gesetzen ein Veto-Recht und untersteht er nicht der Gerichtsbarkeit. Andererseits sieht die Verfassung etwa einen Passus über die Abschaffung der Monarchie wie auch ein mögliches Misstrauensvotum gegen den Fürsten vor.

Ein Vetorecht des Staatsoberhaupts bei Gesetzesentwürfen sei nicht aussergewöhnlich, erklärte der Erbprinz mit Verweis etwa auf die USA. «Wir haben ein enormes Gestaltungsrecht des einzelnen Bürgers mit einer weitgehenden direkten Demokratie. Wir haben dezentrale Strukturen, viel Gemeindeautonomie.»

Fürstin soll es nicht geben

Trotz erstarkter Gleichstellungsbewegung soll Liechtenstein auch künftig nur von Männern und nicht von Fürstinnen regiert werden. Auch hier macht die Fürstenfamilie laut Alois Stabilitätsgründe geltend. «Die Berechenbarkeit auf lange Zeit hinaus von Hausgesetz und Verfassung ist in diesem Zusammenhang wichtiger als die Geschlechterfrage.» Es sei auch nicht einfach, ein System umzustellen, das sich seit Jahrhunderten bewähre.

Die weibliche Thronfolge würde laut Erbprinz Alois dazu führen, dass die Mitgliedschaft in der Familie nicht nur über die männlichen, sondern auch über die weiblichen Familienmitglieder weitergegeben würde. «Dadurch stünden wir vor der Herausforderung, dass es über Generationen zu einem exponentiellen Wachstum der Anzahl der Familienmitglieder kommen würde. Das wäre keine gute Entwicklung, weil sie die für unser Land so wichtige Stabilität beeinträchtigen würde.»

In diesem Jahr wird das Fürstentum Liechtenstein 300 Jahre alt. Am Donnerstag begeht es seinen Staatsfeiertag. Als Geburtsstunde des Fürstentums gilt die Zuerkennung zweier Herrschaften durch Kaiser Karl VI. an den Fürsten Anton Florian von Liechtenstein im Januar 1719. 1699 hatten die Grafen von Hohenems die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Herrschaft Vaduz an den Fürsten von Liechtenstein verkauft. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ThePower 14.08.2019 13:11
    Highlight Highlight Irgendwie habe ich gerade aus Richtung Herrliberg einen Seufzer gehört😄
  • Zwei Fallende Stimmen 14.08.2019 09:33
    Highlight Highlight Männerherrschaft hat sich bewährt? Ja nee, is klar.
  • Freischütz 14.08.2019 09:17
    Highlight Highlight Überheblich und abgehoben... Mehr ist dazu nicht zu sagen.
  • Input 14.08.2019 08:32
    Highlight Highlight Ich finde es gewagt, bei einer Gleichstellungsfrage das Argument “es hat sich bewährt“ anzuführen...
    • AdvocatusDiaboli 14.08.2019 09:18
      Highlight Highlight Liechtenstein ist perfekt wohlhabend und gesund. Solange das hält, ist es es sinnlos irgendwelche monarchische Reformen zu wagen, nur so aus Prinzip.
    • karl_e 14.08.2019 11:10
      Highlight Highlight .Der Herr hat gewisse Damen wie Elizabeth I. von England, Maria Theresia oder auch Katharina die Grosse vergessen. Die waren alle etwas bedeutender als dieser Bankverwalter aus Liechtenstein.
    • Input 14.08.2019 16:00
      Highlight Highlight Diaboli, übernehmen sie ihre Aussage auf die Schweiz, die Demokratie und das Frauenwahlrecht.
      Ich hoffe sie erkennen dann was ich ihnen und dem schönredenden Prinzen vermitteln möchte.
  • Samuel Deubelbeiss 14.08.2019 08:22
    Highlight Highlight Der Typ hat wohl zu viel Games of thrones geschaut. Wenn ich in dem Land wohnen würde, würde ich ihm sein Schloss mit faulen Eiern bewerfen.
  • dä dingsbums 14.08.2019 08:11
    Highlight Highlight Wenn man nicht selber Interviews führt und von anderen Medien zitiert, wäre es anständig einen Link auf den zitierten Artikel zu publizieren:

    Voilà:
    https://www.nzz.ch/schweiz/erbprinz-alois-von-und-zu-liechtenstein-nehmen-wir-an-das-volk-moechte-den-kommunismus-einfuehren-das-ginge-mit-uns-nicht-ld.1495547

  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 14.08.2019 07:35
    Highlight Highlight Dass die Monarchie nicht abgeschafft wurde, liegt aber auch nur daran, dass der Fürst angekündigt hat, sonst sein Geld abzuziehen.

    Nicht weil die Bevölkerung von den Vorteilen der Monarchie im Allgemeinen oder des Fürsten im Besonderen überzeugt wäre.
    • Hierundjetzt 14.08.2019 09:13
      Highlight Highlight Wie viele Inselstaaten im Pazifik, die immer noch unter Kolonialherrschaft von Frankreich, GB oder den USA stehen. Wenn die weg sind, gibts zwar einen eigenen Staat, dafür bittere Armut.

      Es ist eben nicht so einfach 😌

      Oder ähnlich der Schweiz, klar können wir das Rahmenabkommen ablehnen nuuuur, die Konsequenzen müssen wir alle bereit sein zu tragen.
    • Domimar 14.08.2019 11:13
      Highlight Highlight @Flauder mag mich noch daran erinnern, die "trötzeliges Kind"-Abstimmung nannte ich es. Aber die LI haben sich entschieden und ich glaube es geht ihnen bisher ganz gut so. Auch die engere Bindung an die Schweiz vor rund 100 Jahren (Zollvertrag - Schweizer Franken) war offensichtlich keine schlechtere Wahl, als die Anbindung an Österreich. Was ihnen aber noch bevorstehen dürfte ist eine weitreichende Aufarbeitung der Herkunft der deponierten Gelder. Obwohl, vielleicht werden sie ja auch einfach übersehen, weil klein und Fürst gut vernetzt.
  • Frausowieso 14.08.2019 07:34
    Highlight Highlight Ist das nicht auch die Rechfertigung von Diktatoren? Es macht ja alles so viel einfacher, wenn nur eine Person das Sagen hat. Am besten eine Person, die nicht abgesetzt werden kann? Noch besser eine Person, die absolut gar nichts für dieses Amt getan hat, sondern einfach nur hineingeboren wurde. Das ist wahrlich stabil- für die Fürstenfamilie.
  • pamayer 14.08.2019 07:26
    Highlight Highlight Im Jahr 1719 stehen geblieben.
  • FischersFritz 14.08.2019 07:25
    Highlight Highlight Würden diese Aussagen von einem Staatschefs eines Landes mit minimaler internationaler Bedeutung stammen, wären sie schlicht ein Skandal. Aber Liechtenstein, da bleibt nur ein Lächeln übrig.
  • rodolofo 14.08.2019 07:07
    Highlight Highlight Ja, für den König hat die Monarchie bestimmt angenehme Seiten:
    - Unkündbare Lebensstelle
    - Spitzenlohn
    - Repräsentieren, Hände schütteln und Winken als Arbeit
    - Super Kost und Super Logie gratis dazu
    - Gratis Reitstunden und Golf-Unterricht
    - grosse Auswahl bei der Partnerwahl
    - usw.
    Aber da gibt es auch viele Nachteile:
    - eingesperrt sein im "Goldenen Käfig"
    - nie mehr ungezwungen und locker unterwegs
    - ständig von Bodyguards begleitet
    - Immer ein Rudel von Paparazzi um sich herum
    (wie die Fliegen um einen ...)
    - kein "hat er selber gemacht!" mehr
    - usw.
    Zum Glück bin ich Knecht! ;)
  • bebby 14.08.2019 07:06
    Highlight Highlight Mag sein, dass es für ein Dorf, wie Lichtenstein eines ist, funktioniert, aber die Geschichte zeigt, dass eine Person, die über dem Gesetz steht, oft gefährlich sein kann.
    • Chili5000 14.08.2019 08:37
      Highlight Highlight Deshalb hat eben das Volk in Liechtenstein die Macht die Monarchie abzuschaffen. Dieses kleine Detail macht den Unterschied.
    • Phoenix (1) 14.08.2019 09:36
      Highlight Highlight Da ja furch das Volk jederzeit die Monarchie abgeschafft werden könnte steht der Fürst ja defacto zwar über dem Gesetz aber nicht wirklich über dem Volk, ein Machtmissbrauch würde also viel eher geandet werden als zB. in England wo sich die Königsfamillie zumindest Theoretisch viel mehr erlauben könnte, würde sie denn wollen.

      MfG
    • karl_e 14.08.2019 11:07
      Highlight Highlight Seine Durchlaucht, der Dorfkönig von Liechtenstein. LOL.
  • Todesstern 14.08.2019 07:05
    Highlight Highlight Ja ne ist klar, das ein Monarch die Monarchie lobt 🧐 wie siehts mi dem einfachen Volk aus?
    • Phoenix (1) 14.08.2019 13:09
      Highlight Highlight Würdest du mir jetzt glauben, dass ich eigentlich ganz zufrieden mit meinem Monarchen bin?
    • Chili5000 14.08.2019 14:36
      Highlight Highlight @Phoenix (1): das glaube ich. Würde auch gerne dort leben, wenn man mich den lässe :)
  • V-REX 14.08.2019 06:58
    Highlight Highlight Aufgrund der Möglichkeit in der Verfassung, ohne Zustimmung des Fürsten die Monarchie abzuschaffen, habe das Volk das letzte Wort. Der Fürst «muss daher immer im langfristigen Interesse des Volkes handeln».

    Haha von wegen,das haben die ja schon probiert,aber da das Land den Namen der Fürstenfamilie trägt ist das eben nicht so einfach! Wenn die Fürsten abgewählt werden gehen sie weg und nehmen den Namen einfach mit. Wer will schon in einem Land ohne Namen leben? Ausserdem profitieren sie extrem von den Touristen,die nur kommen,weil es eben ein Fürstentum ist (gibt es ja nicht mehr so viele).
  • Chili5000 14.08.2019 06:44
    Highlight Highlight Wenn man sich das Ländle anschaut dann hat der Mann nicht unrecht. Versuche die Monarchie abzuschaffen wurden vom Volk abgeschmettert mit guten Grund! Die Fürstenfamilie setzt sich fürs Volk ein, sollte sich das ändern wird auch der Rückhalt weg sein. Das es nur Männern vorbehalten ist finde ich hingegen schade.
  • satyros 14.08.2019 06:25
    Highlight Highlight Diese Argumentation passt eher ins 17. als ins 21. Jh. Wo er aber Recht hat: Seine Untertanen, ich sage bewusst nicht "Volk", wollen das wohl so.
  • Heinzbond 14.08.2019 06:16
    Highlight Highlight Dem Punkt mit der Stabilität, mit Blick auf usa und Italien, da geb ich ihm sogar recht, aber eine Demokratie, wenn sie denn auch vom Volk verteidigt werden würde, ist immer noch besser...
    Ich verstehe es nicht, in Hongkong, damals der DDR da riskieren die Menschen alles und heute laufen sie den rattenfängern nach....
  • Gzuz187ers 14.08.2019 06:02
    Highlight Highlight Misstrauensvotum? Absetzung des Fürsten per Volksentscheid? Also nachdem bereits der Pfadiputsch brutal niedergeschlagen wurde will ich nicht wissen wie es bei einer durch das Volk erzwungenen Absetzung aussehen würde. http://n
    • Chili5000 14.08.2019 14:39
      Highlight Highlight Dan würde der Fürst wohl das Militä... ähmm... hmm... Naja er kann immernoch Steine aus seinem Fenster runter werfen... :)

Der Fürst von Liechtenstein vergleicht Homosexuelle mit Pädophilen

Im traditionellen Neujahrsinterview auf Radio Liechtenstein setzt Landesfürst Hans Adam II. Homosexuelle mit Pädophilen gleich und spricht sich für die Aufrechterhaltung des Adoptionsverbots aus.

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