Schweiz
Gesundheit

Nationalrat will gemeinsame Spitalplanung von Bund und Kantonen

Die Grosse Kammer kuemmert sich um gesundheitspolitische Themen, an der Sondersession des Nationalrates, am Mittwoch, 29. April 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
An der Sondersession des Nationalrates am 29. April 2026 stehen gesundheitspolitische Themen im Fokus.Bild: keystone

Nationalrat will gemeinsame Spitalplanung von Bund und Kantonen

Für die Spitalplanung soll neu der Bund hauptverantwortlich sein. Die heute zuständigen Kantone sollen nur noch «grösstmöglich Einfluss nehmen» können. Das fordert der Nationalrat.
29.04.2026, 17:4629.04.2026, 17:46

Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Motion von Patrick Hässig (GLP/ZH) angenommen – mit 96 zu 82 Stimmen bei 17 Enthaltungen. Als Nächstes ist der Ständerat am Zug. Nimmt er die Motion an, käme das einem Systemwechsel gleich.

Gemäss dem Motionstext würde die Spitalplanung künftig vom Bund durchgeführt, in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen. Diese sollen dabei den grösstmöglichen Einfluss nehmen können. Die letzte Entscheidungskompetenz würde aber beim Bund liegen.

Motionär Hässig hielt fest, dass die Kantone weiterhin in der Verantwortung stehen würden. «Ich möchte nicht, dass der Bund auf einem weissen Blatt Papier die Schweizer Karte vor sich hat und dann Punkte zeichnet, wo etwas geschehen soll.» Mit der Bundeskompetenz wolle er aber «natürlichen Druck» auf die Kantone aufbauen.

Wenn die Kantone bei der Spitalplanung nicht weiterkämen, müsse der Bund künftig den Knoten lösen, sagte Hässig. «Irgendwann muss jemand vielleicht ein Machtwort sprechen oder ansonsten einen Vorschlag unterbreiten.»

Kosten sparen und Qualität verbessern

Motionär Hässig argumentiert, dass mit der neuen Kompetenzordnung bei der Spitalplanung Kosten eingespart und die Qualität verbessert werden könnten. Das Ziel sei es, den Zugang zu qualitativ hochstehender medizinischer Grundversorgung in allen Regionen der Schweiz zu gewährleisten.

Der Bundesrat will die Spitalplanung dagegen weiterhin den Kantonen überlassen. Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider wies zudem darauf hin, dass der Motionstext eine Reihe von Fragen aufwerfe. So sei es sportlich, zu definieren, was unter «grösstmöglichem Einfluss» der Kantone auf Entscheidungen zu verstehen sei, die letztlich beim Bund lägen.

Die Bundesrätin verwies zudem auf laufende Arbeiten der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Diese will, dass die Kantone ihre Spitalplanung neu ausrichten und Spezialangebote bündeln. Dafür wurde ein Drei-Phasen-Plan gestartet. Bis er umgesetzt ist, dauert es allerdings noch eine Weile. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Menschen, die etwas Spass in den tristen Büroalltag bringen
1 / 26
Menschen, die etwas Spass in den tristen Büroalltag bringen
Sie versuchen doch niemanden zu ersetzen ...
quelle: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
ETF Boom Schweiz: Warum immer mehr Menschen investieren
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
Inflation in der Schweiz im April deutlich angestiegen – Ölpreis macht sich bemerkbar
Die Inflation ist in der Schweiz im Zuge des Kriegs im Nahen Osten deutlich angestiegen. Vor allem die höheren Preise für Benzin, Diesel und Heizöl waren dafür verantwortlich.
Konkret stieg die Jahres-Inflation im April auf 0,6 Prozent von 0,3 Prozent im März, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Ökonomen hatten diese Entwicklung allerdings vorausgesagt. Die Schätzungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Experten gingen von einem Anstieg der Jahresteuerung in den Bereich von 0,4 bis 0,7 Prozent aus.
Zur Story