USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07690955 A handout photo made available by the Office of the Inspector General made available on 02 July 2019 shows overcrowded conditions at the US Border Patrol's McAllen holding station in McAllen, Texas, USA, 11 June 2019. The photo was issued as part of a report on the 'Department of Homeland Security needs to address dangerous overcrowding and prolonged detention of children and adults in the Rio Grande Valley.'  EPA/OFFICE OF INSPECTOR GENERAL HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE / FACES BLURRED TO PROTECT PRIVACY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

«Tickende Zeitbombe»: Donald Trump und die Lage in US-Migrantenlagern

Kein warmes Essen, keine Duschen, tagelanges Stehen: Ein Behördenbericht zeigt die dramatische Lage in den US-Grenzlagern. Steckt dahinter Versagen oder Kalkül der Regierung?

Fabian Reinbold, Washington / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Ein Ansturm von Migranten und die Politik der Trump-Regierung haben zu alarmierenden Zuständen in den Lagern des US-Grenzschutzes geführt. Ein Behördenbericht schildert nun dramatische Details zur Unterbringung von Kindern und Erwachsenen. Laut der Aufsichtsbehörde des Heimatschutzministeriums scheitert der ihm untergeordnete US-Grenzschutz daran, selbst minimale Standards einzuhalten: So erhalten Kinder keine warmen Mahlzeiten und Erwachsene verharren tagelang in Räumen, in denen sie nur stehen können.

Zuletzt hatten schon Berichte von Anwälten ein düsteres Bild der Situation in den Lagern gezeichnet, nicht nur in Texas, sondern etwa auch in den Aufnahmeeinrichtungen in Florida und Kalifornien. Die US-Regierung widersprach – doch jetzt verbrieft ein offizieller Bericht, dass in den Einrichtungen dramatische Zustände herrschen.

abspielen

Video: YouTube/CNN

Die Kontrollbehörde zeigt auch Fotos aus den sonst von den Augen der Öffentlichkeit abgeriegelten Lagern.

Verheerende Details

Das Büro des Generalinspekteurs (OIG) des Heimatschutzministeriums hatte im Juni fünf Lager im Tal des Rio Grande besucht, das Mexiko und den US-Bundesstaat trennt und momentan Hotspot der Migrationskrise ist. Die Kontrolleure sprechen von Überfüllung, die die Sicherheit von Insassen und Mitarbeitern gefährde und listen zahlreiche Details auf, die die Lage veranschaulichen:

epa07690958 A handout photo made available by the Office of the Inspector General made available on 02 July 2019 shows overcrowded conditions at the US Border Patrol's McAllen holding station in McAllen, Texas, USA, 10 June 2019. The photo was issued as part of a report on the 'Department of Homeland Security needs to address dangerous overcrowding and prolonged detention of children and adults in the Rio Grande Valley.'  EPA/OFFICE OF INSPECTOR GENERAL HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE / FACES BLURRED TO PROTECT PRIVACY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Verfasst hat den Bericht das unabhängige Kontrollgremium des Heimatschutzministeriums, dem die Grenzpolizei untersteht. Der Report verleiht der heftigen Kritik an den Zuständen in den Lagern an der Südgrenze also einen offiziellen Stempel. Schon im Mai sorgte ein Bericht der Einrichtung über ein anderes Lager für Schlagzeilen – der Bericht vom Dienstag lässt nun keinen Zweifel daran, dass die Probleme keine Einzelfälle sind.

Das Ministerium sprach in einer Reaktion auf den Bericht von einer «akuten und sich verschlimmernden Krise» und betonte, man habe in der Region «zwei neue Zelte» aufgestellt, die jeweils 500 Personen beherbergen könnten.

Eigentlich sind die Einrichtungen des Grenzschutzes nur Durchgangsstationen, Kinder dürfen laut Rechtsprechung maximal 72 Stunden dort verbringen, doch auch die weiteren Stationen unter Obhut des Gesundheitsministeriums sind überfüllt.

epa07690956 A handout photo made available by the Office of the Inspector General made available on 02 July 2019 shows overcrowded conditions at the US Border Patrol's McAllen holding station in McAllen, Texas, USA, 11 June 2019. The photo was issued as part of a report on the 'Department of Homeland Security needs to address dangerous overcrowding and prolonged detention of children and adults in the Rio Grande Valley.'  EPA/OFFICE OF INSPECTOR GENERAL HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE / FACES BLURRED TO PROTECT PRIVACY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Eine neue Welle von Migranten im Frühjahr hat dazu geführt, dass nicht einmal grundlegende Standards eingehalten werden. Allein im Mai wurden im Tal des Rio Grande 144'000 illegale Grenzübertritte registriert – der höchste Monatswert seit rund 13 Jahren. Das ist einer von zwei Hauptgründen für die Zuspitzung der Lage. 

Der andere lautet, dass die Trump-Regierung so gut wie keine Mittel bereitstellt, um die Erstaufnahmelager auszubauen. Viele Massnahmen der Regierung haben die Lage zusätzlich verschärft, etwa die Politik der Familientrennung oder neue Hürden bei der Übermittlung unbegleiteter Kinder in Obhut von Vormündern.

Bild

Zahlreiche Beobachter sehen in diesen Schritten der Trump-Regierung das Ziel, weitere Migranten von der Einreise in die USA abzuschrecken.

Der politische Streit über Migration hatte sich in den vergangenen Wochen noch einmal zugespitzt. US-Präsident Donald Trump hatte einen nationalen Notstand erklärt, zuletzt drohte er Mexiko mit Handelszöllen wegen der Zahl der Grenzübertritte und brachte Massendeportationen ins Spiel. 

 Nachdem es erste Berichte über die desolate Lage in Einrichtungen des Grenzschutzes gab, stellte der Kongress vergangene Woche weiteres Geld bereit, um die humanitäre Situation in den Grenzlagern zu verbessern.

Die oppositionellen Demokraten wollten strenge Richtlinien aufstellen, wofür die 4.6 Milliarden Dollar ausgegeben werden, scheiterten aber damit. So bleibt abzuwarten, ob die Trump-Regierung das Geld tatsächlich dafür einsetzen wird, die humanitäre Lage in den vernachlässigten Lagern zu verbessern.

Diese Städte ziehen am meisten Touristen an

Weinendes Mädchen an US-Grenze

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

23
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kramer 03.07.2019 20:34
    Highlight Highlight Ich schlage vor, dass sich das IKRK den Flüchtlingen annimmt.
  • Unicron 03.07.2019 19:22
    Highlight Highlight Ist es eigentlich möglich Trump nach seiner Amtszeit für diese Dinge vor Gericht zu stellen?
  • Hardy18 03.07.2019 17:48
    Highlight Highlight Manchmal habe ich das Gefühl, sie warten so lange bis der Tumult losgeht und sie endlich, mit Begründung, schiessen können.
  • AdvocatusDiaboli 03.07.2019 16:39
    Highlight Highlight Watson könnt ihr euch das selber ansehen gehen? Hätte gerne eine Berichterstattung von einer Quelle die nicht direkt mit US-Demokraten/Repulikaner zu tun hat.
    • Sapere Aude 03.07.2019 23:44
      Highlight Highlight Homeland Security hat diesbezüglich einen Bericht verfasst, der die Zustände bestätigt.
      Play Icon
  • Don Alejandro 03.07.2019 12:34
    Highlight Highlight Man kann darüber streiten bezüglich der Migrantenströme und deren Auswirkungen. Aber eine solche Behandlung hätte selbst Trump nicht verdient. Er hatte einfach nur Glück in eine reiche Familie hineingeboren worden zu sein und nicht als armer Schlucker aus Mittelamerika.
  • HerrLich 03.07.2019 12:02
    Highlight Highlight Ich tippe auf Versagen.
  • Eskimo 03.07.2019 12:00
    Highlight Highlight Lasst Trump seine Mauer bauen und diese Lager können geschlossen werden. Aber dann haben die Demokraten kein Argument mehr gegen Trump. Verzwickte Lage für die Trump Kritiker.
    • äti 03.07.2019 15:10
      Highlight Highlight .. und was dann genau? Einen ausgereiften Plan da oder nur Luft?
    • Wander Kern 03.07.2019 16:05
      Highlight Highlight Unheimlich verzwickt. Ich bin ganz verzweifelt, was ich nun fordern soll...
    • Rolf stühlinger (1) 03.07.2019 16:14
      Highlight Highlight Ja ladst ihn seine mauer bauen.
      Mauern haben ja in der vergangenheit ja so gut funktioniert.
      Die chinesische mauer oder die mauer der ddr. Perfekte beispiele.... Oh ups. Indemfall ist die einzige intakte mauer im kopf des eskimos
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 03.07.2019 11:42
    Highlight Highlight Bei uns übernehmen Mittelmeer und nordafrikanische Gangs die Drecksarbeit. Eigentlich ist es in Europa schlimmer als in den USA, nur weniger sichtbar.
    • Dreamtraveller 03.07.2019 11:52
      Highlight Highlight Genau, die Zustände in den europäischen Flüchtlingslagern, z.B. auf Samos, sind noch um einiges problematischer. Krankheiten, keine Medizin, kein sauberes Wasser, etc. Und die EU schaut zu und lässt die Menschen verrecken. Wenn mal jemand was dagegen unternimmt, wird man verhaftet und verurteilt.
    • swisskiss 03.07.2019 12:29
      Highlight Highlight El Vals del Obrero: Oder man delegiert per Ablasszahlung das Problem in die Türkei.

      Was ist das eigentliche Problem? Man bekämpft nicht die Ursachen der Landlucht, sondern die Auswirkungen.
      Egal ob es die Lebensumstände in südamerkanischen Slums sind, oder die Auswirkungen kriegerischer Konflikte im Nahen Osten. Der Westen und selbstverständlich auch die USA, haben schlicht keinen Plan und Willen die Landflucht im Ansatz zu bekämpfen.
      Im Gegenteil wird mit Konfrontationspolitik gegen Venezuela oder Iran, diese Destablisierung der Regionen noch gefördert. Kommt alles zurück und trifft uns...
    • AndersDenkend 3.0 03.07.2019 12:34
      Highlight Highlight Genau... leider wahr!
    Weitere Antworten anzeigen

«Verrückt geworden» – das halten die Dänen von Trumps Plan, Grönland zu kaufen

US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Wirtschaftsberaters tatsächlich an einem Kauf Grönlands interessiert. Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und «will sich das anschauen», sagte Larry Kudlow am Sonntag im Nachrichtensender Fox News.

Er wolle nicht spekulieren, wohin das führe, aber Grönland sei strategisch bedeutend. «Sie haben viele wertvolle Mineralien», sagte Kudlow. Aber natürlich gehöre Grönland zum Nato-Partner Dänemark, fügte er hinzu.

Die Berichte am …

Artikel lesen
Link zum Artikel