Fussball
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Fleetwood Town supporting rainbow laces during the Sky Bet League 1 match between Fleetwood Town and Tranmere Rovers at Highbury Stadium, Fleetwood, England on 23 November 2019. PUBLICATIONxNOTxINxUK Copyright: xStephenxBuckleyx PMI-3211-0022

Ein Premier-League-Fussballer schildert eindrücklich den grossen Zwiespalt seines Lebens. Bild: www.imago-images.de

Schwuler Premier-League-Profi schreibt offenen Brief: «Lebe einen Albtraum»



Homosexualität ist eines der letzten grossen Tabu-Themen im Männer-Fussball. Noch immer gibt es in den grossen Ligen Europas fast keinen aktiven Profi, der offen zu seiner homosexuellen Orientierung stehen würde. Warum das so ist, schildert nun ein schwuler Fussball-Profi aus der Premier League. In einem offenen Brief, den er dem Daily Mirror und der Sun zukommen liess, schreibt er über das Geheimhalten seiner Sexualität und Beschimpfungen, aber auch über Unterstützung aus seinem engsten Umfeld.

«Als Kind wollte ich immer nur Fussballer werden», beginnt der anonyme Profi. Er habe jede freie Minute gekickt und am Ende habe es sich ausbezahlt. «Auch jetzt noch kann ich es kaum fassen, dass ich rausgehen und vor zehntausenden Menschen spielen darf. Es gibt jedoch etwas, was mich von den meisten anderen Spielern in der Premier League unterscheidet. Ich bin schwul.»

Diesen Brief zu schreiben, sei für ihn ein grosser Schritt. Seit er 19 Jahre alt gewesen sei, wisse er, dass er homosexuell sei. «Aber nur meine Familienmitglieder und ausgewählte Freunde wissen davon», so der Premier-League-Profi weiter. «Ich fühle mich nicht bereit dazu, es mit meinem Team oder Trainer zu teilen. Das ist extrem hart, denn ich verbringe viel Zeit mit diesen Jungs. Trotzdem macht es etwas in mir unmöglich, offen mit ihnen darüber zu sein, wie ich mich fühle. Ich hoffe sehr, dass ich es eines Tages schaffen werde.»

Der Alltag sei wegen der Geheimhaltung oft extrem schwierig. «Ich lebe einen Albtraum, und zwar Tag für Tag. Es beeinträchtigt meine psychische Gesundheit immer mehr. Ich fühle mich gefangen und meine Angst ist, dass es die Sache nur schlimmer machen würde, die Wahrheit über mich zu enthüllen», schreibt der Fussballer. «Obwohl mir mein Herz oft sagt, dass ich mich outen muss, sagt mein Kopf immer dasselbe: ‹Warum alles riskieren?›»

Keine Beziehung möglich

Vieles, was er sich für sein Leben wünschte, habe er erreicht: «Ich habe das Glück, einen sehr guten Lohn zu verdienen. Ich habe ein schönes Auto, einen Schrank voller Designerklamotten und ich kann es mir leisten, alles zu kaufen, was ich für meine Familie und Freunde will.» Und doch fehle etwas: «Ich bin in einem Alter, in dem ich gerne in einer Beziehung wäre. Aber aufgrund meines Berufs muss das Vertrauen in einen langfristigen Partner extrem hoch sein. Deshalb bin ich im Moment einfach nicht bereit dazu.»

Er wünschte, er müsste sein Leben nicht so leben. «Aber im Fussball gibt es immer noch grosse Vorurteile. Es bräuchte radikale Veränderungen, dass ich mich für ein Coming-out bereit fühlen würde». Zum jetzigen Zeitpunkt könne er aber nicht darauf vertrauen, angemessen unterstützt zu werden.

Football - soccer: FA Cup, Arsenal FC, Gay Gooners banner during the FA Cup 5th Round match between Arsenal  at the Emirates Stadium. xHOCHxZWEIx/xPropagandax PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Football Soccer FA Cup Arsenal FC Gay Gooners Banner during The FA Cup 5th Round Match between Arsenal AT The Emirates Stage xHOCHxZWEIx xPropagandax PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Arsenal hat mit den «Gay Gooners» einen Fanclub für die LGBT-Gemeinschaft. Bild: imago sportfotodienst

Homophobe Gesänge würden ihn während der Spiele «seltsamerweise» nicht wirklich stören. «Ich bin zu sehr auf das Spielen konzentriert. Erst wenn ich wieder ins Flugzeug oder den Bus steige und Zeit für mich habe, beginne ich darüber nachzudenken.» Momentan sei sein Plan, so lange weiter zu spielen, wie er sich dazu in der Lage fühle, und sich dann zu outen, wenn er zurückgetreten sei.

Die Veröffentlichung des Briefs wurde von der Justin Fashanu Foundation eingefädelt. Die von der Nichte des namensgebenden Ex-Fussballers gegründete Organisation unterstützt homo- und bisexuelle Kicker und kämpft gegen Homophobie im Fussball. Fashanu outete sich 1990 als erster britischer Fussballer während seiner laufenden Karriere und nahm sich acht Jahre später das Leben. «Die Stiftung hat mir sehr geholfen», erklärt der anonyme Profi-Fussballer. «Die Leute da haben mir das Gefühl gegeben, unterstützt und verstanden zu werden, und mir das Vertrauen gegeben, offener und ehrlicher mit mir selbst umzugehen.»

Erst im Juni outete sich mit Thomas Beattie ein Ex-Profi. Der 33-Jährige, der unter anderem für Hull City gespielt hatte, sagte damals, dass nicht die Teamkollegen, sondern die Fans schwulen Fussballern das Leben so schwer machen würden.

Der anonyme Briefe-Schreiber freute sich über das Coming-out von Beattie: «Es war grossartig, zu sehen, wie Thomas Beattie zugab, schwul zu sein. Aber die Tatsache, dass er bis nach seinem Rücktritt warten musste, sagt alles, was man über das Thema wissen muss.» (pre)

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Thomas Beattie spricht über sein Coming-out. Video: YouTube/Lorraine

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schso 14.07.2020 07:06
    Highlight Highlight Thomas Hitzlsperger erklärt Clarence Seedorf das mit dem Outing:
    Play Icon


    Sehr gute und souveräne Antwort.
  • himmelrot 13.07.2020 23:19
    Highlight Highlight Der absolut beste Song zu dem Thema. Sollten viel mehr Leute kennen. Die ganze Problematik eloquent verpackt.
  • diff 13.07.2020 22:24
    Highlight Highlight Das Lied von Marcus Wiebusch bringt es sehr schön auf den Punkt.
    Play Icon
  • Abraham Colombo 13.07.2020 18:28
    Highlight Highlight Ich verstehe schwule zwar nicht aber müssen wir wirklich im Jahr 2020 noch über das diskutieren. Kommisch über die Sexuelle Orientierung anderer zu urteilen, sollang es legal ist, was intressiert es mich wer mit wem.
    • Fondor 13.07.2020 20:07
      Highlight Highlight ich frage mich was es daran nicht zu verstehen gibt? du verstehst es ja auch warum männer auf frauen stehn und umgekehrt. evtl mal googeln damit du da weiterkommst?

      und ja genau darum müssen wir darüber diskutieren, weil es anscheinend leute gibt die es immer noch nicht verstehen wie du.

      selbt wenn es ilegal wäre würde zumindest deine aussage „was interessiert es mich wer mit wem“ stimmen. endert aber nichts daran dass darüber diskutiert werden müsste!
    • Das etwas 14.07.2020 08:59
      Highlight Highlight @Fondor

      ich glaube du hastes noch nicht ganz verstanden. den anderen sexuellen orientierungen geht es darum das es als normal aufgefasst wird und eben nichtmehr darüber diskutiertwerden muss. sondern es einfach normal ist.

      ich vertshe den wunsch des fussballers aber dabei geht es nur wieder um sein ego und wie sich seinen club-kameraden fühlen scheint ihm zimlich egal zu sein.

      wie würdest du dich fühlen, wenn du als 19 jähriger nakt unter die dusche gehen müsstest und dazwischen 1-2 lüsternen omis wären die dich beobachten dabei? wäre es dir wohl?
    • code-e 14.07.2020 09:24
      Highlight Highlight @Das Etwas: Oh nein, seine armen Klubkameraden unter der Dusche tun mir ja so extrem Leid. Er könnte ja alle mit seinen lüsternen Blicken in Verlegenheit bringen oder noch schlimmer, über sie herfallen. Das kann ja nur von einem Hetero kommen. Du solltest vielleicht mal mit deinem Klischee Denken aufhören.
  • Inflatio 13.07.2020 15:30
    Highlight Highlight Wetten, es gibt jede Menge schwule Fussballprofis die verheiratet sind und Kinder haben und unter dieser Last fast zerbrechen.
  • PERSILflage 13.07.2020 15:13
    Highlight Highlight Einer muss den Anfang wagen und es durchziehen.
    Ich glaube dass würde vielen Unsicheren helfen.
    Ganz nüchtern betrachtet: Wenn du genug Geld verdient hast um auch ohne Profifussballer zu sein überleben kannst. Just do it!
    Ich könnte mir gut vorstellen dass viele weitere folgen würden.
    Es wird immer homophobe Arschl....r geben, aber vertraue auf die tolerante Mehrheit.
    • Ehrenmann 13.07.2020 17:22
      Highlight Highlight Und wenn sich einer outet und seine Karriere dann zu Ende ist, hat er auch verkackt, denn Geld kann seine Leidenschaft Fussball nicht ersetzen.
      Natürlich, er ist dann auch frei aber was dann? Die meisten haben nur Fussball und Angst was nachher ist..
      Es ist sehr schwer und bis jetzt schweigen die Meisten. Wenn die Zeit reif ist, wird sich sicher jemand aktives outen. Das traurige ist eher, wieso die Zeit noch immer nicht Reif ist...
    • PERSILflage 13.07.2020 18:13
      Highlight Highlight Ich kann und will nicht glauben, dass du deiner Leidenschaft Fussball nicht mehr nachgehen kannst nur weil du auf das gleiche Geschlecht stehst!
    • smartash 13.07.2020 18:13
      Highlight Highlight lässt sich leicht sagen von der Tribüne aus...
      Wenn du selber in diesen Fußballschuhen steckst, sieht einges schwieriger aus...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clank 13.07.2020 15:01
    Highlight Highlight Ich kriege wohl Blitze aber ich verstehe ganz ehrlich das Problem nicht. Verstehe den Sinn nicht davon sich zu outen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Was verhindert homosexuelle Leute ihr Leben zu leben wie sie wollen ohne Outing? Was Fussballer in ihrer Freizeit machen, interessiert die wenigsten. Schon gar nicht, das Sexleben. Das ist sowieso intime Privatsphäre. Solche Sachen weiss ich auch nicht über meine Arbeitskollegen. Das hat alles nichts mit dem Sport zu tun. Wieso will man den Fussball sexualisieren?
    • JackMeMore 13.07.2020 15:23
      Highlight Highlight es geht dabei wenig darum es zu wollen oder machen. am liebsten wäre mir auch, wenn man kein outing braucht. an einem offiziellen Anlass an dem Partner und Partnerinnen mitkommen, sehe ich es auch gerne, wenn zwei Männer und / oder zwei Frauen einfach als Paar erscheinen ohne speziell auf die Sexualität aufmerksam zu machen. Jedoch wird dann auch das als Outing angesehen und die Fragerei geht los.
    • T@Bern 13.07.2020 15:25
      Highlight Highlight Das kann eigentlich nur von einem Hetero geschrieben sein, denn in seiner Welt muss sich niemand outen - da hat er recht. Ich hoffe, er weiss wie reagieren, wenn er plötzlich seinen besten Kumpel Hand in Hand oder gar küssend, mit einem Mann sehen würde. Insbesondere, wenn dann andere um Ihn lauthals reagieren!?
    • code-e 13.07.2020 15:30
      Highlight Highlight Outing heisst, sich nicht mehr verstecken müssen. Heteros verstecken ihre Sexualität auch nicht und outen sich ständig als heterosexuell, wenn auch unbewusst. Es ist einfach zu sagen es gehe niemanden etwas an mit wem man ins Bett hüpft, wenn man selber nicht davon betroffen ist, wegen seiner Sexualität angefeindet zu werden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Score 13.07.2020 14:38
    Highlight Highlight Tja man kann das nun so oder so wenden, aber so lange nicht endlich mal ein paar den Finger raus nehmen und sich outen, wird es sich schlicht nicht ändern... Ich bin überzeugt auch die Unterstützung wird gross sein, nicht nur das Negative. Aber so lange sich alle verstecken und angst haben sich zu outen wird sich leider nie was ändern... Ohne diesen, wahrscheinlich schmerzhaften Schritt geht es nun mal nicht... Dafür werden sie, wer auch immer das dann sein wird, Wegbereiter sein für andere Homosexuelle Spieler. Aber jemand MUSS den Anfang machen. Anders geht es schlicht nicht...
    • T@Bern 13.07.2020 15:31
      Highlight Highlight Sehr hohe Empathie mit der Situation und dazu die präzise, bildliche Sprache.
      Nein, nicht die homosexuellen Spieler*innen müssen die Initiative ergreifen, sondern das Umfeld muss den betroffenen die Sicherheit geben, dass es eben wirklich kein Problem ist, schwul, lesbisch oder anders zu sein. Die Verbände, Vereine und die Gesellschaft müssen das kommunizieren. Als Betroffener, aufgewachsen in einer Zeit wo ein Coming-Out noch viel schwierieger war, weiss ich was ich schreibe.
    • Score 13.07.2020 16:27
      Highlight Highlight 1/2
      Es ist einfach eine Tatsache, dass sich irgendwann mal ein Spieler outen muss. Du kannst das drehen und wenden wie du willst. Und irgendeiner wird der erste sein. Und der wird all die Aufmerksamkeit schlucken müssen.
      Ich kenne genügend Schwule, selbst ein Verwandter von mir, und ich weiss, dass das nicht einfach ist. Und der erste zu sein im ganzen Fussballbusiness ist erst recht schwer. Aber, es ist schon längst an der Zeit dass es jemand tut. Man kann nicht immer auf "die anderen" warten. Du hättest dich bis heute nicht geoutet wenn du nur auf dein Umfeld und alle anderen
    • Score 13.07.2020 16:34
      Highlight Highlight 2/2 gewartet hättest... Ja es gibt nachwievor immer noch Anfeindungen und es gibt noch immer Leute welche ein Problem damit haben. Das wird es wohl leider immer geben. Aber es sind doch andere Zeiten als auch schon. Und das es im Sport der Weltweit am populärsten ist noch immer kein Coming Out gegeben hat finde ich sehr schade. Vor allem in Zeiten wo Homosexuelle in fast jedem Sport offen dazu stehen, sogar als US Präsident kandidieren. Selbst Schiedsrichter haben sich geoutet. Am besten fände ich gar kein "Outing". Lebt einfach wie ihr seid. So wie es normal ist (oder sein sollte)
  • Bert der Geologe 13.07.2020 14:21
    Highlight Highlight Ich begreife nicht, weshalb ein Coming-out das Ende eines Fussballspielers bedeuten soll. Mich interessiert, was ein Fussballer auf dem Platz zu Stande bringt. Seine Bettgeschichten sind wohl kaum interessant. Oder müssen bald alle Fussballer ihre Neigungen und ihr sexuelles Leistungsprofil oder gar ihre Nichtleistungen an der Oeffentlichkeit ausbreiten, damit dümmliche Fangesänge und billigste Duschewitze abgesondert werden können ?
    • code-e 13.07.2020 15:23
      Highlight Highlight Also, nehmen wir mal an, dieser Fussballer läuft Händchen haltend mit seinem Freund durch die Stadt, er outet sich als schwul ohne etwas zu sagen. Die Medien würden sich auf die Story stürzen, weil immer noch etwas aussergewöhnliches. Würde es keine Rolle spielen wie du sagst, müsste man sich nicht als schwuler outen. Jeder Hetero der von seiner Frau/Freundin spricht outet sich automatisch als Hetero, auch wenn er es nicht noch explizit erwähnt. Darum ja, outings sind wichtig bis es eben dann Mal keine Rolle mehr spielt.
    • T@Bern 13.07.2020 15:38
      Highlight Highlight Auch hier - das Problem nicht begriffen.
      Die Klatschpresse sieht das sicher anders - man sehe die Bettgeschichten die gedruckt werden. Und wieso ist Hetero, Schwul, Bi etc. - eine sexuelle "Neigung"? Das ist es nicht. Es ist die grundsätzliche sexuelle Orientierung! Ob du nun irgendwelche Neigungen zu Anderem hast (Fetische etc.) das muss ja wirklich nicht breitgetreten werden, hast du recht, auch wenn die Folgeausage völlig deines Kommentars völlig zusamenhangslos ist.
    • Score 13.07.2020 16:39
      Highlight Highlight @code-e
      Und das Problem wird grösser, je länger man wartet. Ich habe es oben schon geschrieben, da müssen die Schwulen leider noch durch. Bei den Fussballerinnen ist man zum Glück weiter. Ich finde ja auch es sollte nicht so sein, aber es geht kaum anders. Und wenn sich der erste Fussballer outet (von wieviel 100'000 Profis Weltweit?) dann ist das dann halt leider der erste. Wichtig wäre, dass es möglichst viele gleich tun. Und am liebsten ohne grosse Pressekonferenz usw... Einfach so sein wie man ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • code-e 13.07.2020 14:14
    Highlight Highlight Es ist traurig, wenn man nicht die Person sein darf, die man ist. Der Fussball hat nicht nur ein Rassismusproblem, sondern auch ein Homophobieproblem. Gegen Rassismus wird vorgegangen, gegen Homophobie nicht. Warum ist das so? Spielt ein schwuler Fussballer weniger gut als ein heterosexueller? Klar könnte er sofort zurücktreten, Geld hat er ja genug. Aber er liebt den Fussball und ist sicher noch nich im Alter um zurück zu treten. Es tut mir als Homosexueller ehrlich Leid für ihn und ich wünsche ihm viel Mut u. Kraft damit er sich vielleicht schon vor dem Karrierenende geben darf, wie er ist.
    • samy4me 13.07.2020 14:35
      Highlight Highlight Warum man nicht mehr gegen Homophobie im Profi-Fussball macht? Weil sehr, sehr, sehr viel Geld aus Regionen und Kulturen, die mit Homosexualität eher weniger anfangen können, in die grossen Ligen fliesst. Diese Sponsoren und auch Fans will ja niemand verärgern.
    • locogoa 13.07.2020 14:44
      Highlight Highlight Dass ist kein Fussball spezifisches Problem.... genauso wie Rassismus.... beides kommt ganz alltäglich in allen Bereichen vor... wenn die Gesellschaft als Ganzes soviel tun würde in diesen Bereichen wie sie es von den Clubs etc verlangt gäbe es kein Problem...
    • P.Rediger 13.07.2020 15:49
      Highlight Highlight Es gibt schon Clubs, die sich gegen Rassismus und Homophobie stellen und auch entsprechend Aktionen durchführen. Leider ist das bei der UEFA und der FIFA noch nicht angekommen.

      https://mannschaft.com/2019/10/29/yb-fans-setzen-deutliches-zeichen-gegen-homophobie/
    Weitere Antworten anzeigen
  • baba1906 13.07.2020 14:05
    Highlight Highlight So traurig. Ich verstehe seine Entscheidung. Schade nur, wenn man sich zwischen seinem echten Ich und einem Beruf oder der Familie usw. entscheiden muss. Es wäre doch so viel Gesünder für alle, wenn man sein autentisches ich leben dürfte, ohne die Angst haben zu müssen alles zu verlieren. Ich hoffe er schafft es trotzdem. Es zeigt einfach wie wichtig es ist, dass es weiterhin thematisiert wird und sichtbar bleibt.

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