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Ein Blick ins Cockpit des elektrischen Mercedes EQS.
Ein Blick ins Cockpit des elektrischen Mercedes EQS.
Bild: MediaPortal Daimler AG

Diese neue Studie räumt mit einem der grössten Mythen über E-Fahrzeuge auf

Schmutziger Strom aus dem Kraftwerk, schmutzige Batterien voller Lithium und Kobalt: Die Ökobilanz des E-Autos ist umstritten, sein Schaden grösser als sein Nutzen, behaupten Kritiker. Doch sie irren sich.
22.07.2021, 11:57
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Bereits heute ist in der Schweiz und in Deutschland jeder zehnte Neuwagen ein E-Auto. Und schon 2024 könnte es europaweit jeder vierte sein. Verkehr und Autoindustrie sollen eben auch ihren Beitrag leisten, um die Folgen der Klimakatastrophe zumindest einzudämmen. Und genau da stellt sich die Frage: Ist der Stromer hier überhaupt hilfreich? Oder sind moderne Benziner und Diesel doch sauberer, da sie nicht voller problematischer Rohstoffe stecken und von Kohlestrom angetrieben werden?

Dazu gibt es nun eine neue Untersuchung des ICCT (International Council on Clean Transportation, hauptsächlich von gemeinnützigen Stiftungen finanziert). Die gemeinnützige Organisation spielte eine massgebliche Rolle beim Aufdecken des VW-Dieselskandals.

Die ICCT-Experten kommen zu einem eindeutigen Ergebnis: Ohne jeden Zweifel sei das Elektroauto deutlich sauberer als der Verbrenner – und zwar über die gesamte Lebensdauer der Autos hinweg. Also inklusive Fertigung.

Klimabilanz von Verbrennern, Plug-in-Hybriden, E-Autos (BEV) und Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV)

Lebenszyklus-Treibhausgas (THG)-Emissionen von durchschnittlichen neuen Benzin-, Diesel- und Erdgasfahrzeugen, Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen, Batterie-Elektrofahrzeugen (BEV) und Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV) in der Kompaktklasse, die 2021 in Europa zugelassen werden.
Lebenszyklus-Treibhausgas (THG)-Emissionen von durchschnittlichen neuen Benzin-, Diesel- und Erdgasfahrzeugen, Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen, Batterie-Elektrofahrzeugen (BEV) und Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV) in der Kompaktklasse, die 2021 in Europa zugelassen werden.

Künftige Stromer-Bilanz wird noch besser

Ein neues kompaktes E-Auto in Europa setze demnach zwei Drittel weniger Treibhausgase frei als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Basis der Berechnungen ist der erwartbare Strommix für die kommenden 17 Jahre, in denen das Auto auf der Strasse unterwegs wäre. Denn laut den Plänen der EU soll unser Strom künftig deutlich sauberer werden – und damit automatisch auch das Elektroauto, inklusive seiner energieintensiven Fertigung.

Und: Mit jedem Fortschritt bei den erneuerbaren Energien bessert sich auch die Bilanz des Stromers. Schon im Jahr 2030 dürfte sein Emissionsvorteil gegenüber dem Verbrenner deshalb bei 74 bis 77 Prozent liegen. Hinzu kommt, dass die Batteriefertigung bereits in den vergangenen Jahren deutlich weniger Energie verschlingt als noch zuvor.

Klimabilanz von Verbrennern und E-Autos in Europa, den USA, China und Indien (jeweils links 2021; rechts 2030)

E-Autos (BEV) haben schon jetzt eine bessere Umweltbilanz als Verbrenner (ICEV). Insbesondere in Europa und den USA. In China und vor allem in Indien ist der Unterschied geringer. Bis 2030 wird sich die Bilanz weiter zugunsten des E-Autos verschieben.
E-Autos (BEV) haben schon jetzt eine bessere Umweltbilanz als Verbrenner (ICEV). Insbesondere in Europa und den USA. In China und vor allem in Indien ist der Unterschied geringer. Bis 2030 wird sich die Bilanz weiter zugunsten des E-Autos verschieben.
grafik: ICCT

Andere Untersuchungen bestätigen das Ergebnis

Ähnliche Untersuchungen anderer Organisationen kommen teilweise auf andere Zahlen als das ICCT. Das liegt beispielsweise daran, dass sie unterschiedliche Lebensdauern und Laufleistungen der Autos für ihre Berechnungen zugrunde legen. Das grundsätzliche Ergebnis ist aber in der Regel das gleiche: E-Autos sind sauberer als Verbrenner. Zu diesem Schluss kam beispielsweise auch das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) in Berechnungen für das Bundesumweltministerium. Sie ergaben einen Klimavorteil des E-Autos von mehr als 30 Prozent.

An der Unterlegenheit des Verbrenners ändere laut des ICCT auch das Beimischen von Biokraftstoffen nur wenig – dadurch verringerten sich deren Emissionen nur unwesentlich. Und synthetisch hergestellte E-Fuels seien zu teuer, um einen Klima-Beitrag leisten zu können.

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