Kamera abgeräumt und Zielsturz – von Allmen fährt sich noch tiefer in die Herzen der Fans
In der letzten Saison schoss Franjo von Allmen direkt in die Weltspitze im Ski-Weltcup. Ein Sieg im Super-G am Lauberhorn, ein zweiter Platz in der legendären Abfahrt an selber Stelle und natürlich WM-Gold in Abfahrt und Team-Kombination waren die Highlights seiner erst zweiten Saison auf höchster Stufe. Mit seiner lockeren Art und der stets guten Laune wurde er schnell zum grössten Fanliebling neben Marco Odermatt. Seine actionreiche Fahrweise ist natürlich ebenso zuträglich.
Am heutigen Samstag zeigte er in Wengen wieder einmal, weshalb Skifans seine Fahrten nicht verpassen sollten. Mit vollem Risiko und Toptempo fuhr der 24-jährige Berner ins Kernen-S – die grosse Schlüsselstelle auf der Lauberhorn-Abfahrt. «Du darfst dort nichts verschenken», sagte er danach im SRF-Interview, «dann fährt eben das Risiko mit, dass es knapp wird. Bei mir ist es aber etwas sehr knapp geworden.»
Von Allmen fuhr voll auf Zug und erlebte bei der Ausfahrt eine Schrecksekunde, als er einen Sturz nur knapp verhindern konnte. Mit einem Ski fuhr er dabei auf der Werbebande und räumte eine Kamera ab. «Ich habe die Kamera gesehen. Ich bin draufgefahren und jetzt liegt sie wahrscheinlich am Boden», berichtete von Allmen danach lachend.
Damit war jedoch noch nicht genug der Action für den gelernten Zimmermann. Erst der waghalsige Silberhornsprung und im Ziel verliessen seine Beine dann wohl die Kräfte. Beim Bremsen stürzte er und rutschte bis in die Werbebande. Von Allmen konnte aber selbst darüber lachen und signalisierte den Fans mit hochgestreckten Daumen: Nichts passiert.
Dass er trotz des Fehlers im Kernen-S als Vierter nur drei Hundertstelsekunden an einem Podestplatz vorbeischrammte, wertete er als positives Zeichen. Angesprochen auf seinen Hang zu spektakulären Fahrten und darauf, dass es bei ihm ohne Action scheinbar nicht gehe, sagte er schlicht: «Es wäre ja langweilig.»
